Elektronische Archivierung gesetzliche und normative Anforderungen. Bremen, 31. Mai 2012

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1 Elektronische Archivierung gesetzliche und normative Anforderungen Bremen, 31. Mai 2012

2 Inhalt A. Vorstellung FIDES Gruppe B. Ausgangssituation C. Gesetzliche und normative Anforderungen D. Definition revisionssicheres Archivierungsverfahren E. Bedeutung in der Praxis F. Diskussion/Fragen FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 2

3 A. Vorstellung FIDES (1) DIE FIDES Gruppe im Überblick FIDES Treuhand GmbH & Co. KG FIDES IT Consultants GmbH FIDES Corporate Finance GmbH FIDES Kemsat GmbH Wirtschaftsprüfung IT Audit Interne Revision Corporate Finance Steuer- und Rechtsberatung Mandantenservice IT-Beratung mit Schwerpunkten IT-Strategie IT-Projektmanagement Controllingsysteme IT-Infrastruktur/IT-Sicherheit Datenschutzmanagement M&A Treuhandtätigkeit im Bereich geschlossener Fonds Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung mit Spezialisierung auf Schifffahrt und Immobilien Bremen Hamburg Bremerhaven Rostock Osnabrück Köln Berlin Bremen Hamburg Hamburg Hamburg Leer FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 3

4 A. Vorstellung FIDES (2) Gründung der FIDES 1919 durch Kreditinstitute Seit den dreißiger Jahren unabhängiges, partnergeführtes Unternehmen 29 Partner in der Gruppe ca. 330 Mitarbeiter, davon ca. 90 Berufsträger (WP, StB, RA) Standorte: Bremen, Hamburg, Bremerhaven, Leer, Osnabrück, Rostock, Berlin, Köln Größte Prüfungs- und Beratungsgesellschaft der Region Hohe Prüfungs- und Beratungsqualität durch Einsatz interdisziplinärer Teams, bestehend aus Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Rechtsanwälten und IT Consultants FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 4

5 B. Ausgangssituation Dokumentenmanagement- und Archivierungslösungen werden aus vielfältigen Gründen eingesetzt: Effiziente(s) Recherche, Suchen und Wiederauffinden von Informationen Strukturierte Nutzbarmachung von Informationen für die Mitarbeiter (Wissensmanagement) Sichere Aufbewahrung und zugriffsgesteuerte Bereitstellung von unternehmenskritischen/ vertraulichen Informationen Zentrale, strukturierte Verwaltung von großen Dokumentenanzahlen (bspw. bei geographisch verteilten Standorten) Gleichzeitiger Zugriff auf Dokumente im Rahmen von Kollaborationen Konsistenzaspekte im Gegensatz zu lokalen Ablagen (Stichwort: Versionierung ) Optimierung der Prozess-/Ablaufsteuerung mit Hilfe von Workflows Reduzierung von Platzbedarf, Kostensenkungen durch Wegfall von Aktenräumen und Ablageschränken... FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 5

6 C. Gesetzliche und normative Anforderungen (1) Handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen Die ordnungsmäßige Aufbewahrung von Handelsbriefen und Belegen obliegt der Geschäftsführung als Teil der kaufmännischen Sorgfaltspflichten; mögliche Alternativen: Aufbewahrung in Papierform (Achtung: Berücksichtigung 147 AO, GDPdU) Archivierung in einem elektronischen Dokumenten-Management-System (DMS) ( 238 (2) HGB, 239 HGB i.v.m. GoB/GoBS) Für beide Formen der Archivierung gilt: Aufbewahrung von Handelsbriefen einschließlich geschäftlicher s sowie deren geschäftsrelevanter Anhänge für 6 Jahre ( 257 (4) 1. HS HGB) Aufbewahrung von Handelsbüchern, Bilanzen, Belegen, Rechnungen (papierhafte und elektronische Rechnungen) für 10 Jahre ( 257 (4) 2. HS HGB) Für handels-/steuerrechtlich nicht relevante Dokumente/ s bestehen keine Aufbewahrungspflichten gemäß der genannten Vorschriften FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 6

