Das sichere Netz. mit Marktübersicht Firewalls. Fünf Firewalls im Test Je einfacher desto sicherer 03

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1 III/2000 Besuchen Sie uns auf der CT-Netze: Halle 9, Stand C1/B2 vom Mai 2000 auf der Internet World: Halle 12, Stand E19 vom Mai 2000 DM 9,80 ÖS 75,- Sfr. 9,80 Mai, Juni, Juli 2000 Das Magazin für Netze, Daten- und Telekommunikation Das Magazin für Netze, Daten- und Telekommunikation Das sichere Netz mit Marktübersicht Firewalls Mai, Juni, Juli und Web im Unternehmen Was der Admin überwachen darf Hacker-Attacken aus dem Internet DDoS war erst der Anfang Fünf Firewalls im Test Je einfacher desto sicherer B ISSN

2 EDITORIAL Georg von der Howen Redakteur 146. AUSGABE DAS GESCHÄFT MIT DER ANGST Während vor einigen Jahren Anbieter von Firewalls noch ohne mit der Schulter zu zucken fünf- bis sechsstellige Beträge für die ersten Versionen ihrer Produkte verlangen konnten, hat sich die Situation gewandelt. Immer mehr Hersteller mit noch mehr Produkten müssen heute um die Gunst der Kunden buhlen und sich nicht nur im Preis, sondern auch durch Funktionalität voneinander absetzen. Dass die meisten Firewalls technisch gesehen ihre Aufgabe erfüllen, ist heute fast selbstverständlich. Doch eine schlecht oder falsch konfigurierte Firewall ist ebenso unsicher wie überhaupt keine Firewall. Da zunehmend auch kleine und mittelständische Unternehmen oft ohne hauseigene Sicherheitsspezialisten den Anschluss an das Internet nicht verpassen möchten, ist hier besonders eine einfache Installation und Administration gefragt. Aus diesem Grund hat sich LANline gemeinsam mit der NSS Group fünf auf dem Markt verbreitete Firewall-Produkte näher angesehen und präsentiert auf acht Seiten die Ergebnisse dieses Vergleichstests. Inzwischen haben auch branchenfremde Unternehmen erkannt, dass IT-Sicherheit eine lukrative Einnahmequelle sein kann. So offeriert beispielsweise ein Finanzdienstleister sicherheitsbewussten Unternehmen ein Versicherungspaket, das E-Commerce- Risiken wie Betriebsunterbrechungen durch Manipulation von Hackern und eigenen Mitarbeitern, Netzwerkausfälle durch fehlerhafte Software oder Fehlfunktionen von Servern abdeckt. Zur Schadenskompensation stellt der Anbieter Deckungssummen von mehreren 100 Millionen Dollar zur Verfügung. Voraussetzung ist jedoch ein Sicherheits-Audit durch einen Gutachter, der die technischen Standards der potentiellen Kunden überprüft. Interessant an diesem Angebot ist vor allem, dass ausdrücklich Schäden durch Mitarbeiter mitversichert werden. Denn vergleicht man verschiedene Studien zu diesem Thema, so haben zwischen 70 und 90 Prozent aller verzeichneten Angriffe den Ursprung im eigenen Betrieb. Was Firmen dagegen unternehmen können, zeigen unter anderem die Beiträge über Verschlüsselung, PKI, Authentisierungsverfahren und VPNs, deren Einsatz durchaus auch in lokalen Netzen Sinn macht. In der Realität ist Sicherheit jedoch zuletzt immer eine Kostenfrage. Denn gute Tools gibt es zur Genüge, jedoch taucht IT-Sicherheit nur selten als elementarer Bestandteil in Business-Plänen auf. Während also der Administrator in der Regel eine gute Vorstellung davon hat, was er zur Absicherung seines Netzes braucht, sieht die Geschäftsführung oft nur Kosten, die zu keiner Umsatzsteigerung führen. Vielleicht helfen hier die medienwirksam aufgearbeiteten Angriffe auf Yahoo, Ebay und Cnn, das Sicherheitsbewusstsein der Entscheider zu schärfen. Und wenn man unserem Artikel über diese DDoS-Attacken glaubt, so war das erst der Anfang. LANline Spezial Das sichere Netz III/2000 3

