Platform as a Service & Cloud Enabling

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1 White Paper SaaS-EcoSystem PDF Data Acquisition Application Designer Storage Enterprise Service Bus Monitoring Audit/Logginging Billing & Tracking Platform as a Service & Cloud Enabling Copyright 2012 SaaS-EcoSystem e. V. Bernhard Cygan

2 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 2 Inhaltsverzeichnis 1. Warum Platform as a Service (PaaS)? Welche Arten von PaaS gibt es? Marktentwicklung Merkmale einer echten SaaS-Lösung Architektur Service Oriented Architecture (SOA) Enterprise Service Bus (ESB) Multimandantenfähigkeit (Multi-Tenancy) Skalierbarkeit Interoperabilität Billing & Tracking Standards Orchestrierung von Services Authentication & Identity Management Konfigurierbarkeit Safety Security Nutzen und Herausforderungen für Anbieter Erstellung einer neuen SaaS-Lösung Transition bestehender Applikationen in die Cloud Ausblick Anhang: Schneller in die Cloud mit StoneOne SaaS Check...24 Über den Cloud-Experten Bernhard Cygan... 26

3 3 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 1. Warum Platform as a Service (PaaS)? Moderne Softwareangebote aus der Cloud sind ideal, um interaktiv und komfortabel unterschiedlichste Geschäftsprozesse zu unterstützen. Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS) profitieren vom Wachstumsmarkt Cloud Computing und sichern zugleich ihre bisherigen Investitionen. Durch die hohe Standardisierung, Skalierbarkeit und Mandantenfähigkeit (Multi-Tenancy) moderner SaaS- Lösungen sinken auch auf Seite der ISV und IT-Dienstleister die Kosten für die Softwarebereitstellung. Neue Märkte können mit deutlich geringerem Aufwand adressiert werden, Installation und laufende Betreuung lassen sich zentral steuern. Mit SaaS können ganze Prozessketten als Service im Web- Browser abgebildet werden, dabei fallen keine Kosten für Implementierung oder Administration und Betrieb an. Customer und Employee Self Services führen zu signifikanten Kosteneinsparungen auf Anbieterseite. Die Nutzung und Bezahlung der entsprechenden Services erfolgt in der Regel transaktions- oder volumenorientiert. Auf Basis aktueller Bus-Architekturen werden je nach Bedarf die erforderlichen Ressourcen aus unterschiedlichen Clouds (Corporate, Private, Public etc.) herangezogen. Die Nutzer dieser Services können wann und wo auch immer auf alle relevanten Informationen zugreifen. Dabei spielen mobile Endgeräte, wie Smartphones oder Pads eine immer wichtigere Rolle. Die erforderlichen Wartungsarbeiten werden ausschließlich auf den zentralen Servern des Dienstleisters durchgeführt. Allerdings sind die bislang verwendeten Methoden zur Erstellung von SaaS-Lösungen häufig recht kompliziert und erfordern hohen Aufwand, weil sie individuelles Design und Programmierung erfordern. Dieser Aufwand wird nur allzu gern unterschätzt und aus ein paar Wochen werden schnell ein paar Monate oder gar ein, zwei Jahre bis zum ersten (runden) SaaS-Angebot. Es gibt zwar verschiedene Tool-Sets, deren Verwendung jedoch mit erheblichem individuellem Entwicklungsaufwand verbunden ist. Vor diesem Hintergrund hat sich im Bereich Cloud IT mittlerweile ein Segment herausgebildet, das sich der Vereinfachung und Beschleunigung von Entwicklungsaufgaben annimmt. PLATFORM AS A SERVICE is a form of cloud computing that holds considerable potential to help enterprise developers quickly write and test customer- or employee-facing Web applications, something that companies of all stripes will be under growing pressure to deliver. 1 Ein umfassendes PaaS-Angebot beinhaltet typischerweise nicht nur Entwicklungstools, sondern insbesondere auch Administrations- und Management-Tools. Die Analysten von Forrester betonen auch die sogenannte Multi-Mandantenfähigkeit (Multi-Tenancy) als essentiell. 2 1 InformationWeek analytics, Oct. 2, 2009: Cloud Computing: Platform as a Service 2 Forrester, Inc: The Forrester Wave : Platform-As-A-Service For App Dev And Delivery Professionals, Q2 2011

4 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 4 Mit PaaS können Teilprozesse oder auch eine komplette SaaS-Anwendung erstellt bzw. bereitgestellt werden. Zumeist wird allerdings die fachliche Seite nicht durch die Tools selbst abbildbar sein, hier ist die Expertise der jeweiligen Fachleute gefragt. So wird ein Anbieter von Plattform- Technologie typischerweise nicht über fundierte Kenntnisse horizontaler (z. B. Human Resource Management) oder vertikaler (z. B. Finanzdienstleistungen) Prozesse verfügen. Je nach Schwerpunkt der Entwickler bzw. deren technologischen Präferenzen, werden Plattformen auf Basis der gängigen Programmiersprachen, wie.net, Java oder Ruby on Rails angeboten. Platform as a Service (PaaS) verspricht eine effizientere Kodierung durch die Automatisierung von Aufgaben wie etwa das Einrichten einer neuen App als Web-Service. Viele Plattformen bieten auch gleich noch eine passende Cloud-Infrastruktur-Service, oder Links zu Cloud-Anbietern wie Amazon.com. Hier übernimmt PaaS auch gleich die Steuerung des Infrastructure as a Service (IaaS). 3 PaaS kann dabei sowohl in privaten als auch öffentlichen Clouds zum Einsatz kommen. SaaS Fachlich Allgemein PaaS IaaS Steuerung Abbildung 1: Positionierung von PaaS in der Cloud 2. Welche Arten von PaaS gibt es? Moderne PaaS-Angebote umfassen eine Vielzahl von Services, die sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen. Der Markt befindet sich noch in einer frühen Phase und es ist heute noch keine allgemein gültige Terminologie zu erkennen. Aber die ersten Ansätze zur Kategorisierung der jeweiligen Angebote durch diverse Analysten sind zumindest hilfreich, um das Spektrum besser einschätzen zu können und gegebenenfalls konkrete Services für sich zu nutzen. In Anlehnung an das Referenzmodell von Gartner 4 kann man idealtypisch vier Varianten unterscheiden: Application PaaS Integration PaaS Database PaaS BPM PaaS 3 S. hierzu auch Forrester, Inc: The Forrester Wave : Platform-As-A-Service For App Dev And Delivery Professionals, Q2 2011: PaaS combines an application platform with managed cloud infrastructure services. 4 Gartner, Inc, 2011, Gartner Reference Model for PaaS