7 C. Gesetzliche und normative Anforderungen (2) 257 HGB - Aufbewahrung von Unterlagen Aufbewahrungsfristen (analog 147 AO) (1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, die folgenden Unterlagen geordnet aufzubewahren: [ ] (3) Mit Ausnahme der Eröffnungsbilanzen und Abschlüsse können die in Absatz 1 aufgeführten Unterlagen auch als Wiedergabe auf einem Bildträger oder auf anderen Datenträgern aufbewahrt werden, wenn dies den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht und sichergestellt ist, dass die Wiedergabe oder die Daten 1. mit den empfangenen Handelsbriefen und den Buchungsbelegen bildlich und mit den anderen Unterlagen inhaltlich übereinstimmen, wenn sie lesbar gemacht werden, 2. während der Dauer der Aufbewahrungsfrist verfügbar sind und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar gemacht werden können. [ ] (4) Die in Absatz 1 Nr. 1 und 4 aufgeführten Unterlagen sind zehn Jahre, die sonstigen in Absatz 1 aufgeführten Unterlagen sechs Jahre aufzubewahren. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 7

8 C. Gesetzliche und normative Anforderungen (3) 147 AO - Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen [ ] (6) Sind die Unterlagen nach Absatz 1 mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems erstellt worden, hat die Finanzbehörde im Rahmen einer Außenprüfung das Recht, Einsicht in die gespeicherten Daten zu nehmen und das Datenverarbeitungssystem zur Prüfung dieser Unterlagen zu nutzen. Sie kann im Rahmen einer Außenprüfung auch verlangen, dass die Daten nach ihren Vorgaben maschinell ausgewertet oder ihr die gespeicherten Unterlagen und Aufzeichnungen auf einem maschinell verwertbaren Datenträger zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten trägt der Steuerpflichtige. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 8

9 C. Gesetzliche und normative Anforderungen (4) Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) Aus der Umsetzung einer elektronischen Archivierungslösung ergeben sich zudem Konkretisierungen der Vorschriften zum Datenzugriff (gemäß 147 AO i.v.m. den GDPdU) Originär elektronisch entstandene Daten müssen in maschinell auswertbarer Form aufbewahrt werden Gewährleistung des Datenzugriffs für den Betriebsprüfer durch Bereitstellung eines Systemzugangs (Z1) Datenauswertung nach Weisung des Betriebsprüfers (Z2) Bereitstellung auf Datenträgern (Z3) Hinweis: Nutzung des DMS im Rahmen der Betriebsprüfung zulässig, auch wenn die Originalbelege in Papierform vorliegen und diese nicht originär elektronisch mit einem Datenverarbeitungssystem (hier: Eingangsrechnungen) erstellt worden sind (vgl. Urteil des FG Münster, 6 K 357/10 AO vom ) FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 9

10 C. Gesetzliche und normative Anforderungen (Exkurs) Vereinfachung der elektronischen Rechnungsstellung gemäß 14 UStG (1) Bisher wurden auf elektronischem Weg übermittelte Rechnungen umsatzsteuerlich nur anerkannt, wenn eine qualifizierte elektronische Signatur ( 14 Abs. 3 Nr. 1 UStG a.f.) oder ein EDI-Verfahren ( 14 Abs. 3 Nr. 2 UStG a.f.) verwendet wurden. Durch Neufassung des 14 UStG im Rahmen des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 sind die Anforderungen an die Übermittlung elektronischer Rechnungsdaten deutlich reduziert worden. Demnach sind Papier- und elektronische Rechnungen ab dem 1. Juli 2011 umsatzsteuerrechtlich gleich zu behandeln. Somit können Rechnungen, die bspw. per (ggf. mit Bilddatei- oder Textdokumentanhang) übermittelt werden, zum Vorsteuerabzug berechtigen, wenn folgendes durch ein Internes Kontrollverfahren i.s. eines verlässlichen Prüfpfads zwischen Rechnung und Leistung (bedeutet im klassischen Sinne: Rechnungsprüfungsprozess) gewährleistet wird: die Echtheit der Herkunft (Authentizität des Rechnungsstellers) die Unversehrtheit des Inhalts (Integrität der Rechnung durch unverfälschte Übertragung) die Lesbarkeit der Rechnung (Vorlage der Rechnung während der Aufbewahrungsfrist) FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 10

11 C. Gesetzliche und normative Anforderungen (Exkurs) Vereinfachung der elektronischen Rechnungsstellung gemäß 14 UStG (2) Eine Konkretisierung des 14 UStG durch das Bundesministerium der Finanzen liegt derzeit nur als BMF-Schreiben im Entwurf vor. Bezogen auf die Aufbewahrungspflichten wird darin mit Verweis auf die GDPdU sowie dem ergänzenden Fragen-Antwort-Katalog des BMF vom 26. Juli 2011 (zwischenzeitlich zurückgezogen) die Anforderung zur Aufbewahrung der Rechnungen in dem elektronischen Format der Ausstellung bzw. des Empfangs (z.b. digital als ggf. mit Anhängen) definiert. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 11

