Schülerfeedback gestalten

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1 Feedback: Konstituierendes Element der Schulentwicklung Leistungen beurteilen Chancen eröffnen 7. Schulleitungssymposium Workshop 5 Schülerfeedback gestalten Dr. Karolin Kuhn (Schulleiterin des Theresia-Gerhardinger- Gymnasiums am Anger, München) Lars Hansen (Schulartbeauftragter Gemeinschaftsschule am IQSH) Schleswig-Holstein. Der echte Norden.

2 Planung 1. Fragen, Erwartungen 2. Inhaltliche Einführung ins Thema 3. Erfahrungen einer Münchener Schule 4. Austausch in der Kleingruppe 5. Ausblick (Plenum)

3 John Hattie: Das Missverständnis zu Feedback: Der Fehler, den ich machte, war, in Feedback etwas zu sehen, was die Lehrpersonen den Lernenden geben. Erst als ich entdeckte, dass Feedback besonders wirksam ist, wenn es der Lehrperson gegeben wird, begann ich, besser zu verstehen.

4

5 Studien Hattie sieht im Geben und Nehmen von Feedback zur Unterstützung individueller Lernprozesse den wirkungsmächtigsten Einflussfaktor überhaupt. In diesem Punkt gibt es im Gegensatz zu vielen anderen Punkten in Hatties Studie keine kontroverse Diskussion. Durch das Hineinversetzen in die Perspektive des Lernenden ergeben sich anspruchsvolle und differenzierte Lernangebote. (Hofer/Steffens)

6 Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen: a. Schülerfeedback als allgemeine Rückmeldung zum Unterricht b. Fokussierte Rückmeldungen zum Unterricht c. Spontane Rückmeldungen d. Onlinegestützte Schülerfeedbackverfahren

7 a. Schülerfeedback als allgemeine Rückmeldung zum Unterricht Wie beim kollegialen Feedback wird hier von den Schüler/innen auf das Lehrerhandeln in Hinsicht auf die damit verbundenen Auswirkungen auf den Unterricht geschaut. Die Items nehmen die Unterrichtsgestaltung in den Blick und bilden damit mehr eine allgemeine Rückmeldung zum Unterricht ab. Das allgemeine Feedback findet nach längeren Zeitabständen (zum Ende des Halbjahres) statt.

8 a. Schülerfeedback als allgemeine Rückmeldung zum Unterricht Vorteile: - es bestehen zahlreiche allgemeine Vorlagen - Auswertung in der Gruppe möglich - fördert die Beziehung zwischen Klasse und Lehrkraft - der L erhält einen Überblick über sein Unterrichtshandeln und seine Lernorganisation - Veränderungsmanagement ist langfristig möglich - guter Einstieg ins Schülerfeedback Nachteile: - viele Items sind notwendig, um präzise Aussagen zu erhalten

9 b. Fokussierte Rückmeldungen zum Unterricht Diese Form der Rückmeldung nimmt einen Aspekt des Lehrerhandelns oder der Unterrichts- und Lernorganisation in den Fokus. Dies kann nach einzelnen Unterrichtsstunden oder nach einer Unterrichtssequenz der Fall sein. Die Anzahl der Items ist mit höchstens 15 überschaubar. Die Auswertung und die Besprechung sollte sehr zeitnah geschehen.

10 b. Fokussierte Rückmeldungen zum Unterricht Vorteile: - nicht besonders aufwändig - Partizipationsmöglichkeit für Schüler/innen - Formative Evaluation ist möglich, so dass Veränderungsprozesse sichtbar werden können ( wie geht es weiter )

11 c. Spontane Rückmeldungen zum Unterricht Auch Kurz- oder Spontanfeedbacks genannt. Sie können schriftlich, mündlich oder auch durch Gesten bzw. Zeichen ausgedrückt werden. (Daumen, Zielscheibe, ) Diese Form des Feedbacks ist sehr vielseitig einsetzbar. Sie muss im Plenum besprochen werden und kann sich auf alle Facetten des Unterrichts beziehen. Problem: nicht anonym