3 fügen über ausreichend Kapazitäten, um ein solches Verfahmers das Interesse auf Schutz besteht seitens des Arbeitnehren auch innerhalb eines Betriebes implementieren zu kön- Schutz seines Rechts auf Ach- seiner Persönlichkeit, also nen. Die steigende elektronische Abwicklung der Unter- und des Rechts auf freie Entfaltung seiner Menschenwürde nehmenskommunikation läuft tung seiner individuellen Persönlichkeit. dem entgegen. Die ausgehenden Mitarbeiter- s vor Die Grenzen dieses Persönlichkeitsschutzes sind flie- Versendung über das Internet also beispielsweise durch das ßend. Sie müssen jeweils im Scannen eines Proxy-Servers Einzelfall durch eine Güterund Interessensabwägung fest- auf gewisse Stichwörter hin zu überprüfen und gegebenenfalls gestellt werden. Grundsätzlich die Mail an zuständige Stellen gilt dabei, je tiefer eine Maßnahme in die Persönlichkeits- weiterzuleiten, ist nach dem aktuellen Stand der Technik sphäre des Arbeitnehmers eingreift, desto höher sind die An- kein Problem. Allerdings ist dabei insbesondere arbeits- und datengeberinteresse an der Einforderungen, die an das Arbeitschutzrechtlichen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Fer- gestellt werden. Da es für den führung dieser Maßnahmen Die Kommunikation anderer tendienst NSA das Projekt ner können die Informations-, Fall des -Scannings abzufangen und auszuwerten P-415/Echelon ins Leben. Mitwirkungs- und Zustimmungsrechte des Betriebsrats Klärung der Interessenslage noch keine arbeitsgerichtliche ist an sich nichts Neues. Denn Ergebnis des Projekts war nachrichtendienstliche Tätigkeiten von Nationalstaaten gibt Computertechnik in das Implementierung sein. meinen Grundsätze der Zuläs- die Implementierung neuester Hindernisse auf dem Weg zur gibt, muss hier auf die allge- es bereits seit mehr als 80 Jahren. Das Thema rückte durch gabe, die abgefangenen Nachrechts prallen für die Frage der beitsverhaltens der Arbeitneh- Lauschsystem mit der Auf- Im Rahmen des Arbeitssigkeit von Kontrollen des Ar- den Bericht des europäischen Parlaments zur weltweiten nachrichtendienstlichen Tätigkeit ( Interception Capabilities 2000 ) in den Mittelpunkt des Interesses. Diese Veröffentlichung beschreibt ausführlich die Art und das Ausmaß des Abfangens beziehungsweise des Abhörens von internationaler Kommunikation seit Anfang dieses Jahrhunderts. Die Funk- und Radaranlagen der US-Armee können regionale Kommunikationssatelliten abhören Insbesondere wird darin auch die Einführung des so genannten Echelon-Verfahrens lisierten Schlüsselwortliste ab- Scanning-Verfahrens Interes- zurückgegriffen werden. richten mit einer ständig aktua- Zulässigkeit eines - mer durch den Arbeitgeber erklärt. Dieses basiert auf dem zugleichen, um so eine Vorauswahl an potentiell interessanressen des Arbeitnehmers aufne Art der Überwachung, die je sen des Arbeitgebers und Inte- Das -Scanning ist ei- Gedanken, dass aufgrund der steigenden weltweiten Nachrichtenfülle die manuelle Aus- Was in den 80er Jahren den teresse besteht in der Herwortlisten mehr oder weniger ten Nachrichten zu treffen. einander. Das betriebliche In- nach Ausgestaltung der Stichwertung von Nachrichten Geheimdiensten vorbehalten beiführung einer so genannten intensiv sein kann. Des Weiteren hängt die Reichweite des schlichtweg nicht mehr möglich ist. Um dieses Problem zu ber eines Unternehmens mögtet, dass keine das Unterneh- Persönlichkeitsschutzes ent- war, ist nun auch für den Inha- Content-Security. Das bedeu- lösen, rief Mitte der 80er Jahre lich. Die heutigen Computer men gefährdende nach scheidend davon ab, ob es dem der amerikanischen Nachrich- des kommerziellen Markts ver- außen gehen. Demgegenüber Arbeitnehmer erlaubt ist, ne- Analyse entdeckte man ein File mit 888 IP-Adressen, die vermutlich zu angreifenden Computern gehörten, und ein Verzeichnis von weiteren Adressen, die vermutlich auf Schwachstellen gescannt werden sollen. Gerüchte in