Windkraft in NÖ, Cash Cow oder sinnvolle Alternative?

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1 Windkraft in NÖ, Cash Cow oder sinnvolle Alternative? Die Windkraft hat in Österreich enormes Potential. Vor allem die östlichen Bundesländer, Burgenland und Niederösterreich, haben viele bevorzugte Flächen, Flächen mit guten Windverhältnissen und freie Flächen ohne Siedlungen. Vor 15 Jahren war Windkraft keine Alternative, niemand wusste über die tatsächlichen Windverhältnisse Bescheid, Windkraftnutzung sei nur für Küstenstandorte interessant war der gängige Glaube. Die verfügbaren Technologien vor 15 Jahren kannten auch nur kleine Anlagen mit niedrigen Türmen. Die ersten nennenswerten Windparks wurden vor nunmehr 15 Jahren in Österreich errichtet, die Windräder verfügten über Leistungen von 500kW und die Erträge wurden nach Vollaststunden angegeben. An den besten Standorten wurden 2000 Vollaststunden erreicht, das ergab eine Million kwh je Windrad mit 500 kw und Jahr, dem Stromverbrauch von 250 bis 300 Haushalten. Die Entwicklung der Windkraft ging atemberaubend schnell vor sich, ab dem Jahr 2000 wurden Anlagen der 2MW Klasse am Markt angeboten und auch gebaut, die

2 Flügel wurden 35 bis 40 m lang. Im Laufe der Jahre wurden die Türme höher und die Flügel länger. Aktuell werden fast ausschließlich Anlagen mit Turmhöhen von 130 bis 140 m und Rotordurchmessern von bis zu 120m gebaut. Warum dieses Wachstum? Höhere Türme bedeuten mehr Wind und gleichmäßigeren Wind, größere Rotoren bedeuten mehr Erntefläche. Neue Anlagen erzeugen 9 Millionen kwh Strom pro Jahr, Strom für 2500 bis 3000 Haushalte. Größere Anlagen erzeugen den Strom billiger und viel gleichmäßiger, die Windernte wird ökonomischer. Windräder brauchen Wind um Strom zu erzeugen: In der Flaute stehen die Anlagen still. Dies bedingt Speicher, leistungsstarke internationale Stromnetze und Reservekraftwerke. Österreich verfügt über enorme Speicherkapazitäten in den Alpen, die Anbindungen der österreichischen Stromnetze an die Nachbarstaaten sind aber durchaus verbesserungswürdig. Österreich ist durch die verfügbaren Speicher für die Erzeugung von Windstrom prädestiniert. Windkraft braucht beim aktuellen Strommarktdesign Unterstützung: Die Strommärkte in Europa sind liberalisiert, jeder kann sich seinen Stromanbieter selbst aussuchen, große Industriebetriebe und auch der kleine Haushalt. Die Marktpreise entstehen wie auf jedem Markt durch Angebot und Nachfrage. Die billigen Erzeuger wie die Wasserkraft aus der Donau, Deutschlands Braunkohlekraftwerke und alte Atomkraftwerke können um wenige cent/kwh den Strom anbieten, etwas teurer ist der Strom aus Steinkohlekraftwerken, noch teurer

3 sind die Gaskraftwerke. Seit wenigen Jahren müssen sich die herkömmlichen Kraftwerke mit dem Strom aus neuen Kraftwerken, mit Strom aus Wind, Sonne, Biomasse konkurrieren. Diese Konkurrenz wurde jahrelang nicht ernst genommen, belächelt, niemand in der fossilen Energiewirtschaft glaubte an eine mengenmäßige Konkurrenz. Seit einigen Jahren läuten in der Energiewirtschaft die Alarmglocken. So wurden zum Beispiel im Jahr 2010 in Deutschland neben unzähligen Windkraftanlagen auch 7GW, (7.000MW) an PV Leistung installiert. Das entspricht einer Leistung von 7 großen Atomkraftwerken oder 10 mal Zwentendorf. Ökostrom wird auf der Stromrechnung mit Mehrkosten ausgewiesen. Diese Mehrkosten werden ganz simpel als Differenz der Marktpreise und der Einspeisetarife gerechnet. Diese Berechnung ist auf den ersten Blick logisch, das Ergebnis ist aber schlichtweg falsch und unrichtig. Der geförderte Ökostrom, ca 10% der Elektrizität ist gefördert, führt zu einer Reduktion der Marktpreise für 90% herkömmlich erzeugten Stromes. Ökostrom führt in Österreich in Summe zu keinerlei Verteuerung des Stromes, einzig die Verteilung zwischen den Haushaltskunden und der Industrie wurde zuungunsten der Haushalte verschoben.

