Krankheitsbilder Asthma - Kinder mit Asthma bronchiale in der Schule 1. Zum Krankheitsbild

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1 Krankheitsbilder Asthma - Kinder mit Asthma bronchiale in der Schule Die folgenden Hinweise geben Ihnen als Lehrerin und Lehrer Hilfen für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale in der Schule, im Schulsport, bei Wandertagen, Klassenausflügen und sonstigen schulischen Veranstaltungen. Inhalt 1. Zum Krankheitsbild 2. Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale im Schulalltag 3. Hinweise für die Teilnahme am Sportunterricht, an Klassenausflügen, Wandertagen und sonstigen schulischen Veranstaltungen 4. Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale in der Klassengemeinschaft 5. Weitere Informationen 6. Rechtliche Aspekte 1. Zum Krankheitsbild Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung und Überempfindlichkeit der Luftwege, die in jedem Lebensalter auftreten kann. Die Symptome sind Atemnot, Husten und Kurzatmigkeit. Oft sind es mehrere Faktoren, die einen Asthmaanfall auslösen. Regelmäßige Medikamenteneinnahme, Überprüfung der Atemfunktionen und Führen eines Asthmatagebuches gehören für einen Asthmapatienten zum täglichen Leben. 2. Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale im Schulalltag Schülerinnen und Schüler mit Asthma sind grundsätzlich in jeder Hinsicht, d.h. körperlich, geistig, emotional und sozial voll leistungsfähig und belastbar. Wenn Sie als Lehrkraft von der Erkrankung des Kindes wissen, sollten Sie sich um einen möglichst normalen Umgang mit dem Kind bemühen. Sonderrollen, Ausnahmeregelungen, Ausschluss von bestimmten Tätigkeiten oder andere Beschränkungen sind grundsätzlich nicht erforderlich.

2 - 2 - Wichtig ist, dass eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ihnen, Ihrem Schüler / Ihrer Schülerin, dessen / deren Eltern und den behandelnden Ärzten besteht. Grundkenntnisse über die Krankheit helfen Ihnen, auf unvorhergesehene Situationen angemessen reagieren zu können. Daher sollten Sie über Folgendes informiert sein: Auslöser können Allergene (Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare ), Psyche (Angst, Freude, Stress ) oder unspezifische Reize (Anstrengung, Kälte, Rauchen ) sein. Meist sind es mehrere Faktoren, die den Anfall auslösen. Das Leben mit Asthma, die Bewältigung und die Verarbeitung dieser chronischen Krankheit bedeuten für die Kinder und Jugendlichen zunächst eine große Anpassungsleistung. Je nach Alter, Lebenssituation und Entwicklungsphase können Akzeptanzprobleme auftreten. Regelmäßige Eintragungen in ein Asthmatagebuch, Peak Flow messen und richtiges Inhalieren erfordern von den betroffenen Kindern und Jugendlichen ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Asthmakranke Schülerinnen und Schüler haben ein Dauermedikament zu Hause und ein Notfallspray, das sie immer dabei haben müssen. Das Notfallspray muss richtig inhaliert werden: schütteln, ausatmen, sprühen und gleichzeitig einatmen, Luft zehn Sekunden anhalten, ausatmen; eine Minute warten und den gesamten Vorgang wiederholen. Bei der Inhalation ist eine Vorschaltkammer hilfreich, damit der Wirkstoff in die Bronchien gelangen kann. Atemerleichternde Stellungen und Lippenbremse: Bei Atemnot kann man verschiedene Körperhaltungen einnehmen und die Lippenbremse einsetzen. Bei der Lippenbremse lässt man die eingeatmete Luft bei halb geschlossenen Lippen langsam durch den Mund ausströmen. Der Kutschersitz

3 - 3 - Die Torwarthaltung Abstützen der Arme Angelehnt an eine Wand

4 - 4 - Die Lippenbremse Mit freundlicher Genehmigung durch: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Berlin Schüler Asthma Notfallplan

5 - 5 - aus : Das chronisch kranke Kind im Schulsport, Ministerium für Bildung und Frauen des Landes SH, Seiten 19 und Hinweise für die Teilnahme am Sportunterricht, an Klassenausflügen, Wandertagen und sonstigen schulischen Veranstaltungen Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale sollen selbstverständlich an jeglichen Schulsportveranstaltungen teilnehmen. Das gleiche gilt auch für die Pausenspiele oder für freiwillige Schülersportgemeinschaften. Es ist nicht notwendig, den Unterricht speziell auszurichten. Die Sportlehrerinnen und Sportlehrer müssen sich jedoch darüber im Klaren sein, dass Symptome von Atemnot, die den Betroffenen oder ihnen auffallen, beachtet und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen aufgefangen werden müssen. Schülerinnen und Schülern mit Asthma sollte es generell erlaubt sein, die sportliche Belastung zu unterbrechen, wenn sie selbst es für erforderlich halten. Es muss ihnen

