LAP 2015: Neuerungen im Qualifikations-Verfahren D&A

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1 LAP 2015: Neuerungen im Qualifikations-Verfahren D&A (Von dieser Information gibt es unter eine massgeschneiderte Variante für die Ausbildungsbranche Handel) Im Frühsommer 2015 schliessen die Lernenden im Beruf Kauffrau / Kaufmann erstmals nach der neuen Bildungsverordnung 2012 ab. Dieses Dokument informiert Sie über wesentliche Neuerungen, die den betrieblichen Teil der Lehrabschlussprüfung betreffen. Die Leistungsziele Neu kommen in der Branche Dienstleistung und Administration 35 Leistungsziele zur Prüfung. Die Tatsache, dass die neuen Leistungsziele allgemeiner und offener formuliert sind, macht die Vorbereitung nicht einfacher, weil das Spektrum möglicher Prüfungsfragen nicht so direkt aus dem Leistungsziel abgeleitet werden kann wie früher. Die Herausforderung in der Ausbildung besteht darin, dass trotz der offenen Formulierung der einzelnen Leistungsziele das Wissen und Können der Lernenden auch bei jenen Leistungszielen gefördert wird, die im Betrieb wenig oder praktisch gar nicht ausgeübt werden oder in die die Lernenden aus betrieblichen oder organisatorischen Gründen keinen Einblick erhielten. Das Ausbildungs- und Leistungsprofil Das Ausbildungs- und Leistungsprofil ist ein neues, für alle Lernenden vorgeschriebenes Dokument, das Aufschluss über den Lehrbetrieb und seine Produkte und Dienstleistungen, aber auch über die Schwerpunkte und den Verlauf der Ausbildung gibt. Im Zusammenhang mit der Prüfungsvorbereitung durch die Experten tritt es an die Stelle der bisherigen Praxisberichte. Die Lernenden lernen im Überbetrieblichen Kurs ÜK, wie das Ausbildungs- und Leistungsprofil korrekt ausgefüllt wird. Der Teil 1 des Ausbildungs- und Leistungsprofils umfasst eine Tabelle, aus der ersichtlich wird, welche Fachkompetenzen (18 Pflicht-Leistungsziele und 4 aus 10 möglichen Wahlpflicht-Leistungszielen) die Lernenden in welchem Semester sowie im Rahmen Ihrer ALS bearbeitet haben und wie sie ihre Stärken bezüglich der einzelnen Überfachlichen Kompetenzen selbst einschätzen. Im Teil 2 sind die durchgeführten Prozesseinheiten aufzuführen und der Lehrbetrieb, seine Produkte und Dienstleistungen sowie die Tätigkeiten und die Gesprächssituationen, die die Lernenden während der Lehre ausgeführt haben. Beilagen runden die Dokumentation ab und helfen den Prüfungsexpert/innen, eine praxisnahe Prüfung vorzubereiten. Es ist also sehr wichtig, dass der Teil 2 die richtigen und wichtigen Informationen enthält und dass die Kandidat/innen die Chance nutzen und das Ausbildungs- und Leistungsprofil mit anschaulichen Beilagen ergänzen und nicht nur Hochglanzprospekte und vorgefertigte Unternehmens-Präsentationen beilegen. CH-8400 Winterthur E 1

2 Die Berufspraxis schriftlich Die schriftliche Prüfung dauert weiterhin zwei Stunden, während denen anhand von Situationen und Fällen das berufspraktische Wissen zu ausgewählten Leistungszielen (diese sind im Voraus nicht bekannt) geprüft wird. Die Herausforderung an der Prüfung besteht darin, eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis herzustellen, praktische Vorgänge theoretisch untermauern zu können und theoretisches Wissen praktisch anzuwenden. Daneben ist auch eine gewisse Übung bei der Bearbeitung solcher Prüfungen von Vorteil, z.b. Aspekte wie das genaue Lesen und Verstehen der Fragestellung, die Zeiteinteilung, das Überspringen von Fragen mit grosser Wissens-Unsicherheit, die Art der Beantwortung von Fragen, eine leserliche Schrift, die Vermeidung von Rechtschreibefehlern usw. Folgende Leistungsziele werden gemäss Kriterienkatalog für die schriftliche Prüfung verwendet: Material, Waren od. Dienstleistungen beschaffen Material, Waren beschaffen / Dienstleistungen Kunden beraten Kundenanfragen bearbeiten Kundengespräche führen Kundeninformationen bearbeiten Kundengespräche Aufträge abwickeln Aufträge ausführen Erfolgskontrollen durchführen Kundenreklamationen bearbeiten Reklamationen gegenüber Geschäftspartner anbringen Aufträge abwickeln anhand der IPERKA-Methode Aufgaben der Personaladministration ausführen Lernfähigkeit in den Bereichen Selbstmarketing und Personalentwicklung Rechnungswesen Ein- und ausgehende Rechnungen bearbeiten Administrative und organisatorische Tätigkeiten ausüben Schriftstücke bearbeiten Daten und Dokumente verwalten Sitzungen und Anlässe organisieren Brief- und Paketpost bearbeiten Interne Kommunikationsinstrumente bearbeiten Büromaterial und Büroeinrichtungen beschaffen und verwalten Kenntnisse über eigene Branche und Betrieb einsetzen Kenntnisse über Produkte und Dienstleistungen anwenden Produkte und Dienstleistungen Mitbewerber erklären Kenntnisse über den Betrieb anwenden Kenntnisse über die Wirtschaftsbranche anwenden Organisation der Grundbildung (Modul-Nr.) Grundlegendes Verständnis zu Betrieb und Wirtschaftsbranche Vertieftes Verständnis zu Produkten und Dienstleistungen des eigenen Betriebs und der Konkurrenz Die Benotung der schriftlichen Prüfung erfolgt in einer Schulnote auf einer Skala von 6 bis 1 und zählt zu 12,5% an die LAP-Schlussnote. CH-8400 Winterthur E 2

