GoB Grundsätze einer ordnungsgemäßen Buchführung

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1 RWC Rechnungswesen bei Frau Bauer Rechtliche Grundlagen - Handelsgesetzbuch - AO Abgabenordnung - EstG Einkommensteuergesetz - UstG Umsatzsteuergesetz Buchführung Anforderungen - Ein sachverständiger Dritter muss sich einen Überblick verschaffen können - Belegpflicht (Keine Buchung ohne Beleg!!!) Aufbewahrung - 10 Jahre für Bilanz, Inventur und Jahresabschlüsse - 6 Jahre für Belege (Achtung! für einen Beleg vom ! Das ist eine Fangfrage bei Prüfungen) Aufgaben der Buchführung - Infos über die finanzielle Lage des Unternehmens für o Gesellschafter o Kunden o Lieferanten o Kreditgeber o Finanzamt - Grundlage der Besteuerung - Grundlage der Unternehmensplanung - Grundlage für Controlling - Informationen über Einnahmen und Ausgaben - Informationen über offene Rechnungen - Grundlage für Steuererklärung - Information über Geschäftsentwicklung - Grundlage für Kreditentscheidungen Diese ganzen Punkte zeigen, warum es die GoB gibt. GoB Grundsätze einer ordnungsgemäßen Buchführung - Nachprüfbarkeit (Belege) - Vollständigkeit - Richtigkeit (Keine nachträglichen Änderungen) - Zeitgerechtgikeit (Zeitnahe Buchhaltung) - Übersichtlichkeit - Ordnung - Abkürzungen nur, wenn sie Eindeutig sind A.Graetschel Fach RWC Seite1

2 Wer ist Buchführungspflichtig? Jeder Kaufmann gem. 238 HGB Ausgenommen sind - Freuberufler (Architekten, Anwälte...) - Land- und Forstwirte - Zum Teil e.k. (Einzelkaufleute) - Wenn Gewinn < oder Umsatz < Definition der Buchführung Buchführung ist die Dokumentation aller Geschäftsvorgänge anhand von Belegen. Bilanzstichtag In der Schule lernt/sagt man: i.d.r. ist der Bilanzstichtag der letzte Tag des Kalenderjahres und der letzte Tag des Geschäftsjahres, also der Realität HGB Geschäftsjahr darf 12 Monate nicht überschreiten Was ist, wenn eine Firma am 01. Oktober gegründet wird? Dann wäre der Bilanzstichtag/letzter Tag des Geschäftsjahres der Das bedeutet, dass der Bilanzstichtag zwischen und gewählt werden kann. ABER: Wenn der Bilanzstichtag gewählt wurde, darf er nicht mehr geändert werden. Der Bilanzstichtag muss dann beibehalten werden. Inventurarten Wir unterscheiden zwischen 2 Arten von Inventuren: Körperliche Inventur Sie ist die mengenmäßige Aufnahme aller körperlichen Vermögensgegenstände. Also Immobilien, Maschinen, Fuhrpark, Betriebs- und Geschäftsausstattung, also das Anlagevermögen, aber auch Vorräte, Wertpapiere in Eigenverwaltung, sowie Bargeld, Besitzwechsel und Schecks etc. Die körperliche Inventur ist eine Mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme. Sie geschieht durch Zählen, Messen und Wiegen. Eine Schätzung ist auch möglich, wenn eine exakte Aufnahme unzumutbar ist, z.b. bei Schrauben und so. Buchinventur Betrifft die nicht körperlichen Vermögensteile sowie die Schulden. Das Betrifft also Forderungen, Verbindlichkeiten, Wertpapiere, Patente, Lizenzen und Bankguthaben etc. Es ist eine wertmäßige Bestandsaufnahme. Die Daten erhalten wir aus Grundbüchern, Vertragsunterlagen, Kontoauszügen, Schuldwechselbuch etc. Forderungen und Verbindlichkeiten werden in Saldenlisten erfasst. A.Graetschel Fach RWC Seite2

