Wie schliessen wir die Stromversorgungslücke?

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1 Der Biomasse-Prozess Wie schliessen wir die Stromversorgungslücke? Ansätze Ideen Diskussionen

2 Fakten Die Schweiz importiert aktuell mehr Strom aus dem Ausland, als sie exportiert. Mittel-bis längerfristig ist mit einer Stromlücke zu rechnen (kritisch vor allem: Winterhalbjahr) Die ältesten Kernkraftwerke müssen voraussichtlich in den nächsten Jahren vom Netz genommen werden (altersbedingt, ev. auch aus politischen Gründen). Die neuen erneuerbaren Energien werden die Kapazität der Kernkraftwerke in den nächsten Jahren nicht abdecken können. Strom kann nicht in grossen Mengen gespeichert werden, sondern muss immer verfügbar sein, wenn der Verbraucher Strom benötigt.

3 Lösungsansatz 1 Energieeffizienz Die Verbraucher setzen vermehrt Geräte ein, welche wenig Strom benötigen und eine hohe Energieeffizienz aufweisen. Stromfresser werden gegen neue Apparaturen eingetauscht oder ersetzt! Wichtig: Die Gesellschaft und somit jeder Einzelne sowie auch der Staat müssen ihre Denkhaltung und Verhaltensweisen über-prüfen/ändern, denn sie fällen Kaufentscheide (z. B. aufgrund der Energieetikette) bzw. tätigen Investitionen und entscheiden über Rahmenbedingungen (steuerliche und andere Anreize für mehr Energieeffizienz oder Verbote veralteter Technologien, Bsp. Glühlampen). Stromsparen bildet die Basis für den Kampf gegen die Stromversorgungslücke!

4 Lösungsansatz 2 Neue erneuerbare Energien Zu den neuen erneuerbaren Energien gehören Kleinwasserkraft, Biogas, feste Biomasse (Holz), Geothermie, Windkraft und Photovoltaik.

5 Lösungsansatz 2a Beispiel Geothermie Die Technik verspricht zukünftig (ca. 2050) eine hohe Stromproduktion (17 TWh) pro Jahr. Leider ist das noch Theorie, denn die Technologie ist noch nicht gesichert und steckt noch in den Kinderschuhen! Voraussetzung für eine reelle Einführung ist die problemlose Laufzeit eines Prototypkraftwerkes während eines Jahres! Achtung: Der Preis (Gestehungskosten) pro kwh Strom beträgt bei dieser Technologie zwischen 15 und 32 Rp (aktueller Marktpreis: 8 Rp.).

6 Lösungsansatz 2b Beispiel Photovoltaik Erkannt wurde das Phänomen der Photovoltaik bereits Heute werden die Anlagen mit grossem Erfolg als Stromerzeuger bei Einfamilienhäusern oder bei Kleinanlagen (Taschenrechner, Windmessanlagen, Parkuhren etc.) eingesetzt eingesetzt. Die grossen Probleme sind hierbei die nicht stetig verfügbare Leistung (wetterabhängig) und der aktuell noch niedrige Wirkungsgrad der Solarzellen.

7 Lösungsansatz 3 Import Was wir nicht selber können, das kaufen wir doch einfach ein! Was so einfach tönt, präsentiert sich weit schwieriger. Die Abnahmeverträge mit Frankreich laufen ab 2016 schrittweise aus. Neue Leistungs-kapazitäten werden nicht mehr einfach verkauft, sondern zwischen den Ländern versteigert. So kann man nicht mehr sichergehen, genügend Strom aus dem Ausland beziehen zu können! Und übrigens: Nicht nur die Schweiz steht vor einer Versorgungslücke auch die anderen Ländern müssen diese Herausforderung meistern!

8 Lösungsansatz 4 Grosstechnische Anlagen Unter grosstechnischen Anlagen versteht man die folgenden Technologien: Kernkraftwerke Grosswasserkraftwerke Gas-Kombikraftwerke Kohlekraftwerke

9 Lösungsansatz 4a Gas-Kombikraftwert Gas-Kombikraftwerke haben einen hohen Wirkungsgrad und weisen niedrige Investitionskosten und Entstehungszeiten auf (5 7 Jahre). Die Abhängigkeit vom Ausland (Gaslieferung) ist jedoch ein Problem, wie auch der hohe CO 2 -Ausstoss, was die Klimaverträglichkeit dieser Anlage stark beeinträchtigt.

10 Lösungsansatz 4b Grosswasserkraftwerke Knapp 60 % des Schweizer Stroms werden mit Grosswasserkraftwerken hergestellt. Neue Orte zu finden, wo neue Kraftwerke sinnvoll sind, ist sehr schwierig es gilt, Nutzen und Beeinträchtigungen gegeneinander abzuwägen (zusätzliche Kraftwerke versus Landschafts-/ Gewässerschutz). Der Ausbau und die Optimierung der bestehenden Anlagen stehen also im Vordergrund.

11 Lösungsansatz 4c Kernenergie Mit Kernkraftwerken ist die Produktion von kontinuierlich verfügbarem Strom am besten gewährleistet. Relativ günstiger Strom, auf kleiner Grundfläche, und das praktisch ohne CO 2 -Ausstoss. Problem: Lagerung der radioaktiven Abfälle (bis zu Jahren) und die Akzeptanz in der Bevölkerung und der Politik (insbesondere seit Fukushima). Des Weiteren kann diese Produktionsform dem Wunsch nach Erneuerbarkeit nicht gerecht werden.

12 Charakterkarten 02a / Erneuerbare Energien

13 Charakterkarten Vertreter eines Stromversorgungsunternehmens Steht für einen Neubau von Grosskraftwerken ein (wie z. B. Gas- Kombikraftwerken) Verlangt von der Bevölkerung ebenfalls eine veränderte Denkhaltung in Bezug auf den Stromverbrauch.

14 Charakterkarten Vertreter der Grünen Partei Schweiz Möchte den baldmöglichsten Ausstieg aus der Kernenergie. Fordert die Weiterentwicklung und Förderung der neuen erneuerbaren Energien. Hat die Vision: Jedes Haus hat sein eigenes Kraftwerk.

15 Charakterkarten Familie Müller (4 Personen) Bewohnt ein Einfamilienhaus im Kanton Aargau (Leuggern AG) mit Ölheizung. Möchte keine zu hohen Strompreise. Der Ehemann arbeitet als kaufmännischer Angestellter auf der Gemeinde.

16 Charakterkarten Journalist Möchte möglichst neutral zur Situation Stellung nehmen. Ist jedoch vor allem gegenüber den Stromerzeugern eher kritisch und fordert nachhaltige Lösungen (neue erneuerbare Energien). Muss Schlagzeilen liefern, damit die Zeitung verkauft und gelesen wird (pointierte Titel und Aussagen).

17 Charakterkarten Jugendliche der 3. Oberstufe Die Bedürfnisse und Einstellung können hier selber definiert werden:

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