Begrüßungsworte Parlamentarische Begegnung mit Japan 24. Februar 2015, 18 Uhr, Plenarsaal des Landtags

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1 Begrüßungsworte Parlamentarische Begegnung mit Japan 24. Februar 2015, 18 Uhr, Plenarsaal des Landtags Sehr verehrter Herr Generalkonsul Shimazaki, sehr geehrter Herr Präsident Franz, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Gäste! I. Gutes ist am besten gleich getan. So sagt es ein japanisches Sprichwort. Zu Recht, wie ich finde. Und deshalb danke ich nach den rhythmischen Eingangsklängen von Taiko Miyabi zunächst Ihnen allen, dass Sie, verehrte Gäste, zur Parlamentarischen Begegnung mit Japan gekommen sind jenem Land, dem in Nordrhein-Westfalen so große Sympathien gelten. Deshalb darf ich mit ganz besonderer Freude den Generalkonsul Japans begrüßen, der seinen Sitz wie könnte es auch anders sein in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, in Düsseldorf, hat. Herzlich willkommen Herr Kaoru Shimazaki.

2 2 Ja, die Sympathien für das Land Japan und seine Landsleute sind riesengroß in unserem Land. Und deshalb verwundert es nicht, dass sich viele Nordrhein-Westfalen für Japan und gemeinsam mit Japanerinnen und Japanern engagieren. Sie tun es unter anderem in den Deutsch-Japanischen Gesellschaften, die es in vielen Städten und Regionen unseres Landes gibt. Mit Freude begrüße ich stellvertretend für viele dieser Mitglieder den Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft am Niederrhein. Herzlich willkommen Herr Rudolf Franz. II. Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Gäste, wir alle wissen: Japan ist Wirtschaftsland, und wir schätzen die vielfältigen, intensiven Wirtschaftsbeziehungen unserer Länder. Aber: Japan ist auch Kulturland. Erst im letzten Jahr haben wir anlässlich des Japan-Tages in Düsseldorf eine einzigartige Kunstausstellung junger japanischer Künstler hier im Landtag präsentieren können, die enormen Anklang gefunden hat. Dafür danke ich Ihnen, Herr Generalkonsul, noch einmal sehr herzlich. Und welchen Wert, welche Bedeutung Kultur im Hinblick auf internationale Beziehungen hat, darüber wird uns vom Lehrstuhl Modernes Japan der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf eine ausgewiesene Expertin berichten. Herzlich willkommen, Frau Professor Michiko Mae.

3 3 Und nach ihrem Vortrag wird Frau Professor Mae an der von Petra Albrecht moderierten Podiumsdiskussion teilnehmen, an der sich weitere Kulturexperten beteiligen. Es sind: Der Geschäftsführer von NIKON, der auch Leiter der Kulturabteilung im Japanischen Club Düsseldorf ist: Herr (Hidehiko) Tanaka. Die Direktorin des Japanischen Kulturinstituts: Frau (Tokiko) Kiyota. Der Intendant der erstklassigen Düsseldorfer Symphoniker und der wunderbaren Tonhalle Düsseldorf: Michael Becker. Und nicht zuletzt: Mein geschätzter lieber Kollege und Vizepräsident des Landtags, der ein Kulturmensch durch und durch ist: Oliver Keymis. III. Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Gäste, die 150- jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland und die besondere Nähe zur großen japanischen Gemeinde in Nordrhein-Westfalen haben eine freundschaftliche Verbindung entstehen lassen, die gerade auch in schwieriger Zeit ihre Tragfähigkeit unter Beweis gestellt hat. Als Beispiel nenne ich die Natur- und Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011.