Usenet-Newsgroups und Slashdot schätzen die Zahl der infizierten Rechner, also der potentiellen Angreifer, auf über EINE NEUE QUALITÄT Beunruhigend erscheinen neben der Wirksamkeit der Angriffe drei weitere Dinge, die bisher nicht so oft erwähnt wurden: Erstens werden die Attacken sehr gut verschleiert und machen eine Rückverfolgung mit herkömmlichen Mitteln fast unmöglich (dazu weiter unten Insidern war diese Methode schon bekannt. Der Probeschuss mittels des Programms Trinoo fand offenbar am 17. Zweitens werden Rechner automa- mehr). Reihe von E-Commerce-Seiten ebenfalls nicht erreichbar, oder die Server sota statt, als ein Server von 227 anderen ten sind nicht mehr das Ergebnis von August 1999 an der Universität Minnetisch behackt solche langen IP-Lis- schienen nur noch im Schneckentempo Rechnern gleichzeitig angegriffen wurde und dadurch zwei Tage lang ausfiel Und drittens steckt hinter jedem An- Handarbeit. zu arbeiten. Die Ursache war ebenso primitiv wie wirkungsvoll: Betroffene (gegen Cnn.com wurden vermutlich nur griff ein ganzes Netzwerk von Rechnern, das Wiederbelebungsfähigkei- Rechner wurden mit Unmassen sinnloser Datenpakete und Anfragen regel- 30 bis 50 Rechner eingesetzt). Bei der recht zugesetzt; die Datenrate erreichte angeblich bis zu 50 GBit/s. Hacker Man nennt derartige Angriffe Denialof-Service-Attacken (DoS-Attacken). Kommando: dds Der Angreifer dringt dabei nicht in das System ein, sondern er versucht es nur irgendwie von der Außenwelt abzuschneiden oder sogar zum Absturz Master 1 Master 2 Master 3 ein oder mehrere zu bringen. Die Verursacher werden Steuerrechner oft nach allen Regeln der Kunst ausfindig gemacht und stillgelegt ; manchmal schließt sich auch noch eine weitere Stillegung vor Gericht mehrere an. Bei den Aktionen im Februar war Daemons Daemons Daemons Daemons Daemons Daemons Hundert das allerdings nicht so einfach möglich, Rechner denn sie wurden koordiniert von einer Vielzahl gehackter Rechner ausgeführt. Wegen der Verteilung der Angriffe auf viele Rechner heißen sie Distributed Denial of Service Attacken oder kurz DDoS-Attacken. Nur durch den gleichzeitigen Angriff mittels vieler Rechner ließen sich solche hohen Datenraten erreichen, die auch große Server lahmlegen. Besuchen Sie uns auf der CT-Netze: Halle 9, Stand C1/B2 vom Mai 2000 auf der Internet World: Halle 12, Stand E19 vom Mai 2000 INHALT Mit handelsüblicher Software können Administratoren den und Web-Verkehr ihrer Mitarbeiter überwachen. Unter welchen Umständen dies zulässig ist, zeigt der Beitrag auf Seite 6. Die Security-Policy ist die Grundlage eines unternehmensweiten Sicherheitskonzepts. Daher sollte sie regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. (Seite 20) SICHERHEITS-KNOW-HOW Netzwerkrecht: Was der Administrator überwachen darf...6 Antiviren-Management: Langer Arm nötig... 9 Backup und Disaster-Recovery: Erste Hilfe nach dem Daten-GAU...14 Security-Policy: Gefahr liegt im Management Austausch sensibler Daten: Stolperstein Bürokratie...22 Risiken durch Y2K-Altlasten: Stunde Null...26 Internet-Zugangskontrolle: Sicherheitslücken verhindern...30 Verschlüsselungsalgorithmen: Die Wahl des richtigen Schlüssels...34 SICHERHEITSTECHNOLOGIE Hacker-Attacken aus dem Internet: DDoS war erst der Anfang...56 Authentisierungsverfahren: Der Schlüssel zum Netz IP Security: Sicherheitsstandard für VPNs...67 Layer-2-Security L2SEC: Sicherer Remote Access...70 Virtuelle Private Netze: Private Daten durch das Internet...74 Trusted Operating Systems: Hochsichere Basis...76 Steganografisches Dateisystem für Linux: Brisante Daten gut versteckt...79 Malicious Code für WAP-Anwendungen Mobile Viren im Telefon...82 Verzeichnisdienste im Sicherheitsumfeld: Das Zentrum des Wissens...85 Das Magazin für