5 5 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling Als größtes Marksegment sieht Gartner hierbei Application PaaS (apaas). Unter apaas versteht man eine Entwicklungsumgebung mit Werkzeugen zur Erstellung und dem Betrieb von Anwendungen in der Cloud. Entsprechende Tools und Frameworks, zum Beispiel grafische Benutzerschnittstellen oder Programmierschnittstellen (APIs), können häufig aus der Cloud bezogen werden. Integration PaaS (ipaas) ist der Oberbegriff für die Bereitstellung einer Entwicklungsumgebung und Tools zur Interaktion von Cloud-basierten Anwendungen mit anderen Cloud Services oder auch herkömmlichen Applikationen hier geht es also um Interoperabilität. Gartner unterscheidet hierbei noch einmal drei Ausprägungen von ipaas, nämlich e-commerce/b2b Integration Cloud Integration Enterprise Service Bus (ESB) und Service Oriented Architecture (SOA) Im Bereich e-commerce/b2b und Clouds lässt sich mit den angebotenen Tools sehr schnell und einfach eine Interoperabilität zwischen Applikationen herstellen. Dagegen bieten die Angebote auf Basis von ESB- und SOA-Architekturen vor allem Lösungen auch für umfassende und komplexe Aufgaben. Gartner geht insbesondere auch davon aus, dass für Integrationsaufgaben traditionelle Middleware zunehmend durch ipaas ersetzt wird. Wie bereits der Begriff Database PaaS (dpaas) erkennen lässt, handelt es sich hier um Angebote zur Bereitstellung von Funktionalitäten eines Datenbanksystems, typischerweise aus der Cloud mit dynamischer Buchungsmöglichkeit. Hier erscheint die Trennung zu Database-as-a-Service (DaaS) sehr schwierig. In der Regel wird bei dpaas eher die Bereitstellung einer leeren Datenbank verstanden, bei DaaS dagegen eine mit Daten gefüllte Lösung als Service angeboten. Die vierte Kategorie BPM PaaS umfasst alle Angebote, bei denen es laut Gartner darum geht, Prozessbasierte Anwendungen, wie z. B. für Reisekosten-Management oder andere kollaborative Prozesse, zu erstellen. Vor allem für mittelständische Unternehmen oder Abteilungslösungen bietet sich hier eine weniger kapitalintensive Alternative um auf schlanke Art und Weise ihre Prozesse abzubilden. BPM PaaS wird deshalb auch oft für Pilot-BPM-Projekte, sowie für die Entwicklung und Erprobung verwendet. Gartner weist noch darauf hin, dass BPM PaaS und Cloud-fähige BPM-Plattformen oft miteinander verwechselt werden. BPM PaaS bezieht sich laut Gartner auf die Lieferung einer BPM- Technologie als Dienstleistung durch einen Cloud Service Provider, während eine Cloud-fähige BPM- Plattform dazu dient, Cloud Services zu unterstützen. Auch wenn viele PaaS-Angebote mehr als einer Kategorie zuzuordnen sind, haben doch die wesentlichen Player in der Regel einen Schwerpunkt. So kann beispielsweise Force.com (Salesforce. com) recht eindeutig im Bereich apaas eingestuft werden. Zu den bekanntesten Playern im Bereich der Entwicklung von Applikationen gehört sicherlich auch die Google App Engine. Auch Microsoft Windows Azure wird häufig dem Themenfeld PaaS zugeordnet, wesentliche Elemente sind aber eigentlich eher im Themenfeld IaaS anzusiedeln. Ein typischer Repräsentant von apaas ist auch die Web Service Factory von StoneOne, einer der wenigen deutschen bzw. europäischen Anbieter. CloudControl ist ein weiterer deutscher Anbieter, die als Besonderheit eine Webserver-Plattform basierend auf PHP

6 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 6 anbieten. Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland Anbieter, wie beispielsweise Group Live, die eine flexible, leicht administrierbare Plattform für Cloud Computing zur dynamischen Bereitstellung, dem Betrieb, Management und Monitoring von Anwendungsumgebungen bereitstellen und damit auch im Grenzbereich von IaaS/PaaS anzusiedeln sind. Ein typischer Repräsentant von ipaas ist beispielsweise Cast Iron, mittlerweile im WebSphere Produktportfolio der IBM verankert. Cast Iron verbindet eine Vielzahl von Standard-Applikationen miteinander und ermöglicht so die Interoperabilität. Insbesondere wird es dadurch möglich gemischte Welten ( Hybrid World ) aus öffentlichen oder privaten Clouds sowie die von den Unternehmen selbst betriebenen Serveranwendungen zu verbinden. Auch Cordys lässt sich mit der Cordys Process Factory dem Themenfeld ipaas zuordnen. Cordys verknüpft Geschäftsprozesse und unterstützt dabei zahlreiche Geschäftsmodelle von Dienstanbietern und Systemintegratoren. Aufgrund der Prozess-orientierten Plattform ist Cordys zugleich ein wichtiger Player im Bereich BPM PaaS. Als drittes Beispiel für ipaas kann hier Mule ion genannt werden, ein PaaS-Spezialist mit Fokus Im Bereich dpaas fällt die Zuordnung von Amazon SimpleDB und Amazon Relational Database Service (RDS) sowie Microsoft Azure SQL recht leicht. Auch hier finden sich aber wiederum spezielle Ausprägungen, wie etwa Database.com (ebenfalls von Salesforce.com). Database.com versteht sich als Cloudbasierte soziale, mobile und offene Datenbank, die aufgrund des integrierten sozialen Frameworks die Zusammenarbeit im Unternehmen unterstützt. Mithilfe offener APIs können dabei Anwendungen in jeder Sprache und auf jeder Plattform erstellt und auf mobilen Geräten bereitgestellt werden. Aufgrund dieser sehr speziellen Ausprägung könnte man Database.com auch durchaus dem Bereich Database-asa-Service (DaaS) zuordnen. Auch im Bereich BPM PaaS sind vor allem US-amerikanische Unternehmen stark vertreten. Ein typischer Vertreter ist hier Tibco mit Silver, die bereits ein etablierter on premise Player im Bereich BPM waren und sich nun auch in der Wolke engagieren. Auch Appian ist zunächst als klassischer BPM-Anbieter ins Rennen gegangen und hat mit Appian Anywhere dann eine neue PaaS-Edition herausgebracht. Durch die Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens WebMethods und weitere Zukäufe von Prozess tummelt sich mit der Software AG auch ein deutsches Unternehmens inzwischen im BPM PaaS Markt. z.b. Force.com Google Apps StoneOne Application PaaS Integration PaaS z.b. Cordys IBM WebSphere Cast Iron Mule ion z.b. Amazon RDS Database.com Microsoft Azure SQL Database PaaS BPM PaaS z.b. Appian Anywhere Tibco Silver WebMethods Abbildung 2: PaaS-Referenzmodell in Anlehnung an Gartner, Inc, Gartner, Inc., PaaS 2012, Tactical Risks and Strategic Rewards, January 2012

