Risikomanagement Risikomanagement in Projekten

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1 AVIATION Division Risikomanagement Risikomanagement in Projekten Quality Manager AVIATION Division Stephan Riechmann

2 Agenda Einführung und Begriffe Risikobeurteilung Risiko-Identifizierung Risikoeinschätzung Risikobewältigung Plan Risikoakzeptanz Act Do Risikokommunikation Erfahrungen aus der Einführung eines Risikomanagementsystems Check 2

3 Einführung und Begriffe Was bedeutet Risiko? In der Umgangssprache erscheint Risiko oft gleichbedeutend mit Gefahr ('gefühlte Gefahr'). Oft auch besteht die Tendenz, wesentliche Risiken zu vernachlässigen und nur das nächstliegende zu betrachten. Es gibt immer ein Restrisiko! Fehleinschätzungen von Risiken können jedoch immer negative und gravierende Auswirkungen haben. Zitat: Wer wagt, gewinnt - außer er verliert. Risikomanagement ist der planvolle (systematische) Umgang mit Risiken. PLAN DO CHECK - ACT 3

4 Einführung und Begriffe Begriffe im Risikomanagement Wahrscheinlichkeit - Jahreswahrscheinlichkeit - Fallwahrscheinlichkeit - Häufigkeit Ereignis (plötzlich) Kombination von Umständen Entwicklung (allmählich/ schleichend) Ereignis, das sich langsam einstellt Gefährdung potentielle Schadensquelle, Bedrohungsursache / -auslöser Objekt Mensch, System, Organisation, Umwelt Gefahr potentielle Bedrohung von Zielen / Sicherheitsfunktionen (Objekten) Risiko Kombination von Wahrscheinlichkeit und Auswirkung eines Ereignisses Einschätzung des Szenarios nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung Auswirkung - quantitativ - qualitativ z.b. Personen- / Sach- / Vermögensschäden 4

5 Einführung und Begriffe Planung Risikomanagement (z.b. beim Projektstart) Risikoerfassung/ -beurteilung / -analyse Lessons Learned Sind Risiken / Maßnahmen auf andere Projekte innerhalb der Organisation übertragbar? Risiko-Kommunikation (z.b. in Meetings, interne Wikipedia) Act Plan Risikomanagement in Projekten Check Do Inplementierung von Maßnahmen zur Risikobewältigung / - minimierung sowie Risikoakzeptanz 5 Kontinuierliche Risikoüberwachung Neue oder veränderte Risiken?

6 Einführung und Begriffe Das Risikomanagement wird bei FERCHAU in zwei Bausteine untergliedert: projektübergreifende Risiken projektbezogene Risiken 6

7 Einführung und Begriffe 7

8 Einführung und Begriffe Normenreihen zum Risikomanagement ISO oder ONR ff ONR Anforderungen an die Qualifikation des Risikomanagers ONR Leitfaden für das Risikomanagement ONR Leitfaden für die Einbettung des Risikomanagements in das Mgt. System ONR Elemente des Risikomanagement-Systems ONR Begriffe und Grundlagen 8 [ Diese Präsentation basiert auf den Vorgaben der ONR ff ]

9 Risikobeurteilung Risikoanalyse Risikoidentifizierung / -erkennung Konzentration auf Wesentlichkeit und Vollständigkeit Methoden: Hilfsmittel: Brainstorming, Ishikawa/ 5M-Methode/ Fischgräten- Diagramm, Expertenbefragung, Workshop, etc. Gefahrenlisten, Checklisten 9

10 Risikobeurteilung Risikoanalyse Risikoidentifizierung / -erkennung Allgemeines Modell: ( Ishikawa ) Angepasstes Modell: für Engineering Services Material Maschine Eingangsdaten Infrastruktur Empfehlung: Anpassung! 10 Mensch Methode Mitwelt Mensch Methode (Prozess) Umwelt

11 Risikobeurteilung Risikoanalyse (Risikoidentifizierung / -erkennung) Motivation Betriebsklima Mensch (Führung) Qualifikation Training Material (Hilfsmittel) Verfügbarkeit Klima(Luft) Akustik (Schall) Nahrung Führung Mitwelt (Betrieb) Zielstellung Feedback Flexibilität Leistung Effektivität Angemessenheit Methode (Arbeitstechnik) Stellenbesetzung Krankenstand Verfügbarkeit Qualität Angemessenheit Zuverlässigkeit Moderni -sierung Leistung Maschine (System) Wartung Reparatur freundlich Verfügbarkeit mögliche Risiken 11

