Mancur Olson und "Die Logik des kollektiven Handelns"

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1 Geisteswissenschaft Annira Busch Mancur Olson und "Die Logik des kollektiven Handelns" Anwendbarkeit der Olsonschen Theorie auf die deutsche Umweltbewegung und das öffentliche Gut Umweltschutz Studienarbeit

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3 Universität Osnabrück WS 2005/2006 Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Seminar: Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und Europa I Mancur Olson und Die Logik des kollektiven Handelns Anwendbarkeit der Olsonschen Theorie auf die deutsche Umweltbewegung und das öffentliche Gut Umweltschutz Hausarbeit Annira Busch Europäische Studien, 6. Semester Abgabe:

4 Inhaltsverzeichnis Seite 1. Der Umweltschutz ein brisantes, aber erfolgloses Thema? Umwelt und Umweltschutz als öffentliche Güter Theoretische Grundlagen zu Mancur Olson Die Rational-Choice-Theorie Die traditionelle Theorie der Gruppen Olsons Argumentation in Die Logik des kollektiven Handelns und Bedeutungen für den Umweltschutz Kritik an Olsons Argumentation und Bedeutungen für den Umweltschutz Stärkere Berücksichtigung von sozialen Netzwerken in einer Logik kollektiven Handelns : Stephan Panther Begrenzung der Anwendbarkeit einer Logik kollektiven Handelns auf standardisierte Situationen: Karl Homann und Andreas Suchanek Fazit Literaturangaben... 19

5 1. Der Umweltschutz ein brisantes, aber erfolgloses Thema? Das Thema wird seit langem öffentlich diskutiert, in der letzten Zeit gewinnt es immer mehr an Brisanz: Der Umweltschutz. Klimaerwärmung, Ozonloch und Waldsterben gehören mittlerweile fest zum Wortschatz unserer Gesellschaft. Das Umweltbewusstsein der deutschen Bevölkerung ist seit Katastrophen wie Tschernobyl 1986 allgemein gestiegen. 1 In den siebziger Jahren veröffentlichte der Club of Rome erstmals eine Studie zu den Grenzen des Wachstums, die insbesondere auf die Endlichkeit von Ressourcen hinwies. Forscher mahnen seit vielen Jahren, dass ein endloses Ausnutzen des Gutes Umwelt zwangsläufig zu Klimaerwärmung, Umweltkatastrophen und Ernteeinbrüchen und langfristig zur Zerstörung der Erde führen wird. Im Jahr 1992 wurde in Rio de Janeiro erstmals eine UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung abgehalten, an der sich 178 Staaten beteiligten. Seit Rio de Janeiro hat es zwar viele weitere Umwelt-Treffen zwischen den Staats- und Regierungschefs der Welt gegeben, verbindliche Richtlinien sind jedoch vor allem auf internationaler Ebene ein Problem. Der letzte G-8-Gipfel in Japan im Juli 2008 hat wieder einmal keinen entscheidenden Fortschritt in der Klimapolitik erbracht, die USA sträuben sich nach wie vor, bindende internationale Klimaverpflichtungen einzugehen. 2 Der US-amerikanische Nationalökonom Mancur Olson ( ) veröffentlichte 1965 sein Werk The Logic of Collective Action (deutsch: Die Logik des kollektiven Handelns), in dem er nicht nur eine für die Ökonomie, sondern auch für die Soziologie und Politikwissenschaft bedeutende revolutionäre Theorie über das kollektive Handeln von Gruppen und die Bereitstellung von kollektiven Gütern aufstellte. Ausgehend von der Rational-Choice- Theorie beschreibt Olson darin, dass ein gemeinsames Gruppeninteresse von Individuen keineswegs garantiert, dass dieses Interesse auch realisiert wird: Außer wenn die Zahl der Individuen in einer Gruppe ziemlich klein ist oder Zwang oder irgendein anderes spezielles Mittel angewendet werden kann, um die Einzelnen zu bewegen, in ihrem gemeinsamen Interesse zu handeln, werden rationale, im Eigeninteresse handelnde Individuen tatsächlich nicht so handeln, dass ihr gemeinsames oder Gruppeninteresse verwirklicht wird. 3 Übertragen auf den Umweltschutz, den Wissenschaftler wie Volker Arnold zu den öffentlichen Gütern zählen 4, würde diese Feststellung bedeuten, dass rational denkende Individuen ohne besondere Anreize oder Zwang das öffentliche Gut Umweltschutz nicht bereitstel- 1 vgl. Mussel/Pätzold 1996, S. 9 2 vgl. Gathmann/Wittrock Olson 1992, S. 2 4 vgl. Arnold 1992, S. 79 1

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