Riskikomanagement. No risk, no fun? No risk, no project! PROJEKTMANAGEMENT I Risikomanagement

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1 Riskikomanagement No risk, no fun? No risk, no project! Risikomanagement 1

2 Ein paar Fragen zum Start Was sind Risiken? Wie gehen Sie mit Risiken um? Welche Bedeutung hat das Risiko in einem Projekt? Risikomanagement 2

3 Was ist ein Risiko? Ein Risiko ist ein Problem, das erst noch auftreten muss Ein Problem ist ein Risikoereignis, das bereits aufgetreten ist. Risiko ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen davon, ein Projektziel nicht zu erreichen [H. Kerzner] Risikomanagement 3

4 Kosten und Terminplanüberschreitungen in Projekten verursacht durch Unzureichendes Budget und/oder Terminplan für gefordertes Leistungsniveau Fehlende Anforderungsanalyse oder Zusage für benötigte Ressourcen Unausgewogene Sicht auf Zeit/Kosten/Inhalt Entwurf an Grenzen der technischen Machbarkeit Risikomanagement 4

5 Umgang mit Risiko Definiert z.b. durch Vertragliche Anforderungen Risikobereitschaft der Stakeholder Risikobereitschaft des Projektmanagers Beeinflusst z.b. durch Zufriedenheit beim Nutzer, wenn sich das Risiko auszahlt Geldwert, wenn das Risikoereignis eintritt (z.b. Konventionalstrafe) Risikomanagement 5

6 Risikomanagement Prozessgruppe Initiierung Planung Ausführung Überwachung & Steuerung Abschluß Aktivität 1. Risikomanagement planen 2. Risiken identifizieren 3. Qualitative Risikoanalyse durchführen 4. Quantitative Risikoanalyse durchführen 5. Risikobewältigungsmaßnahmen planen 1. Risiken überwachen und steuern Risikomanagement 6

7 Was ist Risikomanagement Eine systematische Vorgehensweise, über Korrekturmassnahmen nachzudenken, bevor ein Problem auftritt Risikomanagement ist das Gegenteil von Krisenmanagement Eine Lösung für ein Problem zu finden/zu haben, für den Fall, dass ein Problem auftritt Risikomanagement 7

8 Definition: Projektrisiko Ein unsicheres Ereignis oder eine Bedingung, dessen/deren Eintreten eine positive oder negative Auswirkung auf mindestens ein Projektziel hat Charakterisiert durch drei Komponenten Ereignis Wahrscheinlichkeit des Auftretens Auswirkungen Risikomanagement 8

9 Warum Risikomanagement? Versuch, das Auftreten von Problemen zu vermeiden, oder deren Auswirkungen zu minimieren Absicherung des Projekterfolgs Ausnutzen positiver Ereignisse Schadensbegrenzung negativer Ereignisse Keine Überraschungen - No Surprises! Vermeidung von Krisenmanagement Risikomanagement 9

10 Risikomanagement in Projekten Beinhaltet Risikomanagementplanung Risikoidentifikation Qualitative Risikoanalyse Quantitative Risikoanalyse Risikobewältigungsplanung Risikoüberwachung und - steuerung Risikomanagement 10

11 Risikomanagementplan Wie wird Risikomanagement für das Projekt strukturiert und durchgeführt Beschreibt Methodologie Rollen und Verantwortlichkeiten Budgetierung Zeitliche Planung Risikokategorien Definition der Risikowahrscheinlichkeit und -auswirkung Risikomanagement 11

12 Beispiel: Risikokategorien Technisch Anforderungen, Technologie, Komplexität, Extern Auftragnehmer, Lieferanten, Markt, Kunde, Organisationsorientiert Priorisierung, Abhängigkeiten, Finanzierung, Projektmanagement Schätzung, Planung, Steuerung, Risikomanagement 12

