Einsatzmöglichkeiten im Bauunternehmen... 5

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1 II / i Kapitel 2 Anwendungssoftware Gliederung 2 Anwendungssoftware Individualsoftware Standardsoftware Branchensoftware im Bauwesen... 4 Einsatzmöglichkeiten im Bauunternehmen... 5

2 II / 1 2 Anwendungssoftware Die Anwendungssoftware wird in die drei Bereiche Standardsoftware, Branchensoftware und Individualsoftware unterteilt. 2.1 Individualsoftware Software Betriebssystem Anwendungssoftware Individualsoftware Standardsoftware Branchensoftware spezielle Programmpakete integrierte Programmpakete Abb Softwareüberblick 1 Individualsoftware besteht aus Programmen, die für einen einzigen Anwender und dessen spezielle Probleme erstellt wurde. Da das Schreiben größerer Programme sehr zeit- und personalintensiv ist, ist das Erstellen und der Einsatz von Individualsoftware sehr teuer. 2.2 Standardsoftware Unter Standardsoftware versteht man Programme, die in sehr großer Stückzahl verkauft werden. Die Kosten der Programmierung werden so auf sehr viele Kunden verteilt, die Programme sind relativ günstig. Da sie aber das gesamte Spektrum der Anforderungen er- 1 Vgl. Precht u.a. (1992)

3 II / 2 füllen müssen, sind die Programmfunktionen meist so allgemein, dass der Anwender das Programm erst an seine speziellen Probleme anpassen muss. Für den PC stehen sehr viele hochwertige Standardsoftwareprodukte zur Verfügung. Diese Programme sind fast immer mit einer ausreichenden Dokumentation versehen, die dem Anwender die Bedienung des Programms erleichtert. Die Standardsoftware lässt sich je nach Anwendung in folgende Gruppen unterteilen: - Textverarbeitung, - Tabellenkalkulation, - Datenbanken, - Grafik, Präsentation - Kommunikation, - Termin- und Projektplanung, - Integrierte Programme. Textverarbeitung: Mit Textverarbeitungsprogrammen können Texte rationell am Bildschirm erstellt, verändert oder gespeichert werden. Bekannte Textverarbeitungsprogramme sind z.b. WordPerfect oder MS-Word. Neben der herkömmlichen Textverarbeitung erlangen zunehmend Programme des so genannten DESKTOP-PUBLISHING Bedeutung. Desktop-Publishing-Programme erlauben die druckreife Produktion von Texten und Grafiken mit dem Computer. Dies ist in eingeschränkter Form auch schon mit guten Textverarbeitungsprogrammen möglich. Tabellenkalkulation: Mit Tabellenkalkulationsprogrammen können Kalkulationen und Planungsrechnungen aller Art durchgeführt werden, sofern sie sich in Form einer zweidimensionalen Tabelle mit Zeilen und Spalten darstellen lassen. Verschiedene Arbeitsblätter lassen sich verknüpfen, so dass auch teilweise von einer dreidimensionalen Bearbeitung gesprochen wird. Das bekannteste Tabellenkalkulationsprogramm ist MS-Excel. Ein weiterer Vorteil der Tabellenkalkulation ist die Präsentationsgrafik, die die meisten Programme enthalten. Damit lassen sich die Ergebniswerte eines Arbeitsblatts in Diagrammen darstellen. Die Ergebnisse werden so transparenter und leichter vergleichbar, was besonders für statistische Auswertungen von Vorteil ist. Üblich sind Linien-, Balken-, Kreis- und Kuchendiagramme.

4 II / 3 Datenbanken: Mit Datenbanksystemen können Informationen geordnet archiviert werden. Datenbanksysteme bestehen aus einem Befehlssatz, der speziell auf komfortables Erstellen, Verändern und Auswerten von in Dateien gespeicherten Informationen abgestimmt ist. Die Daten können dann nach verschiedenen Kriterien analysiert werden. Es besteht auch die Möglichkeit mehrere Datenbanken zu verknüpfen. Die meisten Literaturverwaltungsprogramme arbeiten mit solchen Verknüpfungen. Hier enthält eine Datenbank die Buchbezeichnungen und eine weitere die Stichwortverzeichnisse mit Zuweisungen 2. Da solche Verknüpfungen auch rechnerisch erfolgen können, ergibt sich für die Datenbankprogramme ein ideales Einsatzgebiet im betriebswirtschaftlichen Bereich. Die in einem Tabellenkalkulationsprogramm erfassten Daten können heutzutage ohne Probleme in einem Datenbankprogramm eingelesen (importiert) werden. Bekannte Datenbanksysteme sind MSAccess, Paradox und Filemaker Pro. Diese sind jedoch nur für kleinere Anwendungen geeignet. Grafik: Mit Grafiksoftware für den kommerziellen Bereich (Business-oder Präsentations-Grafik) kann auf komfortable Art numerisches Datenmaterial, z.b. aus Kalkulationsprogrammen, in übersichtliche und aussagefähige Diagramme überführt werden. Bekannte Grafikprogramme sind z.b. Corel-Draw und Power point. (Power point ist eigentlich ein Programm für das Erstellen von Präsentationen.) Kommunikation: Die Kommunikation und speziell der Datenaustausch zwischen PC und Großrechneranlagen wirft oft Probleme auf und erfordert meist aufwendige Hardware-Zusätze. Das Internet hat hier jedoch einiges vereinfacht. Sehr einfach sind die Rechner von Apple zu vernetzen. Sehr viel einfacher ist aber auch die Vernetzung der PC unter Windows2000 und WindowsXP geworden. Termin- und Projektplanung: Terminplanungs- und Projektplanungsprogramme bilden einen Übergang zwischen Standardsoftware und Branchensoftware. Die Anwender setzen sich jedoch aus einem relativ engen Kreis möglicher Kunden zusammen. Termine müssen zwar an 2 Vgl. Becker u.a. (1986)