3 Bei einer Stichprobeninventur (sie muss gemacht werden, wenn eine permanente Inventur mit Hilfe eines EDV-Systems gemacht wird), müssen % aller Lagerbestände (körperlich) erfasst werden und der Inventuraufwand mit anderen Verfahren muss wirtschaftlich untragbar sein. Wichtig! Bei Differenzen zwischen SOLL- und IST-Beständen wird der IST-Bestand in das Inventar aufgenommen. Inventurzeitpunkt Die Inventur ist eigentlich am Bilanzstichtag, also am letzten Tag des Kalender- oder Geschäftsjahres durchzuführen. 241 HGB lässt aber auch folgende Inventurverfahren zu: 1. Zeitnahe Stichtagsinventur Innerhalb einer Frist von 10 Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag 2. Verlegte Inventur Innerhalb der letzten 3 Monate vor, oder innerhalb von 2 Monaten nach dem Bilanzstichtag. 3 Permanente Inventur Buchmäßige (Warenwirtschaftssystem) Erfassung aller Veränderungen aller Artikel und Waren. Zusätzlich muss einmal im Jahr eine körperliche Inventur gemacht werden um zu prüfen, ob Buchbestand und realer Bestand übereinstimmen. Der tatsächliche IST-Bestand muss dann in die Bücher aufgenommen werden. Das Inventar Definition Das Inventar ist ein ausführliches Verzeichnis des Vermögens und der Schulden eines Unternehmens nach Art, Wert und Menge. Das Inventar wird untergliedert in 3 Teile, Vermögen, Schulden und Eigenkapital. Das Vermögen gliedert sich in Anlage- und Umlaufvermögen und wird nach Liquidität (Wie schnell kann ich es zu Geld machen) aufgelistet. So sind Immobilien am Anfang, Betriebs- und Geschäftsausstattung am Ende des Anlagevermögens gelistet. Beim Umlaufvermögen stehen als erstes die Rohstoffe und am Ende das Guthaben bei Banken (Überweisung geht oft schneller, als mit Bargeld zu bezahlen). Schulden werden nach Fälligkeit (Dringlichkeit der Zahlung) gegliedert. Schulden werden noch in langfristige Schulden (Laufzeit > 1 Jahr) und A.Graetschel Fach RWC Seite3

4 kurzfristige Schulden (Laufzeit < 1 Jahr) unterteilt. Errechnung des Reinvermögens (Eigenkapital) errechnet sich ganz klassisch: Summe des Vermögens (AV und UV) Summe der Schulden = Eigenkapital Daraus ergibt sich folgende Beispielgliederung: A. Vermögen I. Anlagevermögen 1. Grundstücke 2. Gebäude 3. Fuhrpark (lt. Anlage) 4. BGA (Betriebs- und Geschäftsausstattung) lt. Anlage II. Umlaufvermögen 1. Rohstoffe 2. Hilfsstoffe 3. Betriebsstoffe 4. Unfertige Erzeugnisse 5. Fertige Erzeugnisse 6. Waren lt. Anlage 7. Forderungen lt. Anlage 8. Kasse (Bargeldbestand) 9. Guthaben bei Banken lt. Anlage B. Schulden (= Fremdkapital) I. Langfristige Schulden 1. Hypotheken 2. Darlehen II. Kurzfristige Schulden 1. Verbindlichkeiten all (all = aus Lieferungen und Leistungen C. Errechnung des Reinvermögens (Eigenkapital) Summe des Vermögens - Summe der Schulden = Reinvermögen (Eigenkapital) Das Inventar beinhaltet also Werte und Mengen von allen Positionen und ist sehr ausführlich. Im Gegensatz dazu steht die Bilanz, die nur die wertmäßige Auflistung beinhaltet. A.Graetschel Fach RWC Seite4

5 Die Bilanz (Bilancia = Waage) Definition Die Bilanz ist die kurz gefasste Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital in Kontenform. ( HGB) Das ist eine Beispielbilanz. Wichtig zu wissen ist, dass Aktiva (links) und Passiva (rechts) immer die gleiche Summe ergeben müssen. Ist das nicht der Fall, stimmt etwas mit der Bilanz nicht!!! Definitionen Die Aktiva-Seite stellt das Vermögen, d.h. die Investition dar. Kurz: Die Mittelverwendung. Die Passiva-Seite stellt das Kapital, d.h. die Finanzierung der Investitionen dar. A.Graetschel Fach RWC Seite5

6 Kurz: Die Mittelherkunft Ein paar Übungsaufgaben 1. Nennen Sie Geschäftsfälle, die in einer Unternehmung anfallen. Kauf und Verkauf von Waren, Löhne zahlen, Kredit tilgen Definieren Sie den Begriff Buchführung Buchführung ist die Dokumentation aller Geschäftsvorgänge anhand von Belegen. 3. Nennen Sie innerbetriebliche Aufgaben der Buchführung Überblick über die Geschäftslage Planung von Investitionen Wirtschaftliche Lage des Unternehmens Beweisführung bei z.b. Gerichtsverfahren 4. Begründen Sie, weshalb a) der Staat b) die Kreditgeber und c) die Lieferanten Interesse an einer aussagefähigen Buchführung haben. a) Zur Erhebung der Steuern b) Nachweis der Bonität/Kreditwürdigkeit c) Liquidität 5. Unterscheiden Sie definitorisch die Begriffe Inventur und Inventar. Inventur ist das Katalogisieren des AV und UV = Bestandsaufnahme. Inventar ist das Bestandsverzeichnis. 6. Worin liegt der Unterschied zwischen einer körperlichen und buchmäßigen Inventur? Die körperliche Inventur ist die Aufnahme des materiellen AV Die buchmäßige Inventur ist die Aufnahme des immateriellen AV anhand von Belegen etc. 7. Welche verschiedenen Tätigkeiten sind mit der körperlichen Inventur verbunden? Zählen, Messen, Wiegen 8. Welche Bestände werden mit der buchmäßigen Inventur ermittelt? Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Werte Und so weiter. Das sind typische Beispiele für Aufgaben einer Extemporale oder Klausur. A.Graetschel Fach RWC Seite6

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