7 7 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling Hilfreich für ein besseres Verständnis von PaaS ist auch die Typologisierung von Forrester 6, die bei den aktuellen Angeboten die Kundenorientierung in den Vordergrund stellen. Auch Forrester spricht von einer Referenzarchitektur für PaaS. Für Anwendungsentwicklung und -bereitstellung bietet PaaS demnach u. a. einen Mehrwert durch Tools bzw. Serviceleistungen, die die eigentliche technologische Plattform verstecken und die Konzentration auf die Fachlichkeit ermöglichen. Dadurch werden die Entwicklungsabteilungen entlastet und die Entwickler müssen keine Spezialisten für Cloud-Technologie werden um für ihre Kunden Cloud Services bauen zu können. Abbildung 3: Forrester s Platform-As-A-Service Reference Architecture, Forester Research, Inc Beim Referenzmodell von Forrester hier vor allem folgende Aspekte von besonderem Interesse. PaaS beinhaltet letztlich einen umfassenden Werkzeugkasten unterschiedlicher Tools und Services (z. B. User Management, Billing, Provisioning) die je nach Bedarf bzw. Profil (Coder oder Business Experts) und Aufgabenstellung genutzt werden können. Wie man in der Abbildung 4 erkennen kann, wird dabei vor allem die Multimandantenfähigkeit (Multi-Tenancy) als übergeordnete Dimension hervorgehoben. Adressaten für PaaS sind typischerweise Softwareanbieter (ISV), die ihren Kunden SaaS-Lösungen anbieten wollen. PaaS hilft den etablierten Anbietern insbesondere dabei, ihre traditionellen Anwendungen in die Cloud zu migrieren. 6 Forrester Research, Inc, The Forrester Wave : Platform-As-A-Service For App Dev And Delivery Professionals, Q2 2011

8 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 8 Forrester unterscheidet generell in Entwickler (Coder) und sogenannte Business Experten (Business Experts). Neben PaaS for Coders und PaaS for Business Experts verwendet Forrester auch noch den Begriff Adaptive PaaS. Adaptive PaaS bringt demnach die Vorteile der Cloud zu auf herkömmliche Art erstellten Applikationen. Anhand dieser Unterteilung stößt man auch wieder auf die Angebote einiger bereits oben genannter Unternehmen, etwa Salesforce.com. Dabei sieht Forrester hier Salesforce.com sowohl auf Seiten der Entwickler auch der Business Experten. Dagegen lässt sich etwa Google mit ihrem Angebot ganz klar dem Bereich Entwicklung zuordnen. Aktuelle Angebote liegen teilweise auch an der Grenzlinie von IaaS zu PaaS, dabei werden dann auch Portal- oder Datenbank-Server als Cloud-Service offeriert, zum Beispiel bietet hier IBM folgende Produkte: WebSphere Virtual Enterprise unterstützt skalierende WebSphere Installationen, primär ausgerichtet auf Hypervisor Architekturen wie ESX, LPAR CloudBurst for WebSphere Appliance, die das automatische Deployment weiterer WebSphere Instanzen automatisiert 3. Marktentwicklung Generell sind sich alle Analysten und Marktteilnehmer darin einig, dass der Cloud-Markt in den nächsten Jahren signifikant wächst. In einer Studie vom Juni 2010 prognostizierte beispielsweise IDC von 2009 bis 2013 eine Verdreifachung des Cloud-Marktes. Das Gesamtvolumen soll dann bereits weltweit bei knapp 50 Milliarden US$ liegen. Die Dynamik der verschiedenen Segmente ist dabei allerdings unterschiedlich. So entfällt der größte Marktanteil auf SaaS-Angebote, gefolgt von PaaS und IaaS. Das Marktforschungsunternehmen Piere Audoin betrachtet speziell das Marksegment Public Cloud und prognostiziert dabei vor allem IaaS und Paas ein sehr starkes Wachstum. Hier wird dem PaaS-Markt im Zeitraum von 2010 bis 2020 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 46,3% vorausgesagt. Abbildung 4: Marktwachstum und Segmente in der Public Cloud, Pierre Audoin Consultants, Berlecon Research GmbH, Das wirtschaftliche Potenzial des Internet der Dienste, Berlin, November 2010

9 9 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling Auch wenn bei einer engeren Definition einiger dem PaaS-Bereich zugeordneten Services auch eher dem IaaS-Segment zugeordnet werden können (s. hierzu Kapitel 2), zeigt sich die hohe Bedeutung von PaaS im Geschäft mit der Wolke. Auch das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. sieht für PaaS exzellente Marktchancen. So haben die Analysten von Gartner zum Jahr des Platform-as-a-Service ausgerufen. Allerdings konstatiert auch Gartner, dass sich der Markt noch in einer Orientierungsphase befindet: In 2012, the PaaS market is at its early stage of growth and does not yet have well-established leaders, best use or business practices or dedicated standards. The adoption of PaaS offerings is still associated with some degree of uncertainty and risk. However, PaaS products are likely to evolve into a major component of the overall cloud computing market... 8 Auch wenn die Werkzeuge und Tools für PaaS und Cloud Enabling noch nicht so etabliert sind wie klassische Middleware, sollte man sich rechtzeitig damit beschäftigen um nicht den Anschluss zu verlieren und den Zug verpassen. 4. Merkmale einer echten SaaS-Lösung Viele Angebote in der Cloud sind eigentlich alter Wein in neuen Schläuchen. Im einfachsten Fall wird die bestehende Softwareapplikation einfach umetikettiert und aus einer alten on-premise - Lösung wird kurzerhand ein SaaS-Angebot. Hierbei werden in der Regel nur der Betrieb vom Softwareanbieter übernommen sowie das Preismodell modernisiert und z. B. auf eine monatliche Nutzungsgebühr umgestellt. Das hat zwar für den Kunden Vorteile, ist aber im Prinzip auch über Application Service Providing (ASP) schon lange möglich. Etwas mehr Cloud-Philosophie ist es immerhin, wenn die Nutzungsgebühr variabel an die tatsächliche Inanspruchnahme der Software, zum Beispiel anhand von Transaktionen oder Usern, angepasst werden kann. Der große Unterschied zu einer echten SaaS-Lösung besteht hier darin, dass die Software nach wie vor pro Kunde auf einem Server installiert und administriert wird. Abgrenzung zu Virtualisierung Bei unechten SaaS-Lösungen wird eine vorhandene Legacy-Software zusammen mit dem Betriebssystem und gegebenenfalls einer Datenbank in eine virtuelle Maschine gekapselt, die dann wie ein eigenständiger Server administriert werden muss. Der Zugang erfolgt dann oftmals über einen sogenannten Terminal-Client, dabei wird der virtuelle Bildschirm der Anwendung regelmäßig gescannt und die Differenzpixel zum letzten echten Screen werden komprimiert übertragen. Dies verursacht deutlichen technischen Aufwand und ändert auch nichts an der Architektur der Legacy-Anwendung 8 Gartner, Inc, 2012: PaaS 2012 Tactical Risks and Strategic Rewards

