Witterungsbericht. - Sommer

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1 Witterungsbericht - Sommer

2 Witterungsbericht Sommer 2012 Erstellt: September 2012 Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie - Thüringer Klimaagentur - Göschwitzer Str Jena Internet:

3 Witterungsbericht Sommer 2012 Sommer 2012: Steigerungslauf mit Hindernissen Der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni bis August. Beginnend mit sehr kalten Nächten Anfang Juni, gefolgt von heftigen Gewittern in der ersten Juliwoche, gab es Mitte August eine mehrtägige Hitzewelle von vielerorts mehr als 35 C Tageshöchsttemperatur. Der Juni ist bezüglich seiner Monatsmitteltemperatur als durchschnittlich zu bewerten. In Artern und Leinefelde lag der Juni ,5 C und in Meiningen 0,3 C unter dem langjährigen Mittelwert von 1981 bis Auf der Schmücke war der Juni um 0,3 C zu warm. Zum Monatsbeginn waren jedoch die Nächte zum Teil empfindlich kalt. Am Morgen des meldete Artern 5,1 C und Jena (Sternwarte) sogar nur 4,0 C. Die 5 C-Marke wurde nahezu Thüringenweit unterschritten. Abb. 1: Tagesminimumtemperatur [ C] am (Quelle: Im Juni hat die monatliche Niederschlagssumme seit Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts abgenommen Der diesjährige Juni fällt aus diesem Bild scheinbar komplett heraus. Im Bezug zum dreißigjährigen Mittelwert von fielen in Leinefelde im Juni % des durchschnittlichen Monatsniederschlags, während es in Artern, Meiningen und auf der Schmücke sogar über 200 % waren. Diese dem allgemeinen Trend gegenläufige 1

4 Entwicklung für 2012 ändert jedoch nichts an der allgemeinen Tendenz zu niederschlagsärmeren Junimonaten. Erst die Häufung derartiger Anomalien wäre als Zeichen einer Trendumkehr interpretierbar. Entsprechend zu den erhöhten Niederschlagsmengen, zeigte sich auch die Sonne im Juni seltener als üblich. Der Monatswechsel zum Juli und die erste Juliwoche waren von zum Teil schweren Gewittern geprägt. In der Nacht vom zum überquerte ein kleines Tiefdruckgebiet den Freistaat von Südwest nach Nordost. Folge davon waren nächtliche Gewitter, die mit Blitzschlag, Starkregen und vor allem schweren Sturmböen einhergingen. Abb. 2: Maximale Windgeschwindigkeit (Spitzenböen) [km h -1 ] am (Quelle: In Artern wurden 80 km h -1 und an der Wetterstation Erfurt-Bindersleben sogar 90 km h -1, was Windstärke 10 (Schwerer Sturm) entspricht, gemessen. Im Gegensatz zu Sachsen, wo auf dem Fichtelberg mit 148 km h -1 Orkanstärke (Windstärke 12) erreicht wurde, blieben die Spitzenböen in den Kammlagen des Thüringer Waldes auf maximal Windstärke 8 beschränkt. Das Thüringer Becken war mit bis zu zwei Windstärken höher am stärksten von den nächtlichen Gewittern betroffen. Die Gewitter am 05. und 06. Juli beschränkten sich vorwiegend auf den Ostthüringer Raum und waren im Gegensatz zu denen vom Monatswechsel sehr regional wetterwirksam. Ursache der Gewitterbildung war feucht-warme Luft aus südlichen Richtungen in Kombination mit leichtem Tiefdruckdruckeinfluss über Westdeutschland. 2