12 C. Gesetzliche und normative Anforderungen (5) Rechtsfolgen der Missachtung der Aufbewahrungspflichten (Beispiele) Handels- und Steuerrecht Mängel in der lückenlosen Archivierung stellen eine Verletzung der handelsrechtlichen bzw. der steuerrechtlichen Buchhaltungspflicht dar Mögliche Schätzung steuerlicher Gewinne (bspw. bei Ausgangsrechnungen) durch die Finanzverwaltung ( 162 II AO); Einschränkung/Versagung des Jahresabschlusstestats Strafrecht Bei Fahrlässigkeit oder Vorsatz ist eine strafrechtliche Verfolgung möglich (bspw. vorsätzliche Verschleierung von Tatsachen der Vermögens- und Finanzlage im Insolvenzfall durch Löschen von Geschäftsunterlagen, 283 StGB) Zivilrechtliche Ansprüche Möglichkeit schuldrechtlicher Schadensersatzansprüche gem. 280ff. BGB bei zurechenbarem Abhandenkommen vertraulicher Geschäftsdokumente Mögliche persönliche Haftung von Vorstand bzw. Geschäftsführung und Aufsichtsrat bei Verletzung der Sorgfaltspflicht FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 12

13 D. Definition revisionssicheres Archivierungsverfahren Ein Archivsystem kann i.d.r. die gesetzlichen Ordnungsmäßigkeitsanforderungen nicht eigenständig erfüllen. Es bedarf ergänzender technischer und organisatorischer Maßnahmen. In der Gesamtheit kann von einem revisionssicheren Archivierungsverfahren gesprochen werden, wenn die folgenden Ordnungsmäßigkeits- und Sicherheitsanforderungen erfüllt werden: Vollständigkeit, Richtigkeit, Zeitgerechtheit, Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Verbindlichkeit, Autorisierung und Authentizität Die adäquate Ausgestaltung der technischen und organisatorischen Maßnahmen obliegt dem Buchführungspflichtigen. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 13

14 E. Bedeutung in der Praxis (1) Exemplarische Umsetzung der gesetzliche Anforderungen am Beispiel frühes Archivieren Vollständigkeit Vertraulichkeit/ Autorisierung Authentizität Zeitgerechtheit Unveränderlichkeit/ Integrität Verfügbarkeit Richtigkeit/ Verbindlichkeit Nachvollziehbarkeit FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 14

15 E. Bedeutung in der Praxis (2) Umsetzung der gesetzliche Anforderungen am Beispiel frühes Archivieren Vollständigkeit: Lückenlose Erfassung aller rechnungslegungsrelevanten Dokumente und erforderlichen Informationen bspw. zentraler Posteingang, Rechnungseingangsbuch, Prüfung der Pflichtangaben in Rechnungen gemäß 14 UStG Richtigkeit/Verbindlichkeit: Inhaltliche, ggf. bildliche Übereinstimmung mit dem Original bspw. Sichtprüfung der Lesbarkeit nach dem Scannen Vertraulichkeit, Autorisierung: Schutz vor unberechtigter Kenntnisnahme und Sicherstellung, dass nur berechtigte Personen Aufgaben im Archivierungsverfahren wahrnehmen können bspw. physische und logische Zugriffsschutzmaßnamen, Berechtigungskonzept Authentizität: Sicherstellung einer eindeutigen Verbindung zwischen Original, digitalisiertem Abbild und dem zugehörigen Geschäftsvorfall bspw. automatisierte Zuordnung Buchung zu Dokumenten-Image, Barcode FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 15

16 E. Bedeutung in der Praxis (3) Umsetzung der gesetzliche Anforderungen Zeitgerechtheit: Zeitnahe Überführung der Dokumente in das Archivsystem und die endgültige Übertragung auf das Archivmedium sowie zeitnahe Wiederauffindbarkeit bspw. organisatorisch durch frühes Archivieren, technisch durch automatisierte Indexierung und Speicherung auf WORM-Medium/CAS-Speichersystem (Content Addressed Storage) Unveränderlichkeit/Integrität: Schutz vor Manipulation/Veränderung und eindeutige Indexierung bspw. physische und logische Zugriffsschutzmaßnahmen, automatisierte Indexierung und Speicherung auf unveränderbarem Speichermedium Verfügbarkeit: Schutz vor Verlust und Sicherstellung der jederzeitigen Lesbarkeit während der Aufbewahrungsdauer (bspw. vor dem Hintergrund des technologischen Wandels) bspw. Backup-/Recovery-Maßnahmen, physische/logische Zugriffsschutzmaßnahmen, Nutzung eindeutiger Identifikationsmerkmale/Suchkriterien, Nutzung von offenen Standard-Bildformaten Nachvollziehbarkeit: Gewährleistung der Nachvollziehbarkeit der Geschäftsvorfälle und des bei der Archivierung zum Einsatz kommenden Verfahrens bspw. technische und organisatorische Prozessbeschreibung (Verfahrensdokumentation) FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 16