12 c. Onlinegestützte Schülerfeedbackverfahren am Beispiel von LeOniE aus Schleswig-Holstein Vorteile: - einfache Bedienbarkeit - Items stehen zur Verfügung - schnelle Auswertung mit Grafik bietet gute Diskussionsgrundlage - Dateneingabe über das Handy ist möglich sehr attraktiv

13 ZIEL Ziel ist das Verstehen des Lernens Rückmeldung über: Wie haben die Lernenden die Aufgabe verstanden und bearbeitet? Was hat sie interessiert? Welche Unterstützung war förderlich, welche hat geschadet? Dimensionen - Aufgabe - Lernprozess - Selbstregulation

14 Eine Rückmeldung zur Person erfolgt nicht, da diesbezüglich keine positiven Effekte für den zukünftigen Lernprozess entstehen. - Keine Lehrerbewertung!! Das Problem ist dennoch, dass Lehrkräfte Feedback zu ihrem Unterricht als Kritik an ihrer Person wahrnehmen. Dem wird vorgebeugt, indem das Feedback auf der Grundlage des individuellen Lernprozesses formuliert / rückgemeldet wird.

15 Aus der Rückmeldung ergeben sich Überlegungen 1. zur Verbesserung des Lernens auf Seiten des Schülers/der Schülerin 2. zur Verbesserung des Lernarrangements auf Seiten des Lehrers/der Lehrerin Wichtig: Die Schülerinnen und Schüler müssen wahrnehmen, dass Feedback wirksam ist.

16 Weitere Potentiale 1. Feedback führt zur Partizipation und Selbststeuerung. (Demokratiefähigkeit) 2. Feedback und Individualisierung des Lernens bedingen sich gegenseitig. 3. Feedback wird zur Quelle für Schul- und Unterrichtsentwicklung.

17 Definition Feedback bedeutet dass sich zwei oder mehrere Personen in methodisch strukturierten Rückmeldungen und Gesprächen Erfahrungen mit Aufgaben und Lernprozessen mitteilen, um daraus für eine gemeinsame Weiterentwicklung des Lernens, des Lebens und ggf. der schulischen Bedingungen zu lernen. Definition (Bastian)

18 Was soll verstanden werden? Feedback Was wurde verstanden!

19 Literatur Bastian, Johannes (2014): Feedback im Unterricht. Lernen verstehen und eine Dialog über Lernen beginnen. IN: Pädagogik 4/14. S.6-9. Buhren, Claus G. (2015): Schüler-Lehrer-Feedback Formen und Methoden. S IN: Buhren, Claus G. Hg.: Handbuch Feedback in der Schule, Weinheim und Basel 2015.

20 Erfahrungen des Theresia-Gerhardinger-Gymnasiums am Anger aus München Zunächst Ängste und Unsicherheiten bei den KollegInnen Vorstellung: es geht vor allem um Feedback für die Lehrkraft Feststellung: Ja, Feedback für die Lehrkraft ist enthalten, aber es handelt sich noch viel mehr um Feedback für die SchülerInnen. Das Schülerfeedback führt zu einer gemeinsamen Reflexion über Unterricht und Lernen, der gerade für die Schülerinnen sehr fruchtbar werden kann. Die Schülerinnen begannen in der Reflexion, sich gegenseitig Feedback zu geben. Die Schülerinnen fühlen sich äußerst wertgeschätzt; nehmen die Fragebögen sehr ernst; sind immer fair.

21 Erfahrungen des Theresia-Gerhardinger-Gymnasiums am Anger aus München

22 Austausch in der Kleingruppe Wie kann Schülerfeedback angestoßen und aufgebaut werden? Welche Widerstände könnten auftreten? Wie gehen wir damit um? Wie verbindlich ist Schülerfeedback (Schulentwicklungsinstrument)? Wie gehen wir mit den Rückmeldungen / Ergebnissen um?

23 Ausblicke Was nehme ich mit? Was habe ich vor? Feedback an die Workshop-Leitung

24 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

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