Antworten auf flexible Beschäftigungsverhältnisse

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1 Differenzierte Studienformen und Studienpermissivität als Antworten auf flexible Beschäftigungsverhältnisse Arbeitsgruppe 2b. Beschäftigungsverhältnisse und das Studium Prof. M. Klumpp Fachhochschule für Oekonomie & Management (FOM) MA Psych. I. Rbik Rybnikova Technische Universität Dresden

2 Ausgangssituation Flexibilisierung der Arbeit Flexibilisierung der Hochschul und Weiterbildung Patchwork Biografien Lb Lebenslanges Lernen Wandelnde Arbeitsanford erungen Flexible Beschäftigungs g verhältnisse 2

3 Alternative Studienformen im internationalen Vergleich Anzahl von Studierenden in Anteil der Studierenden in alternativen alternativen Studienformen* Studienformen (Prozentwert) Litauen ,0 % Australien ,5 % Vereinigte Staaten von Amerika ,0 % Großbritannien i ,0 % Deutschland ,3 % Singapur ,3 % Deutschland (ohne Teilzeitstudium) ,1 % * Als alternative Studierende werden diejenigen betrachtet, die als interne Studierende Teilzeitstudium absolvieren, als auch diejenigen, die als externe oder multi modale Studierende in Voll und Teilzeit gelten. Quelle: Klumpp, M., Rybnikova, I. (2008). Internationaler Vergleich und Forschungsthesen zu Studienformen in Deutschland. Arbeitspapier pp der FOM Nr

4 Forschungsannahmen Trotz der geringen Verbreitung von alternativen Studienformen nimmt ihre Relevanz in Deutschland offenbar zu. Anzunehmen ist, dass die alternativen Studienformen sich vom traditionellen Studium in Vollzeit hinsichtlich ihrer Gestaltung abheben. Ungewiss ist, inwiefern sich die Unterschiede zwischen der traditionellen Studienform und den alternativen Studienformen an den deutschen Hochschulen zu beobachten sind in Bezug auf die zeitliche Organisation des Studiums als auch andere Studienmerkmale, wiez z.b. Didaktik, Studienberatung. 4

5 Traditionelle Studienform: Definitionen der Studienformen Präsenzstudium in Vollzeit. Die Studientätigkeit ist die jeweilige Haupttätigkeit der Studierenden. Die Zeitstrukturen orientieren sich an üblichen beruflichen Tageszeiten (an Werktagen Montag bis Freitag etwa zwischen 8 und 18 Uhr). Alternative Studienformen: Das Präsenzstudium in Teilzeit geht einher mit einem formellen Status eines Teilzeit Studierenden und ermöglicht eine längere Studiendauer als im Fall eines Vollzeitstudiums. Dies wird durch eine anteilige Umsetzung des Vollzeitstudiums erreich, was die wöchentliche Präsenzzeit mindestens um die Hälfte reduziert. Die Organisations und Zeitstrukturen werden in der Regel im Vergleich zum Vollzeitstudium nicht verändert. Das Fernstudium kann zum größten Teil ortsunabhängig von der Hochschule absolviert werden und gewährleistet eine individuelle Zeit und Lerneinteilung durch einen umfangreichen Verzicht auf Präsenzveranstaltungen. Das duale/ berufsbegleitende Studium stellt ein Studium neben einer beruflichen Tätigkeit dar. Zeitorganisation des Studiums wird dem angepasst, so dass die Veranstaltungen sich mit der Berufstätigkeit abwechseln oder Präsenzveranstaltungen in den Abend und Wochenendzeiträumen durchgeführt h werden. 5

6 Empirische Studie Methode Teilnehmer Fachliche Richtung Studienniveau Studienformen Internetgestützte quantitative Befragung Bf Befragungsdauer ca. 20 Min 25 Dozenten (Professoren, wiss. Mitarbeiter) 187 Studierende Zu 88% Wirtschaftswissenschaften und benachbarte Disziplinen (z.b. Wirtschaftsrecht) Ca. 74 % Bachelor Ca. 24% Master Präsenzstudium (Vollzeit) 61% Studierenden/ 95% Dozenten Präsenzstudium (Teilzeit) 8% Fernstudium 1% Dualen/ berufsbegleitendes Studium 30% Studierenden/ 5% Dozenten 6

7 Organisation des Studiums: Zugangsvoraussetzungen Studierende Dozenten Zugangsvoraussetzung* Hoch- oder Fachhochschulzugangsber echtigung Nachweis beruflicher Tätigkeit Arbeitsvertrag mit einem Unternehmen Duales/ Präsenzstudium Duales/ berufsbegleit Präsenzstudi Präsenzstudi berufsbeglei- Fern-studium um (Vollzeit) um (Teilzeit) it) tendes (Vollzeit) endes (N=2) (N=115) (N=14) Studium (N=18) Studium (N=56) (N=1) 80% 71% 100% 80% 72% 100% 1% 43% 50% 63% 100% 36% 27% Lehr- oder 1% 13% Ausbildungsvertrag *Mehrfachnennung möglich 7