13 Risikoidentifikation Welche Risiken beinhaltet das Projekt Quelle und Auswirkungen Kategorisierung nach Risikomanagementplan Technisch, Extern, Organisation, Projektmanagement Ergebnis wird im Risikoregister dokumentiert Risikoidentifikation als iterativer Prozess Neue Risiken manifestieren sich u.u. (mit Sicherheit) im Projektverlauf Risikomanagement 13

14 Risikoidentifikation: Methoden & Werkzeuge Dokumentationsüberprüfung Informationssammlung Befragungen, Brainstorming, DELPHI-Methode, Analysen von Checklisten Frühere Projekte, historische Daten, Annahmenanalyse Diagrammmethoden Ursache-Wirkung, Prozessablauf, Risikomanagement 14

15 Risikoregister Liste identifizierter Risiken Grundursache von Risiken Liste der möglichen Bewältigungsmassnahmen Aktualisierte Risikokategorien Risikomanagement 15

16 Qualitative Risikoanalyse Dient der Priorisierung identifizierter Risiken Eintrittswahrscheinlichkeit des Ereignisses Auswirkungen auf Projektziele Kosten/Termin/Inhalt & Umfang/Qualität Eintrittswahrscheinlichkeit & Auswirkung bestimmen Priorität Welche Risiken müssen bewältigt werden? Risikomanagement 16

17 Beispiel: Risikoauswirkung Risikomanagement 17

18 Beispiel: Risikowahrscheinlichkeit Numerische Bewertung der Auswirkungen / Impacts Risikomanagement 18

19 Priorisierung von Risiken Welche Risiken müssen vorrangig bewältigt werden? Aufteilung nach Auswirkungen auf Kosten, Zeit, Inhalt & Umfang, Qualität Welches Risikoniveau ist die Organisation bereit zu tragen? Was sind die Top 10 Risiken, die bewältigt werden müssen? Gehören auf die Agenda jedes Status Meetings Risikomanagement 19

20 Quantitative Risikoanalyse Zuweisung einer numerischen Einstufung Ziel z.b.: Wie wahrscheinlich werden Projektziele erreicht? Was sind realistische und erreichbare Projektziele Wie muss im Angesicht von Unsicherheit optimal entschieden werden? Methodik z.b.: Monte-Carlo-Simulation Entscheidungsbaumanalyse Risikomanagement 20

21 Monte Carlo Simulation Risiken/Chancen unterliegen Unsicherheiten Eintrittswahrscheinlichkeit Bandbreiten Innerhalb der Werte Qualitative Risikoanalyse: gefühlsmässig Eintrittswahrscheinlichkeit Hoch/Mittel/Niedrig, Auswirkungen Hoch/Mittel/Niedrig Quantitative Risikoanalyse: numerische Erfassung der Parameter Risikomanagement 21

22 Monte Carlo Simulation Betrachtung der Risikoparameter mit Bandbreiten Wahrscheinlichkeitsverteilungen Abbildung mathema scher Funk onen Monte Carlo Simulation Von der militärischen Forschung Managementmethodik Risikomanagement 22

23 Quantitative Analyse: Beispiel Würden wir dieses Projekt durchführen? Entwicklungskosten [ ] Testkosten [ ] Marketingkosten [ ] Herstellungskosten [ ] Kosten Anzahl der verkauften Produkte Stückpreis [ ] 21 Umsatz Gewinn Risikomanagement 23

24 Quantitative Analyse: Beispiel Nicht deterministische Werte für Kosten und Umsatz Schlechtester Fall Wahrscheinlichster Fall Bester Fall Entwicklungskosten [ ] Testkosten [ ] Marketingkosten [ ] Herstellungskosten [ ] Kosten Anzahl der verkauften Produkte Stückpreis [ ] Umsatz Gewinn , , ,00 Risikomanagement 24

