SKRIPT GRUNDSÄTZE ORDNUNGSGEMÄSSER BUCHFÜHRUNG

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1 16/10/03 Page 1 f 5 SKRIPT GRUNDSÄTZE ORDNUNGSGEMÄSSER BUCHFÜHRUNG INHALTSVERZEICHNIS 1. Grundsätze rdnungsgemäßer Buchführung... S Allgemeines... S Grundsatz der Bilanzklarheit und Bilanzübersicht... S Grundsatz der Bilanzwahrheit... S Grundsatz der Bilanzkntinuität/ -stetigkeit... S Bilanzidentität... S Frmelle Bilanzkntinuität... S Materielle Bilanzierungskntinuität... S Prinzip der Vrsicht und des Gläubigerschutzes... S.3-4 a) Das Realisatinsprinzip... S.3 b) Das Imparitätsprinzip... S.4 c) Das Niederstwertprinzip... S.4 d) Das Höchstwertprinzip... S Das Maßgeblichkeitsprinzip... S Das umgekehrte Maßgeblichkeitsprinzip... S Weitere Bewertungsgrundsätze nach 252(1) HGB... S.5 a) Grundsatz der Unternehmensfrtführung... S.5 b) Grundsatz der Einzelbewertung... S.5 c) Grundsatz der Peridenabgrenzung... S.5 16/10/03 Page 1 f 5 (erstellt vn: Tmmy)

2 16/10/03 Page 2 f 5 1. Grundsätze rdnungsgemäßer Buchführung 1.1 Allgemeines Angesprchen werden die 4 Bereiche: - Buchführung - Inventur - Jahresabschluß - Belegwesen Rechtsverweise: 238 HGB Verpflichtung aller Kaufmänner, Bücher nach den Grundsätzen rdnungsgemäßer Buchführung zu führen. 239 HGB Führung der Bücher in einer lebenden Sprache; Bedeutung vn Abkürzungen muß klar sein; Eintragungen müssen vllständig, richtig, zeitgerecht und gerdnet vrgenmmen werden. 241 (1) S.2 HGB Das Inventurvereinfachungsverfahren muß den Grundsätzen rdnungsgemäßer Buchführung entsprechen. 243 (1) (3) HGB Der Jahresabschluß ist nach den Grundsätzen rdnungsgemäßer Buchführung aufzustellen. klar und übersichtlich innerhalb der einem rdnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen 257 HGB Belegwesen => Aufbewahrungsfristen vn Unterlagen 5 (1) EstG Gewinn bei Vllkaufleuten und anderen Gewerbetreibenden: Für den Schluß des Wirtschaftsjahres ist das Betriebsvermögen anzusetzen, das nach den handelsrechtlichen Grundsätzen rdnungsgemäßer Buchführung auszuweisen ist. 1.2 Grundsatz der Bilanzklarheit und Bilanzübersicht - Bilanztransparenz bezgen auf die frmale Gestaltung der Bilanz 243 (2) HGB - Klare und übersichtliche Gliederung der Bilanz 243, 247 und 265 ff. HGB - Bruttausweis der Psitinen (z.b. Frderungen, Gewinn und Verlust) dürfen nicht aufgerechnet werden 246 HGB - Eindeutige Benennung der Bilanzpsitinen 266 HGB, Ergänzung der Beträge der Hauptspalte durch Aufzeichnungen in Vrspalten - Einheitlichkeit der Abschreibungsmethde für jeweils eine Bilanz Psitin 16/10/03 Page 2 f 5 (erstellt vn: Tmmy)

3 16/10/03 Page 3 f Grundsatz der Bilanzwahrheit - Verbt, fiktive der falsche Psitinen auszuweisen - Vllständigkeit der Bilanz unter Beachtung der Bilanzierungsverbte und Bilanzierungswahlrechte 246 (1) HGB - Richtige Bewertung, d.h. die nicht willkürliche Ausnutzung der Bewertungsspielräume 1.4 Grundsatz der Bilanzkntinuität / -stetigkeit Bilanzidentität 252 (1) Nr. 1 Die Schlussbilanz des einen Jahres hat mit der Eröffnungsbilanz des flgenden Jahres identisch zu sein Frmelle Bilanzkntinuität Gliederungskntinuität (gleiche Gliederung in aufeinanderflgenden Abschlüssen), 265 (1) HGB für Kapitalgesellschaften Pstenkntinuität (Zusammenfassung verschiedener Einzelpsitinen zu einem Psten) Kntinuität des Abschlussstichtages und abschlusszeitraumes Kntinuität der Abschreibungsfrm Bilanzierungsstetigkeit Materielle Bilanzierungskntinuität 252 (1) Nr. 6 HGB Die materielle Bilanzierungskntinuität geht davn aus, dass die Bewertungsgrundsätze in mehreren aufeinanderflgenden Bilanzen nicht willkürlich geändert werden dürfen. 1.5 Prinzip der Vrsicht und des Gläubigerschutzes Das Prinzip der Vrsicht und des Gläubigerschutzes steht im Dienst einer vrsichtigen Bewertung und Gewinnermittlung und strebt im Sinne der Gläubiger die Erhaltung des Kapitals und der Haftungssubstanz an. Unterprinzipien: a) Das Realisatinsprinip ( 252 (1) Nr.4) Ein Gewinn darf erst dann ausgewiesen werden, wenn er tatsächlich (z.b. durch den Verkauf vn Waren) entstanden ist. Hat ein Kaufmann im ersten Geschäftsjahr Waren eingekauft, die er vraussichtlich im zweiten Geschäftsjahr mit Gewinn veräußern wird, dann darf der Gewinn nicht schn am Ende des ersten Geschäftsjahres, sndern erst am Ende des zweiten Geschäftsjahres ausgewiesen werden. 16/10/03 Page 3 f 5 (erstellt vn: Tmmy)