6 - 6 - auch gestattet sein, jederzeit während des Sports zu pausieren. Es ist nicht grundsätzlich erforderlich, an die sportlichen Leistungen andere Maßstäbe anzulegen bzw. niedrigere Leistungsanforderungen zu stellen. Kinder mit Asthma sollten möglichst nicht mit einem ärztlichen Attest vom Sport befreit werden, sondern im Rahmen Ihrer Möglichkeiten teilnehmen, u. a. um die Verringerung der körperlichen Leistungsfähigkeit oder das Entstehen von Übergewicht und die damit verbundenen nachteiligen Auswirkungen zu verhindern. Wandertage, Klassenausflüge und sonstige schulische Veranstaltungen sind Ausnahmen vom schulischen Alltag und können für Schülerinnen und Schüler mit Asthma, je nach Zustand des Kindes, eine besondere Vorbereitung erfordern. Es ist deshalb notwendig, den Betroffenen und/oder deren Eltern möglichst frühzeitig Einzelheiten über die geplanten Aktionen mitzuteilen. Insbesondere sollten die Familien Kenntnis haben über die Dauer und Intensität der damit verbundenen körperlichen Belastung (z.b. leichter Spaziergang oder anstrengendes Wandern). Die Mitnahme der Medikamente in ausreichender Menge und ggf. einer Inhalierhilfe ist wichtig. Am Reisezielort sollte die Anschrift des nächsten Arztes oder der nächstgelegenen Notfallaufnahme bekannt sein. Grundsätzlich können Kinder und Jugendliche mit Asthma alle Veranstaltungen mitmachen. Selbstverständlich sind auch mehrtägige Klassenfahrten möglich, bedürfen jedoch je nach Alter und Selbständigkeit unterschiedlich umfangreicher Vorbereitungen und Absprachen. 4. Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale in der Klassengemeinschaft Auch wenn Schülerinnen und Schüler mit Asthma nach außen hin ein weitgehend unbeschwertes Leben führen, darf nicht darüber hinweg gesehen werden, dass diese chronische Krankheit das Leben des Kindes verändert. Die Auseinandersetzung mit der Krankheit bedeutet immer wieder eine psychosoziale Belastung. Diese Belastung ist je nach Lebensalter, Entwicklungsphase und familiärem Hintergrund unterschiedlich. Die Integration und Anerkennung innerhalb des Klassenverbandes erleichtern es dem Kind, seine Krankheit zu akzeptieren. Die Benutzung des Notfallsprays kann

7 - 7 - auch im Klassenzimmer erforderlich sein, ist aber nicht selten Anlass für Kommentare. Witzeleien und das Ausschließen von gemeinsamen Aktionen wirken besonders verletzend. In diesem Punkt ist pädagogisches Einwirken auf die Mitschülerinnen und Mitschüler dringend notwendig, damit Betroffene nicht in eine Außenseiterrolle gedrängt werden, sondern Selbstbewusstsein entwickeln und ihre Identität finden können. 5. Weitere Informationen In aller Regel haben Kinder und Familien gute, für medizinische Laien verständliche Unterlagen und Bücher. Diese sind auch für Sie als Lehrkraft zur schnellen und gründlichen Information geeignet. Sprechen Sie die Betroffenen oder die Familie darauf an. Sollten Ihnen die Informationen von den Betroffenen und deren Eltern nicht genügen, fragen Sie den schulärztlichen Dienst in den örtlichen Gesundheitsämtern. Außerdem sind die betreuenden Kinder- und Fachärzte und die weiteren Mitarbeiter der Asthmaschulungen nach einer Schweigepflichtentbindung (durch die Eltern) gerne bereit, Ihnen zusätzliche Informationen zu geben und Ihnen weiterzuhelfen. Sonstige Hilfen: 1. IQSH Abrufveranstaltung Chronische Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen 2. Broschüren wie z.b.: Chronische Erkrankungen als Problem und Thema in Schule und Unterricht, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Weitere Informationsbroschüren halten auch die meisten Krankenkassen vor. 3. Asthmaschulungen über 4. Deutscher Allergie- und Asthmabund e.v. 5. Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma e.v. 6. Elternratgeber-Gesellschaft Pädiatrische Allergie und Umwelt ER_2011_3-11.pdf

8 Rechtliche Aspekte Wichtig für Sie als Lehrkraft ist es zu wissen, dass Sie nicht verpflichtet sind, medizinische Maßnahmen vorzunehmen, dieses jedoch auf freiwilliger Basis machen können. Dazu ist es empfehlenswert, eine schriftliche privatrechtliche Vereinbarung mit den Eltern im Falle der Übernahme medizinischer Hilfsmaßnahmen abzuschließen. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link:

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