4 In Ergänzung zur Förderung von Ökostromanlagen sei der Wunsch der Briten nach Förderung der Atomkraft erwähnt: In diesem Bereich wird über Unterstützungen im Ausmaß von 10 Ct/kWh mit Laufzeiten von 30 Jahren diskutiert. Windkraft benötigt einen Bruchteil, bei Marktpreisen von 4ctkWh braucht die Windkraft Stützungen von 5 ct/kwh für 13 Jahre, den Rest der Laufzeit produzieren die Anlagen zu Marktpreisen ohne jede Förderung. Windkraft ist sichtbar Windkraft verändert das Landschaftsbild, Windräder können nicht versteckt werden. Viele Menschen fühlen sich durch Windkraftanlagen gestört. Zwei Umfragen aus dem heurigen Jahr zur Akzeptanz von Erneuerbarer Energie zeigten ein interessantes Ergebnis: Die Akzeptanz der Windenergie ist im ganzen Land nahezu gleich hoch, egal ob im Waldviertel wo noch kaum Windkraftanlagen stehen oder im Weinviertel. Karmasin Umfrage aus 2013 Welche Kraftwerke sollten Ihrer Meinung nach in Österreich in Zukunft gebaut werden, um die Stromversorgung zu sichern? %-Werte Mostviertel- Eisenwurzen Niederösterreich-Süd St. Pölten Waldviertel Weinviertel Wiener Umland, Nordteil Wiener Umland, Südteil n= Windkraftwerke Kleine Wasserkraftwerke (Kraftwerke bis 10 Megawatt Leistung) Große Wasserkraftwerke (Kraftwerke ab 10 Megawatt Leistung) Sonnenkraftwerke Biomassekraftwerke (Energie aus Holz und Stroh) Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke, also fossile Kraftwerke Atomkraftwerke Keines der genannten Cash Cow Windkraft? Windkraft wird in Österreich, angelehnt an das deutsche Modell (EEG), mit gesicherten Einspeisetarifen mit einer Laufzeit von 13 Jahren unterstützt. Das Modell der gesicherten Einspeisetarife ist weltweit das mit Abstand erfolgreichste System

5 zur Förderung von Ökostrom. Das System wurde von zig Ländern erfolgreich, von einigen Ländern aber auch schlecht kopiert. Gesicherte Einspeisetarife reduzieren das Risiko bei Investitionen für Windkraftanlagen, sichere Investitionen brauchen daher nur geringe Risikoaufschläge. Verordnete Einspeisetarife widersprechen zwar den klassischen Marktregeln haben sich aber durch eine bedachte Verordnung der Tarife als sinnvoll erwiesen. Nach Ablauf der Förderperiode liefern Windkraftanlagen sehr billigen Strom. Wildwuchs? Genehmigung von Windkraftanlagen sieht ein 3-stufiges Bewilligungssystem vor. Landesraumordnungsprogramm (Zone) SUP auf Gemeindeebene (Widmung) UVP-Verfahren (materienrechtliche Verfahren) Landesraumordnungsprogramm gem. 19 Abs. 3b NÖ ROG zu berücksichtigende Schutzziele / Aspekte zur Ausweisung von Zonen gemäß 19 Abs. 3b NÖ ROG Abstandsregelungen gemäß ROG Interessen des Naturschutzes ökologische Wertigkeit des Gebietes Orts- und Landschaftsbild Tourismus Schutz des Alpenraumes Netzinfrastruktur Erweiterungsmöglichkeiten bestehender Windparks nach Möglichkeit regionale Ausgewogenheit November 2013 Dipl. Ing. Franz Angerer

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