Standards in der Kreditkartenverarbeitung. Jürg Biedermann, Parkomatic AG

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1 Jürg Biedermann, Parkomatic AG

2 Inhalt Geschichte der Kreditkarte (und anderer Karten ) Standards und de-facto Standards Komplexität der Kartenwelt Stand der Kartenlösungen im Parking Empfehlungen für Parkhausbetreiber 2

3 Geschichte der Kreditkarte 1887 Begriff Kreditkarte taucht erstmals auf (Science Fiction Roman von Edward Bellamy) 1924 Erste reale Kreditkarten (Western Union & General Petroleum) 1949 Diners Club 1951 MasterCard 1958 Heutige VISA (American Express & Bank of America) 1964 Eurocard (in Schweden, heute MasterCard) 1980 Einheitlicher Magnetstreifen, echte Revolution im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs 1983 Gemeinsamer Standard für die Nutzung von Geldautomaten weltweit 1995 Credi-In/Out im Parking (Zeag) 2004 Chip, zusätzlich zum Magnetstreifen 3

4 Entwicklung der Funktionalität Ursprünglich Bargeldloses Bezahlen im Präsenzgeschäft Erweitert Reduktion der Bargeldumlaufs Internationales Zahlungsmittel (Fremdwährungen) Erweitertes bargeldloses Bezahlen (Internet) Rollende Finanzierung (Kreditinstrument) Automatisierung Bargeldbezug Identifikations- und Zutrittsmedium 4

5 Geschichte aus Sicht der Sicherheit Früher Unterschrift genügt Detailhandel: Prägung und allenfalls Anruf zur Überprüfung Parking: Offline, wöchentliche Einlieferung mittels CDS Heute Internet: Kartennummer, Gültigkeit, Inhabername und CVC/CVV (Sicherheitsprüfnummer), aber zunehmend Chip-basiert Detailhandel: Kartenleser (teils Magnetstreifen, meist Chip-basierend) Parking: meist Online, keine lokale Datenhaltung, zunehmend EFTPOS Morgen EMV/ep2, regelmässig verschärfte Standards Parking: EMV/ep2, aber auch PCI-DSS für Automatensysteme Parking: ParkingCard, weil das Risiko sehr gering ist 5

6 Was ist eine Kreditkarte? Kartentypen Klassische Kreditkarte (MasterCard, VISA, American Express, Diners Club, etc. ) Debitkarten (CH: v.a. Postcard, Maestro, V-Pay) Prepaid / Wertkarten (CASH, Kundenkarten etc.) Loyalty-Karten: Kundenbindung, Rabatte, Rückvergütungen (z.b. Cumulus, Supercard), Kombinierte Karten (z.b. Kredit- oder Debitkarten mit CASH) Kombinierte Abrechnungsverfahren (z.b. ParkingCard als Kredit- oder Debitkarte) Stand heute: Ca Karten-Brands und 2 Mrd. Karten weltweit! 6

7 Einige wichtige Normen ISO 7810 (ID-1): entspricht 85,60 53,98mm (3 3/8 2 1/8 ) Anwendung: Kredit- / Debitkarten, Identifikationsdokumente etc. ISO 7811: Verfahren für die Speicherung von Daten auf Karten wie Prägung ( Embossing ) und magnetische Datenspeicherung ISO 7816: Erweiterung zu ISO 7810, wesentliche Merkmale von Chipkarten vereinheitlicht (zahlreiche Details zu physischem Aufbau, Sicherheit und Anwendung) ISO 14443: Karten mit kontaktlosem Chip und Loop-Antenne (RFID, 13,56 MHz). U.a. kryptografisch signiertes Dateiformat und Authentifizierungsprotokoll für biometrische Daten 7

8 Industrie- und de-facto Standards Sicherheit Hauptgrund für die vielen Veränderungen Gremien und Standards (PCI, EMV, ep2, etc.) Nur teilweise koordiniert, oft länderspezifisch Branchenspezifische Anforderungen Parking: Credi- In/Out ist ein Spezialfall Parking: Gebäudezutritt, z.b. nachts PIN-Eingabe ist oft branchenspezifisch geregelt 8