17 F. Diskussion/Fragen Ihre Fragen... Präsentation als Download verfügbar unter: FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 17

18 Auf den Punkt FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Gerd Malert Bereichsleiter IT Audit Contrescarpe Bremen Tel. +49 (421) Fax +49 (421)

19 Anhang Auszug HGB 238 Buchführungspflicht (1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muß so beschaffen sein, daß sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen. (2) Der Kaufmann ist verpflichtet, eine mit der Urschrift übereinstimmende Wiedergabe der abgesandten Handelsbriefe (Kopie, Abdruck, Abschrift oder sonstige Wiedergabe des Wortlauts auf einem Schrift-, Bild- oder anderen Datenträger) zurückzubehalten. 239 Führung der Handelsbücher (1) Bei der Führung der Handelsbücher und bei den sonst erforderlichen Aufzeichnungen hat sich der Kaufmann einer lebenden Sprache zu bedienen. Werden Abkürzungen, Ziffern, Buchstaben oder Symbole verwendet, muß im Einzelfall deren Bedeutung eindeutig festliegen. (2) Die Eintragungen in Büchern und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen müssen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden. (3) Eine Eintragung oder eine Aufzeichnung darf nicht in einer Weise verändert werden, daß der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist. Auch solche Veränderungen dürfen nicht vorgenommen werden, deren Beschaffenheit es ungewiß läßt, ob sie ursprünglich oder erst später gemacht worden sind. (4) Die Handelsbücher und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen können auch in der geordneten Ablage von Belegen bestehen oder auf Datenträgern geführt werden, soweit diese Formen der Buchführung einschließlich des dabei angewandten Verfahrens den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen. Bei der Führung der Handelsbücher und der sonst erforderlichen Aufzeichnungen auf Datenträgern muß insbesondere sichergestellt sein, daß die Daten während der Dauer der Aufbewahrungsfrist verfügbar sind und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar gemacht werden können. Absätze 1 bis 3 gelten sinngemäß. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 19

20 Anhang Auszug HGB 257 Aufbewahrung von Unterlagen Aufbewahrungsfristen (1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, die folgenden Unterlagen geordnet aufzubewahren: 1. Handelsbücher, Inventare, Eröffnungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Einzelabschlüsse nach 325 Abs. 2a, Lageberichte, Konzernabschlüsse, Konzernlageberichte sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstigen Organisationsunterlagen, 2. die empfangenen Handelsbriefe, 3. Wiedergaben der abgesandten Handelsbriefe, 4. Belege für Buchungen in den von ihm nach 238 Abs. 1 zu führenden Büchern (Buchungsbelege). (2) Handelsbriefe sind nur Schriftstücke, die ein Handelsgeschäft betreffen. (3) Mit Ausnahme der Eröffnungsbilanzen und Abschlüsse können die in Absatz 1 aufgeführten Unterlagen auch als Wiedergabe auf einem Bildträger oder auf anderen Datenträgern aufbewahrt werden, wenn dies den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht und sichergestellt ist, daß die Wiedergabe oder die Daten 1. mit den empfangenen Handelsbriefen und den Buchungsbelegen bildlich und mit den anderen Unterlagen inhaltlich übereinstimmen, wenn sie lesbar gemacht werden, 2. während der Dauer der Aufbewahrungsfrist verfügbar sind und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar gemacht werden können. Sind Unterlagen auf Grund des 239 Abs. 4 Satz 1 auf Datenträgern hergestellt worden, können statt des Datenträgers die Daten auch ausgedruckt aufbewahrt werden; die ausgedruckten Unterlagen können auch nach Satz 1 aufbewahrt werden. (4) Die in Absatz 1 Nr. 1 und 4 aufgeführten Unterlagen sind zehn Jahre, die sonstigen in Absatz 1 aufgeführten Unterlagen sechs Jahre aufzubewahren. (5) Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluß des Kalenderjahrs, in dem die letzte Eintragung in das Handelsbuch gemacht, das Inventar aufgestellt, die Eröffnungsbilanz oder der Jahresabschluß festgestellt, der Einzelabschluss nach 325 Abs. 2a oder der Konzernabschluß aufgestellt, der Handelsbrief empfangen oder abgesandt worden oder der Buchungsbeleg entstanden ist. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 20