Netze, Daten- und Telekommunikation Mai, Juni, Juli 2000 Das Magazin für Netze, Daten- und Telekommunikation und Web im Unternehmen Was der Admin überwachen darf III/2000 Hacker-Attacken aus dem Internet DDoS war erst der Anfang DM 9,80 ÖS 75,- Sfr. 9,80 Mai, Juni, Juli 2000 Das sichere Netz mit Marktübersicht Firewalls Fünf Firewalls im Test Je einfacher desto sicherer B ISSN SICHERHEITSPRODUKTE Sicherheit im Netzwerkbetriebssystem: Novells Sicherheitsstrategie...42 Im Test: Net Recon 3.0 Freundlicher Einbruch...46 Im Test: D-Fence für Windows NT Stacheldrahtzaun für Speichermedien...50 Im Test: Lockdown 2000 Vollschutz für Windows-Systeme SICHERHEITS-KNOW-HOW NETZWERKRECHT Echelon für den Administrator Seit Jahrzehnten hören Nachrichtendienste weltweit Gespräche mit, fangen Faxe und Telegramme ab und lesen beim internationalen -Verkehr mit. Inzwischen können auch Unternehmen die s ihrer Mitarbeiter abfangen und automatisch anhand von Stichwörterlisten überprüfen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die technische Machbarkeit, rechtliche Zulässigkeit und praktische Durchsetzbarkeit dieses Verfahrens. 6 LANline Spezial Das sichere Netz III/ SICHERHEITSTECHNOLOGIE DIGITALES SPERRFEUER Denial-of- Service-Attacken Angriffe auf populäre Websites wie Yahoo, Buy.com, Amazon, Zdnet, Ebay, E-Trade, Datek, Msn.com und Cnn.com lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit schlagartig auf neuartige Hacker-Werkzeuge, deren Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden sollte. Der folgende Artikel beschreibt, wie solche Angriffe arbeiten, wie sie in Zukunft aussehen und was man dagegen unternehmen könnte. m 7. Februar 2000 verschwand die AWeb-Seite Yahoo plötzlich von der Bildfläche. Wenig später waren eine LANline Spezial Das sichere Netz III/2000 Schematischer Ablauf eines DDOS-Angriffs 56 4 LANline Spezial Das sichere Netz III/2000

4 VERGLEICHSTEST: FIREWALLS Firewall auferlegte Restriktionen auszuschalten. Einer der wichtigsten Vorteile einer effektiven Firewall ist, dass sie der Außenwelt nur eine einzige IP-Adresse preisgibt und dadurch die wirkliche Struktur des Unternehmensnetzes vor neugierigen Augen schützt. Dabei sollte eines von Anfang an klar sein: Eine Firewall kann nicht nur ein Unternehmensnetz vor unautorisiertem Zugang über das Internet schützen. Sie kann auch unbefugten Zugang zu einem bestimmten Subnetz, Arbeitsgruppe oder Netzwerk innerhalb eines Unternehmens abwehren. Zahlen des FBI vermuten, dass 70 Prozent aller Sicherheitsprobleme ihren Ursprung innerhalb des Unternehmens haben. Wenn bei- von Systemen, die definierte Zugangsregeln zwischen zwei Netzwerken durchsetzt und daher als eine Implementation einen eigenen Server hat, kann eine Firespielsweise die Entwicklungsabteilung Monaten Hacker versucht haben, über einer Sicherheitsrichtlinie betrachtet wall diesen Server und die Arbeitsstationen der Abteilung vor Zugriffen aus den das Internet in ihr Unternehmensnetzwerk einzudringen. Dies ist umso beunrewall nur so gut ist wie die Sicherheits- restlichen Bereichen der Firma schützen. werden sollte. Daraus folgt, dass eine Firuhigender, da die meisten dieser Einbrüche gar nicht bemerkt werden. So ver- ebenfalls richtig, dass eine komplett si- weiterhin ein Teil des unternehmensweirichtlinie, die sie umsetzt. Jedoch ist es Trotzdem ist die abgesicherte Abteilung liefen beispielsweise 88 Prozent der chere Firewall für ihre Benutzer nicht immer transparent ist. Dies führt dann in der Betrachtet man die heute auf dem ten Netzes. Attacken erfolgreich, die von der Defence Information Systems Agency auf 9000 Praxis dazu, dass Benutzer versuchen, Markt erhältlichen Firewall-Produkte, so Systeme des US Department of Defence die unternehmensweite Sicherheitsrichtlinie