18 7% oder 19% Umsatzsteuer bei Speisen und Getränken Umsatzsteuer zurückholen, wenn eine Forderung uneinbringlich wird. Krudewigs

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1 Krudewigs September 2012 Bilanz aktuell Zeitsparen durch Praxis-Lösungen für HB/StB, BilMoG, E-Bilanz, USt und GewSt Schwerpunktthema Taxonomie/E-Bilanz: 3 Wie Sie mit einem Minimum an Vorbereitung alles problemlos in den Griff bekommen Aktuelle Gesetzesänderungen 16 Jahressteuergesetz 2013 (Entwurf) Kleinstkapitalgesellschaften Bilanzrechtsänderungsgesetz Micro-BilG (Entwurf) Neues aus Rechtsprechung und Verwaltung 18 7% oder 19% Umsatzsteuer bei Speisen und Getränken Umsatzsteuer zurückholen, wenn eine Forderung uneinbringlich wird Praxisfälle 20 Anerkennung elektronischer Rechnungen ohne digitale Signatur Wilhelm Krudewig Steuerberater & Chefredakteur Kurzmeldungen 23 Gewerbesteuer als Betriebsausgabe Vorsteuer bei innergemeinschaftlichem Erwerb Wenn Sie wissen, worauf es bei Taxonomie und E-Bilanz tatsächlich ankommt, können Sie sich mit wenig Zeitaufwand optimal vorbereiten!

2 Inhaltsübersicht I. Schwerpunktthema Taxonomie / E-Bilanz: Wie es möglich ist mit einem Minimum an Vorbereitung alles problemlos in den Griff zu bekommen 03 II. Aktuelle Gesetzesänderungen Jahressteuergesetz 2013 (Entwurf) Erhöhung des Minijob-Grenzwerts auf 450 Erhöhung des Übungsleiterfreibetrags Kleinstkapitalgesellschaften Bilanzrechtsänderungsgesetz Micro-BilG (Entwurf) III. Neues aus Rechtsprechung und Verwaltung 7% oder 19% Umsatzsteuer bei Speisen und Getränken Holen Sie sich die Umsatzsteuer zurück, wenn eine Forderung uneinbringlich wird Geringwertige Wirtschaftsgüter müssen selbstständig nutzbar sein IV. Praxisfälle Anerkennung elektronischer Rechnungen ohne digitale Signatur V. Kurzmeldungen Gewerbesteuer als Betriebsausgabe: Einspruch gegen die Nichtabziehbarkeit Verbindliche Auskunft: Nicht jedes Risiko lässt sich vermeiden Keine Umsatzsteuer bei Tafelspenden Wann bei einem innergemeinschaftlichen Erwerb der Vorsteuerabzug verloren geht Impressum: Krudewigs Bilanz aktuell Zeitsparen durch Praxis-Lösungen für HB/StB, BilMoG, E-Bilanz, USt und GweSt ISSN Herausgeber / Verlag: Krudewig Steuermedien GmbH Am alten Sägewerk 7, Meckenheim Tel Geschäftsführung: Irina Scheidt, Ursula Krudewig Chefredakteur: Dipl.-Finanzwirt, Steuerberater Wilhelm Krudewig, Meckenheim Satz/Layout: Conversion Champions GmbH, Münster Druck: DCM, Meckenheim Redaktionshotline: unter der kostenlosen Nummer steht Herr Wilhelm Krudewig allen Abonnenten für Fragen rund um Krudewigs Bilanz aktuell zur Verfügung. Datenbank: unter Alle Rechte vorbehalten. Krudewigs Bilanz aktuell und alle in diesem Magazin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages unzulässig. Alle Informationen wurden mit Sorgfalt ermittelt und geprüft. Es kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Eine Haftung ist ausgeschlossen. Krudewig Steuermedien GmbH, Krudewigs BILANZ aktuell

3 Schwerpunktthema Taxonomie/E-Bilanz: Wie es möglich ist, mit einem Minimum an Vorbereitung alles problemlos in den Griff zu bekommen Die Bilanz 2013 mit Gewinn und Verlustrechnung muss zwingend als E-Bilanz an das Finanzamt übermittelt werden. Konsequenz ist, dass alle Unternehmer, die ihren Gewinn mit einer Bilanz ermitteln, ihre Buchführung umstellen bzw. anpassen müssen. Unter den Gliederungspunkten 7 bis 7.4. ist dargestellt, welche Maßnahmen konkret für die Umstellung erforderlich sind. Mehr ist für eine erfolgreiche Umstellung auf die E-Bilanz nicht erforderlich. Unter den Gliederungspunkten 1 bis 6 ist dargestellt, wie die Taxonomie funktioniert. Es ist sinnvoll zu wissen, wie die sachlichen Zusammenhänge sind. Das erleichtert die Umstellung. Hinweis: Die Bilanz 2012 mit Gewinn und Verlustrechnung kann elektronisch ans Finanzamt übermittelt werden, es besteht aber kein Zwang. Das Jahr 2012 kann freiwillig als persönliches Test-Jahr genutzt werden. 