Mein erster Ironman - Frankfurt

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1 Mein erster Ironman - Frankfurt Nach meiner 10 monatigen Vorbereitungszeit sollte es am um 7 Uhr nun endlich losgehen. Auf dem Programm standen 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Der Tag begann mitten in der Nacht mit dem Klingeln des Weckers um 3:30 Uhr. Ich frühstückte 3 Baguettebrötchen mit Honig und Marmelade um die letzten Kohlenhydratdepots noch einmal zu füllen. Dann ging es pünktlich um 4:00 Uhr mit meiner Freundin Julia (die mich netterweise chauffierte ) und meinem Kumpel Jan (der mich während der Fahrt etwas ablenkte ) auf nach Frankfurt. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch relativ entspannt. Dies sollte sich nach der Ankunft am Langener Waldsee und beim Anblick der vielen Athleten jedoch schlagartig ändern. Wir parkten das Auto und machten uns auf den Weg zur Wechselzone 1, wo ich die letzten Vorbereitungen am Rad vornahm Luft aufpumpen, Verpflegung anbringen usw. Danach zog ich mir außerhalb, bei meinen Begleitern, meinen Neoprenanzug an, um mich anschließend allein auf den Weg hinunter zum See zu begeben. Schwimmstart mit über 2000 Athleten Vor dem Schwimmstart Schwimmstart Am Ausgang der Wechselzone 1 in Richtung Schwimmstart erschrak ich etwas, als ich die große Masse an Athleten sah, die dicht gedrängt in Richtung Wasser liefen. Ich lief im Strom mit, schwamm mich kurz ein und reihte mich mittig etwa in der 3. Reihe ein. Trotz der vielen Leute im Wasser hatte ich um mich herum verhältnismäßig viel Platz und das befürchtete Gerangel im Wasser blieb Gott sei Dank aus. Davor hatte ich am meisten Respekt mit über 2000 Athleten ins Wasser zu müssen. Nun fiel der Startschuss und es konnte endlich losgehen.

2 Ich fand von Anfang an in meinen Rhythmus, konnte mich allerdings nicht wie geplant in den Wasserschatten eines anderen Athleten hängen, da ich niemanden fand, der in meiner Linie schwamm. Alle schwammen kreuz und quer und so entschied ich mich, zwar alleine aber auf meiner für mich am besten geeigneten Linie zu schwimmen. Nach genau 1:00:00 h stieg ich aus dem Wasser und rannte durch den tiefen Sand den steilen Weg zur Wechselzone 1 hoch. Dort angekommen zog ich den Neo aus und aufgrund der tiefen Temperaturen (es hatte nur 12 C) ein Radtrikot sowie eine Windweste über. Das hat mich zwar etwas an Zeit gekostet, aber die Gefahr und die Angst davor, unterkühlt das Rennen vorzeitig beenden zu müssen, war mir zu groß. Radfahren Gleich zu Beginn des Radparts hat es dann auch noch angefangen zu regnen, was mich allerdings nicht mehr wirklich schocken konnte. Auch hier fand ich sehr schnell meinen Rhythmus und spürte, dass ich an diesem Morgen sehr gute Beine hatte. Auf den ersten Kilometern in Richtung Frankfurt lief es wie von selbst, jedoch etwas unspektakulär und ohne große Zuschauermassen (lag wohl an der zweispurigen Bundesstrasse). Das änderte sich dann jedoch recht schnell, denn an der Strecke durch Frankfurt mehrten sich die Zuschauer trotz des schlechten Wetters. Die Straßenverhältnisse in diesem Abschnitt erforderten jedoch höchste Aufmerksamkeit und Vorsicht. Es war teils sehr glatter Asphalt der zusätzlich gespickt war mit Schlaglöchern, abgesenkten Gullideckeln sowie Spurrinnen in der Fahrbahn. Das alles in Verbindung mit Regen war für viele Athleten, so auch für mich, eine gefährliche Mischung, was sich gegen Ende der ersten Radrunde noch herausstellen sollte. Die Stimmung an den bekannten Punkten wie etwa The Beast, The Hell, Hühnerberg und Heartbreak Hill war in der ersten Radrunde bei ungemütlichem Wetter (wem kann man es verdenken) noch nicht so toll. Ich habe aber trotzdem nie den Spaß und die Konzentration auf mein Ziel, eine Radzeit von unter 5h zu fahren, aus den Augen verloren und habe dem Wetter getrotzt. Am entferntesten Punkt Frankfurt s (in Bad Nauheim) angekommen, bemerkte ich erstmals, wie stark der Wind von nun an von vorn über weite Stücke der Strecke bis zurück nach Frankfurt wehte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch einen Radschnitt auf dem Tacho von genau 38km/h, was mich beruhigte. In Frankfurt angekommen war er allerdings schon auf 36,6km/h abgesunken. Als mir dann noch in einer 90 Grad Rechtskurve, in der ich wirklich langsam fuhr, einfach das Vorderrad wegrutschte und ich Bekanntschaft mit dem Asphalt machte (ich rutschte auf dem Boden wie auf Schmierseife entlang), war ich dann doch etwas gefrustet. Nachdem ich so schnell wie noch nie aufgestanden, einen Zuschauer der meinte deine Kette ist abgerissen weggeschickt und die heruntergesprungene Kette wieder aufgelegt hatte ging es mit den Worten eines Zuschauers Lass dir doch durch so einen Sturz nicht die Laune verderben mit etwas Adrenalin geladen weiter. Auf dem Rad habe ich zunächst erst einmal nachgeschaut, ob ich irgendetwas abbekommen hatte, was zum guten Glück, bis auf ein paar kleinere Schürfwunden, nicht der Fall war. Es sollte mich also im weiteren Rennverlauf nichts behindern. Kurz darauf fuhr ich das erste Mal an der Wechselzone 2 vorbei und machte mich, angetrieben von lautstarken Anfeuerungsrufen meiner Begleiter, auf die zweite Radrunde. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, teils sogar weit angereisten, Freunden und den Vereinskameraden vom TV Forst Triathlon für die superklasse Anfeuerung an den Strecken bedanken.

