Nichtrauchen. Tief durchatmen. In der Schwangerschaft

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1 Nichtrauchen. Tief durchatmen In der Schwangerschaft

2 Eine Schwangerschaft bietet die große Chance, mit dem Rauchen aufzuhören. Viele Frauen schaffen es, in der Schwangerschaft das Rauchen zu beenden. Sie können es auch schaffen! Ihre Hebamme unterstützt Sie dabei gerne. IFT-NORD Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung ggmbh Harmsstraße 2, Kiel, Telefon: In Kooperation mit dem Inhalt Was passiert, wenn in der Schwangerschaft geraucht wird? Was noch passieren kann Gestaltung: Illustrationen: Volker Sponholz Gefördert durch das Was können Schwangere und ihre Partner tun? Auswirkungen des Rauchens Irrtümer rund ums Rauchen So verändern Sie Ihr Rauchverhalten So erholt sich Ihr Körper nach der letzten Zigarette

3 Was passiert, wenn in der Schwangerschaft geraucht wird? Das Kind raucht mit, wenn die Mutter in der Schwangerschaft raucht. Über die Nabelschnur gelangen Nikotin und andere schädliche Stoffe zum ungeborenen Kind. Bei jeder Zigarette wird das Kind schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dies gilt auch, wenn andere im Beisein einer Schwangeren rauchen. Jede Zigarette weniger tut Ihrem Baby gut! Was können Schwangere und ihre Partner tun? Am besten wäre es, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören. Aber so wenig wie möglich zu rauchen ist auch ein guter Erfolg. Auch der Vater trägt Verantwortung für das ungeborene Kind: Vielleicht hört er auch gleich mit auf. Gut wäre es mindestens, wenn er nicht in Ihrer Gegenwart raucht. Machen Sie Wohnung und Auto zu rauchfreien Bereichen. Auswirkungen des Rauchens Schwangerschaft: Geburt: Baby-/Kleinkindalter: Schulzeit: Fehlgeburten, Frühgeburten, Mangelversorgung, Schwangerschaftsdiabetes, Verkalkung der Plazenta Zu leichtes Neugeborenes, Atemprobleme der Babys, schwierige Geburt, Totgeburt Häufige Krankheiten, plötzlicher Kindstod Lern- und Gedächtnisprobleme Was noch passieren kann Durch das Rauchen der Mutter in der Schwangerschaft erhöht sich das Risiko für eine Fehlgeburt. Außerdem kommen Kinder häufiger zu früh und zu leicht auf die Welt, wenn sie in der Schwangerschaft Rauch ausgesetzt waren. Dies kann ihre gesunde Entwicklung bis ins Schulalter beeinträchtigen. Nach der Geburt erkranken diese Kinder häufiger an schweren Krankheiten wie Lungenentzündung, Bronchitis, Asthma oder an chronischen Mittelohrentzündungen.

4 Irrtümer rund ums Rauchen In der Schwangerschaft sollte man das Rauchen langsam aufgeben und nicht sofort aufhören. Sie haben dadurch nur Stress, und das Kind bekommt Entzugserscheinungen. Jede Zigarette ist Stress für das Baby, weil es schlechter versorgt wird. Auch wenn das Aufhören für Sie erst einmal vielleicht nicht nur angenehm ist: Jede Zigarette, die Sie nicht rauchen, kommt Ihnen und Ihrem Kind zugute. Die Vorteile überwiegen klar. Rauchen macht die Entbindung leichter, weil das Baby ein geringeres Geburtsgewicht hat. Rauchen führt keinesfalls zu einer schnelleren und leichteren Geburt. Es treten sogar gehäuft Komplikationen während der Geburt auf. Außerdem haben Neugeborene häufiger Atemprobleme. Es lohnt sich nicht mehr, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn man bereits im achten Schwangerschaftsmonat ist. Es schadet dem Kind nicht, wenn man nur wenige Zigaretten raucht. Ihr Kind atmet auf, wenn Sie das Rauchen aufgeben in jedem Schwangerschaftsmonat. Jede Zigarette schadet dem Kind. Die Auswirkungen werden allerdings größer, je mehr die Mutter raucht. Passivrauchen stellt nur ein geringes Risiko für das Kind dar. Auch wenn Ihr Partner in Ihrer Gegenwart raucht und nicht Sie selbst, wird die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigt.