zu umgehen, um einige durch die ren unterscheiden: lassen sie sich nach drei Hauptarchitektu- gefahren wurden. Dabei bemerkten die angegriffenen Organisationen in weniger als ein Zwanzigstel der Fälle die Attacken. Von diesen fünf Prozent reagierten wiederum nur fünf Prozent auf die Testaufbau Angriffe. Die NSS Group entwickelte den Firewall-Test, um sicherzustellen, dass die Testkandidaten einen grundlegenden Schutz vor ein Zahl von bekannten bösartigen Angriffen sowohl Kein System kann jemals vollkommen innerhalb eines Unternehmens als auch von außen bieten. sicher sein. Jedoch muss es so abgesichert sein, dass es zumindest den Gele- DMZ und externes (Internet) Segment darstellten. Rechner im externen Netz repräsentierten Die Testinstallation bestand aus drei Subnetzen, die jeweils ein internes (geschütztes), genheits-hacker erfolgreich abschreckt. Root-DNS-Server, externe Web-Server sowie FTP- und Mail-Server. PCs im internen Netz Für diesen Zweck gibt es zahlreiche stellten unternehmensweite Web-, FTP-, DNS-, Mail- und Fileserver dar. Diejenigen Webund FTP-Dienste, die öffentlich zugänglich sein sollten, wurden im DMZ-Subnetz platziert. Tools auf dem Markt, die das Unternehmensnetz vor ungebetenen Gästen schüt- vollständig auf den Schutz durch die Firewall, die die einzige Verbindung zwischen DMZ, Die Rechner im internen und DMZ-Netz wurden nicht abgesichert, sondern verließen sich zen sollen. Das bekannteste und am häufigsten eingesetzte Werkzeug ist die Fire- Netz übernahm ein einfacher Router, auf dem kein Paketfilter aktiv war. Der vollständige internem und externem Netz darstellte. Die Verbindung zwischen Firewall und externem wall. Schutz sollte von der Firewall gewährleistet werden, die eingehende Web- und FTP-Anforderungen auf die DMZ und SMTP-Verkehr vom ISP zum -Server des Unternehmens beschränkte. Split-DNS wurde sofern verfügbar eingesetzt. Ausgehenden Verkehr DEFINITION Es gibt zahlreiche Definitionen des Begriffs Firewall, doch die Ein Netzwerkmonitor, Protokoll-Analyzer und Security-Monitor wurden jeweils in den beschränkten wir auf Web, FTP und . vielleicht einfachste ist ein Mechanismus, um ein vertrauenswürdiges Netztration- und Denial-of-Service-Attacken durch. Zum Einsatz kamen hier standardisierte und drei Segmenten installiert. Die Hacker-Maschine führte anschließend eine Reihe von Penewerk vor einem nicht-vertrauenswürdigen Netzwerk zu schützen. Eine Fire- proprietäre Firewall-Scanning-Tools. Für jedes der Subnetze wurde die komplette Testreihe wiederholt. wall ist also ein System oder eine Gruppe 90 LANline Spezial Das sichere Netz III/2000 INHALT FOKUS FIREWALLS Vergleichstest Firewalls: Je einfacher, desto sicherer...90 Bridge- versus Router-Firewall: Firewall in den Bell Labs Buchbesprechung: Firewalls: Einführung, Praxis, Produkte Desktop-Firewalls: Schutzengel am Arbeitsplatz Marktübersicht: Firewalls Anbieterübersicht RUBRIKEN Editorial...3 Impressum Inserentenverzeichnis Fax-Leser-Service FOKUS FIREWALLS 90 Die stillen Wächter des LANs Die Wahl der richtigen Firewall für das Unternehmensnetz ist ebenso Vertrauenssache wie eine Frage des persönlichen Geschmacks. Um Administratoren die Qual der Wahl etwas zu erleichtern, testete die NSS Group in England für LANline fünf Firewalls von Borderware, Cisco, Cyberguard, Network Associates und Axent. n einer kürzlich von der NCSA durchgeführten Studie gab einer aus fünf I Befragten zu, dass in den letzten zwölf LANline Spezial Das sichere Netz III/2000 5

