Glasfaserausbau in Südtirol Ein Beispiel aus der Praxis. Netzwerkdienste mit OPEN ACCESS

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1 Glasfaserausbau in Südtirol Ein Beispiel aus der Praxis Netzwerkdienste mit OPEN ACCESS 03. Mai 2012

2 Inhalt Zur Geschichte Aufbau der Netzwerkstruktur Plan für den Aufbau des Dienstes Aufbau Pilotprojekt Infos zum Pilotprojekt Weiteren Phasen Meilensteinen des Pilotprojekts Das neue Dienstleistungsangebot Internet, Intranet (Metronet), Bitstream-Wholesale Das OPEN ACCESS Modell der Stadtwerke Bruneck Infos zur Anwendung des Modells 2

3 Zur Geschichte Beginn 2001 mit Fernwärme Heizhausbau 2001 Verlegung der ersten Glasfasern 2002 Ausschreibung Passiv- und Aktivtechnik 2003 Verlegung + Installation der Geräte Im Zuge des Fernwärmeleitungsbaues wurde: Leerrohrsystem geplant und verlegt Netzwerkstruktur mit Glasfaserkabeln aufgebaut Aktives Netzwerk verwirklicht das derzeit für die zentrale Überwachung und Regelung der Fernwärmeanschlüsse genutzt wird Erweiterung des Dienstangebotes durch die bestehende Netzstruktur (Monomode Glasfaser + Ethernet) können Breitband-Dienste angeboten und genutzt werden Physische Komplett-Vernetzung der lokalen Objekte (97%) 3

4 Einige Daten angeschlossene Immobilien Ca. 205 km mit 96 Fasern Monomode Glasfaserkabel Ca. 320 km mit 4 Fasern Monomode Glasfaserkabel Aufgeteilt auf neun POPs (Point of Presence) Kostenentwicklung 4 Fasern von 0,62-0,34 pro Meter 96 Fasern von 6,05-2,94 pro Meter Grabungsarbeiten (Kosten) : ca pro Meter 4

5 Grundlegendes zur Infrastruktur Wichtige Kriterien: Direktanschluss an IXP (Internet Exchange Point) Hohe Redundanz P2P Ethernet (kein GPON) 5

6 Plan für den Aufbau Aufbau: Pilotprojekt und die drei Aufbauphasen Pilotprojekt mit zwei Herstellern für die Entscheidungsfindung (CISCO und BROCADE) Phase 1: Start mit dem Dienstleistungsangebot (Einschränkungen) Phase 2: Aufbau der Redundanz für eine zuverlässige Dienstleistung Phase 3: Roll-out: Anschluss aller interessierten Kunden Pilotprojekt Try and Buy - Leihen der Geräte -> Test für 2 Monate erst dann erfolgte die Entscheidung für den Netzwerkausrüster Plan max. 20 Testanschlüsse erfolgen im Dezember 2011 / Januar 2012 Problem: Dienstleistung im Testbetrieb mit Einschränkungen wegen fehlender Leistungsredundanz wegen fehlender Geräteredundanz 6

7 Aufbau - Pilotprojekt Direkte Internetanbindung (BRENNERCOM) Geräte Netzwerktechnik (CISCO vs. BROCADE) Server für Verbindungskonfiguration + Endgerät beim Kunden (OPTISIS bzw. GENEXIS) Dienstleistung: Support und Hilfestellung bei der Konfiguration (NTS und OPTISIS) Firma NTS (Sitz Bozen): Gold Partner CISCO Firma Optisis (Sitz Marburg): Gold Partner BROCADE Gold Partner GENEXIS 7