1. Welche Bilanzen als E-Bilanzen elektronisch übermittelt werden müssen Alle Unternehmer, die ihren Gewinn gemäß 4 Abs. 1 EStG, 5 EStG oder 5a EStG ermitteln, sind verpflichtet, den Inhalt der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung zu übermitteln. Es spielt somit keine Rolle, ob eine Bilanz nach Handels- und/oder Steuerrecht aufgestellt werden muss oder eine Bilanz freiwillig aufgestellt wird. Das bedeutet unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens, dass die Papierform generell durch die Datenfernübertragung ersetzt wird. Bilanzen sind nach Auffassung des BMF generell per Datenfernübertagung zu übermitteln, also auch die Eröffnungsbilanz, Bilanz bei Änderung der Gewinnermittlungsart, Bilanz bei einer Betriebsveräußerung oder Betriebsaufgabe, Bilanz in Umwandlungsfällen, Zwischenbilanz auf den Zeitpunkt eines Gesellschafterwechsels, Liquidationsbilanz. Nach 5 b Abs. 1 EStG ist die elektronische Übermittlung ausdrücklich für die Jahresabschluss- Bilanz und die Eröffnungsbilanz vorgeschrieben. 5 b EStG enthält keinen Hinweis darauf, dass die elektronische Übermittlung auch für andere Bilanzen zu erfolgen hat. Aus diesem Grund wird bezweifelt, ob die Auffassung der Finanzverwaltung, dass alle Bilanzen elektronisch zu übermitteln sind, von den Rechtsvorschriften gedeckt ist. 2. Technische Grundlagen für die Übermittlung der E-Bilanz Die Finanzverwaltung verlangt, dass die Bilanz nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz im Format XBRL (extensible Business Reporting Language) elektronisch übermittelt wird. Eine Alternative zum Format XBRL gibt es nicht. XBRL ist eine frei verfügbare elektronische Sprache für das "Financial Reporting", also für den Austausch von Informationen von und über Unternehmen, insbesondere von Jahresabschlüssen. XBRL bietet einen Standard für die Erstellung, die Verbreitung/Veröffentlichung, Auswertung und den Vergleich solcher Informationen. Unternehmen oder Unternehmensgruppen, die XBRL zusätzlich oder ausschließlich für das eigene interne Reporting nutzen wollen, können vorhandene Taxonomien nach Bedarf für die eignen Belange erweitern. Eine wesentliche Eigenschaft von XBRL ist, dass bestehende Taxonomien zur internen und externen Berichterstattung erweitert werden können. 3

4 2.1. Schnittstelle ERiC zu Elster (Übermittlung der E-Bilanz) Die Anwender von ELSTER sind z. B. Steuerbürger, Steuerberater und Unternehmer, die ihre Daten elektronisch übermitteln. Die Anwender nutzen hierzu regelmäßig Steuer-, Finanz- oder Lohnbuchhaltungssoftware, die ihnen von Softwareanbietern zur Verfügung gestellt werden. Damit die Übertragung möglich ist, muss die Software eine Elster-Schnittstelle enthalten. Mit ERiC (Elster Rich Client) werden Clientsoftware und Schnittstellenspezifikationen zur Verfügung gestellt. Diese ermöglichen dem Entwickler die Implementierung des Verfahrens in seine Software. Das heißt, mit seiner Software können die unterstützten Transaktionen an die Server der Steuerverwaltung übermittelt werden. ERiC wird allen interessierten Anbietern von Steuer-, Finanzund Lohnbuchhaltungsprogrammen kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Clientsoftware