Geistiges Eigentum der Promovenden - Dissertation und kumulative Promotion

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1 Geistiges Eigentum der Promovenden - Dissertation und kumulative Promotion Ass. jur. Jost Lechte, LL.M.

2 Die Dissertation als Promotionsleistung selbständig erstellte, schriftliche wissenschaftliche Arbeit, die das Wissenschaftsgebiet weiterentwickelt, so z.b. 40 des SächsHSG Dissertation als Monographie und kumulative Dissertation Promotionsordnungen verpflichten regelmäßig zur Anfertigung und (!) Veröffentlichung der Dissertation ( Diese Verpflichtungen stellen eine Einheit im Sinne einer wissenschaftlichen Leistung dar. )

3 Urheberrechtliche Werkqualität von Dissertationen Der Werkgattung g nach handelt es sich um (wissenschaftliche) Schriftwerke Wissenschaftliche Werke als persönliche geistige Schöpfungen, 2 Abs. 2 UrhG Urheberrechtliche Schutzfähigkeit ergibt sich nicht aus dem Inhalt der Arbeit (wissenschaftliche Erkenntnisse, Lehren oder Theorien) sondern aus der konkreten Darstellung und Gestaltung Urheberrechtlicher Schutz nicht abhängig von Anmeldung, Registrierung o.ä.

4 Urheberrechtliche Verwertungsrechte an der Dissertation Insbesondere: a) Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht, 16, 17, UrhG b) Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (Online- Nutzung), 19 UrhG Verwertungsrechte der Promovenden: nicht der Hochschulen nicht der betreuenden Professoren nicht der kooperierenden Unternehmen ( externe Dissertationen )

5 Grundsätze für die Veröffentlichung von Dissertationen (Beschluss der KMK vom i.d.f. vom ) Alternative Veröffentlichungsmöglichkeiten: a) Eigenverlag b) Nachweis der Veröffentlichung in einer Zeitschrift c) Verlagspublikation und Verbreitung über Buchhandel d) Mikrofiche e) Ablieferung einer elektronischen Version, deren Datenformat und Datenträger mit der Hochschulbibliothek abzustimmen sind. Einräumung von urheberrechtlichen Nutzungsrechten!? In den Fällen a), d) und e) überträgt der Doktorand der Hochschule das Recht im Rahmen der gesetzlichen Aufgaben der Hochschulbibliotheken, weitere Kopien von seiner e Dissertation herzustellen e und zu verbreiten e bzw. in Datennetzen zur Verfügung zu stellen.

6 Veröffentlichungspflicht und kumulative Dissertation Zeitschriftenverlage lassen sich zumeist die ausschließlichen Online-Nutzungsrechte einräumen. Solange die Promotionsordnungen nicht zwingend die Ablieferung einer elektronischen Version einschließlich der Einräumung der Online-Nutzungsrechte verlangen sondern alternativ den Nachweis der Veröffentlichung in einer Zeitschrift ausreichen lassen, ist dies kein Problem. Anderenfalls oder falls der Doktorand über die Veröffentlichung in einer Zeitschrift hinaus Interesse an einer elektronischen Zweitveröffentlichung auf einem Hochschulschriftenserver hat, muss er sich um die Rechte hierfür kümmern.

7 Möglichkeit des Doktoranden zur elektronischen Zweitveröffentlichung!? Entscheidend ist die Vereinbarung mit dem Zeitschriftenverlag Lässt dieser die elektronische Zweitveröffentlichung zu? Einen Anhaltspunkt (!) kann die sog. SHERPA/RoMEO-Datenbank geben: de/wiss-publizieren/sherparomeo/

8 Elektronische Zweitveröffentlichung und Verlagsvertrag Welche Version darf online genutzt werden (Nur Entwürfe, Pre- Print oder Post-Print )? Ist eine Sperrfrist zu beachten? Auf welchen Servern darf die elektronische Version genutzt werden (- auf dem persönlichen Server des Autors und/oder auf den Servern der Hochschule)? Darf die elektronische Zweitveröffentlichung, muß sie oder darf sie nicht mit dem Verlagsserver verlinkt werden? Müssen Textzusätze aufgenommen werden (z.b. author posting. Verlag XY Ist eine (schriftliche) Erlaubnis des Verlags einzuholen?

9 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Ass. jur. Jost Lechte, LL.M.

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