5 So verändern Sie Ihr Rauchverhalten Sie haben sich entschlossen, weniger oder nicht mehr zu rauchen wunderbar! Je weniger Zigaretten Sie rauchen, desto besser für Ihr Kind. Wenn Sie das Rauchen aufgeben oder einschränken, können Entzugserscheinungen auftreten. Diese sind Anzeichen dafür, dass Ihr Körper sich erholt ganz normal. Und sie gehen meistens nach ein bis zwei Wochen vorbei. Früher oder später werden Sie wahrscheinlich unbedingt eine Zigarette rauchen wollen. Hier geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie erfolgreich damit umgehen können. Starkes Verlangen nach einer Zigarette so bewältigen Sie es: Verschieben Sie das Rauchen um ein paar Minuten, schon nach fünf Minuten ist das Verlangen nach einer Zigarette oft vorbei. Lenken Sie sich ab: Gehen Sie an die frische Luft, putzen Sie Zähne oder essen Sie einen Apfel. Trinken Sie langsam und in kleinen Schlucken ein Glas Wasser. Was hilft gegen Entzugserscheinungen? Nervosität und Reizbarkeit Sorgen Sie für ausreichend Schlaf; erinnern Sie andere daran, dass Sie sich gerade das Rauchen abgewöhnen; legen Sie eine Pause ein oder wechseln Sie den Raum. Konzentrationsschwierigkeiten Gehen Sie kurz an die frische Luft, trinken Sie ausreichend (Wasser, Tee, verdünnte Säfte). Verstopfung Stellen Sie sich morgens einen Obstteller zurecht, trinken Sie Ihrem Durstgefühl entsprechend Wasser oder Tee (keinen Kaffee) und sorgen Sie für Bewegung. Kopfschmerzen Frische Luft und Pfefferminzöl können hilfreich sein. Verschaffen Sie sich kleine Ruhepausen im Alltag. So erholt sich Ihr Körper nach der letzten Zigarette: 20 Minuten Blutdruck, Herzschlag und Temperatur sind wieder ähnlich wie bei Nichtrauchern. 8 Stunden Der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht sich. Nach einem Tag Die Lunge erholt sich, Sie sind bereits leistungsfähiger und weniger kurzatmig. Nach zwei Tagen Der eingeschränkte Geschmacks- und Geruchssinn verbessert sich. Nach drei Tagen Sie können wieder deutlich besser atmen. Ihr Körper reinigt durch Husten die Atemwege. Belohnen Sie sich für erreichte Ziele Sie haben einen Tag nicht geraucht, drei Tage lang viel weniger geraucht als zuvor oder es geschafft, dass in der letzten Woche niemand mehr in Ihrer Wohnung geraucht hat? Herzlichen Glückwunsch! Sie können stolz darauf sein, dass Sie ein (Zwischen-) Ziel erreicht haben. Belohnen Sie sich ruhig dafür, z.b. mit dem Geld, das Sie durch die nicht gerauchten Zigaretten eingespart haben. Oder mit einer angenehmen gemeinsamen Aktivität. Sie haben es sich verdient!

6 Nichtrauchen. Tief durchatmen Nach der Geburt

7 Während der Schwangerschaft schaffen es Frauen oft, mit dem Rauchen aufzuhören. Nach der Geburt des Babys fangen viele Mütter jedoch innerhalb eines Jahres wieder mit dem Rauchen an. Das Beste für ein Baby ist es, wenn es in einer rauchfreien Umgebung aufwächst. Ihre Hebamme unterstützt Sie gerne dabei, weniger oder gar nicht mehr zu rauchen. IFT-NORD Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung ggmbh Harmsstraße 2, Kiel, Telefon: In Kooperation mit dem Inhalt Wenn im Haushalt geraucht wird Ein Baby verträgt keinen Rauch Gestaltung: Illustrationen: Volker Sponholz Gefördert durch das Wie kann man Kinder vor Passivrauchen schützen? Plötzlicher Kindstod Was können Eltern tun? Rauchen in der Stillzeit? Empfehlungen von Experten

8 Wenn im Haushalt geraucht wird Ein Baby verträgt keinen Rauch Ein Kind, das sich in einem verqualmten Raum aufhält, atmet viele gefährliche Giftstoffe ein. Babys sind besonders empfindlich, sodass ihre Lungen schwer geschädigt werden können. Nach einer Stunde hat das Baby so viele Giftstoffe aufgenommen, als wenn es selbst eine Zigarette geraucht hätte. Ein Baby, das Tabakqualm ausgesetzt ist, ist häufiger krank. Es leidet öfter an schweren Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündung, Bronchitis oder Asthma. Auch eine chronische Mittelohrentzündung kann auftreten, weil die Abwehrkräfte des Babys durch das Mitrauchen geschwächt sind. Sie können Ihr Kind vor Tabakrauch schützen! Wichtig: Lassen Sie Zigaretten niemals in der Reichweite von Kindern liegen. Schon eine verschluckte Zigarette kann für ein Baby oder Kleinkind tödlich sein. Wie kann man Kinder vor Passivrauchen schützen? Rauchen Sie nicht in der Nähe Ihres Babys. Bitten Sie auch Freunde und Bekannte darum, nicht im Beisein Ihres Babys zu rauchen. Machen Sie die Wohnung zu einem rauchfreien Bereich. Rauchen sollte nur draußen erlaubt sein.»» Autos sollten rauchfrei sein. Im verrauchten Auto sammeln sich besonders viele Giftstoffe und Nikotin aus den Zigaretten an.