3 Ihr habt mir mit euren Zurufen, extra angefertigten Bannern und dem kleinen Megaphon (gell Axel ) immer wieder die notwendige Motivation gegeben und oft sogar ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Auf der zweiten Radrunde versuchte ich nun wieder ordentlich Druck zu machen, was mir auch gelang - ich konnte den Schnitt von 36,6km/h bis Bad Nauheim halten. Dies lag mitunter auch daran, dass es eine Zeit lang aufhörte zu regnen und die Strecke teilweise abgetrocknet war. Die letzten 30km nach Frankfurt sollte es jedoch noch kraftraubender und zermürbender werden als zuvor. Denn wie bereits auf der ersten Radrunde herrschte dort starker Gegenwind, nur dass er diesmal noch stärker war als zuvor. Und weil es lange nicht mehr regnete, kam es, wie es kommen musste und es fing wieder an zu regnen. So bin ich dann am Ende der 180km in der Wechselzone 2 mit einer Zeit von 5:02:17 h vom Rad gestiegen. Der Wechsel zum Laufen klappte, Dank der vielen netten Helfer in Frankfurt, reibungslos. Laufen Beim Verlassen des Wechselzeltes hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes ein Grinsen im Gesicht. Die Menschenmassen und stetigen Zurufe der Zuschauer waren einfach der Wahnsinn, genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Wobei man das Gefühl gar nicht beschreiben kann, wenn man an allen Punkten der Laufstrecke seinen Namen, der auf der Startnummer steht, zu hören bekommt und mit allen möglichen Sprüchen angefeuert wird. Das Tempo auf den ersten beiden Runden wollte ich in 4:35-4:40min/km angehen, um dann so etwa bei Kilometer noch etwas aufdrehen zu können. Ich spürte jedoch vom ersten Kilometer an, dass die muskuläre Ermüdung meiner Beine doch schon ganz schön ordentlich war. Deshalb gingen mir bereits zu Beginn Fragen durch den Kopf, wie z.b. Kann ich denn überhaupt noch aufdrehen?, Muss ich nicht eher froh sein, wenn ich bis zum Römer einfach nur konstant durchlaufen kann? Und und und! So lief ich nun also mein Tempo auf den ersten beiden Runden sehr konstant durch und die Frage mit dem Aufdrehen hat sich, aufgrund meiner körperlichen Verfassung, von selbst erledigt. Ich konnte es einfach nicht mehr und so habe ich nur versucht meinen Kilometerschnitt in etwa zu halten. Auf der dritten Laufrunde

4 Dies gelang mir dann auch sehr gut bis zum Ende des Marathons. Es fiel mir zwar über weite Teile der letzten beiden Runden nicht gerade leicht und konnte auch nur durch die ständige Eigenmotivation erreicht werden. Aber genau das sind die Grenzerfahrungen, die einen Ironman von anderen, kürzeren Rennen unterscheidet. Als ich dann von der letzten Runde dem Wegweiser Ziel mit 4 Armbändchen am Arm in Richtung Römerberg folgen durfte war ich überglücklich. Und als mir dann meine Uhr noch anzeigte, dass es eine Zeit von unter 9:30h bleiben sollte, war ich rundum zufrieden und überglücklich. Ich genoss die letzten Meter über den roten Teppich durch die tobende Menge auf den Tribünen in Richtung Ziel einfach nur noch. Das Ziel meinen ersten Ironman zu finishen war in 9:27:49 h mit einem sehr soliden Marathon von 3:19:32 h geglückt. Zieleinlauf am Römer Fazit Meine geplanten Zielzeiten in den Einzeldisziplinen sowie die anvisierte Gesamtzeit von unter 9:30h konnte ich erreichen. Lediglich beim abschließenden Marathon erhoffte ich mir noch die eine oder andere Minute auf der zweiten Hälfte herauslaufen zu können. Hier war geplant den Marathon progressiv zu laufen. Auch wenn dies nicht klappte, kann ich mit diesem Ergebnis sehr gut leben, da ich meinen Laufschnitt ohne großartige Zeiteinbußen zumindest sehr konstant durchgelaufen bin. Alles in allem war es ein sehr guter und trotz des schlechten Wetters sehr schöner Wettkampf, bei dem sich der Lohn der vielen Trainingsstunden nun endlich im Ergebnis widerspiegelte.

5 Denn mit Platz 91 in der Gesamtwertung und Platz 27 in der Altersklassenwertung kann ich bei solch einem großen internationalen Teilnehmerfeld mehr als zufrieden sein, auch wenn es für die Hawaii Quali wegen 9 Minuten nicht reichen sollte. Und weil mir das ganze Projekt Ironman so viel Spaß gemacht hat und unvergessliche Stunden bescherte, würde ich die doch sehr zeitintensive Vorbereitung auf eine Langdistanz jederzeit gerne wieder auf mich nehmen. Denn spätestens der Zieleinlauf entschädigte für all die vielen Trainingseinheiten. Mal sehen bei welcher Langdistanz ich nächstes Jahr an den Start gehen werde. Die Überlegungen hierzu sind in vollem Gang. Ein kleiner Teil meiner treuen Begleiter

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