10 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 10 oftmals vorhandene Schwächen bzgl. einer Multi-Mandanten-Struktur bleiben somit bestehen. Im Ergebnis können so Legacy-Anwendungen noch eine Zeitlang weiter betrieben werden, der Modernisierungsbedarf bleibt aber bestehen und ggf. massive Effizienzgewinne (5000 versus 50 Mandanten auf einem Server) können nicht realisiert werden. Hinzu kommt, dass eine solche virtuelle Maschine (VM) eine signifikante Größe haben kann ( GB), die eine dynamische Verteilung in einer Cloud erheblich erschwert. Multiple Application Instances Single Application Instances Shared Middleware Separate Middleware App1 App2 App3 App1 App2 App3 Application Middleware MW MW MW Middleware OS OS OS OS OS Hardware Hardware Hardware Abbildung 5: Datensicherung und Abschirmung, IBM Deutschland GmbH, 2010 Die Shared Middleware ist die effizienteste Nutzung einer umfassenden Cloud-Logik, die den mit Abstand größten Effizienzgewinn bietet. Der weitaus größte Teil von Services wird geshared genutzt und muss damit nur einmal präsent sein je nach Anwendung kann sich so die Leistungsstärke eines Servers um den Faktor 100 vergrößern. Eine Skalierung und Verteilung kann auf Basis kleiner Business- Objekte (5-50 KB) erfolgen, währenddessen sonst gegebenenfalls große VM s ( GB) genutzt oder sogar transferiert werden müssen. Mandantenfähigkeit vs. VMs / Virtualisierung Durch die Mandantenfähigkeit von SaaS (Shared Middleware) in Verbindung mit hoher Skalierbarkeit und guter Anpassungsfähigkeit können SaaS Lösungen sehr weite Kundenbereiche abdecken, da sie für viele Fälle eine kosteneffiziente Lösung bieten. Damit kann eine gehostete SaaS Lösung den Bereich von sehr kleinen Kunden, KMU oder auch Großunternehmen abdecken, da sich die Kosten pro User/ Transaktion genau an den Kundenbedarf anpassen lassen. Im Gegensatz hierzu bietet die Virtualisierung über VMs die Möglichkeit, auch Legacy-Anwendungen mit moderatem Aufwand cloudfähig zu machen allerdings können dabei keine massenfähigen Preise erreicht werden, die nicht bereits vorher vorhanden waren. Legacy-Anwendungen zu virtualisieren ist daher eher eine Überbrückungsstrategie. Für die Bewertung der besten Strategie ist es daher wichtig zu evaluieren, wie die Skalierbarkeit eines Systems in Relation zu den verschiedenen Nutzungsänderungen bzgl. steigender Nutzeranzahl, paralleler Nutzung, steigendem Datenaufkommen etc. verhält.

11 11 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 4.1. Architektur Eine moderne Architektur hat einige Mindest-Anforderungen sowie je nach Anforderung eine Reihe weiterer Merkmale, die Skalierung, Verteilung und Wartung gut unterstützen. Wesentliche Eckdaten sind zumeist: Multimandanten-Fähigkeit (Multi-Tenancy) Abrechnung auf Basis kleiner Transaktionen Einfache Skalierbarkeit Weitgehende Plattform-Unabhängigkeit Gute Wartbarkeit durch modulare Architektur (z. B. Bus-Architektur) Beachtung von Architektur-Prinzipien wie Separation of Concerns Einfach erweiterbare dynamische Datenmodelle Konfigurierbare Oberfläche durch Skins Möglichst keine on-premise Bestandteile (Browser-basiert) bzw. bei Bedarf dynamisch angekoppelt Presentation Layer Business Layer Data Layer HW & OS Layer User Mandant 1 App User Mandant 2 App User Mandant 3 App Management Layer Directory Services Security Provisioning Server HW and OS Layer Shared Server Hardware ans OS Layers Abbildung 6: Architektur für die Cloud, IBM Deutschland GmbH, 2010 Die Abbildung stellt eine typische Cloud-Architektur dar, der Presentation Layer wird im Browser des Users abgebildet, die fachliche Logik der verschiedenen Anwendungen wird bereits Server-seitig in der Cloud abgebildet und die Metadaten dann gegebenenfalls ebenfalls in einer Cloud-Datenbank dies kann auch ein separater Cloud-Service sein. Das Hardware und OS Layer wird in einer virtualisierten IaaS-Ebene implementiert. Die horizontalen Services wie Authentifizierung werden bezüglich sämtlicher vertikaler Layer angeboten. Bzgl. der konkreten Cloud-Implementierung kommen einige Grundmodelle in Frage, Public, Virtual Private, Private und deren Systemarchitekturen.

