Psychoonkologische Versorgung auf der Palliativstation

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1 Psychoonkologische Versorgung auf der Palliativstation Wer an Krebs erkrankt, leidet nicht nur körperlich Jessica Dietrich Psychoonkologin der Palliativstation Kloster Lehnin

2

3 Anspruch der Palliativversorgung Ganzheitlich & Patientenzentriert! Die Palliativstation ist ein geschützter Raum, in dem eine anspruchsvolle, patientenzentrierte Versorgung umgesetzt werden kann Anspruch des gesamten Teams!

4 Der Patient aus psychoonkologischer Sicht Grundlage: Auswirkungen psychischer Variablen auf den Verlauf von Krebserkrankungen Beispiele psychischer Belastungen: Empfinden von existenziellen Bedrohungen Aktivierung von Ängsten und dem Gefühl der Hilflosigkeit Angreifer ist im eigenen Körper Der Medizin ausgeliefert zu sein und nur geringe Einflussmöglichkeiten zu haben Belastungen im Alltag (in der Familie, im Job, generell im sozialen Bereich) Fehlen gelernter Bewältigungsstrategien

5 ANGST, das zentrale Thema vor dem Fortschreiten der Krankheit vor den Lebensumstellungen, die bereits passieren vor der Ungewissheit, wie der individuelle Weg aussehen wird

6 Individuelle Verarbeitung Ob und wie stark mit ANGST reagiert wird, hängt vom individuellen Bewertungssystem der Person ab. Grundlage dafür sind u.a.: bisher gemachte Erfahrungen, individuelle Ressourcen und die psychische Widerstandskraft (Resilienz)

7 Ansatz der Psychoonkologie * Psycho-edukativ Informationsvermittlung; Aufklärung über bestimmte psychische und neuronale Prozesse * Kognitiv- verhaltenstherapeutisch Individuelle Bewertungssysteme und Überzeugungen bewusst machen; Möglichkeiten der Veränderung erarbeiten

8 Aufgaben des Psychoonkologen auf der Palliativstation Größere Zeitvalenzen um sich mit den psychischen und sozialen Begleiterscheinungen der Krebserkrankung zu befassen möchte dem Krebspatienten und auch seinen Zugehörigen helfen, sich in der völlig neuen Lebenssituation zurechtzufinden/ von der Krankheitsbegleitung zur Krankheitsverarbeitung Unterstützung von Bilanzierungsprozessen Biografiearbeit- damit verbunden auch Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu verlorenen, wichtigen Personen; Aufarbeitung von Konflikten (Kriegsgeneration!)

9 Weitere Aufgaben des Psychoonkologen... Unterstützung im Umgang mit therapeutischen Nebenwirkungen wie Schmerzen, Übelkeit und Schwäche Umgang mit Körperbildstörungen: Haarverlust, Verlust von Körperteilen Hospizbesichtigungen Spaziergänge Sterbebegleitung des Patienten Trauerbegleitung der Zugehörigen Ziel & Aufgabe: professionelle Nähe zu Patient und Zugehörigen (Kränzle, 2009) Sich Zeit nehmen, zuhören, da sein

10 Das etwas andere Gesprächssetting Jessica Dietrich, Psychoonkologin, Kloster Lehnin

11 Außerdem... Dokumentation in der med. Akte tägliche Teilnahme an der morgendlichen, multiprofessionalen Teamsitzung Teilnahme an weiteren Teamsitzungen, Supervision, Hilfe bei der Ritualpflege Enge Zusammenarbeit v.a. mit dem Sozialdienst Sich Wissen über die verschiedene Tumore und Behandlungen aneignen Entlastung des Teams Brückenfunktion

12 Trauerritual Jessica Dietrich, Psychoonkologin, Kloster Lehnin

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15 Psychoonkologische Anwendungen Techniken zur Stressregulation Entspannungs- und Atemübungen Imaginationsübungen Achtsamkeitstraining

16 Psychoonkologische Anwendungen Aktivierung von Ressourcen durch individuelle, gesprächstherapeutische Begleitung mit Blick auf lebensgeschichtliche Erfahrungen durch gezielte Aktivierung eigener Erfahrungen von Kompetenz, Freude Wichtigste Ressource: die soziale Unterstützung

17 Psychoonkologische Anwendungen Krisenintervention Psychoedukation Enttabuisierung von Tod und Sterben, Förderung von Prozessen der Lebensbilanzierung/ Lebensrückblick Betreuung der Angehörigen

18 !!! Es geht NICHT um positives Denken oder um die Verleugnung der Situation Psychoonkologische Begleitung kann es natürlich nur geben, wenn es der Patient oder seine Angehörigen wollen!

19

20 Zusammenfassend Es geht darum körperliche, emotionale und kognitive Prozesse anzuregen um Einfluss auf die Stressphysiologie zu nehmen, um individuelle Bewertungsprozesse zu ändern und positive Emotionen wachzurufen Entwicklung psychischer Widerstandskraft (Resilienz) durch Aktivierung eigener Energien... und manchmal geht es auch schlicht um eine würdevolle Sterbebegleitung

21 Schlussgedanke Psychoonkologische Begleitung kann Krebs nicht heilenaber das Leben mit der Erkrankung leichter machen.

22 Psychoonkologie als ein Puzzleteil des Ganzen...

23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

24 In eigener Sache... Wir suchen z.z. nach Personal zur Teamverstärkung!... für die Ärzte & für die Pflege! Interesse?! Jessica Dietrich, Psychoonkologin, Kloster Lehnin

25 Quellennachweis Dtsch.Ärzteblatt: Archiv Psychoonkologie: Halten und Aushalten ; Else Cremer Stiftung: Psychoonkologie in Weser- Ems, Das regionale Portal zur Krebsberatung; Diegelmann, Christa: Trauma und Krise bewältigen ; Klett-Cotta, 2009 Diegelmann, Isermann: Ressourcenorientierte Psychoonkologie ; Kohlhammer, 2010 Müller, Monika/Pfister, David: Wie viel Tod verträgt das Team? ; V&R, 2014

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