Gnade und Friede sei mit euch von dem, der da war, der da ist und der da kommt. Amen

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1 Datum / Sonntag Text/Thema Besonderes Notizen Lieder Autor Lätare 2. Kor. 1, 3 7 Ermutigung (Trost) und Leid Lieder EL: 577 Wo zwei oder drei Kanon PS: 742 BL: 382, 1+3 Ich steht vor Dir HL: 366, 1 5 Wenn wir in höchsten Nöten AM: 228, 1 3 Er ist das Brot PL: SL: 430, 1 4 Gib Frieden Gelbes Liturgieheft Lesung: Joh. 12, Pfr. Jörg Wegner Gnade und Friede sei mit euch von dem, der da war, der da ist und der da kommt. Amen TEXT: (3) Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott alles Trostes, (4) der uns tröstet in all unserer Drangsal, damit wir die trösten können, die in allerlei Drangsal sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden. (5) Denn wie die Leiden des Christus überreich auf uns kommen, so ist auch durch den Christus unser Trost überreich. (6) Sei es aber, daß wir bedrängt werden, so ist es zu eurem Trost und Heil; sei es, daß wir getröstet werden, so ist es zu eurem Trost, der wirksam wird im geduldigen Ertragen derselben Leiden, die auch wir leiden. (7) Und unsere Hoffnung für euch steht fest, da wir wissen, daß, wie ihr der Leiden teilhaftig seid, so auch des Trostes. 1

2 Man hatte ihn hintergangen. Sein Glaube wurde in Zweifel gezogen. Er sei ein miserabler Redner. Es muss ziemlich geraucht haben, damals in Korinth in den 50er Jahren nach der Geburt des Christus. Paulus wird immer wieder von Gegnern herausgefordert. Gruppierungen in der Gemeinde wollen ihre Auslegung der Botschaft durchsetzen, sobald Paulus sich wieder auf den Weg gemacht hat. Der Apostel ist da dünnhäutig. Es setzt ihm zu, dass kein Friede ist. Geradezu untröstlich ist er angesichts des trostlosen Miteinanders, der Machtspiele... Es treibt ihm die Tränen in die Augen. Einen Tränenbrief soll er verfasst haben. Er hätte verbittern können. Er hätte sein Zeug hinschmeißen können. Aber er tat es nicht. Dieser 2. Brief ist ein Zeugnis davon, dass es neuerdings besser läuft. Nicht nur klare Worte haben die Wende gebracht. Paulus ist dankbar. Das kommt in den ersten Zeilen raus. Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott alles Trostes. Die Kraft, das alles auszuhalten und nicht hart wie ein Stein zu werden, kommt vom Gott alles Trostes. Ein schöner Name Gottes Gott alles Trostes. In trostloser Lage war dieser Gott eine Quelle der Kraft. Diese Quelle spülte irgendwann die Blockaden frei, die einem Menschen zu schaffen machen können. 2

3 Ich denke an so viele Trauergespräche, an unendlich viele trostlose Situationen. An Menschen, die über den Verlust des anderen nicht hinwegkamen. Wenn es so hart kommt, fehlen mir in der Regel die tröstenden Worte. Ich kann dann kein Bibelwort zitieren und bin mit meiner Weisheit am Ende. Und das ist gut so!? Denn ich baue in solchen Situationen auf den Gott allen Trostes. Von dem gehen keine Worte aus, die ich weiter zu sagen hätte. Von dem geht eine Kraft aus, die mich trägt. Die mich auch aushalten lässt keine Worte zu haben. Er tröstet mich in aller Trübsal, damit ich auch trösten kann, die in aller Trübsal sind. Menschen sind manchmal erstaunt, wir getragen sie sich in Situationen fühlen, von denen sie gedacht hätten, sie gehen darin unter. Den Gott allen Trostes offenbart sich aber nicht in Worten. Es ist diese Kraft. Sie öffnet den Menschen die Herzen einander beizustehen. Der Gott des Erbarmens macht uns zu barmherzigen Menschen. Es ist die Kraft, die uns aushalten beieinander, wenn wir untröstlich sind. Paulus stellt die Rechnung auf, dass das Maß des Trostes dem Mass des Leidens entspricht, dass einem Menschen widerfährt. Da erinnert an den alten Spruch: Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch sie zu tragen. So sein Satz legt sich leicht in den Mund. Ich spreche ihn nur ganz zögernd aus. Denn: was soll denn der Sinn aller Lasten sein? 3

4 Sollen wir daran reifen, unser Leben vertiefen und kräftigen? Und der Trost soll uns daran nicht verzweifeln lassen? Da wäre eine mögliche Antwort. Doch in manchen trostlosen Ereignissen kann sie sehr zynisch klingen. Ist der Gott allen Trostes denn ganz bei Trost, wenn er Menschen leiden lässt? Eine simple Antwort ist auch hier zu scheuen! Ich bin dem Gott allen Trostes dankbar, wenn er mich als Seelsorger trägt. Aber noch dankbarer, wenn ich nach langer Zeit Menschen treffe, die trotz aller Verwundung, das Leben neu wiedergefunden haben. Das stellt sich in der Regel nicht von selbst ein. Paulus entwirft hier so etwas wie eine Trostgemeinschaft, ein Netzwerk der Tröstenden und Getrösteten. Jeder gibt vom dem Trost, den er hat, weiter. Die, die Schlimmes erlebt und überwunden haben, können denen, die im Dunkel sitzen neues Licht eröffnen. Ich sehen Menschen vor mir, Menschen unsere Gemeinde, die andere trösten. Sie halten bei ihnen aus. Sie geben niemanden auf. Sie sagen nur: Ich bin da! Wir teilen Leiden und wir teilen Trost. Jeder bringt das ein, das was er gerade hat. Eine Tür, die geöffnet wird. Eine Hand die sich ausstreckt. Die Heimat, die ich gebe. Die Geste Ich bin bei Dir. Der unverhoffte Besuch. 4

5 Das Beieinanderbleiben im Zweifel. Das wortlose, trotzige Festhalten an der Hoffnung. Wo das geschieht, ist der Gott allen Trostes gegenwärtig mit seiner Kraft, aber auch mit seinem Leiden. Das Abendmahl, das wir nachher feiern, ist Symbol dafür. Da lassen wir uns vom Gott alles Trostes einladen in die Runde der Leidenden und Tröstenden, die sich mit Brot stärken und am Wein der Freude und des neuen Lebens festhalten. Amen 5

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