21 Anhang Auszug AO 147 Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen (1) Die folgenden Unterlagen sind geordnet aufzubewahren: 1. Bücher und Aufzeichnungen, Inventare, Jahresabschlüsse, Lageberichte, die Eröffnungsbilanz sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstigen Organisationsunterlagen, 2. die empfangenen Handels- oder Geschäftsbriefe, 3. Wiedergaben der abgesandten Handels- oder Geschäftsbriefe, 4. Buchungsbelege, 4a.Unterlagen, die einer mit Mitteln der Datenverarbeitung abgegebenen Zollanmeldung nach Artikel 77 Abs. 1 in Verbindung mit Artikel 62 Abs. 2 Zollkodex beizufügen sind, sofern die Zollbehörden nach Artikel 77 Abs. 2 Satz 1 Zollkodex auf ihre Vorlage verzichtet oder sie nach erfolgter Vorlage zurückgegeben haben, 5. sonstige Unterlagen, soweit sie für die Besteuerung von Bedeutung sind. (2) Mit Ausnahme der Jahresabschlüsse, der Eröffnungsbilanz und der Unterlagen nach Absatz 1 Nr. 4a können die in Absatz 1 aufgeführten Unterlagen auch als Wiedergabe auf einem Bildträger oder auf anderen Datenträgern aufbewahrt werden, wenn dies den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht und sichergestellt ist, dass die Wiedergabe oder die Daten 1. mit den empfangenen Handels- oder Geschäftsbriefen und den Buchungsbelegen bildlich und mit den anderen Unterlagen inhaltlich übereinstimmen, wenn sie lesbar gemacht werden, 2. während der Dauer der Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar sind, unverzüglich lesbar gemacht und maschinell ausgewertet werden können. (3) Die in Absatz 1 Nr. 1, 4 und 4a aufgeführten Unterlagen sind zehn Jahre, die sonstigen in Absatz 1 aufgeführten Unterlagen sechs Jahre aufzubewahren, sofern nicht in anderen Steuergesetzen kürzere Aufbewahrungsfristen zugelassen sind. Kürzere Aufbewahrungsfristen nach außersteuerlichen Gesetzen lassen die in Satz 1 bestimmte Frist unberührt. Die Aufbewahrungsfrist läuft jedoch nicht ab, soweit und solange die Unterlagen für Steuern von Bedeutung sind, für welche die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist; 169 Abs. 2 Satz 2 gilt nicht. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 21

22 Anhang Auszug AO Fortsetzung 147 Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen (4) Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahrs, in dem die letzte Eintragung in das Buch gemacht, das Inventar, die Eröffnungsbilanz, der Jahresabschluss oder der Lagebericht aufgestellt, der Handels- oder Geschäftsbrief empfangen oder abgesandt worden oder der Buchungsbeleg entstanden ist, ferner die Aufzeichnung vorgenommen worden ist oder die sonstigen Unterlagen entstanden sind. (5) Wer aufzubewahrende Unterlagen in der Form einer Wiedergabe auf einem Bildträger oder auf anderen Datenträgern vorlegt, ist verpflichtet, auf seine Kosten diejenigen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, die erforderlich sind, um die Unterlagen lesbar zu machen; auf Verlangen der Finanzbehörde hat er auf seine Kosten die Unterlagen unverzüglich ganz oder teilweise auszudrucken oder ohne Hilfsmittel lesbare Reproduktionen beizubringen. (6) Sind die Unterlagen nach Absatz 1 mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems erstellt worden, hat die Finanzbehörde im Rahmen einer Außenprüfung das Recht, Einsicht in die gespeicherten Daten zu nehmen und das Datenverarbeitungssystem zur Prüfung dieser Unterlagen zu nutzen. Sie kann im Rahmen einer Außenprüfung auch verlangen, dass die Daten nach ihren Vorgaben maschinell ausgewertet oder ihr die gespeicherten Unterlagen und Aufzeichnungen auf einem maschinell verwertbaren Datenträger zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten trägt der Steuerpflichtige. FIDES Treuhand GmbH & Co. KG Vertraulich Seite 22

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