Die Rolle der Zentralbanken in der schönen neuen Finanzwelt. PD Dr. Manfred Jäger 1. Finanzmarkt Round-Table, Frankfurt, 23.

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1 Die Rolle der Zentralbanken in der schönen neuen Finanzwelt PD Dr. Manfred Jäger 1. Finanzmarkt Round-Table, Frankfurt, 23. Januar

2 Taylorregel Die Taylorregel Taylorzins = natürlicher Zinssatz + Zielinflationsrate ( Inflation Zielinflationsrate ) Outgap PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 2

3 Taylorregel (USA) Zinsen in Prozent 7,0 6,5 6,0 Taylorregel Leitzins 5,5 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 1999q1 2000q2 2001q3 2002q4 2004q1 2005q2 2006q3 2007q4 Quellen: OECD; Institut der deutschen Wirtschaft Köln PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 3

4 Taylorregel (Euro) Zinsen in Prozent 8,0 7,5 7,0 6,5 6,0 5,5 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 Leitzins Talorzins (hoher Realzins) Taylorzins (niedriger Realzins) 1999q1 2000q2 2001q3 2002q4 2004q1 2005q2 2006q3 2007q4 Quellen: OECD; Institut der deutschen Wirtschaft Köln PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 4

5 Begrenzte Möglichkeiten die Zentralbank fixiert den nominalen Zinssatz für sehr sichere sehr kurzfristige Entleihungen sie hat keine direkte Handhabe über die Risikoprämien Wenn sie den Leitzins erhöht, um sich gegen Spekulation zu lehnen, dann nimmt sie die Falschen in Haftung riskiert adverse Selektion Die Zentralbank schafft das liquideste und wichtigste Tauschmittel. Wenn die Zentralbank dieses Tauschmittel verknappt, dann erschwert sie Transaktionen aber es ist zweifelhaft, ob sie damit die richten Transaktionen trifft. PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 5

6 Schöne neue Finanzwelt! schön? Finanzinnovationen ermöglichen eine sachgerechtere Allokation von Risiken Finanzinnovationen ermöglichen eine bessere Arbeitsteilung bei der Produktion der Finanzierung Die Finanzierungskette Auswahl und Inspektion (Screening), Vertragsdesign, Finanzmittelbeschaffung, Bewachung, Risikoübernahme wird zerlegt und von Spezialisten übernommen. Durch den Spezialisierungsvorteil geringere (externe) Finanzierungskosten; bessere Investitionsmöglichkeiten bei der Zerlegung wurden die Anreize zerlegt (zerstört) PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 6

7 Interbankenmarkt Zinsen in Prozent 5,0 4,8 4,6 4,4 4,2 4,0 3,8 3,6 3,4 3,2 3,0 2,8 2,6 2,4 2,2 2,0 Eonia Euribor 3m Euripo 3m Leitzins Trubel an den Geldmärkten Quellen: Euribor; Institut der deutschen Wirtschaft Köln PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 7

8 Überschussreserve Quelle: EZB PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 8

9 Hat die EZB auf die Interbankenkrise richtig reagiert? Quelle: EZB PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 9

10 Ungeahnte Kredite von ungeahnter Qualität und Liquiditätsprobleme System kommunizierender Röhren Kommunikation gestört H L B Bilanz Bank A D E H Am Interbankenmarkt sollte das Zentralbankgeld von Rest d. Banken zur Bank A fließen, aber wegen des zweifachen Misstrauens ist die Kommunikation der Röhren gestört Bank A könnte Wertpapiere oder Kredite verkaufen neues Eigenkapital aufnehmen L 80 B Bilanz Bank A D E - 20 Bilanz Rest d. Banken H* L * B * D * E * PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 10

11 Ungeahnte Kredite von ungeahnter Qualität und Liquiditätsprobleme Bank A könnte um Einlagen werben Bank A könnte Zentralbankgeld direkt von der Zentralbank erhalten Frage: Wenn die Zentralbank die Einlagenbildung verbilligt und die Refinanzierung großzügig ermöglicht, riskiert sie 1. Inflation? eher nein (Bilanzprobleme legen eher eine kontraktive Lage nahe) 2. Moralisches Risiko? eher nein (den Banken wird zwar geholfen, aber sie zahlen eine ausreichende Selbstbeteilung Die Rückkehr von Forderungen in die Bilanz nicht erschweren Elastizität der Bankenbilanzen nicht erschweren PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 11

12 Geldpolitik Der Geldmarkt versteht die Taktik der EZB. aber die Strategie?; Zinsen in Prozent 5,0 4,5 4,0 3,5 Leitzins Eonia Swapssatz 1 Monat Eonia Swapssatz 2 Monate 3,0 2,5 2,0 jeweils einen Monat vor der Zinserhöhung steigt der 1M Swapsatz 1, Mar Jul Nov Mar Jul Dec-07 Quellen: European Banking Cooperation; Institut der deutschen Wirtschaft Köln PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 12

13 Geldpolitik Geldmarkt erwartet konstanten oder fallenden Leitzins; Zinsen in Prozent 4,1 Geldmarkt ändert Erwartungen zur Geldpolitik am 9. August Am 22. August irritiert Trichet die Geldmärkte 3,9 Leitzins Swapsatz 1m 3,7 Swapssatz 2m Fallende Leizinsen? 2. Apr. 23. Apr. 11. Mai. 30. Mai. 18. Jun. 5. Jul. 24. Jul. 10. Aug. 29. Aug. 17. Sep. 4. Okt. 23. Okt. 16. Nov. 5-Dec Dec Jan. Quellen: European Banking Cooperation; Institut der deutschen Wirtschaft Köln PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 13

14 Interbankenmarkt in Prozent 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0-0,5 Euripo Differenz 12 Monate/1 Monat -1,0 4-M ar Nov Jul /17/04 08/29/ Quellen: Euribor; Institut der deutschen Wirtschaft Köln PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 14

15 Ausblick: Vogelkunde Taube 1: die Probleme der Banken und des Aktienmarktes setzen den Finanzakzelerator in Gang Taube 2: Konjunkturgefahren Taube 3: (noch) keine Zweitrundeneffekte Falke 1: Geldmengenentwicklung Falke 2: Inflation Werden die Falken so schnell fliegen wie die Tauben? PD Dr. Manfred Jäger, "Finanzmarkt Round-Table", 23. Januar 2008, Frankfurt 15

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