12 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling Service Oriented Architecture (SOA) Auf Basis der Wikipedia-Definition ergeben sich folgende zentrale Merkmale: Eine serviceorientierte Architektur (SOA), (englisch Service-oriented Architecture), auch dienstorientierte Architektur, ist ein Architekturmuster der Informationstechnik aus dem Bereich der verteilten Systeme, um Dienste von IT-Systemen zu strukturieren und zu nutzen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Orientierung an Geschäftsprozessen, deren Abstraktionsebenen die Grundlage für konkrete Service-Implementierungen sind. Durch Zusammensetzen (Orchestrierung) von Services niedriger Abstraktionsebene können so recht flexibel und unter Ermöglichung größtmöglicher Wiederverwendbarkeit Services höherer Abstraktionsebenen geschaffen werden. Vereinfacht kann SOA als Methode angesehen werden, die vorhandenen EDV-Komponenten wie Datenbanken, Server und Websites so in Dienste zu kapseln und dann so zu koordinieren ( Orchestrierung ), dass ihre Leistungen zu höheren Diensten zusammengefasst und anderen Organisationsabteilungen oder Kunden zur Verfügung gestellt werden können. Maßgeblich sind also nicht technische Einzelaufgaben wie Datenbankabfragen, Berechnungen und Datenaufbereitungen, sondern die Zusammenführung dieser IT-Leistungen zu höheren Zwecken wie Ausführen einer Bestellung oder Prüfen der Rentabilität einer Abteilung usw., die eine Organisationsabteilung anbietet. Bei SOA handelt es sich somit um eine Struktur, welche die Integration von Unternehmensanwendungen ermöglicht, indem die Komplexität der einzelnen Anwendungen ( Applications ) hinter den standardisierten Schnittstellen verborgen wird. Ziel ist hierbei das langfristige Senken von Kosten in der Softwareentwicklung (die Kosten der n-ten mit SOA realisierten Anwendung gehen gegen null, da bereits alle nötigen Services vorhanden sind und diese nur noch orchestriert werden müssen) sowie das Erreichen einer höheren Flexibilität der Geschäftsprozesse durch Wiederverwendung bestehender Services, was für Unternehmen im heutigen Geschäftsumfeld von essentieller Natur ist. SOA erfordert eine sehr starke Integration der einzelnen IT-Komponenten, damit deren Orchestrierung kostengünstig gelingt. SOA spielt somit bereits bei der Auswahl von IT-Komponenten eine Rolle. Eine technische Umsetzung von SOA ist das Anbieten dieser Dienste im Internet. Die Kommunikation zwischen solchen im Internet angebotenen Diensten kann über REST, SOAP, XML-RPC oder ähnliche Protokolle erfolgen. Der Nutzer dieser Dienste weiß nur, dass der Dienst angeboten wird, welche Eingaben er erfordert und welcher Art das Ergebnis ist. Details über die Art und Weise der Ergebnisermittlung müssen nicht bekannt sein. Welche Dienste nutzbar sind und wie sie angesteuert werden, kann durch einen Verzeichnisdienst oder auch die Bus-Logik in Erfahrung gebracht werden.

13 13 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling Enterprise Service Bus (ESB) Ein Bus bietet eine generelle und einheitliche Datenstruktur, um verschiedenste Softwarepakete bzw. Komponenten quer über eine verteilte Infrastruktur logisch miteinander zu verbinden. Daraus ergeben sich eine Reihe von Vorteilen. Die Stärken der zentralen Steuerung per Bus lassen sich wie folgt charakterisieren: Die einheitliche und umfassende Datenstruktur Ein durchgängiger Backbone für alle Komponenten und die darauf aufbauenden Services Eine einheitliche Policy für die systemübergreifende Beschreibung der Datenmodelle sämtlicher Mandanten und deren Applikationen Ein einziges Design Schnittstellen- und Kommunikationsverhalten sämtlicher Komponenten Ein einheitliches Maintenance-Interface Die zentrale Steuerung von Skalierungs- und Lastverhalten der verschiedenen Komponenten. Ein moderater Nachteil liegt allerdings in dem Overhead, der durch einen Bus verursacht wird. Dieser liegt typischerweise im Bereich von 5-15%. In einer verteilten Umgebung ist dies ein geringer Nachteil, der durch das stark vereinfachte System-Design und die ebenfalls gute Skalierbarkeit in den meisten Fällen mehr als kompensiert wird. Die klassische ESB Architektur beschränkt sich dabei auf den Bus, die Schnittstellen zu Komponenten, Authentifizierung sowie meist auch Multi-Mandantenfähigkeit. Modernere Bus-Systeme bieten dann über zusätzliche Komponenten und Möglichkeiten zum Cloud-Anschluss vielfältige Funktionen zu PaaS-Bausteinen an. Abbildung 7: Enterprise Service Bus mit Komponenten, StoneOne AG, 2012

14 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 14 Beispielhaft ist in der Abbildung ein moderner Enterprise Service Bus (ESB) mit einer Reihe zusätzlicher Services zur Orchestrierung abgebildet. Zusätzlich ist eine Skalierung eines Bus-Systems in unterschiedliche Cloud symbolhaft dargestellt. Gerade SaaS-Konzepte für größere Anwendungen auf Basis eines SOA-Modells bieten gute Chancen, Entwicklungsaufwände durch Einsatz einer Reihe von standardisierten Komponenten deutlich zu reduzieren. Damit sinken auch damit verbundene Risiken. Diese Komponenten können durch einen Software-Bus verbunden werden, der sowohl den Informationsaustausch regelt als auch Skalierung und Lastverteilung. Folgend einige Beispiele für potentiell nutzbare standardisierte Bausteine im Kontext eines modernen ESB mit einer Reihe von PaaS Komponenten: Skalierung/Load Balancing Automatisierte Verteilung von Funktionen auf nutzbare Ressourcen, diese reichen von Rechenzentren, Web-Clouds bis zu Plattform-Services. Billing/Tracking Bezahl-Ereignisse können definiert werden, im Rahmen einer Policy pro Mandant zusammengefasst und zyklisch abgerechnet werden. Payment Mandanten-orientierte Kontoführung für Rechnungen, die dann auch direkt abgebucht werden; Eskalation bei Scheitern einer Abbuchung Sichere Kommunikation der einzelnen Services (Bus: Messaging/Queues) Authentification/Single-Sign-On (Bus/UserAdministration: Unterstützung von Mandanten, LDAP, OpenID, OpenSocial, etc.) Effiziente Modellierung von Web-Oberflächen + Funktionalität (Web2, Ajax, Rendering) Allgemein nutzbare Datenmodelle (DataPatterns) Import/Export (Metadaten für Mandaten) Data Upload (Dokumente und Metadaten transaktionssicher pro Mandant bereitstellen) Regelwerke (Basis für vielfältige Abläufe und Entscheidungen) Prozesse/Workflow Einbindung von BPM-Systemen zur Abbildung von Abläufen und vielfältigen weiteren Funktionen Extraktion (Zugriff auf Content von Dokumenten) Klassifikation (Einordnung von Dokumenten in Taxonomien oder Schemata) Monitoring: Übersicht aus Betriebssicht zum System und seinen Komponenten Storage/Archiv: allgemeiner Anschluss zu den diversen Speichermedien inklusive rechtssicherer Archivierung verschiedener Hersteller Security: Kodierung bzw. besonderer Schutz von Cloud-Daten Zukünftig sind durch den Ausbau von PaaS Modellen auch komplexere Funktionalitäten wie Account Management, Subscription Management, Identity Management, Service Provisioning, Tenant Provisioning, oder SLA Management etc. vorstellbar. Hinzu kommen generelle System- Anforderungen wie z. B. Performance, Antwortzeit oder Durchsatz die dann beispielsweise durch eine Bus-basierte Überwachung von Transaktionen in Verbindung mit Cloudfähiger Skalierung durch spezielle Komponenten (z. B. Cloud Extender) unterstützt werden können.