arbeitet mit den Steuerverwaltungen aller 16 Länder und dem Bundeszentralamt für Steuern zusammen und unterstützt funktionale Details unterschiedlicher Steuersoftware-Anbieter. Der Anwender selbst kann diese für Software-Anbieter bestimmte ELSTER-Clientsoftware nicht unmittelbar nutzen. Anwender sollten sich deshalb auch nicht für die Teilnahme/Nutzung von ELSTER-Clientsoftware registrieren. Für den Benutzer steht die einfache Bedienung bei der Übertragung der Steuerdaten im Vordergrund. Die ELSTER-Clientsoftware tritt dem Benutzer gegenüber nicht in Erscheinung. Die Entwicklung und Bereitstellung benutzerfreundlicher Oberflächen für die Nutzung der Funktionalitäten von ELSTER ist Aufgabe der Anwendung. Der Anwender selbst benötigt deshalb kein spezielles "EL- STER-Wissen". Das gilt auch für die E-Bilanz. Das heißt, dass ERiC als alleinige Schnittstelle für die elektronische Übermittlung der Bilanzen gemäß 5 b EStG eingesetzt wird. Die Daten werden mit XBRL entsprechend den Vorgaben der Taxonomie aufbereitet und anschließend an die Finanzverwaltung übersandt. Mit der Schnittstelle ERiC erfolgt die Übertragung in das System der Finanzverwaltung. Das heißt also, dass die Datensätze zunächst in der eigenen Buchungssoftware erzeugt werden und an ERiC übergeben werden. Die Daten werden hierbei verschlüsselt über die Datenplattform Elster weitergegeben. Nach der Verschlüsselung erfolgt die Komprimierung der Daten, die Authentifizierung und Übermittlung der Daten. Anschließend erhält der Nutzer eine Rückmeldung über den Status der Übermittlung. Das heißt, ohne Rückmeldung ist davon auszugehen, dass die Daten tatsächlich nicht übermittelt worden sind Festlegung der Inhalte durch die Finanzverwaltung Die amtlich vorgeschriebenen Datensätze nach 5 b EStG (= Datenschemata der Taxonomien) werden von der Finanzverwaltung veröffentlicht und stehen auf der Website zur Ansicht oder zum Abruf bereit. Die elektronische Übermittlung der Inhalte von Bilanz und Gewinnund Verlustrechnung richtet sich grundsätzlich nach der Kerntaxonomie. Die Kerntaxonomie beinhaltet die Positionen, die für Unternehmer aller Rechtsformen gelten. Diese Positionen werden ausgefüllt, wenn und soweit dazu in der Buchführung tatsächlich Geschäftsvorfälle vorhanden sind (Ausnahme: sogenannte Mussfelder). Neben der Kerntaxonomie gibt es Branchentaxonomien (gelten nur für bestimmte Branchen), Spezialtaxonomien (Banken und Versicherungen), Ergänzungstaxonomien (Wohnungswirtschaft, Verkehrsunternehmen, Land- und Forstwirtschaft, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, kommunale Eigenbetriebe) Umstellung in der Finanzbuchhaltung Um die E-Bilanz zutreffend übermitteln zu können, muss der Unternehmer seine Buchführung auf die Erfordernisse der Taxonomie umstellen. Der Unternehmer kann nur dann eine korrekte E-Bilanz abgeben, wenn seine Buchführungssoftware an die Anforderungen der Taxonomie angepasst worden ist. Der Unternehmer braucht zusätzliche Konten, die er konsequent nutzen muss und ein Update seines Buchführungsprogramms, 4 Krudewigs BILANZ aktuell