5 SICHERHEITS-KNOW-HOW NETZWERKRECHT Echelon für den Administrator Seit Jahrzehnten hören Nachrichtendienste weltweit Gespräche mit, fangen Faxe und Telegramme ab und lesen beim internationalen -Verkehr mit. Inzwischen können auch Unternehmen die s ihrer Mitarbeiter abfangen und automatisch anhand von Stichwörterlisten überprüfen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die technische Machbarkeit, rechtliche Zulässigkeit und praktische Durchsetzbarkeit dieses Verfahrens. Die Kommunikation anderer abzufangen und auszuwerten ist an sich nichts Neues. Denn nachrichtendienstliche Tätigkeiten von Nationalstaaten gibt es bereits seit mehr als 80 Jahren. Das Thema rückte durch den Bericht des europäischen Parlaments zur weltweiten nachrichtendienstlichen Tätigkeit ( Interception Capabilities 2000 ) in den Mittelpunkt des Interesses. Diese Veröffentlichung beschreibt ausführlich die Art und das Ausmaß des Abfangens beziehungsweise des Abhörens von internationaler Kommunikation seit Anfang dieses Jahrhunderts. Insbesondere wird darin auch die Einführung des so genannten Echelon-Verfahrens erklärt. Dieses basiert auf dem Gedanken, dass aufgrund der steigenden weltweiten Nachrichtenfülle die manuelle Auswertung von Nachrichten schlichtweg nicht mehr möglich ist. Um dieses Problem zu lösen, rief Mitte der 80er Jahre der amerikanischen Nachrichtendienst NSA das Projekt P-415/Echelon ins Leben. Ergebnis des Projekts war die Implementierung neuester Computertechnik in das Lauschsystem mit der Aufgabe, die abgefangenen Nachrichten mit einer ständig aktualisierten Schlüsselwortliste abzugleichen, um so eine Vorauswahl an potentiell interessanten Nachrichten zu treffen. Was in den 80er Jahren den Geheimdiensten vorbehalten war, ist nun auch für den Inhaber eines Unternehmens möglich. Die heutigen Computer des kommerziellen Markts verfügen über ausreichend Kapazitäten, um ein solches Verfahren auch innerhalb eines Betriebes implementieren zu können. Die steigende elektronische Abwicklung der Unternehmenskommunikation läuft dem entgegen. Die ausgehenden Mitarbeiter- s vor Versendung über das Internet also beispielsweise durch das Scannen eines Proxy-Servers auf gewisse Stichwörter hin zu überprüfen und gegebenenfalls die Mail an zuständige Stellen weiterzuleiten, ist nach dem aktuellen Stand der Technik kein Problem. Allerdings ist dabei insbesondere arbeits- und datenschutzrechtlichen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Ferner können die Informations-, Mitwirkungs- und Zustimmungsrechte des Betriebsrats Hindernisse auf dem Weg zur Implementierung sein. Im Rahmen des Arbeitsrechts prallen für die Frage der Zulässigkeit eines - Scanning-Verfahrens Interessen des Arbeitgebers und Interessen des Arbeitnehmers aufeinander. Das betriebliche Interesse besteht in der Herbeiführung einer so genannten Content-Security. Das bedeutet, dass keine das Unternehmen gefährdende nach außen gehen. Demgegenüber Die Funk- und Radaranlagen der US-Armee können regionale Kommunikationssatelliten abhören besteht seitens des Arbeitnehmers das Interesse auf Schutz seiner Persönlichkeit, also Schutz seines Rechts auf Achtung seiner Menschenwürde und des Rechts auf freie Entfaltung seiner individuellen Persönlichkeit. Die Grenzen dieses Persönlichkeitsschutzes sind fließend. Sie müssen jeweils im Einzelfall durch eine Güterund Interessensabwägung festgestellt werden. Grundsätzlich gilt dabei, je tiefer eine Maßnahme in die Persönlichkeitssphäre des Arbeitnehmers eingreift, desto höher sind die Anforderungen, die an das Arbeitgeberinteresse an der Einführung dieser Maßnahmen gestellt werden. Da es für den Fall des -Scannings noch keine arbeitsgerichtliche Klärung der Interessenslage gibt, muss hier auf die allgemeinen Grundsätze der Zulässigkeit von Kontrollen des Arbeitsverhaltens der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber zurückgegriffen werden. Das -Scanning ist eine Art der Überwachung, die je nach Ausgestaltung der Stichwortlisten mehr oder weniger intensiv sein kann. Des Weiteren hängt die Reichweite des Persönlichkeitsschutzes entscheidend davon ab, ob es dem Arbeitnehmer erlaubt ist, ne- 6 LANline Spezial Das sichere Netz III/2000