9 Warum ist die Kartenwelt so komplex? Faktoren Viele Marktteilnehmer Kombination von verschiedenen Systemen und Angeboten Sicherheitsproblematik Fortlaufende Unterstützung älterer Technologien 9

10 Zielkonflikt zwischen Umsatz und Sicherheit Wettbewerb Verbreitung der Karten steigt weiterhin Kartenindustrie schafft neue Produkte und Kombinationen Alte, unsichere Methoden werden aber weiterhin geduldet Innovation Mehr Sicherheit bedingt neue Geräte und Software Einsatz neuer Technologien, wie z.b. RFID Nationale Vorgaben und Gegebenheiten Bestehende Kartenwelt, oft nationale Lösungen Nationale Gesetzgebungen Interessenverbände sind oft pro Land organisiert Es besteht ein Zielkonflikt zwischen maximalem Umsatz und maximaler Sicherheit! 10

11 Interessenlage Kartenindustrie (Brands, Herausgeber, Verarbeiter) Umsatz und Margen mit Karten Sicherheit ( Kommission abgestuft nach Risiko) Handel ( Point of Sale ) Investitionsschutz, frühzeitige Information Grosse Akzeptanz Sicherheit Endkunden Bargeldlose Zahlung Einfache und übersichtliche Abwicklung 11

12 Warum Parking anders ist Handling In-/Out-Funktion mit Karten (PIN-Eingabe zu gefährlich) Kombination Bezahl- und Zutrittsmedium (z.b. Gebäudezutritt) Risiken Geringe Summen, keine Warenbezüge Daten für lokale Statistiken auf Harddisk sind gefährlich Allgemein Geringer Anteil am gesamten Kartenvolumen Keine gemeinsame Interessenvertretung Nur einige hundert Installationen schweizweit 12

13 Was folgt daraus? Unübersichtlichkeit Für Nicht-Profis (v.a. kleinere Händler und Endkunden) Handel: VEZ (Verband Elektronischer Zahlungsmittel) Parking: Interessenvertretung noch schwach (-> ParkingSwiss) Risiko bei Investitionen Parking: Umsatz im Verhältnis zur Investition ist tief Langfristige Investitionsplanung ist schwierig 13

14 Verbreitung der Karten Allgemeine Verbreitung Ca. 2 Mrd. Karten weltweit Ca. 7 Mio. Karten schweizweit Desktop, Attended Ca Terminals (Detailhandel, Verkehr, Gastronomie, Hotellerie) Automatenterminals, Unattended Unattended: Tankanlagen (ca Tankstellen) Ticketautomaten ÖV (mehrere 1 000) Parking (ca Parkings mit ca. 300 Terminals) 14

15 Alte Technologien bleiben parallel im Umlauf Prägung (Imprinter, Ritsch-Ratsch ) Immer noch verbreitet, obwohl sehr unsicher Magnetstreifen Verarbeitung nun meist Online, mit neuen technischen Mitteln sehr schnell (ADSL statt Modem) PCI-DSS bietet erhöhte Sicherheit Kontakt-Chip Weite Verbreitung, Karten meistens noch Chip und Magnetstreifen RFID-Chip Verbreitung noch gering (CH: erst mit 10% der Karten möglich) 15

16 Eingesetzte Technologie Universal-Geräte EFTPOS (Kassierterminal, Desktop) EFTPOS (Automatenterminal, z.b. Cardbox S3, davinci, davinci-2) Herstellerspezifische Geräte Schrankenanlagen: z.b. Zeag UCD Zentrale Parkuhren: z.b. Parkeon M900MX Clearing Verfahren: CAR/CDS (in Ablösung), Offline, Daten auf Harddisk ParkoPay, Online, keine Daten auf Harddisk bzw. verschlüsselt EMV/ep2, Online, (v.a. EFTPOS) 16

17 Einsatz von EFTPOS (Universal-Geräte) Verwendung Einsatz als Desktop-Gerät Einsatz als Automatenteminal Vorteile Kredit- und Debitkarten, CASH Akzeptanz, Bedienung Nachteile Preis (je nach Anzahl, im Vergleich zu herstellerspezifischen Geräten) Kein Credi-In/Out möglich (PIN, Tastatureingabe an Ausfahrstation nicht vernünftig möglich) Stromverbrauch bei solarbetriebenen Parkuhren 17