5 das ihm automatisch den richtigen Datensatz zur Verfügung stellt. Die E-Bilanz muss an das Finanzamt mit amtlich vorgeschriebenem Datensatz übermittelt werden. Dazu ist es erforderlich, dass die Sachverhalte konsequent auf die dafür vorgesehenen Konten gebucht werden. Um die erforderliche Spezifizierung vornehmen zu können, sind zusätzliche Konten eingeführt worden (die Zusammenstellung ist unter unter dem Stichwort Arbeitshilfen, Jahresabschluss zu finden). Das heißt, dass Unternehmer eine Vielzahl detaillierter Daten aufbereiten und übersenden müssen. Die Zahl der Gesamtfelder von Bilanz und Gewinnund Verlustrechnung bei einem Einzelunternehmer umfasst ( =) 715 Positionen. Das ist ein Vielfaches der Bilanz- und GuV-Positionen, die in 266 HGB und 275 HGB enthalten sind. Das heißt, dass mit der E-Bilanz wesentlich mehr Daten ans Finanzamt übermittelt werden müssen als bisher auf Papier. Es ist wichtig zu wissen, wie die Zusammenhänge sind, auch wenn sich der Arbeitsaufwand in Grenzen halten wird. Die für die Taxonomie erforderlichen Daten sollten automatisch und zutreffend aus der Buchführung aufbereitet und übernommen werden können. Die Buchführung muss jedoch so eingerichtet werden, dass die Vorgaben der Taxonomie erfüllt werden können. Das heißt, dass die neuen Konten der DATEV-Kontenrahmen (SKR 023 bzw. SKR 04) in das vorhandene Buchführungsprogramm übernommen werden, mit dem Ziel die Konten in der Buchführung so einzurichten und zu ergänzen, dass zumindest alle Muss-Positionen vorhanden sind. 3. Ausgestaltung der Taxonomie Das Datenschema, das für steuerliche Zwecke zu verwenden ist, basiert auf der aktuellen HGB- Taxonomie und enthält die Bilanzpositionen und die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung. Es umfasst ein Stammdaten-Modul (GCD-Modul) und ein Jahresabschluss-Modul (GAAP-Modul). Das GCD-Modul enthält ein Datenschema zur Übermittlung von Dokumentinformationen Informationen zum Bericht und Informationen zum Unternehmen. Das GAAP-Modul enthält ein Datenschema zur Übermittlung der gebräuchlichen Berichtsbestandteile für Unternehmen aller Rechtsformen und Größenordnungen. Folgende Berichtsbestandteile können zur Übermittlung genutzt werden: Bilanz, Haftungsverhältnisse ( 251 HGB), Gewinn und Verlustrechnung in den Varianten Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren, Ergebnisverwendungsrechnung, Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften / Mitunternehmerschaften, Eigenkapitalspiegel, Kapitalflussrechnung, Anhang, Anlagespiegel, diverse Felder zur Aufnahme von textlichen Informationen, Lagebericht, steuerliche Modifikationen (Überleitungsrechnung der Wertansätze aus der Handelsbilanz zur Steuerbilanz und Zusatzangaben), Bericht des Aufsichtsrats, Beschlüsse und zugehörige Erklärungen. Detailinformationen zu Positionen (Kontensalden zu einer Position). Die fett gedruckten Positionen sind Bestandteile, die übermittelt werden müssen (Verpflichtung). Die übrigen Bestandteile sind als mögliche Bestanteile gekennzeichnet. Zusätzlich enthält das Datenschema alternativ verwendbare weitere Bestandteile, wie etwa die beiden Formen der Gewinn- und Verlustrechnung: Gesamtkostenverfahren und Umsatzkostenverfahren. Die daneben existierenden Berichtsbestandteile können zur freiwilligen elektronischen Übermittlung von weiteren Informationen genutzt werden (z. B. der von der Finanzverwaltung in der Regel benötigte Anlagespiegel im Anhang). Hinweis: Einige Positionen des Anhangs enthalten Mussfeld-Vermerke. Hierbei handelt es sich um Positionen der Bilanz mit Mussfeldeigenschaft, die technisch in den Anhang gespiegelt wurden. Dies führt jedoch nicht zur Übermittlungspflicht des Anhangs. 5