8 Infos zum Pilotprojekt Anforderungen für Pilotprojekt Direkter Internetanschluss mit min. 100 Mbit/s Server für CPE-Provisioning und Protokollierung bzw. Kundenmanagement Pilotprojekt Try and Buy : Leihen der Geräte -> Test: Dezember, Januar erst dann erfolgt die Entscheidung für den Netzwerkausrüster max. 20 Testanschlüsse, weil Leistungsbegrenzung durch Bandbreite (nur 100 Mbit/s von Brennercom) Folgen: Dienst mit Einschränkungen Preise für den Testbetrieb günstiger als Standardtarif (Preismodell) Endkunde muss für einen zuverlässigen Dienst alte Linie noch beibehalten wenn die Testkunden zufrieden sind, erfolgt der weitere Ausbau. 8

9 Aufbau - Phase 1 Direkte Internetanbindung Netzwerktechnik (Aktivgeräte) Server für Verbindungskonfiguration + Endgerät beim Kunden (20 Stück) 9

10 Aufbau - Phase 2 Direkter Anschluss an Internetknoten oder zweiten Internet Service Provider Redundante Aktivgeräte Serverredundanz (verdoppeln) + Zusätzliche Endgerät beim Kunden (ca. 100 Stück) 10

11 Aufbau - Phase 3 Leistungsanpassung (Bandbreite 1 Gbit/s) Anschlussmöglichkeit für externe Dienste Aktivgeräte für den Anschluss aller Endkunden (in allen POPs) Spezialserver + Endgerät für alle Kunden (1000 Stück) 11

12 Meilensteine Meilensteine Projekt-Planung (teilweise bereits durchgeführt) M1: Planung Abschluss 31. September 2011 M2: Nachverhandlung Anbieter bis 31. Oktober 2011 M3: Bedarfsanalyse der Endkunden im November 2011 M4: POP1 Umstrukturierung (Vorbereitung) bis Ende November 2011 Meilensteine für die Ausbauphasen M1: Pilotprojekt Start 1. Dezember 2011 M2: wenn Kunden zufrieden, Produktentscheidung (Phase1) spätestens bis zum 31. Januar 2012 M3: Ausbau der Redundanz (Phase 2) + Anschluss weiterer Kunden bis Ende April 2012 M4: Anschluss von Kunden mit Vorvertrag (Phase3) bis Ende August 2012 M5: Anschluss aller interessierten Kunden (Phase3) ab 1. September

13 Business Modell Das Modell: OPEN ACCESS NETWORK (OAN) SWB betreibt die eigene Netzwerkinfrastruktur Angebot auch von eigenen Telekommunikationsdiensten Anmietung der Bandbreite für Datenübertragungen steht allen offen (Internetdienstanbietern, Firmen und Privaten) Dienstangebote direkt von SWB-APB Intranet Standortvernetzung (symmetrisch /asymmetrisch) Zusammenschluss von lokalen Standorten Einfaches Internet-Paket (ohne Extraleistungen wie , Housing, Hosting) Verkauf von Bandbreite im eigenen Netz (Bitstream) an andere Betreiber\Dienstanbieter 13

14 Die neuen Dienstleistungen INTRANET Interessant für Firmen und Private, weil ein Dienst überall erreichbar ist (z.b. Teilen einer einzigen Internet-Anbindung, interne Telefonie,...) Lokaler Zusammenschluss ermöglicht Kostenersparnis INTERNET Breitband-Internet (lt. Landesregierungsbeschluss) für Firmen und Private Direkter Ansprechpartner bei Problemen im Netzwerk sind Stadtwerke BITSTREAM Vermietung von Bandbreite an andere Dienstanbieter -> ermöglicht auch diesen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Angebot neuer Dienste für jeden möglich! 14

15 Dienstleistungen 1) Lokale Standortvernetzung bis 10 Gbit/s (Intranet) Firmensitz A SWB APB NET Firmensitz B Vernetzung im Stadtgebiet Firma Privat Kosten: - pro Anschluss - Bandbreite Mbit/s 15

16 Dienstleistungen 2) Einfaches Breitband-Internet ( Mbit/s) Privat SWB APB NET INTERNET Privat Firma Kosten pro Anschluss aufgrund der entsprechenden erforderlichen Bandbreite 16

