Serie. Managed Futures F. A. Q. in Zusammenarbeit mit. Liebhartsgasse 36, 1160 Wien. Copyright Szabo-Scheibl Verlag + PR OEG. 39/2009 bankundbörse

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1 bankundbörse Serie A K T U E L L Managed Futures F. A. Q. 1 in Zusammenarbeit mit Copyright Szabo-Scheibl Verlag + PR OEG Liebhartsgasse 36, 1160 Wien T (01) F (01) M I

2 Managed Futures F.A.Q. Beantwortet von Superfund Wie kommt es, dass Managed Futures von der Finanzkrise weniger betroffen sind als andere Anlageformen? Was ist der Unterschied zwischen Futures und Managed Futures? Wie funktioniert ein Futures Kontrakt? In welcher Form werden Managed Futures in Österreich angeboten? Managed Futures können aufgrund der besonderen Eigenschaften von Terminmarktkontrakten (Futures) sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielen, dadurch ist diese Anlageklasse von Börsenkrisen weniger stark betroffen als klassische Anlageformen wie Aktien, Immobilien oder Anleihen. Unter Futures versteht man beidseitig verpflichtende, börsengehandelte Terminkontrakte auf zugrunde liegende Basiswerte wie Aktienindizes, Anleihen, Zinsen, Währungen, Edelmetalle oder auch Öl und Agrarprodukte also Finanzprodukte, die sich auf ein anderes Finanzinstrument oder Rohstoffe beziehen. Üblicherweise wird die Ware hier nicht sofort gekauft, abgenommen und bezahlt. Vielmehr verbriefen Futures vorab fixierte Rechte und Pflichten der Vertragspartner, wobei das vereinbarte Geschäft für beide Seiten verpflichtend ist und erst in Zukunft abgewickelt wird. Mit Futures kann grundsätzlich auf steigende und fallende Preise gesetzt werden. Der Handel mit Rohstoff- und Finanz-Futures bildet das Kerngeschäft von so genannten Managed Futures. Managed Futures sind kommerzielle Anlageprodukte, die in erster Linie in transparente und streng kontrollierte Rohstoff- und Finanz-Futures investieren. Darüber hinaus investieren Managed Futures auch in Staatsanleihen und sonstige festverzinsliche Produkte, um die Margin-Erfordernisse zu erfüllen. Die Futures-Kontrakte werden aktiv von Commodities Trading Advisors (CTAs andere Bezeichnung für Managed Futures) verwaltet. Kennzeichnend ist, dass Managed Futures sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen profitieren und häufig so gut wie keine Korrelation gegenüber Aktien und Anleihen besteht. Dies kann am besten anhand eines einfachen Beispiels erklärt werden: Nehmen wir einen Hausbesitzer, der sein Haus mit Öl heizt. Für gewöhnlich macht er ein Kassageschäft, das heißt: er kauft sein Öl vor Beginn der Heizsaison ein, wenn sein oder Liter-Tank ziemlich leer ist. Das Heizöl wird einige Tage später geliefert und bezahlt. Da der Ölpreis vor Sommerbeginn besonders günstig ist, macht er es diesmal anders. Zwar ist sein Tank noch halbvoll und er braucht sein Geld für ein neues Auto, aber trotzdem möchte er den günstigen Preis nützen. Also vereinbart er mit seinem Heizölhändler den aktuell günstigen Preis, wobei die Lieferung erst Ende Oktober erfolgen soll. Der Hausbesitzer willigt ein, für die schriftlich bestätigte Preisgarantie einen bestimmten Aufschlag zu bezahlen. Steigt der Ölpreis zwischenzeitlich an, profitiert der Hausbesitzer von dem Geschäft. Sinkt der Preis hingegen weiter, kommt dies dem Heizölhändler zugute. Auf diesem Grundprinzip beruhen sämtliche Futures-Geschäfte. Managed Futures werden in Österreich meist in Form von ausländischen Investmentfonds in der Form von Sondervermögen oft handelt es sich dabei um Luxemburger SICAV-Fonds - angeboten und sind wie im Falle der Super- 2