4 16/10/03 Page 4 f 5 b) Das Imparitätsprinzip ( 252 (1) Nr. 4) Das Imparitätsprinzip verbietet die Erfassung nicht realisierter Gewinne und schriebt die Erfassung nicht realisierter Verluste vr. Bereits wenn Verluste drhen, mit ihrem Eintritt gerechnet werden muß, sind sie zu erfassen und nicht in der Peride, in der sie realisiert werden. Betrffen sind davn Bestände, Verbindlichkeiten, schwebende Geschäfte und Schadensersatzansprüche. Zum Ausdruck gebracht wird das Imparitätsprinzip durch außerplanmäßige Abschreibungen, Rückstellungen und Abwertungen. c) Das Niederstwertprinzip Eingeschränktes Niederstwertprinzip beim UV 253 (3) HGB Abslutes Niederstwertprinzip beim AV 253 (2) HGB Das Handelsrecht räumt bei der Bewertung des Umlaufvermögens kein Bewertungswahlrecht ein, wenn das betreffende Wirtschaftsgut am Bilanzstichtag einen unter den Anschaffungsksten der Herstellungsksten liegenden Wert besitzt. Dieser niedrigere Wert muß angesetzt werden. Bei der Bewertung des Anlagevermögens ist der Ansatz des niedrigeren Wertes nur dann zwingend vrgeschrieben, wenn es sich um eine vraussichtlich dauernde Wertminderung handelt. Im übrigen besteht ein Bewertungswahlrecht zwischen (frtgeführten) Anschaffungsksten der Herstellungsksten und niedrigerem Wert. Das.g. Imparitätsprinzip erfährt als handelsrechtlich insweit nch eine Verschärfung bzw. Präzisierung, als nicht realisierte Verluste zumindest beim Umlaufvermögen immer ausgewiesen werden müssen. Diese handelsrechtlichen Bewertungsvrschriften schränken auf Grund des Maßgeblichkeitsgrundsatzes die nach 6 EstG gegebenen Bewertungswahlrechte ein. d) Das Höchstwertprinzip Es gilt streng für die Verbindlichkeiten. Verglichen werden der ursprüngliche Rückzahlungsbetrag und der Zeitwert am Bilanzstichtag. Der höhere Wert ist anzusetzten. 1.6 Das Maßgeblichkeitsprinzip ( 5 (1) S.2 EStG) Das Maßgeblichkeitsprinzip ergibt sich aus 5 (1) EStG. Es bedeutet, dass die Steuerbilanz grundsätzlich aus der Handelsbilanz abgeleitet werden sll. Auch wenn eine gesnderte Steuerbilanz neben der Handelsbilanz erstellt wird, gelten im Grundsatz die handelsrechtlichen Nrmen. Das Prinzip gilt nur für Steuerpflichtige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb. Das Maßgeblichkeitsprinzip gilt swhl für den ganzen Abschluß als auch für Einzelpsitinen. 5 (2) (6) EStG bestimmt die Vrherrschaft der steuerlichen Vrschriften gegenüber den handelsrechtlichen. Es handelt sich um Vrschriften über: - Entnahmen und Einlagen - Zulässigkeit vn Bilanzänderungen - Betriebsausgaben - Bewertung - Absetzungen für Abnutzung der Substanzverringerung Das Maßgeblichkeitsprinzip wird als vielfach durchbrchen. 16/10/03 Page 4 f 5 (erstellt vn: Tmmy)

5 16/10/03 Page 5 f Das Umgekehrte Maßgeblichkeitsprinzip Das umgekehrte Maßgeblichkeitsprinzip wird nur vn Kaufleuten angewandt, die eine Handelsbilanz und eine Steuerbilanz aufstellen. Die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz kehrt sich dadurch um, dass die Inanspruchnahme günstigerer steuerrechtlicher Bewertungswahlrechte nur dann möglich sind, wenn der steuerliche Ansatz auch in der Handelsbilanz Berücksichtigung findet. Ausnahmen gelten allerdings. 1.8 Weitere Bewertungsgrundsätze nach 252 (1) HGB a) Grundsatz der Unternehmensfrtführung 252 (1) Nr. 2 HGB Bei der Bewertung ist vn der Frtführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen, sfern dem nicht tatsächliche der rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. b) Grundsatz der Einzelbewertung 252 (1) Nr. 3 HGB Die Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Abschlussstichtag einzeln zu bewerten. c) Grundsatz der Peridenabgrenzung 252 (1) Nr. 5 HGB Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs sind unabhängig vn den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluß zu berücksichtigen. 16/10/03 Page 5 f 5 (erstellt vn: Tmmy)

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