12 Risikobeurteilung Risikoanalyse Risikoidentifizierung / -erkennung Umsetzung bei FERCHAU AVIATION Tool F302 Risk Assessment 12

13 Risikobeurteilung Risikoanalyse Risikoeinschätzung Risiko als Kombination von Wahrscheinlichkeit (z.b. Jahres- / Fall-Wahrscheinlichkeit ) und Auswirkung (Einteilung in Auswirkungsklassen, quantitativ / qualitativ ) Einbezug vertiefender Methoden zur Risikoanalyse (z.b. FMEA, Fehlerbaum ) 13

14 Risikobeurteilung Risikoanalyse Risikoeinschätzung Tragweite bei Eintreten der Gefährdung (des Risikos) Einschätzung der Auswirkung auf den Kunden / das Projekt / die Ziele T Einstufung Definition 1 unbedeutend Die Auswirkungen des Risikos sind so gering, dass sie das Budget nicht belasten. Das Vertrauen der Kunden wird nicht beeinträchtigt. 3 gering Die Auswirkungen des Risikos sind gering, sie belasten das Budget, wirken sich aber nicht erheblich auf den Jahresgewinn aus. Das Vertrauen der Kunden wird temporär geringfügig geschädigt. 5 spürbar Der Jahresgewinn des GB AV wird durch das Risiko sichtbar vermindert. Das Vertrauen der Kunden wird temporär stark geschädigt. 8 kritisch Die Kosten erreichen die Höhe des Jahresgewinns des GB AV. Das Vertrauen der Kunden wird nachhaltig geschädigt katastrophal Die Kosten erreichen die Höhe mehrerer Jahresgewinne des GB AV. Das Vertrauen der Kunden wird zerstört.

15 Risikobeurteilung Risikoanalyse Risikoeinschätzung Risiko-Eintrittwahrscheinlichkeit Einschätzung der Eintrittwahrscheinlichkeit der jeweiligen Gefährdungen (Risiken) T Einstufung Definition 1 unwahrscheinlich Risiko tritt einmal in 100 Projekten auf 3 sehr selten Risiko tritt einmal im Verlauf von 20 Projekten auf 5 selten Risiko tritt einmal im Verlauf vom 10 Projekten auf 8 möglich Risiko tritt einmal im Verlauf von 5 Projekten auf 10 häufig Risiko wird mindestens einmal im Projekt auftreten 15

16 Risikobeurteilung Risikoanalyse Risikoeinschätzung Risikogröße [RS] = Eintrittwahrscheinlichkeit [W] x Tragweite [T] RS = W x T Umsetzung bei FERCHAU AVIATION Tool F302 Risk Assessment 16

17 Risikobeurteilung Risikobewertung Begriffe: vertretbare Risiken Schutzziel Restrisiko keine weiteren Maßnahmen, Ziele nicht gefährdet maximales vertretbares Risiko, Risikotoleranzgrenze verbleibendes Risiko, nach Realisierung aller Minderungsmaßnahmen Ziel: Restrisiko < Schutzziel Schutzziel Eintrittswahrscheinlichkeit niedrig hoch Toleranzbereich existenzbedrohende Risiken 17 vertretbare Risiken gering hoch Auswirkungen quantitativ / qualitativ

18 Risikobeurteilung Risikobewertung Zusammenwirken von Einzelrisiken zu einem Gesamtrisiko Korrelation von Risiken mit gegenseitiger Abhängigkeit Korrelation von Risiken R1 R2 R3 R4 R5 R ,7 R Risiken unabhängig +1 Eintritt Risiko 1 fördert Eintritt Risiko 2-1 Eintritt Risiko 1 schließt Eintritt Risiko 2 aus R R R5 +0,

19 Risikobeurteilung Risikobewertung Darstellung in Form eines Risikoportfolios Eintrittswahrscheinlichkeit niedrig hoch Risiko 5 Risiko 2 Risiko 1 Risiko 3 Risiko 4 19 gering hoch Auswirkungen quantitativ / qualitativ