3 fund SICAV-Fonds als so genannte blütenweiße Auslandsfonds zugelassen. Voraussetzung dafür ist, dass die Depotbank der Quadriga Superfund SICAV die steuerlichen Ertragszahlen bewertungstäglich an die Oesterreichische Kontrollbank meldet. Für blütenweiße Auslandsfonds, deren Anteilscheine in einem Depot in Österreich verwahrt werden, erfolgt der Einbehalt der Einkommensteuer in Form einer Kapitalertragsteuer (KESt) durch die jeweilige österreichische Bank, auf deren Depot der Investor seine Anteile verwahrt. Es ist in solchen Fällen keine Abgabe einer Steuererklärung erforderlich. Weiters entfällt für blütenweiße Fonds die Sicherungssteuer in Höhe von 1,5%. 3 Wo kann ich Managed Futures kaufen? Wo werden Managed Futures gehandelt? Gibt es geregelte Ein- und Verkaufspreise? Gibt es bestimmte Währungen für Futures-Geschäfte? Welche Gebühren fallen an, wie hoch sind diese? Kommt auf Erträge aus Managed Futures auch die KESt zum Tragen? In welchen Einheiten/Mengen kann ich kaufen/verkaufen? Managed Futures können über die Hausbank, ausgewählte Finanzdienstleister und so wie zum Beispiel bei Superfund auch über den Anbieter direkt erworben werden. Managed Futures-Fonds werden im Normalfall nicht über die Börse gehandelt. Vielmehr investieren Managed Futures vorwiegend in streng kontrollierte, hochliquide Futures-Kontrakte. Futures werden an so genannten Terminbörsen gehandelt. Terminbörsen sind die weltweit größten und liquidesten Börsen, die es gibt. Die bekanntesten Terminbörsen stehen in Chicago, New York und London. Der Preis eines Managed Futures-Fondsanteil richtet sich nicht nach Angebot und Nachfrage und wird auch nicht geregelt sondern ergibt sich aus dem Nettoinventarwert spiegelt also den Handelserfolg des Fondsmanagers wider. Der Nettoinventarwert wird von externen Kontrollinstanzen errechnet. Futures-Geschäfte werden wie fast alle börsengehandelten Finanzprodukte entweder in der jeweiligen Landeswährung oder in US-Dollar abgewickelt. Innerhalb der EU werden Futures-Geschäfte in Euro abgerechnet. Meist wird ein Ausgabeaufschlag von etwa 4% bis 5%, eine Verwaltungsgebühr von etwa 0,5% p.m. sowie eine Gewinnbeteiligung (von bis zu 30% und mehr, die allerdings nur dann anfällt, wenn ein neues Alltimehigh erreicht wird und alle Investoren im Plus sind die Gewinnbeteiligung wird dann auch nur von der Differenz zwischen altem und neuem Alltimehigh berechnet) verrechnet. Wie auch bei traditionellen Investmentfonds üblich werden auch bei Managed Futures-Fonds alle Gebühren bei den ausgewiesenen NAVs bereits berücksichtigt. Wenn Managed Futures in die Kategorie der blütenweißen Auslandsfonds fallen und auf einem Inlandsdepot verwahrt werden, wird eine ermäßigte KESt (25% von 20%, der im Fonds ermittelten Substanzgewinne) automatisch von der jeweiligen Depotbank einbehalten. In der Vergangenheit waren meist sehr hohe Einstiegslimits erforderlich, weshalb Managed Futures nur für institutionelle Investoren oder sehr reiche Privatanleger zugänglich waren. Heute bieten sehr viele Anbieter ihre Fonds bereits ab Euro oder Euro an. Der österreichische Managed Futures-Anbieter Superfund bietet Managed Futures-Ansparpläne sogar schon ab 50 Euro monatlich an.

4 Wie lange muss/soll ich veranlagt bleiben? Sind Managed Futures eine Beimischung zu anderen Anlageformen oder kann/soll ich ausschließlich in Managed Futures investieren? Wie sieht die Anlagestrategie eines Managed Futures-Managers aus? Wie verhalten sich Managed Futures in sinkenden Märkten? Was versteht man unter leer verkaufen? Wie kann man aber in einem sinkenden Markt Erträge erzielen? Managed Futures sollten als mittel- bis langfristiges Investment betrachtet werden. Vernünftig wäre ein Anlagehorizont von mind. 5 Jahren. Managed Futures entfalten nicht zuletzt im Zusammenspiel mit anderen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen ihre positiven Eigenschaften. Da Managed Futures sich langfristig weitgehend unabhängig von Aktien und Anleihen entwickeln, eigenen sie sich besonders gut als Portfoliobeimischung. Langfristig können Managed Futures das Gesamtrisiko eines Portfolios reduzieren, während der Gesamtertrag gesteigert werden kann. Managed Futures-Manager arbeiten meist mit einem vollautomatischen Computerhandelssystem und verfolgen einen systematischen Trendfolgeransatz. Dadurch werden menschliche Fehler, die durch Emotionen wie Angst oder Gier ausgelöst werden, verhindert, wodurch langfristig überdurchschnittlich gute Ergebnisse für den Anleger erzielt werden können. Investiert wird ausschließlich in hochliquide, streng kontrollierte, börsengehandelte Finanz- und Rohstoff-Futures-Kontrakte. Managed Futures können über den Handel mit Futures-Kontrakten auch bei fallenden Märkten positive Erträge erwirtschaften. Anders als beim Handel mit Aktien müssen beim Handel mit Futures-Kontrakten keine Wertpapiere leer verkauft werden. Das heißt: Managed Futures-Manager kaufen keine Einzelaktien und sind daher auch von etwaigen Leerverkaufsverboten nicht betroffen. Unter Leerverkauf wird ein Wertpapiergeschäft verstanden, bei dem ein Investor ein Wertpaper, das er nicht besitzt, verkauft. Das heißt, er leiht sich das Wertpapier bei einer Versicherung oder einer Pensionskasse oder einem anderen Großinvestor aus und verkauft es über die Börse in der Hoffnung, dass der Preis des Wertpapiers in der Folge sinkt und er das Papier in Zukunft günstiger zurückkaufen kann. Für diese Leihe bezahlt er eine Gebühr. Das Geschäft wird als Leergeschäft bezeichnet. Zur Rückführung der Leihe muss der Leerverkäufer das verkaufte Wertpapier zu einem zukünftigen Zeitpunkt zurückkaufen. Ist der Preis des Wertpapiers bis dahin gefallen, muss der Verkäufer einen geringeren Preis als den zahlen, den er zuvor beim Verkauf erzielt hat und erzielt somit einen Gewinn. Ist der Preis dagegen gestiegen, macht der Verkäufer einen Verlust, da er sich zu einem höheren Preis eindecken muss. Futures-Kontrakte gibt es sowohl als Long -Futures (setzen auf steigende Kurse) als auch als Short -Futures (setzen auf fallende Kurse). Je nachdem, welche Erwartungshaltung der Investor in Bezug auf die weitere Preisentwicklung hat, investiert er in Long - oder Short -Futures- Kontrakte. Entwickeln sich die Preise in die gewünschte Richtung, erzielt der Investor einen Gewinn. Auch hier kann ein anschauliches Beispiel beim besseren Verstehen helfen: Nehmen wir an, der Preis in unserem vorhergehenden Heizöl-Beispiel wäre weiter gesunken, dann hätte der Heizölhändler (er hält in diesem Fall den Short -Futures-Kontrakt) einen zusätzlichen Gewinn ge- 4