15 15 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 4.2. Multimandantenfähigkeit (Multi-Tenancy) Verarbeitung multipler Mandanten und Transaktionen in einer logischen Struktur führen zu einem massiv geringeren Working-Set je Aufgabe im Ergebnis können sehr viele (kleinere) Mandanten in einer logischen Struktur verarbeitet werden. Wichtig ist dabei, dass die Daten und Zugriffsrechte sehr sauber pro Mandant getrennt werden. Hierbei gibt es unterschiedliche mögliche Konzepte: Im einfachen Ansatz gibt es eine Liste von Mandanten, im komplexeren Fall eine Hierarchie von Mandanten und Untermandanten. Für die Implementierung auf Datenbankseite ist die strenge Trennung (alle Tabellen getrennt pro Mandant) üblich, aber auch eine Abbildung der Mandanten-Zuordnung durch eigene Felder in einer geteilten Datenbank gibt es Skalierbarkeit Eine Skalierung wird notwendig, wenn ein System aus sich heraus eine gegebene Anforderung nicht in der gewünschten oder geforderten Zeit erfüllen kann. Die Skalierbarkeit eines PaaS Systems bzw. von Software, die auf PaaS basiert, wird durch mehrere Teile bestimmt: Komponenten, die über einen Bus kommunizieren. Je nach gewünschtem Lastverhalten können Komponenten mehrfach instanziiert werden. Es gibt Angebote wie z. B. Amazon Elastic Beanstalk, die eine automatische (d. h. für die Applikation selbst transparente) Skalierung ermöglichen. Die damit erzielbaren Skaleneffekte können je nach Applikation durchaus hinreichend sein. Über einen Cloud-Extender können automatisch weitere Instanzen des Busses z. B. bei einem privaten oder öffentlichen Cloud Provider erzeugt werden. Hierbei haben sich einige Prinzipien bewährt, die gerade auch im nicht völlig kontrollierbaren Cloud Umfeld hilfreich sind: Pull statt Push weitere Instanzen holen sich Arbeit nach Leistungsfähigkeit ab statt sie über komplexe Verteil-Algorithmen zugeteilt zu bekommen. Minimale Kommunikation zwischen den Instanzen durch Auslagerung ganzer Teilsysteme. Zentrales Monitoring aller Instanzen. Sowohl Expansion als auch Kontraktion sollten unterstützt sein.

16 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling Interoperabilität Das Thema Interoperabilität wurde bereits als zentrales Thema im Kontext von ipaas angesprochen. Bereits heute findet sich in vielen Unternehmen ein Mix von klassischen on-premise Anwendungen und Cloud-basierten Services. Zumeist handelt es sich bei den Cloud-Services um in sich geschlossene Anwendungen, die nicht direkt mit anderen Applikationen im Unternehmen interagieren. So sind Parallelwelten entstanden, auf der einen Seite schlanke Services aus der Cloud, etwa für Terminvereinbarung, Collaboration oder CRM. Auf der anderen Seite finden sich gewachsene IT-Strukturen mit einer Vielzahl von klassischen Softwarelösungen, oft durch Individualentwicklung und Customizing sehr stark auf unternehmensspezifische Bedürfnisse zugeschnitten. In den meisten Unternehmen werden auch in Zukunft noch Legacy-Anwendungen (z. B. CICS, AS400) und klassische on-premise Anwendungen den IT-Alltag bestimmen, auch wenn immer mehr Angebote aus der Cloud genutzt werden. Deshalb stellt sich die Aufgabe sowohl die Cloud Services untereinander zu verbinden und Daten auszutauschen als auch die bestehende IT-Landschaft zu integrieren. Im Sinne einer Professionalisierung und Automatisierung ist es nicht sinnvoll, diese Integrationsaufgaben jeweils individuell zu entwickeln sondern auf Frameworks und Tools zuzugreifen. Hier entsteht also ein breites Einsatzspektrum für ipaas. Entsprechende Lösungen müssen unbedingt auf einer robusten Integrations-Engine aufsetzen und hochverfügbar, zuverlässig und sicher sein. Es sind Management-Tools erforderlich, um die Performance von Applikationen zu messen, zu überwachen und im Bedarfsfall zu eskalieren Billing & Tracking Zu den wesentlichen Komponenten eines typischen PaaS-Angebots zählt ein ausgereiftes Abrechnungssystem für verschiedene Mandanten mit Abrechnungs-Richtlinien. Dies gestattet auch eine detaillierte und nutzungsorientierte Abrechnung in konfigurierbaren Zeiteinheiten, das sogenannte Utility Charging. Sowohl die wichtigen Systemereignisse als auch Transaktionen in Fachanwendungen können in Abrechnungsobjekten mit Begleitdaten summiert werden, die eine nutzungsabhängige Abrechnung spezifischer Funktionen ermöglicht. Beispielsweise sind so auch Mengenrabatte oder monatliche Höchstpreise einstellbar. Beispielsweise lässt sich die Speicherung eines Objektes mit einem Betrag versehen, die Summe wird dann entweder monatsweise oder auch nach Erreichen einer festgelegten Häufigkeit automatisch abgerechnet. Die so erzeugte Abrechnung kann gedruckt, verschickt oder auch gleich per versandt werden und damit den Input für eine entsprechende Rechnung liefern. Auf Basis des Abrechnungsobjektes kann ein Payment-Service den Betrag auch automatisch einziehen. Verschiedene PaaS-Modelle ermöglichen auch eine Trennung zwischen Business und Technik. Neue Marktplätze wie etwa der Fujitsu Business Solution Store oder auch der TelekomCloud Business Marketplace beinhalten vor allem auch eine PaaS-Logik, die das Business in der Cloud erleichtert. Das Business wird hierbei über die Plattform abgebildet, während die technische Leistungserbringung weiterhin Aufgabe der auf dem Marktplatz laufenden SaaS-Applikation ist. Die Plattform liefert dabei mit Kunden- und Abonnement-Verwaltung sowie dem Authentication & Identity Management (s. auch hierzu 4.8) die Basis für die Abrechnung. So werden den von ISV auf der Plattform eingestellten Applikationen Preisberechnungen sowie nachgelagerte Prozessen (Rechnungsstellung, Zahlungsverkehr, Buchhaltung) abgenommen. Zudem kann der Marktplatz hierbei eine Vereinheitlichung der Preismodellierung über die verschiedenen SaaS-Angebote ermöglichen.