6 SICHERHEITS-KNOW-HOW ben geschäftlichen s auch private zu verschicken. Gestattet der Arbeitgeber die Versendung von privaten Mails, ist sowohl unter dem Aspekt des Rechts am eigenen Wort als auch unter dem Aspekt der Eigensphäre der Persönlichkeitsschutz des Arbeitnehmers sehr weitreichend. Doch auch soweit lediglich die Versendung von dienstlichen gestattet ist (was ohne weiteres arbeitsrechtlich zulässig ist), entfällt der Persönlichkeitsschutz des Arbeitnehmers keinesfalls generell. Die Rechtsprechung des BVerfG zum Schutz der Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers im Rahmen des Abhörens von dienstlichen Telefongesprächen ist insoweit wohl entsprechend anzuwenden. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass solch ein technisches Verfahren beim Arbeitnehmer das Gefühl ständiger Überwachung bewirken kann. Der entstehende Überwachungsdruck stellt einen erheblichen Eingriff in schutzwürdige Persönlichkeitsinteressen des Arbeitnehmers dar. Das Interesse des Arbeitgebers an der Sicherstellung einer sorgfältigen Arbeitserfüllung als auch an einer Content-Security dürften in aller Regel nicht geeignet sein, die Interessen des Arbeitnehmers am Schutz seiner Persönlichkeit zu überwiegen. Das gilt für den Fall, dass lediglich die Versendung von dienstlichen s gestattet ist, erst recht aber dann, wenn der private - Versand nicht verboten ist. Der Datenschutz durch das BDSG wird durch ein so genanntes präventives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt verwirklicht. Die Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten ist nur dann zulässig, wenn sie gesetzlich gestattet ist oder der Betroffene sich mit ihr einverstanden erklärt hat. Ziel des Datenschutzes ist die Vermeidung von übermäßigen Eingriffen in die Persönlichkeitssphäre des Betroffenen. Aufbau und Grundgedanken des Datenschutzrechts bezwecken einen weitreichenden Schutz. Dementsprechend ist der Begriff personenbezogene Daten sehr weitreichend. Nicht betroffen sind lediglich Daten, die keinen Bezug zu dem Betroffenen aufweisen. So sind nach dem BAG sogar durch eine Telefonanlage aufgezeichnete Angaben über die von einer Nebenstelle geführten Gespräche eines bestimmten Arbeitsnehmers personenbezogene Daten. Das E- Mail-Scanning untersteht daher ebenfalls den datenschutzrechtlichen Vorschriften. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die ausgehenden E- LANline Spezial Das sichere Netz III/2000 7

7 SICHERHEITS-KNOW-HOW Mails eines Arbeitnehmers registriert, sondern es wird zusätzlich noch der Inhalt dieser Mails verarbeitet und gegebenenfalls weitergeleitet. Das BDSG gestattet unter anderem eine Verarbeitung, soweit dies zur Wahrung berechtigter Interessen der speichernden Stelle erforderlich ist. Das betriebliche Content-Security-Interesse ist als berechtigtes Interesse in diesem Sinne anzusehen. Eingeschränkt wird diese Gestattung jedoch durch das Erfordernis, dass überwiegende schutzwürdige Belange des Betroffenen nicht beeinträchtigt werden. Die Gestattung greift nicht, wenn das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen im Einzelfall stärker wiegt als das Interesse des Arbeitgebers. Es ist wiederum eine Abwägung von Interessen des Arbeitgebers und des betroffenen Arbeitnehmers vorzunehmen. Wie schon bei der Abwägung unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten tendiert auch hier die Abwägung zugunsten des Persönlichkeitsschutzes des Arbeitnehmers, auch wenn der Versand privater s verboten ist. Noch nicht abschließend geklärt ist, ob Unternehmen mit selbst betriebenen