5 Gibt es einen Unterschied zwischen Managed Futures-Fonds und Hedge- Fonds? Welche Vorteile haben Managed Futures im Vergleich zu klassischen Anlageformen? macht. Denn er hätte sowohl den Preisaufschlag, als auch den zuvor vereinbarten höheren Preis für sein Heizöl bekommen. Der Hausbesitzer (er steht auf der Long-Seite) musste den höheren Preis plus Preisaufschlag bezahlen. Managed Futures sind im Gegensatz zu vielen Hedge-Fonds streng kontrollierte Anlageinstrumente, die in erster Linie in hochliquide und börsegehandelte Finanz- und Rohstoff-Futures-Kontrakte investieren. Darüber hinaus investieren Managed Futures auch in Staatsanleihen und sonstige festverzinsliche Produkte, um die Margin-Erfordernisse zu erfüllen. Langfristig entwickeln sich Managed Futures-Fonds anders als Hedge-Fonds unabhängig von Aktien- und Anleihenmärkten. Managed Futures verwenden anders als Hedge-Fonds kein Fremdkapital und tätigen auch keine Aktien- Leerverkäufe. Managed Futures-Fonds weisen langfristig eine deutlich höhere Performance aus als klassische Anlageformen. So haben sich Managed Futures- Fonds wie jene von Superfund nicht nur im Krisenjahr 2008 überdurchschnittlich gut entwickelt, US-Anbieter wie Bill Dunn und Keith Campbell erzielten über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von 17% bzw. 30%. Aber auch aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften sind Managed Futures gegenüber anderen Anlageklassen im Vorteil. So können Managed Futures sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Märkten Gewinne erzielen. Sie haben durch Futures-Positionen die Flexibilität, auch von fallenden Märkten zu profitieren. Die meisten traditionellen Investmentfonds unterliegen einem engen Korsett, das es ihnen unmöglich macht, auch bei fallenden Märkten Gewinne zu erzielen. Während sich die meisten Investmentfonds auf Aktien- und Anleihenmärkte beschränken oder ausschließlich am Immobilienmarkt investieren, können Managed Futures-Fonds an mehr als 100 verschiedenen Futures- Märkten weltweit handeln. Dazu gehören Rohstoff-Futures wie Gold, Silber, Rohöl, Kaffee, Sojabohnen und Weizen genauso wie Finanz-Futures auf Währungen, Zinsen, Geldmärkte und Aktienindizes um nur einige zu nennen. Dadurch eröffnen sich Managed Futures-Fonds deutlich mehr Gewinnchancen als klassischen Investmentfonds, die nur auf Aktien und Anleihen beschränkt sind. Öffentlich angebotene Managed Futures-Fonds werden von unabhängigen Wirtschaftsprüfern streng geprüft. In den USA werden diese von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), der National Futures Association (NFA) und durch regionale Behörden in den einzelnen Bundesstaaten kontrolliert. Die SEC und die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) reguliert das öffentliche Angebot. In anderen Ländern gibt es ähnlich strenge Kontrollmechanismen. Heute gibt es mehr Futures-Märkte als jemals zuvor, und durch den vollelektronischen Handel ist der Zugang leichter geworden. Dennoch sind ausgeklügelte Handelssysteme erforderlich, um Gewinnchancen effektiv zu nützen. Das Bauchgefühl und andere irrationale Entscheidungen getrieben von Angst und Gier - welche zu den häufigsten Anlegerfehlern zählen, werden bei Managed Futures-Fonds somit weitgehend ausgeschaltet. > 5

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