Ethik in der Pflege. Mitgliederversammlung und Fachtagung Mittwoch, 12. März 2014, Ansfelden

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1 Ethik in der Pflege Mitgliederversammlung und Fachtagung Mittwoch, 12. März 2014, Ansfelden

2 Ethik griechisch ηθική [επιστήμη], die Sittliche [Wissenschaft], von ήθος, éthos, gewohnter Sitz; Gewohnheit, Sitte, Brauch; Charakter, Sinnesart, vergleiche lateinisch mos) auch: praktische Philosophie, da sie sich mit dem menschlichen Handeln befasst Ethik stellt Kriterien für gutes und schlechtes Handeln und die Bewertung seiner Motive und Folgen auf.

3 Sieben Eckpfeiler der Ethik 1. Mensch 2. Verantwortung - human responsibility statt human resource! 3. In Handlungen sichtbar - Risikomanagement 4. Nachhaltigkeit durch Einbezug der 'relevanten Umwelt' 5. Ethische Handlungen an deren Auswirkungen erkennbar - hinsehen lernen! 6. Permanente Reflexion unserer Handlungen und 7. Permanentes Lernen durch Reflexion

4 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person Verbot grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung Anspruch auf Anerkennung als Rechtsperson, Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz Schutz des Privatlebens, der Familie, des Heims oder des Briefwechsels, der Ehre... Recht auf Freizügigkeit und freie Wahl seines Wohnsitzes Recht auf Eheschließung und Familiengründung Schutz des Eigentums

5 ... Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit... Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit Recht auf soziale Sicherheit; er hat Anspruch darauf,... in den Genuss der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen Lebenshaltung, die seine und seiner Familie Gesundheit und Wohlbefinden einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztlicher Betreuung und der notwendigen Leistungen der sozialen Fürsorge gewährleistet... Rechte und Freiheiten, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen

6 Konflikt- und Wertelandkarte Welche Entscheidungskonflikte stellen sich uns in der Praxis in der Altenpflege und -betreuung? Woran orientieren wir uns in der Problemlösung?

7 Moralische Probleme Mangelhafte Betreuung wegen finanzieller oder personeller Engpässe Fortsetzen der Behandlung bei Sterbenden Sterbehilfe, Aufsicht bei Selbsttötungsversuchen Erzwungene Unehrlichkeit in Bezug auf die Prognose bei Sterbenden Aufrechterhaltung der Lebensfunktion von komatösen Patienten ohne Aussicht auf Besserung Verabreichen von Medikamenten/Pflegehandlungen unter Zwang Reanimierung oder Nichtreanimierung Behandlungsverzicht

8 Woran orientieren wir uns in der Problemlösung?

9 Medizin- und Pflegeethik Prinzipien und Themen Autonomie Arzt-Patienten-Beziehung Fürsorge Patientenrechte Lebensqualität Patientenverfügungen Sinn Aufklärung nil nocere Nutzen

10 Ethische Prinzipien Nichtschaden Wohl und Nutzen, Fürsorge Autonomie, Selbstbestimmung Gerechtigkeit Menschenwürde Förderung des Wohlergehens der Autonomie Gerechtigkeit Aufrichtigkeit verständigungsorientierte Kommunikation

11 Ethik der Selbstbestimmung Individualisierung Selbstbestimmung Selbstverantwortung Kein eigenständiges Behandlungs- /Pflegerecht Einwilligung des Patienten als Voraussetzung jeder Maßnahme Last der Eigenverantwortung

12 Die 10 Gebote des Alten Testamentes* bieten 10 Wegweisungen in die Freiheit 10 Weisungen, wie in riskanten Zeiten Freiheit zu erhalten ist 10 Anweisungen zum Schutz von 10 sensiblen Freiheitsräumen. *) Literatur: Jünemann E., Die zehn Gebote

13 5. Gebot: Du sollst nicht töten. Es geht um das körperliche, geistige und soziale Leben und die Fragen: Wie fördern und schützen wir das eigene körperliche und geistige Leben und das der Mitmenschen? Leben wir eine Kultur des Lebens?

14 6. Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen. Es geht um verlässliche Vereinbarungen und die Fragen: Achten wir auf partnerschaftliche Verhältnisse und entsprechende Vereinbarungen? Halten wir Versprechen ein? Vermeiden wir Angst und Misstrauen Wie steht es um unsere Vertrauenskultur?

15 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen. Es geht um den Freiheitsraum Eigentum und die Fragen: Wie ist die für den Menschen freiheitsnotwendige wirtschaftliche Lebensgrundlage, die eigene wie die der anderen, strukturell und habituell geschützt? Wie wird sie gefördert?

16 8. Gebot: Du sollst nicht falsches Zeugnis reden. Es geht um den Freiheitsraum Kommunikation und die Fragen: Wie kommunizieren wir? Wie steht es um die Wahrhaftigkeit in der Kommunikation und Information? Fördert unsere Kommunikation Verlässlichkeit und Vertrauen?

17 9. Gebot: Du sollst nicht nach dem Haus Deines Nächsten verlangen. Es geht um den Freiheitsraum der sozialen Gemeinschaft und die Frage: Wie schützen wir unser "ganze Haus", unsere Einrichtung und ihr soziales Umfeld, vor Machenschaften, die belastend und zerstörend wirken?

18 10. Gebot: Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen. Es geht um den Freiheitsraum der intimen Gemeinschaft und die Fragen: Was nehmen wir als intime Beziehungen wahr? Wie werden sie geachtet? Wie werden sie vor Machenschaften geschützt, die zerstörend wirken?

19 4. Gebot: Ehre Deinen Vater und Deine Mutter. Es geht um Generationensolidarität und die Fragen: Wie schützen wir die Freiheit der "Altersstufen" sozial und wirtschaftlich? Wie werden sie strukturell und habituell gefördert? Haben wir eine Kultur, in der die Vorteile aller Altersstufen genutzt werden können?

20 3. Gebot: Achte auf den Feiertag. Halte ihn heilig. Es geht um heilige Zeit und die Fragen: Wo gibt es in unserer Einrichtung "heilige" Zeiten? Wo und wie heben sich Zeiten der individuellen und sozialen Ruhe vom Alltag ab? Für wen? Und für wen nicht? Wie gestalten wir diese Zeiten?

21 1. Gebot: Du sollt neben mir keine anderen Götter haben. Es geht um Identität und die Fragen: Welche Kultur soll in unserer Einrichtung herrschen? Was macht uns identifizierbar, erkennbar und unterscheidbar? Wie spiegelt sich das in den Strukturen der Einrichtung wider? Wie in unseren Haltungen?

22 2. Gebot: Du sollst den Namen Deines Herrn nicht missbrauchen. Es geht um Integrität und die Fragen: Stehen wir nach innen und außen zu unseren Werten, unserem moralischen Programm? Kann man/frau darauf vertrauen, dass drinnen ist, was drauf steht?

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