17 17 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 4.6. Standards Um die Implementierung im PaaS Umfeld zu erleichtern, sind Standards wichtig. Auf Grund der noch nicht erreichten Reife des gesamten Umfelds gibt es jedoch keine in der Praxis relevanten Standards im herkömmlichen ISO oder DIN Sinn. In einigen technischen Teilbereichen haben sich jedoch durchaus (teilweise konkurrierende) Standards etabliert, im Einzelnen sind dies: Authentifizierung / Single Sign-On CAS, Shibboleth, SAML, LDAP, OpenID, Windows Live ID (Passport) Messaging bzw. Kommunikation ActiveMQ, RabbitMQ, REST, SOAP, XML-RPC UI Technologien JSF, JBoss RichFaces, ZK, HTML5, OpenLaszlo, YUI, Google Web Toolkit,... Cloud- bzw. Virtualisierungs-Software Amazon / Eucalyptus, VMware vsphere/vcloud, IBM Smart Business Cloud, VirtualBox, Apache Deltacloud, OpenNebula, OpenStack, Orchestrierung von Services Die Orchestrierung von Services setzt verschiedene Funktionalitäten voraus, die durch eine PaaS-Infrastruktur bereits weitgehend vorhanden sind: Ein einheitlicher Zugang zu den Services kann sowohl über die üblichen Webstandards als auch über eine Komponenten/Bus-Logik angeboten werden. Die Verbindung dieser Services zu höherwertigen Funktionalitäten erfolgt durch technische Workflows, die regel-basiert verschiedene Teilfunktionen zu einem höherwertigen Service verbinden. Die PaaS- Logik vereinfacht damit die Orchestrierung von Funktionsgruppen erheblich. Für Firmenkunden mit vielen Benutzern müssen Möglichkeiten angeboten werden, sowohl die Benutzerdaten zu synchronisieren als auch ggf. hilfreiche Metadaten (Adresslisten, etc.) einzuspielen Authentication & Identity Management Wichtig ist ein einheitlicher Zugang zur Authentifizierung. Synchronisationsmechanismen pro Mandant können ihrerseits z. B. auf LDAP oder Active Directory zugreifen, sofern der Kunde den externen Zugriff entsprechend freigibt. Ansonsten ist es mittlerweile bei nicht-integrierten Angeboten üblich, entweder die Adresse oder eine OpenID (Facebook, Google, Yahoo,...) oder eine Windows Live ID (Passport) zu nutzen; OpenID und Windows Live ID haben zusätzlich den Vorteil, dass sie über die Authentifizierung hinaus kontrolliert weitere Informationen bereitstellen können. Eine einfache Authentifizierung durch UserId und (statischem) Passwort gilt schon seit geraumer Zeit als nicht mehr zeitgemäß. Eine Authentifizierung mit Two-Factor oder Multi-Factor Authentication gilt je nach Sensibilität der verarbeiteten Daten mittlerweile als Standard. Wichtig ist hierbei, dass die einzelnen Faktoren tatsächlich unabhängig voneinander sind; je mehr Systeme für einen erfolgreichen Angriff kompromittiert werden müssen, desto schwerer ist ein solcher Angriff. Der Aufbau einer passenden Infrastruktur erfordert einen nicht zu unterschätzenden Aufwand, der sich erst bei größeren Nutzerzahlen lohnt.

18 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 18 Je nach Kunden-Szenario sind weitere Themen relevant: Applikationsübergreifendes und mandantenübergreifendes Directory für User/Anmeldungsdaten, so dass ein Single-Sign-On (SSO) unterstützt wird. Sichere Authentifikation: Verfahren, Infrastrukturen (Smart Cards, Zertifikate, Key Management, CA-Infrastruktur, ). Anschluss kundenseitiger Id-Management-Infrastrukturen (via LDAP typischerweise); Nutzung offener Id-Provider (z. B. OpenId); PKI-Konzepte; Public vs virtual Private Cloud; VPN-Nutzung und -Prozesse Konfigurierbarkeit Aus der Mandantenfähigkeit in Verbindung mit einer guten Akzeptanz der Kunden (die nicht auf jegliche Individualität verzichten möchten) leiten sich zusätzlich einige besondere Anforderungen ab: Pro Mandant und/oder pro Nutzer sollten je nach Angebot verschiedene Dinge wie z. B. Logo, Farben einstellbar sein. Je nach Angebot kann es auch sinnvoll sein, unterschiedliche Business Logik auf derselben technischen Basis zu realisieren. Je nach Mächtigkeit der Plattform (bei PaaS) ist auch eine Veränderung/Ergänzung der Datenbankfelder denkbar. Potentielle kundenspezifische Anpassungen bergen besondere Gefahren und sollten möglichst vermieden werden. Falls nicht vermeidbar müssen diese effizient mit Provider-Software-Updates abgestimmt werden mangelnde Wartbarkeit wäre schädlich für Kundenakzeptanz und Skalierbarkeit. Die Lösungen müssen vom SaaS-System mandantenspezifisch verwaltet und administriert werden. Integration von kundenseitigen Systemen über abstrakte Schnittstellen Safety Aus der Mandantenfähigkeit leiten sich zusätzlich einige besondere Anforderungen bezüglich Datenspeicherung und Protokollierung ab. Die nachweisbare Trennung von Daten und Metadaten der Kunden (Mandanten) ist einerseits aus rechtlichen Gründen und andererseits zur Vertrauensbildung ratsam Security Auch hier leiten sich aus der Mandantenfähigkeit zusätzlich einige besondere Anforderungen bzgl. Datensicherheit (u. a. durch Verschlüsselung) und Zugangskontrolle ab. Insbesondere bei einer Datenhaltung im Web bzw. in einer Cloud ist ein gutes Sicherheitskonzept mit zuverlässigen Anbietern und guter Kundenkommunikation sehr wichtig insbesondere auch für die Akzeptanz im Markt!