25 Quantitative Analyse: Beispiel Ausschnitt aller diskreten Kombinationen Entwicklungskosten [ ] [ ] kosten[ ] kosten [ ] Produkte Testkosten Marketing- Herstellungs- Verkaufte Stückpreis Gewinn [ ] Risikomanagement 25

26 Quantitative Analyse: Beispiel Quantile In 61% der Kombinationen ist der Profit negativ In 39% der Kombinationen ist der Profit positiv 0% % % % % % % % % % % Risikomanagement 26

27 Monte Carlo Simulation: Beispiel Was ist mit anderen Werten als den diskreten Werten für Entwicklungskosten, Testkosten, Schlechtester Wert Wahrscheinlicher Wert Bester Wert Wie berücksichtigt man die darunter liegenden Wahrscheinlichkeitsverteilungen? Risikomanagement 27

28 Ergebnis Monte Carlo Simulation 1600 Iterationen 1, ,90 0,80 0,70 0,60 0,50 0,40 0,30 0,20 0, ,00 0 Risikomanagement 28

29 Beispiel: Entscheidungsbäume Analyse zur Entscheidungsfindung, wenn das zukünftige Ereignis mit Unsicherheit behaftet ist Anwendung z.b. in der Analyse des Erwarteten Geldwertes oder Expected Monetary Value (EMV) EMV Produkt aus Geldwert des Risikoereignisses und Risikoeintrittswahrscheinlichkeit Risikomanagement 29

30 Beispiel Welches Projekt sollen wir wählen? Projekt Eintrittswahrscheinlichkeit Geschätzter Profit Projekt 1 50% 50% Projekt 2 Projekt 3 Projekt 4 30% 40% 30% 70% 30% 30% 30% 20% 20% Risikomanagement 30

31 Entscheidungsbaum Alternative EMV der Alternative EMV der Nodes Projekt = x = x ( ) =

32 Beispiel Welches Projekt sollen wir wählen? Projekt Projekt EMV P Geschätzter Profit Node EMV = % 50% * = * ( ) = = % 40% 30% * = * = * ( ) = = % 30% * = * (-5000) = = % 30% 20% 20% * = * = * = * ( ) = Risikomanagement 32

33 Risikobewältigungsplanung Entwicklung von Optionen und Bestimmen von Massnahmen zur Erreichung der Projektziele Reduzierung von Bedrohungen Zuweisung von Verantwortung ( Wer ist verantwortlich? ) Budgetierung der erforderlichen Mittel Festlegung der Bewältigungsstrategie Risikomanagement 33

34 Risikobewältigungsplanung: Strategien Negative Risiken / Bedrohungen Vermeidung Übertragung Minderung Inkaufnahme Positive Risiken / Chancen Ausnutzung Teilung Verbesserung Beeinflußt durch Risikobereitschaft Risikomanagement 34

35 Risikobewältigungsplanung Das Risikoregister Beschreibung der identifizierten Risiken Risikoeigner und Verantwortlichkeiten Ergebnisse der Risikoanalysen (qualitativ/quantitativ) Vereinbarte Bewältigungsstrategie Maßnahmen deren Umsetzung Symptome/Warnsignale des Eintretens (Trigger) Budget- und Terminplanvorgänge zur Umsetzung der Maßnahmen Sicherheitsreserven (Zeit/Kosten) Risikomanagement 35

36 Risikoüberwachung & -steuerung Kontinuierliche Teil des Risikomanagements Verfolgen von identifizierten Risiken Neueinstufung von Risiken Identifizieren von neuen Risiken Methoden Messung der technischen Leistung Abweichungs- und Trendanalyse Analyse von Reserven Status Meetings Risikomanagement 36

37 Verantwortung des Projektmanagers Stellt sicher, dass Risikomanagement durchgeführt wird Beteiligt Projektteam und Stakeholder Entwickelt Risikomanagementstrategien Sorgt für kontinuierliche Risikoüberwachung und steuerung (z.b. in Status Meetings) Kommuniziert mit den Stakeholdern Risikomanagement 37

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