9 Plötzlicher Kindstod Rauchen in der Stillzeit? Im ersten Lebensjahr kommt es vor, dass Säuglinge plötzlich und ohne erkennbare Ursache sterben: Das ist der so genannte plötzliche Kindstod. Wenn Eltern rauchen und mit dem Kind in einem Bett schlafen, steigt das Risiko für den plötzlichen Kindstod deutlich an. Ein großer Teil der plötzlichen Todesfälle von Säuglingen im ersten Lebensjahr kann verhindert werden, indem Eltern für die richtige Schlafumgebung sorgen. Was können Eltern tun? Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen auf den Rücken, dies ist die sicherste Schlafposition. Schützen Sie das Baby vor Überwärmung, C im Schlafzimmer sind ausreichend. Ihr Kind schläft am sichersten im Schlafsack im eigenen Bett im Eltern- Schlafzimmer. Bei großer Hitze im Sommer genügt ein Body oder ein Schlafanzug zum Schlafen. Ins Bett des Säuglings gehören keine Felle, Mützen, Kissen oder Decken, die es sich über den Kopf ziehen könnte. Im Schlafzimmer wird nicht geraucht, das gilt auch für den Partner. Stillen Sie Ihr Baby in den ersten sechs Lebensmonaten. Stillen ist für die gesunde Entwicklung des Babys sehr wichtig. Das gilt auch für Frauen, die rauchen: Auch rauchende Mütter können durch das Stillen ihrem Baby Gutes tun (und sich selbst auch, schließlich ist Stillen für die meisten Frauen eine angenehme Erfahrung mit ihrem Kind). Durch das Rauchen gelangen allerdings Giftstoffe aus der Zigarette in die Muttermilch. Die Konzentration von Nikotin ist in der Milch sogar höher als im Blut der Mutter. Deshalb sollten ein paar Hinweise befolgt werden, damit die Auswirkungen so gering wie möglich gehalten werden (s. unten). Die Vorteile des Stillens überwiegen! Empfehlungen von Experten: Ideal ist es, während der Stillzeit nicht zu rauchen. Wenn geraucht wird, dann: So wenig wie möglich rauchen. Nicht in der Nähe des Babys rauchen. Vor dem Stillen mindestens eine Stunde nicht rauchen, besser direkt nach dem Stillen. So sind zum Zeitpunkt des nächsten Stillens weniger Giftstoffe und Nikotin in der Muttermilch enthalten. Nach dem Rauchen die Hände waschen.

10 So verändern Sie Ihr Rauchverhalten Sie haben sich entschlossen, weniger oder nicht mehr zu rauchen wunderbar! Je weniger Zigaretten Sie rauchen, desto besser für Ihr Kind. Wenn Sie das Rauchen aufgeben oder einschränken, können Entzugserscheinungen auftreten. Diese sind Anzeichen dafür, dass Ihr Körper sich erholt ganz normal. Und sie gehen meistens nach ein bis zwei Wochen vorbei. Früher oder später werden Sie wahrscheinlich unbedingt eine Zigarette rauchen wollen. Hier geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie erfolgreich damit umgehen können. Starkes Verlangen nach einer Zigarette so bewältigen Sie es: Verschieben Sie das Rauchen um ein paar Minuten, schon nach fünf Minuten ist das Verlangen nach einer Zigarette oft vorbei. Lenken Sie sich ab: Gehen Sie an die frische Luft, putzen Sie Zähne oder essen Sie einen Apfel. Trinken Sie langsam und in kleinen Schlucken ein Glas Wasser. Was hilft gegen Entzugserscheinungen? Nervosität und Reizbarkeit Sorgen Sie für ausreichend Schlaf; erinnern Sie andere daran, dass Sie sich gerade das Rauchen abgewöhnen; legen Sie eine Pause ein oder wechseln Sie den Raum. Konzentrationsschwierigkeiten Gehen Sie kurz an die frische Luft, trinken Sie ausreichend (Wasser, Tee, verdünnte Säfte). Verstopfung Stellen Sie sich morgens einen Obstteller zurecht, trinken Sie Ihrem Durstgefühl entsprechend Wasser oder Tee (keinen Kaffee) und sorgen Sie für Bewegung. Kopfschmerzen Frische Luft und Pfefferminzöl können hilfreich sein. Verschaffen Sie sich kleine Ruhepausen im Alltag. So erholt sich Ihr Körper nach der letzten Zigarette: 20 Minuten Blutdruck, Herzschlag und Temperatur sind wieder ähnlich wie bei Nichtrauchern. 8 Stunden Der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht sich. Nach einem Tag Die Lunge erholt sich, Sie sind bereits leistungsfähiger und weniger kurzatmig. Nach zwei Tagen Der eingeschränkte Geschmacks- und Geruchssinn verbessert sich. Nach drei Tagen Sie können wieder deutlich besser atmen. Ihr Körper reinigt durch Husten die Atemwege. Belohnen Sie sich für erreichte Ziele Sie haben einen Tag nicht geraucht, drei Tage lang viel weniger geraucht als zuvor oder es geschafft, dass in der letzten Woche niemand mehr in Ihrer Wohnung geraucht hat? Herzlichen Glückwunsch! Sie können stolz darauf sein, dass Sie ein (Zwischen-) Ziel erreicht haben. Belohnen Sie sich ruhig dafür, z.b. mit dem Geld, das Sie durch die nicht gerauchten Zigaretten eingespart haben. Oder mit einer angenehmen gemeinsamen Aktivität. Sie haben es sich verdient!

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