19 19 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 5. Nutzen und Herausforderungen für Anbieter Zielgruppe für PaaS und Cloud Enabling sind in der Regel Softwarenanbieter (ISV) und IT-Dienstleister. Generell können aber auch Unternehmen ohne eigene IT-Kernkompetenz von den neuen Angeboten profitieren, wenn sie ihren Kunden und/oder Mitarbeitern bestimmte Services im Internet zur Verfügung stellen. Eine hohe Servicequalität schafft höhere Kundenzufriedenheit und entwickelt sich immer mehr zum wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Zugleich steigt der Kostendruck, und Prozesse müssen verschlankt werden. Die Erfolgsstory der Geldautomaten ist beispielhaft. Niemand kommt heute mehr auf die Idee, Bargeld am Bankschalter abzuheben. Es ist viel einfacher, flexibler und schneller, den Service eines Geldautomaten zu nutzen. Eine kostengünstige und zugleich komfortable Lösung für eine Vielzahl von Serviceleistungen lässt sich über das Web in idealer Weise abbilden. Für geschäftliche Transaktionen oder die Informationsbeschaffung bieten webbasierte Serviceangebote spürbare Vorteile für den Kunden und den Anbieter! So können Mitarbeiter bei Employee Self Services ein Portal nutzen, um etwa den Urlaubsantrag, eine Adressänderung, eine neue Bankverbindung oder die Anmeldung zu Seminaren jederzeit von jedem Ort mit Internetzugang selbst vorzunehmen. Mitarbeiter können ihre Reisekosten in ein Webformular eingeben und gescannte Belege hinzufügen. Die Angaben werden automatisch mit der Reisekostenrichtlinie abgeglichen. Der Vorgang wird dann entweder automatisch an die Buchhaltung weitergeleitet oder an den zuständigen Sachbearbeiter. Rückfragen und Informationen können asynchron über das Portal abgebildet werden. Bei den Customer Self Services lassen sich beispielsweise Schadensmeldungen sehr einfach und vor allem mit niedrigen Prozesskosten via Web vornehmen. Der Kunde einer Versicherung meldet einfach den Schaden über ein Portal. Seine Daten und Vertragsparameter werden automatisch mit den Eingaben verbunden. Begleitende Dokumente werden je nach Schadensfall automatisch vom Portal angefordert und können auch direkt per Upload hinzugefügt werden. Eine weitgehende Vorverarbeitung gemäß eingestellter Regeln liefert einem Sachbearbeiter bereits eine gut strukturierte Akte die manuelle Arbeit ist deutlich reduziert. Die Vorteile eines eigenen SaaS-Angebots sind gerade auch auf Anbieterseite immens. Während sich die Entwickler von herkömmlichen on-premise Applikationen mit einer Vielzahl von Betriebssystemen, individuellen Anpassungen und verschiedene Releaseständen beschäftigen müssen, können SaaS-Angebote mit einer einzigen Lösung beliebig viele Kunden bedienen. Die Kosten zur Erstellung einer SaaS-Lösung können aber ganz erheblich sein, das betrifft sowohl die Erstellung ganz neuer Services als auch die Überführung von bestehenden Applikationen in die Cloud. Prinzipiell funktioniert PaaS wie ein Zulieferer von Komponenten in der modernen industriellen Produktion. Wenn man sich zum Beispiel den Fertigungsprozess im Automobilbau anschaut, findet man folgende typische Struktur. In Abhängigkeit vom Typ des gefertigten Fahrzeuges, der geforderten

20 White Paper Platform as a Service & Cloud Enabling 20 Stückzahl und dem Standort der Fabrik hat die Fertigung einen unterschiedlichen Automatisierungsgrad. So werden bei hoher Individualität und geringen Stückzahlen die Fahrzeuge auch heute noch komplett in Handarbeit hergestellt. Das lässt natürlich viel Spielraum für Extrawünsche, ist aber ein sehr kostspieliges und zeitaufwendiges Verfahren. Darüber hinaus werden nur wenige besonders qualifizierte Spezialisten solche Autos bauen können. In der Regel erfolgt deshalb bei der Automobilfertigung ein großer Anteil automatisch und durch Nutzung vorgefertigter Bauteile durch Zulieferer. Der Zulieferbetrieb liefert dabei den Autoherstellern entweder einzelne Bauteile (z. B. Schrauben) oder ganze Baugruppen (z. B. vormontierte Armaturenbretter. Der weitaus größte Teil von Entwicklung und Produktion liegt heute übrigens bei den Automobilzulieferern und nicht bei den Herstellern selbst. In der Software-Industrie entspricht die Entwicklungen heute noch mehr der manuellen Fertigung und nicht einem weitgehend automatisierten Prozess unter Nutzung von Komponenten. Der PaaS-Ansatz entspricht in dieser Analogie dem Zulieferprozess ganzer Baugruppen (Komponenten) und damit einer deutlichen Entlastung der herkömmlichen Entwicklung von Applikationen. Laut einer Untersuchung von Nucleus Research, konnten auf Basis der Plattform von Force.com neue Web-Applikationen 4,9 mal schneller entwickelt werden, als mit konventionellen Java oder.net Methoden. Bei StoneOne, einem deutschen Anbieter von PaaS, können in Abhängigkeit von der jeweiligen Applikation zwischen 40 bis 70% an Zeit und Kosten eingespart werden. Kosten von Softwareentwicklung Herkömmliche Softwareentwicklung Product Design Detailed Design Codierung 16% 25% 40% 19% Integration 14% 5% 15% 14% Einsparung von 40-70% Kosten Abbildung 8: Kosten von Softwareentwicklung, StoneOne AG, 2012 PaaS ist vor allem ein Werkzeugkasten für die Entwicklung von wiederverwendbaren funktionalen Komponenten, die Regeln und Web-Services-Schnittstellen kapseln. Das rechnet sich vor allem dann, wenn nicht nur eine Applikation gebaut werden soll, sondern nach und nach mehrere Services entstehen sollen. In vielen Fällen wird PaaS analog zu anderen Cloud Services nutzungsabhängig in Rechnung gestellt, die Kosten stehen somit in direktem Zusammenhang mit dem Bedarf und den verwendeten Ressourcen. PaaS-Nutzer sparen wie andere Cloud User die Kosten für Lizenzen, Updates, Installation und Wartung. Bei diesem Abrechnungsmodell zahlen ISV, IT-Dienstleister oder andere Service Anbieter oft auch nur für die tatsächlichen Transaktionen ihrer Anwender. Damit gestaltet sich der Einstieg in die Cloud deutlich entspannter.

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