5 II / 4 vielen Orten geplant werden, aber sie spielen gerade im Baubereich eine wichtige Rolle, da Bauprojekte immer Unikate sind und nur schwer auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden kann. Das Programm koordiniert, analysiert und reorganisiert die Tätigkeiten, und es kann sofort einen Ausdruck des geänderten Projektplanes anfertigen. Voraussetzung ist allerdings eine ständige Datenpflege und Aktualisierung. Die grafische Darstellung kann sowohl als Balkendiagramm oder Netzplan erfolgen. Bekannte Termin- und Projektplanungsprogramme sind z. B. SuperProject, Timeline, Powerproject, MSProject, Primavera. Die Diplomarbeit von Frau Martina Mazuw mit dem Thema Projektmanagementsysteme im baupraktischen Einsatz vergleicht die drei letztgenannten Programme (http://www.ibl.uni-stuttgart.de/03studium/html/diplomarbeiten/mazuw.html). Integrierte Programme: Integrierte Programmpakete versuchen, mehrere Teilgebiete wie z. B. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafik und Datenbanken zu integrieren (Office-Systeme). Integration bedeutet, dass der Benutzer von einer Anwendung zu einer anderen springen kann und von allen Programmteilen die eingegebenen Daten aufrufen und weiterverwenden kann. Dieses Gesamtpaket mit Zugriff auf einen Datenbestand spart Zeit und Aufwand und ermöglicht eine effektive Auslastung des PC ohne Kompatibilitätsprobleme. Wichtig bei all diesen Programmen ist, dass sie den Anwender von Routinearbeiten befreien und ihn bei der Lösung praktischer Probleme unterstützen. Ein großer Vorteil dieser Standardsoftware liegt in der Anwendungs- und Bedienungsfreundlichkeit. 2.3 Branchensoftware im Bauwesen Branchensoftware sind speziell für eine Branche angefertigte Programme, die auf die jeweiligen Probleme zugeschnitten sind. Bausoftware sind Programme, die nur in der Baubranche Anwendung finden. Das Textverarbeitungssystem eines Baubüros fällt nicht unter diesen Begriff. Der Einsatz der EDV im Baubetrieb begann mit der Anwendung im Rechnungswesen, insbesondere in der Lohn- und Gehaltsabrechnung, und mit der statischen Berechnung von Tragwerken. Im Straßenbau wurde sie dann zum ersten Male zur Unterstützung bei planerischen Aufgaben herangezogen (siehe hierzu auch die Homepage von RIB Daraus ging dann der verstärkte Einsatz der EDV-Anlagen im Vermessungswesen und besonders bei der Bauabrechnung hervor. Die Richtlinien für die elektronische Bauabrechnung (REB) haben die Anwendung auf diesem Gebiet gefördert.

6 II / 5 Einsatzmöglichkeiten im Bauunternehmen Bereich EDV-Einsatz Kaufmännischer Bereich - Buchhaltung: Finanzbuchhaltung (äußerer Kreis), Jahresschlussrechnung, Betriebsbuchhaltung (innerer Kreis), Rechnungsstellung. - Lohn- und Brutto- und Nettolohnabrechnung, Gehaltsabrechnung: Personalstammdatei, Sozialkassenbeiträge. - Einkauf: Preisdateien, Lagerverwaltung, Inventur. Technischer Bereich - Kalkulation: Kalkulation von Baupreisen, Kalkulationsanalyse, Mittellöhne, Nachkalkulation, Soll-Ist-Vergleich. - Baustellen: Bauablaufplanung, Aufmaß, Bauabrechnung, Lohnstundenerfassung, Soll-Ist-Vergleich, Controlling. - Bauhof, Geräte: Geräteverwaltung, Baustellenversorgung, Wartungsfristen. - Technisches Büro: Tragwerksplanung, CAD, Vermessung, Bemessung. - Arbeitsvorbereitung: Ablaufplanung, Schalungseinsatzplanung, Gerätedisposition, Visualisierung, virtuelles Bauen. - Fertigteilwerk: Produktionsplanung und -steuerung. - Schlüsselfertiges Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung (AVA), Bauen: Massenermittlung. Geschäftsleitung Unternehmensplanung, Ergebnisauswertung, Submissionsauswertung, Controlling.

7 II / 6 Bei der Abwicklung einer Baumaßnahme lassen sich vor allem drei wesentliche Aufgabenbereiche feststellen, die in sich mehr oder weniger geschlossene Datenkreise bilden: - Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung und Kosten- und Leistungsrechnung), - Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung (AVA-Bereich), - Arbeitsvorbereitung, Kalkulation und Projektsteuerung (Controlling).

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