6 3.1. Handelsbilanz (Überleitungsrechnung für steuerliche Zwecke) Wer verpflichtet ist, eine Handelsbilanz zu erstellen, muss dieser Verpflichtung nachkommen. Nach Verabschiedung des BilMoG (für Jahresabschlüsse ab 2010) kann die Handelsbilanz jedoch in der Regel ohne Anpassungen nicht für steuerliche Zwecke übernommen werden. Der Unternehmer hat hier zwei Möglichkeiten: Er kann neben der Handelsbilanz eine getrennte Steuerbilanz erstellen. Im Rahmen der Taxonomie wird dann nur die Steuerbilanz elektronisch übermittelt. Der Unternehmer erstellt neben der Handelsbilanz keine eigene Steuerbilanz. Der Unternehmer muss dann eine Nebenrechnung (Überleitungsrechnung) vornehmen, um den steuerlichen Gewinn zu ermitteln. In diesem Fall sind dann die handelsrechtlichen Werte und die davon abweichenden steuerlichen Werte elektronisch zu übermitteln. Es besteht also das Wahlrecht, den Inhalt des handelsrechtlichen Einzelabschlusses mit Überleitungsrechnung oder alternativ eine Steuerbilanz zu übermitteln. Die Steuerbilanz stellt in diesem Fall eine auf den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Bilanzierung beruhende Bilanz dar, deren Ansätze ohne weitere Zusätze und Anmerkungen den steuerlichen Vorschriften entsprechen Rechnerische Richtigkeit innerhalb der Taxonomie (calculation link base) Der Datensatz muss anhand der in der Taxonomie enthaltenen Rechenregeln auf seine rechnerische Richtigkeit hin überprüft werden. Soweit in der Taxonomie Positionen rechnerisch verknüpft sind, müssen die übermittelten Werte diesen Rechenregeln genügen. Datensätze, die den Rechenregeln nicht entsprechen, werden zurückgewiesen. Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung werden in diesen Fällen nicht übermittelt. Soweit in der Taxonomie Positionen nicht rechnerisch zur jeweiligen Oberposition verknüpft sind (erkennbar daran, dass eine entsprechende rechnerische Verknüpfung im Datenschema nicht enthalten ist), handelt es sich um sogenannte davon-positionen. Diese Positionen enthalten in der Positionsbezeichnung das Wort davon. Dementsprechend werden Rechenregeln nicht geprüft. 4. Welche Daten im Rahmen der Taxonomie übermittelt werden müssen 4.1. Grundlagen Damit sichergestellt ist, dass die Bilanz mit den richtigen Werten übermittelt wird, ist es erforderlich, innerhalb der Buchführung die richtigen Konten zu verwenden. Im Übrigen bestehen die Unterschiede bei den Taxonomiepositionen darin, dass es folgende Felder gibt: Mussfelder, die zwingend elektronisch übermittelt werden müssen Mussfelder, bei denen ein Kontennachweis erwünscht ist Summenmussfelder Auffangpositionen 4.2. Mussfelder In der Taxonomie wird der Mindestumfang der E- Bilanz durch Mussfelder bestimmt. Bei Mussfeldern handelt es sich um Felder, die wie der Name bereits sagt ausgefüllt werden müssen. In diesen Feldern sind die zwingend notwendigen Angaben unabhängig von der Rechtsform und der Größe eines Unternehmens zu übermitteln. Die Übermittlung ans Finanzamt funktioniert deshalb nur, wenn alle Mussfelder eine Eintragung enthalten. Konsequenz: Alle Mussfelder müssen in den übermittelten Datensätzen enthalten sein. Bei der Übermittlung wird das Vorhandensein der Mussfelder überprüft. Es erfolgt nur eine technische, nicht aber eine inhaltliche Prüfung. Aber! Fehlen Angaben auch nur zu einem Mussfeld, werden die Datensätze nicht von der Finanzverwaltung übernommen. Das heißt, die Übermittlung der E-Bilanz ist gescheitert. Die Übermittlung funktioniert also nur, wenn alle Mussfelder eine Eintragung enthalten. Ist die Position nicht in der Buchführung enthalten oder ist sie aus der Buchführung nicht ableitbar, muss die 6 Krudewigs BILANZ aktuell