20 Risikobewältigung Risikobewältigung Risikovermeidung Risikominderung Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit Verringerung der Auswirkungen Warnung/ Ausbildung/ Schulung Kommunikation des Restrisikos Risiko-Transfer (z.b. Versicherungen) 20

21 Risikobewältigung Das 3 Stufen Modell 1. Risikovermeidung (Anpassung der Realisierungsstrategie) Die Bewältigung von existenzbedrohenden Risiken (nicht vertretbaren Risiken) sollte durch Anpassung der Strategie bzw. der Funktionen, Rollen und Aufgaben erfolgen 2. Risikominderung Maßnahmen zur Verminderung der Eintrittswahrscheinlichkeit (Risikoursache / -quelle) Begrenzung der Auswirkungen Auch Risikotransfer, z.b. an Versicherungen kalkulierbare Fixkosten 3. Warnungen, Instruktionen und Ausbildung Bei nicht vertretbaren Restrisiken müssen die betroffenen Personen nachweislich entsprechend instruiert / ausgebildet werden. Z.B. Sicherheitsunterweisungen, sonstige Schulungen 21

22 Risikobewältigung Risikobeminderung Risiko 1 Eintrittswahrscheinlichkeit niedrig hoch Risiko 5 Risiko 2 Risiko 4 Risiko 3 22 gering hoch Auswirkungen quantitativ / qualitativ

23 Risikobewältigung Priorisierung der Risikominderungsmaßnahmen A B dringend und wichtig [Die geplanten Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen sind unbedingt und schnellst möglichst umzusetzen.] wichtig [Die geplanten Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen sind unbedingt umzusetzen, allerdings ist der genaue Zeitpunkt der Umsetzung noch zu definieren.] dringend C C A B 23 C bekannt, zur Zeit keine Umsetzung notwendig [Das Risiko wurde bewertet. Die Umsetzung entsprechender Korrekturund Vorbeugungsmaßnahmen ist zur Zeit nicht erforderlich.] wichtig

24 Risikobewältigung Risikobeminderung Risikominderungsmaßnahmen Umsetzung bei FERCHAU AVIATION Tool F302 Risk Assessment last but not least: Risikotransfer z.b. durch Versicherungen 24

25 Risikoakzeptanz Risikoakzeptanz Wenn der Aufwand der Minderungsmaßnahmen den Nutzen hinsichtlich der Risikobewältigung übersteigt, kann ein zumutbares Restrisiko auch akzeptiert werden. Aufwand Nutzen 25

26 Risikokommunikation Lessons Learnt Übertragung von Erkenntnissen von Risiken / Maßnahmen aus anderen Projekten auf Projekte im eigenen Verantwortungsbereich Gezielte Information anderer Projektleiter über Risiken / Maßnahmen nach Projektabschluss und bei auch bei Teilprojektabschlüssen sollten Kurzberichte zu Risiken / Maßnahmen veröffentlicht werden (z.b. WIKIPEDIA im Intranet ) etc. 26

27 Erfahrungen aus der Einführung des Risikomanagementsystems Erfolgsfaktor: Prozessakzeptanz bei den Anwendern Akzeptanz Prozessdefinition Anwendung, weil Vorgabe Nutzen wird mehr und mehr erkannt Prozess-Review unter Beteiligung der Anwender Integration von - financial Impact - Priorisation of Mitigation Actions in den Risk Management Process Zeit Betroffene zu Beteiligten machen!

28 Erfahrungen aus der Einführung des Risikomanagementsystems Implementierungshinweise Wenn Risikominderungsmaßnahmen nicht greifen, nicht das Risikomanagementsystem in Frage stellen! Eine Systemeinführung braucht Zeit (vgl. Folie 31)! Die Qualität eines Risikomanagementsystems entspricht der Ernsthaftigkeit seiner Anwendung! Risk Analysis & Mitigation Action Plan wird vom Kostenstellenverantwortlichen freigegeben Eskalationsverfahren / Alarmierungsverfahren in den Prozess integrieren 28

29 Haben Sie Fragen? Projektmanagement ist wie Autofahren mit Blick in den Rückspiegel, Risikomanagement erlaubt den Blick durch die Frontscheibe! 29 Stephan Riechmann Quality Manager AVIATION Division +49 (0)

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