8 Organisation des Studiums: Anteil der Präsenzzeit % (N=70) 86 % (N=4) 74 % (N=35) 44 % (N=7) 40 % (N=1) Präsenzstudium in Präsenzstudium in Fernstudium Duales/ Vll Vollzeit Til Teilzeitit berufsbegleitendes b Studium Studierende* Dozenten 0 % (N=1) *Unterschiede statistisch signifikant (p=0,004<0,01) 8

9 100% 75% 50% 25% 50% (N=86) 50% (N=12) 50% (N=7) Organisation des Studiums: Anteil des Selbststudiums* 75% (N=2) 25% (N=43) 50% (N=1) 0% Präsenzstudium (Vollzeit) Präsenzstudium (Teilzeit) Studierenden** Fernstudium Dozenten Duales/ berufsbegleitendes Studiums * Medianangabe der Skala zwischen 10% und 100% ** Signifikanter Unterschied zwischen den Studienformen (p=0,00<0,01) 9

10 Didaktik der Lehre: Häufigkeit i von Veranstaltungsformen Präsenzstudium (Vollzeit) Präsenzstudium (Teilzeit) Vorlesungen Seminare Übungen Studienliteratur Multimediale Angebote Tutorien Studierende Dozenten Studierende Fernstudium Vorlesungen Seminare Übungen Studienliteratur Multimediale Angebote Tutorien Duales/ berufsbegleitendes Studium Studierende Studierende Dozenten 10

11 Organisation des Studiums: Studienberatung Studierende Dozenten Duales Duales Formen der Pä Präsenz Pä Präsenz Fernstu (berufsbe b Pä Präsenz (berufsbe b Studienberatung* (Vollzeit) (Teilzeit) dium gleitendes) (Vollzeit) gleitendes) (N=114) (N=14) (N=2) Studium (N=18) Studium (N=56) (N=1)...vor dem Studium 57,4% 40% 100% 76,8% 61,1% 100%...während des Studiums 60,9% 42,9% 100% 71,4% 66,7%...beim Übergang aus dem Studium ins berufliche Leben/ Karriereberatung 18,3% 7,1% 8,9% 11,1% *Mehrfachnennung möglich 11

12 Organisation des Studiums: Nachfrage nach Karriereberatung sehr niedrig sehr groß Präsenzstudium (Vollzeit) 3,6 Präsenzstudium (Teilzeit) 3,2 Fernstudium 2,5 Duales/ berufsbegleitendes Studium 3,5 12

13 Würden Sie ein ausdifferenziertes Angebot an Studienformen befürworten? gar nicht ja, sehr Pä Präsenzstudium (Vollzeit) Präsenzstudium (Teilzeit) it) 3,4 3,3 3,2 Fernstudium 3,5 Duales, berufsbegleitendes Studium 4,0 5,0 Studierende Dozenten 13

14 Gründe für eineausdifferenzierung von Studienformen Stärkere Berücksichtigung von individuellen Interessen der Studierenden/ größere Wahlmöglichkeiten Bessere Vereinbarkeit des Studiums mit anderen Verpflichtungen Erhöhte Berufsfähigkeit... gegen eine Ausdifferenzierung von Studienformen Organisatorische Überforderung der Hochschulen Erschwerte Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen/ keine klare Positionierung auf dem Arbeitsmarkt möglich Qualität der Lehre gefährdet Alternative Studienformen sollten lediglich FH`s und BA`n anbieten DGWF Jahrestagung

15 Zusammenfassung Alternative Studienformen lehnen sich in vielen Hinsichten an Präsenzstudium (Vollzeit) an: Hochschulzugangsvoraussetzung wird als Voraussetzung weitestgehend beibehalten mangelnde Studienpermissivität Der Präsenzanteil im Studium istähnlich hoch (mit Ausnahmedes Fernstudiums) hohe Belastung für Studierende In der Lehre dominieren nach wie vor Vorlesungen und Seminare. In alternativen Studienformen scheinen multimediale Angebote und Studienliteratur häufiger eingesetzt zu werden als im herkömmlichen Studium Die Studienberatung konzentriert sich in alternativen Studienformen auf die Beratung vor und während des Studiums; die Karriereberatung wird größtenteils nicht angeboten trotz der potenziellen Nachfrage. Die alternativen Studienformen werden von ihren Vertretern tendenziell stärker befürwortet als von den Vertretern des herkömmlichen Studiums. 15

16 Abschließende Betrachtungen Probleme der mangelnden Studienpermissivität bleiben b noch ungelöst: Übergänge Beruf Studium (Anerkennung beruflicher Leistung) Übergänge innerhalb des Studiums Innovative Konzepte der Studienorganisation sind gefragt, um die Vereinbarung zwischen dem Beruf und Studium zu ermöglichen Gesundheitsförderung von Studierenden möglicherweise ein relevantes Forschungs und Praxisthema 16

17 Vielen Dank! Kontaktadressen der Autoren: DGWF Jahrestagung Bochum 17

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