4 4 Die Anteilnahme in unserem Land am Schicksal der Menschen in Japan war und ist unverändert groß. Und ich erinnere deshalb auch an unsere gemeinsame Veranstaltung mit dem japanischen Generalkonsulat anlässlich des 2. Jahrestages von Fukushima hier im Landtag. Das soll und das darf heute Abend bei der Parlamentarischen Begegnung mit Japan nicht unerwähnt bleiben. IV. Verehrte Gäste, nichts ist so gut, als dass es nicht noch besser werden könnte. Und aus meiner Sicht haben Nordrhein-Westfalen und Japan ihr Potenzial an gegenseitigem Austausch noch längst nicht ausgeschöpft. So ermutige ich bei meinen Begegnungen in unserem Land insbesondere die jungen Menschen immer wieder dazu, für Neues offen zu sein, Neues zu lernen. Japan ist dabei für mich ein Modell, das die Welt stets durch seine Lernbereitschaft fasziniert hat. So kommen keineswegs nur Geschäftsleute aus Japan nach Düsseldorf. Es sind auch viele junge Menschen, die ein Studium aufnehmen. Beliebte Ausbildungsstätten sind etwa die Robert-Schumann- Musikhochschule und die Düsseldorfer Kunstakademie, zu deren Absolventen regelmäßig Japanerinnen und Japaner gehören. V. Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Gäste, ich bin sehr optimistisch, dass auch die jungen Menschen bei uns hinsichtlich des Lernens und Dazulernens auf einem guten Weg sind. Ich mache das fest gerade auch am Japan-Tag, auf den wir uns schon bald wieder freuen dürfen, und zwar am 30. Mai.

5 5 Denn dann sind tausende junger Leute wieder als Manga-Fans vom Cosplay-Fieber befallen und jährlich werden es mehr. Unterwegs in kleinen Gruppen präsentieren sie ihre schrillen Kostüme als Nachbildungen japanischer Comic-Darsteller, die sie in liebevoller Detailarbeit selbst genäht haben. Für diese Art der Kommunikation und Begegnung, bei der die jungen Menschen ihre free Hugs anbieten, hege ich wenn auch immer noch mit viel Erstaunen - große Sympathie. Der heitere Japan-Tag macht s eben möglich. VI. Ein Letztes von meiner Seite. Es betrifft wieder das Lernen : Ich habe mit dem Präsidium des Landtags im Frühjahr 2013 die japanische Schule in Düsseldorf besucht. Mit besonderer Freude begrüße ich heute das Lehrerkollegium dieser Schule hier bei uns hier im Plenarsaal. Seien Sie sehr herzlich bei ihrem Gegenbesuch willkommen. Was mich bei diesem Schulbesuch fasziniert und beeindruckt hat: war die spürbare Fröhlichkeit, Freude und Neugierde der Kinder bei gleichzeitiger hoher Disziplin, Konzentration und Höflichkeit. Und der absolute Renner war die Tafelschwammputzmaschine, die uns von den Siebenjährigen mit Begeisterung und Stolz präsentiert wurde.

6 6 Es war ein Besuch, der mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist und bleiben wird gerade deshalb, weil er zeigte, wie sehr man Kinder an den Notwendigkeiten des Alltags nicht nur teilhaben, sondern auch begeistern kann. Und auch das Wissen der Schulleitung um die familiäre Situation der Schüler ist ein intensives Kümmern zum Wohl des Kindes, und nicht etwa ein fragwürdiger Eingriff in die Privatsphäre, wie er vielleicht bei uns gewertet würde. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich habe den Eindruck, wir können noch viel von den Japanern lernen. Doch genauso bin ich davon überzeugt, dass auch die Japaner viel von uns lernen können. Und genau darum geht es auch heute Abend bei der Parlamentarischen Begegnung mit Japan. Miteinander im Gespräch bleiben, Kontakte und Zusammenarbeit stärken und ausbauen, um miteinander zu leben, um miteinander zu arbeiten, um miteinander zu musizieren, und um einfach nur miteinander fröhlich sein zu können. Auch dazu soll dieser Abend beitragen, für den ich uns allen viel Freude bei guten Gesprächen und vielfältigen Verabredungen für die Zukunft wünsche. Verehrter Herr Generalkonsul, wir freuen uns nun auf Ihr Wort. Herzlichen Dank.

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