18 Einsatz von herstellerspezifischen Geräten Verwendung Kassenautomaten und Ein-/Ausfahrstationen von Schrankenanlagen Solarbetriebene Parkuhren Vorteile Mehrfachnutzung der eingesetzten Hardware (z.b. als Schreib/Lesegerät für Tickets) Für spezifische Bedürfnisse optimiert (z.b. Stromverbrauch) Nachteile Nicht automatisch auf dem neuesten Sicherheitsstand 18

19 Was hat sich im Parking durchgesetzt Anteil Bezahlungen mit Karten CH: zwischen 5 und 35% des Umsatzes, je nach Lage und Tarif Tendenz: zunehmend Stark genutzt MasterCard, VISA Postcard, Maestro Mittelstark genutzt CASH, v.a. kleine Beträge. Wird bei Neuanlagen vor allem auf EFTPOS aufgeschaltet Wenig genutzt American Express, Diners Club Zunehmende Zahlungsmittel V-Pay, ParkingCard 19

20 Wer liefert was? Parkingausrüster EFTPOS oder herstellerspezifische Leser, inkl. Einbau und Software Aus praktischen Gründen als schlüsselfertiges System Z.B. Parkomatic AG Terminallieferant EFTPOS, in der Regel über die Parkingausrüster z.b. SIX Card Solutions AG Kartenverarbeiter Verarbeitung der Zahlungen, Abrechnung z.b. SIX Multipay, Aduno, Postfinance, ParkingCard Services 20

21 Was bietet Parkomatic an? Schrankenanlagen (System ORION XR) Bezahlung am Kassenautomaten (UCD: Kreditkarten / EFTPOS: Kredit- und Debitkarten) Bezahlung an Ein- und Ausfahrstation (UCD: Kreditkarten, ParkingCard) Zentrale Parkuhren (System STRADA / Parkfolio) Kreditkarten, ParkingCard In Vorbereitung: Debitkarten (Maestro, Postcard) 21

22 Was ist zu beachten? Mitteilungen der Kreditkartenverarbeiter Feststellen, was genau betroffen ist (Parking, oder andere Geräte?) Termine (z.b. Postcard, mit Cardbox S3 nur noch bis Ende Jan. 2011) Anforderungen an die Infrastruktur Zugang: ADSL löst ISDN ab Verkabelung: Ethernet löst Telefonverkabelung ab Netzwerke und deren Konfiguration Internetzugang, Firewall und Virenschutz 22

23 Was empfiehlt Parkomatic? Investitionen rechtzeitig planen Sicherere Systeme niedrigere Risiken niedrigere Kosten Alte Einlieferungssysteme werden auf Zusehen hin unterstützt Neue Systeme sollten PCI-DSS- oder EMV/ep2 - tauglich sein Nur noch Online-Clearing verwenden! (Risiko, Geschwindigkeit) Keine unverschlüsselten Kartendaten auf der lokalen Harddisk! Ablaufdatum der EFTPOS-Zertifikate beachten (anschliessend ist die Unterstützung nicht garantiert, auf Zusehen hin) Lebenszyklus des Gesamtsystemes beachten, auch im Hinblick auf neue Banknoten 2012 (Kassenautomaten aufrüsten oder ersetzen?) 23

24 Richtig kombinieren Neue Systeme Mit EFTPOS (Kasse) und ParkingCard (Ein- / Ausfahrt) ausrüsten Als Ergänzung ParkoPay für Kreditkarten (Ein- / Ausfahrt) Bestehende Systeme Mindestens mit einem sicheren Einlieferungsystem nachrüsten (z.b. PCI-DSS Lösungen, wie ParkoPay) Evtl. mit EFTPOS (Kasse) und ParkingCard (Ein- / Ausfahrt) nachrüsten. 24

25 Weitere Infomationen Systemlieferanten (Parking-Gesamtlösungen) Kartenverarbeiter (Clearing) Terminal-Hersteller (Hardware) 25

26 Danke für Ihre Aufmerksamkeit

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