17 Dienstleistungen 3) Bandbreitenverkauf an andere Betreiber\Dienstanbieter Privat 25/1 Mbit/s 10/0.5 Mbit/s Internet SWB APB NET Privat Firma 10/10 Mbit/s Firma 4/4 Mbit/s Kosten: - pro Anschluss - Bandbreite Mbit/s - Unterbringung von Fremd-Geräten 17

18 Weitere Dienste ) Zukünftige Dienste durch Kooperationen Telefonie (VoIP) Raiffeisen Online (ROLVoice) Datacenter Brennercom AG, ROL, Hall AG Daten-Backup Raiffeisen Online, Hall AG Sicherheitspakete Raiffeisen Online Services... E-Learning (Universitätsstandort Bruneck) IPTV (nur bedingt! ) Videoüberwachung Soziale Netzwerke (Altersheime) möglich durch eine offene Netzwerkarchitektur für Dienste OPEN ACCESS NETWORK 18

19 Infos zu den Diensten Paketpreise für Internet (zzgl. MwSt) 25/1 Mbit/s 37 (Privat) 25/2,5 Mbit/s 100 (Professional) 10/10 Mbit/s 375 (Business) zzgl. Aktivierungsgebühren ( einmalig) Standard FTTB: Übergabepunkt bei Fernwärmestation (Heizraum) Erweiterung auf FTTH möglich! Kosten für Verlängerung zu Lasten des Kunden. 19

20 Infos zu den Diensten Paketpreise für Intranet (zzgl. MwSt) 25/1 Mbit/s 30 (Privat) 25/2,5 Mbit/s 85 (Professional) 10/10 Mbit/s 175 (Business) Paketpreise für Bitstream (zzgl. MwSt) 25/1 Mbit/s 27,5 (Privat) 25/2,5 Mbit/s 75 (Professional) 10/10 Mbit/s 165 (Business) 20

21 Business Modell Warum nicht nur OPEN ACCESS? Teure Netzbetreiber- (bzw. Netzverleger-) Lizenz erforderlich Misstrauen der größeren lokalen Provider gegenüber OAN Entscheidung Angebot von eigenen Basis-Diensten (Internet, Intranet) Keine direkte Konkurrenz zu ADSL/VDSL Angeboten (hochwertigere Dienstleistung entsprechender Preis) Andere Provider können ähnliche Leistungspakete anbieten Preise für Bitstream angepasst an Bitstream mit Kupfer von Telecom Italia OAN Testanschlüsse mit anderen Providern bereits geplant und in der Aufbauphase 21

22 Grundlegendes zu OAN Businessmodell ist nicht in immer allen Ländern gleich anwendbar (rechtliche Aspekte) Problem in Südtirol bzw. Italien Zu hohe Kosten für Netzbetreiber-Lizenz Rentabilität nur durch einen MIX aus Privat- und Businesskunden möglich, da Industriebetriebe in Ballungszentren Förderungen nur für Leerrohrverlegung Warum entscheiden sich Kunden für die Stadtwerke? Lokaler Ansprechpartner den sie bereits kennen Lokales Kupferleitungsnetz der Telecom Italia mit großen Problemen Andere Provider setzen für die Last-Mile auch nur auf der Infrastruktur der Telecom Italia auf. 22

23 Hindernisse für OAN Zusammenfassend einige Punkte Rechtliche Umsetzung (freier Zugang zu Leerrohrsystem) Notwendige Betreiberlizenzen Eingesetzte Technologien (PON vs. P2P Ethernet) Politische Entscheidungen Provider schwer zu motivieren für neue Modelle Fehlende Killerapplikationen 23

24 Abschluss So viel zum aktuellen Stand des Projektes. Für weitere Informationen steht Ihnen die Abteilung Citynetz bei den Stadtwerken Bruneck zur Verfügung. 24

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