5 Anhand der Niederschlags- und Spitzenböenverteilung erkennt man die stark lokale Ausprägung der Gewitterereignisse an beiden Tagen. Vor allem die Stadt Gera war beide male maßgeblich davon betroffen. Schwere Sturmböen von bis zu 100 km h -1 entwurzelten Bäume und ließen große Äste wie Streichhölzer knicken. Starkregenfälle führten zu lokalen Überschwemmungen. Das Hauptniederschlagsgebiet überquerte den Süden Geras, sodass an der Wetterstation Gera-Leumnitz die extremen Niederschlagsmengen nicht registriert wurden. An den umliegenden Stationen wurden in kurzer Zeit jedoch zum Teil erhebliche Niederschlagsmengen registriert: Remptendorf 65 mm, Altenburg 49 mm und Schleiz 43 mm (Tagesniederschlagsmengen vom ). Abb. 3: Niederschlagsintensität [mm h -1 ] vom , 15 Uhr MESZ (oben, links) und vom , 14 Uhr MESZ (oben, rechts) (Quelle: sowie maximale Windgeschwindigkeit (Spitzenböen) [km h -1 ] am (unten, links) und (unten, rechts) (Quelle: 3

6 Klimatologische Auswertungen des Zeitraumes von 1970 bis 2000 ergaben, dass derartige Niederschlagsereignisse im Schnitt bis zu viermal innerhalb von zehn Jahren in dieser Region auftreten. Abb. 4: Durchschnittliche Ereignisanzahl [Ereignisse pro zehn Jahre] mit mindestens 60 mm Tagesniederschlag im Zeitraum von 1970 bis 2000 aus Messwerten von Klima- und Niederschlagsstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) (Datenquelle: DWD; Auswertung und Darstellung: Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Thüringer Klimaagentur). Auch wenn es recht selten vorkommt, dass ein Ort an zwei aufeinander folgenden Tagen von schweren Gewittern und den daraus resultierenden Schäden betroffen ist, ist das häufige Auftreten von Gewittern im Ostthüringer Raum nichts Ungewöhnliches. Weiterführende Informationen dazu sind unter zu finden. Im Monatsmittel betrachtet war der Juli 2012 weitestgehend durchschnittlich. Die Temperatur lag nur minimal (0,1-0,5 C) unter dem langjährigen Mittel von 1981 bis Das Niederschlagsverhalten im Juli war sehr regional geprägt. In Leinefelde fielen 58 % (45,2 mm) mehr Niederschlags als üblich, während Artern 5 % unter dem Durchschnitt lag. Die Anzahl der Sonnenstunden ergab Thüringenweit % geringere Werte als der dreißigjährige Mittelwert von 1981 bis 2010 vorgibt. Der August 2012 machte seinem Ruf als Sommermonat alle Ehre. Mit 0,9-1,9 C über dem Temperaturdurchschnitt, fast flächendeckend leicht unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen und % mehr Sonnenstunden startete der Sommer noch einmal so richtig durch. In Artern gab es vier Heiße Tage (= Tage mit einer Maximaltemperatur von mindestens 30 C) und in Jena waren es sogar sechs. Auf der höchstgelegenen Thüringer Messstation Schmücke (937 m ünn) wurden seit Messbeginn 4

7 (1978) insgesamt drei Tage (1 Tag 1992 und 2 Tage 2003) mit einer Maximaltemperatur von mindestens 30 C registriert. Für den insgesamt vierten Heißen Tag auf der Schmücke fehlten dieses Jahr nur 1,1 C, denn am wurde dort eine Maximaltemperatur von 28,9 C gemessen. Im Zeitraum vom 18. bis wurden in fast ganz Thüringen die 30 C erreicht und überschritten. Vielerorts wurden Werte über 35 C gemessen. Artern meldete am ,9 C und Gera-Leumnitz sowie Jena (Sternwarte) einen Tag später sogar 37,5 C. Damit zählte Ostthüringen an diesem Tag zu den wärmsten Orten Deutschlands. Nur im südlichen Brandenburg wurde noch das ein oder andere Grad mehr erreicht. Abb. 5: Tagesmaximumtemperatur [ C] am (links) und (rechts) (Quelle: 5

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