Nebenstellenanlagen dem Fernmeldegeheimnis unterfallen, welches durch Vorschriften des Telekommunikationsgesetzes und des Strafgesetzbuchs geschützt ist. Entscheidend dürfte für die Beurteilung dieser Frage sein, ob den Mitarbeitern das Senden und Empfangen privater s arbeitsrechtlich gestattet ist, da die Mitarbeiter in diesen Fällen als Dritte gemäß Paragraph 3 Nr. 5 TKG angesehen und das Unternehmen als geschäftsmäßige Betreiber von Nebenstellenanlagen des Intranets beurteilt werden können. Dies steht im Einklang mit der Begründung zum Telekommunikationsgesetz, nach der Nebenstellenanlagen dem Fernmeldegeheimnis unterliegen sollen, soweit sie den Beschäftigten zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Gelangt man zu der Anwendbarkeit dieser Vorschriften, so ist eine Mitprotokollierung der privaten -Kommunikation von Mitarbeitern im Unternehmen unzulässig. Dieser Schluss lässt sich übrigens analog auf die Überwachung der Web-Nutzung von Mitarbeitern anwenden. Sowohl hinsichtlich des Persönlichkeitsschutzes als auch hinsichtlich des Schutzes des Fernmeldegeheimnisses kann der Schutz durch eine Einwilligung des Betroffenen aufgehoben und Maßnahmen dadurch zulässig werden. Da die Einwilligung des Arbeitnehmers unter anderem auch unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten notwendig ist, sollte dabei die Form des Paragraphen 4 Absatz 2 BDSG gewahrt werden. Wird also die Einwilligung aller betroffenen Mitarbeiter eingeholt, so steht der Implementierung eines E- Mail-Scanning-Systems nichts mehr im Wege. MITWIRKUNG DES BE- TRIEBSRATS Unabhängig von der rechtlichen Zulässigkeit der Einführung eines - Scanning-Systems unter den obigen Voraussetzungen werden jedoch in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten aufgrund der Mitwirkung des Betriebsrats an der Systemeinführung zu erwarten sein. Nach Paragraph 87 Absatz 1 Nr. 6 BetrVG hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Grundgedanke dieser Regelung ist, dem Betriebsrat bei Einführung und Anwendung von technischen also automatisierten Überwachungssystemen ein Mitbestimmungsrecht einzuräumen, da solche Einrichtungen stark in den persönlichen Bereich des Arbeitnehmers eingreifen. Da insbesondere die moderne Datenverarbeitungstechnologie vielfältige Gefahren für das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen in sich birgt, ist gerade bei solchen Systemen die Reichweite dieses Mitbestimmungsrechts sehr weit. Das BAG hat ein solches Mitbestimmungsrecht sogar bei der Einführung einer Telefonanlage angenommen, die Telefondaten der vom Arbeitnehmer geführten Telefongespräche erfasst. Berücksichtigt man dies sowie den Wortlaut und den Grundgedanken der Regelung, wird man in jedem Falle ein Mitbestimmungsrecht bei der Einführung eines -Scanning-Systems annehmen müssen, da hier über die Erfassung der Versendedaten hinaus sogar noch der Inhalt der Mails erfasst und kontrolliert wird. Von den Arbeitnehmern wird ein solches System in der Regel wohl als Zensur verstanden werden. Die Erzwingung der Einführung über die Einigungsstelle dürfte dann auch kein leichter Weg sein. Im Falle des Gestattens privaten - Verkehrs überwiegt ohne Zustimmung der Arbeitnehmer das Persönlichkeitsrecht in jedem Falle. (Georg Schröder, Thomas Griebel/gh) Rechtsanwalt Dr. Georg Schröder ist Mitglied der IT- Legal Working Group der Rechtsanwaltssozietät Heuking Kühn Luer Heussen Wojtek im Büro München. Er hat sich auf die noch jungen Rechtsgebiete Internet-Recht und Cyberlaw spezialisiert. Daneben ist er in allen Bereichen des EDV-Rechts mit Schwerpunkt in der Vertragsgestaltung vor allem von Lizenz- und Projektverträgen tätig. 8 LANline Spezial Das sichere Netz III/2000

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