7 Position mit einem technischen Leerwert übermittelt werden (technische Bezeichnung: not in list = NIL-Wert). Ein Mussfeld darf nicht mit einem NIL-Wert belegt werden, wenn hierzu tatsächlich ein Geschäftsvorfall vorhanden ist und die Zuordnung nur deshalb scheitert, weil die Kontenbezeichnung in der eigenen Buchführung nicht mit der Bezeichnung der Positionen übereinstimmt, die als Mussfeld auszufüllen ist. Das ist z. B. der Fall, wenn ein Unternehmer ein Buchungskonto mit der Bezeichnung Auto statt mit PKW beschriftet. Praxis-Tipp Unternehmer, die ihre Buchführung auf die Taxonomie umstellen, müssen zum einen darauf achten, dass alle erforderlichen Konten vorhanden sind. Sie sollten zum anderen kontrollieren, dass die Kontenbeschriftungen den Vorgaben der Taxonomie entsprechen. Bei handelsüblichen Buchführungsprogrammen, bei denen die neuesten DATEV-Kontenrahmen zugrundegelegt sind und die über eine ERiC- Schnittstelle verfügen, werden die Kontenbeschriftungen den Vorgaben der Taxonomie entsprechen Mussfelder mit Kontennachweis Bei diesen Positionen kann zusätzlich ein Auszug aus der Summen-/Saldenliste mitgeliefert werden (im Format XBRL). Mussfelder mit Kontennachweis sollen dazu beitragen, dass möglichst wenig in die bestehende Buchführungspraxis eingegriffen wird. Bei der Abgabe von Steuererklärungen wurden und werden neben der Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung vielfach auch Summen- und Saldenlisten (Kontennachweise) beigefügt. Aufgrund dieser Handhabung hat die Finanzverwaltung in der Steuertaxonomie die Position Mussfeld, Kontennachweis erwünscht eingeführt. Auf diese Weise wird eine weitere Untergliederung der Mussfelder vermieden. Das heißt, dass der Kontennachweis zusätzlich zu diesem Mussfeld im XBRL-Format übermittelt wird. Es wird der Auszug aus der Summen- und Saldenliste passend zum Mussfeld übermittelt, mit den Angaben von Kontonummer, Kontenbezeichnung und Saldo zum Stichtag. Der Unternehmer kann freiwillig Kontennachweise elektronisch übermitteln. Das heißt, dass der Unternehmer für jede beliebige andere Taxonomieposition Kontennachweise mit Angabe der Kontonummer, Kontenbezeichnung und dem Saldo zum Stichtag übermitteln darf. Die vorstehenden Ausführungen zu den Mussfeldern gelten ebenso für die Mussfelder, Kontennachweis erwünscht Summenmussfelder Das Summenmussfeld ist eine besondere Art von Mussfeld. Das Summenmussfeld nimmt eine Oberposition ein, die hierarchisch über rechnerisch verknüpften Mussfeldern stehen. Die Verpflichtung zur Übermittlung der Oberposition resultiert aus der Pflicht zur Übermittlung der hierarchisch darunter liegenden Mussfelder. Der Ablauf sieht wie folgt aus: Es werden die hierarchisch unter der Oberposition liegenden Mussfelder ausgefüllt, sodass Summenmussfelder nicht direkt angesprochen werden. Der Datensatz muss dem im Datenschema hinterlegten Rechenschema genügen. Es werden daher Positionen, die auf der gleichen Ebene wie rechnerisch verknüpfte Mussfelder stehen, als rechnerisch notwendig, soweit vorhanden gekennzeichnet Rechnerisch notwendige Positionen Die Beziehung der einzelnen Positionen besteht in der rechnerischen Verknüpfung. Wie das Verhältnis der rechnerischen Verknüpfung aussieht, kann den veröffentlichten Datensatzbeschreibungen entnommen werden. Da Summenmussfelder nicht direkt angesprochen werden können, müssen alle unter der Oberposition liegenden Felder angesprochen werden. Das sind nicht nur die unter der Oberposition liegenden Mussfelder, sondern auch die Felder, die erforderlich sind, damit sich im Summenmussfeld der zutreffende Betrag ergibt. Die rechnerisch notwendigen Positionen (soweit vorhanden) müssen also ausgefüllt werden. 7

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