3 Die Berufspraxis mündlich Neu besteht die mündliche Prüfung aus einem Rollenspiel und einem Fachgespräch (bisher waren es zwei Rollenspiele). Der Kriterienkatalog der Branche D&A (Dienstleistung & Administration) Der Kriterienkatalog legt verbindlich fest, welche Leistungsziele die Expert/innen an der mündlichen Prüfung für das Rollenspiel und das neue Fachgespräch verwenden dürfen. Die entsprechenden Leistungsziele werden weiter unten im Abschnitt Rollenspiel resp. Fachgespräch aufgelistet. Das Rollenspiel Das Rollenspiel kann aus einem Beratungs-, Informations- bzw. Verkaufsgespräch oder aus einer betriebsinternen Gesprächssituation bestehen. Mit dem Rollenspiel werden die Anforderungen in einer berufstypischen Handlungssituation simuliert. Das Rollenspiel berücksichtigt die konkreten Dienstleistungen und Produkte des Ausbildungsbetriebes. ( ) Das Rollenspiel ist eine Simulation eines Gesprächs mit einer Kundin/einem Kunden oder einer anderen internen oder externen Anspruchsperson und bleibt fachlich eher «oberflächlich». Die Kandidatinnen und Kandidaten zeigen ihre Kommunikationsfähigkeit und ihre Überzeugungskraft. ( ) Die Prüfungsexpert/innen bestimmen anhand des individuellen Ausbildungs- und Leistungsprofils der Kandidatin oder des Kandidaten eine typische berufliche Gesprächssituation und wählen zwei dazu passende Leistungsziele aus. Die Vorbereitung des Rollenspiels erfolgt aufgrund der dafür vorgesehenen Vorlagen und des Kriterienkatalogs. ( ) Quelle: IGKG Schweiz, 2014, Das Prüfungsgespräch dauert nach einer 5-minütigen Vorbereitung 15 Minuten. Die Experten wählen zwei Leistungsziele aus dem Kriterienkatalog aus; in der Regel werden dies eher Pflicht-Leistungsziele sein. Die ausgewählten Leistungsziele sind für die Kandidat/innen nicht ersichtlich. CH-8400 Winterthur E 3

4 Folgende Leistungsziele dürfen gemäss Kriterienkatalog für das Rollenspiel verwendet werden: Kunden beraten Kundenanfragen bearbeiten Kundengespräche führen Kundengespräche Aufträge abwickeln Kundenreklamationen bearbeiten Aufgaben der Personaladministration ausführen Daten der Personaladministration bearbeiten Administrative und organisatorische Tätigkeiten ausüben Sitzungen und Anlässe organisieren Kenntnisse über eigene Branche und Betrieb einsetzen Kenntnisse über Produkte und Dienstleistungen anwenden Produkte und Dienstleistungen Mitbewerber erklären Kenntnisse über den Betrieb anwenden Kenntnisse über die Wirtschaftsbranche anwenden Organisation der Grundbildung (Modul-Nr.) Grundlegendes Verständnis zu Betrieb und Wirtschaftsbranche Vertieftes Verständnis zu Produkten und Dienstleistungen des eigenen Betriebs und der Konkurrenz Die zu beurteilenden Methodenkompetenzen sind den Leistungszielen fest zugeordnet und werden integriert bewertet. Sie sind für die Kandidat/innen nicht ersichtlich. Die zu beurteilenden Sozial- und Selbst-Kompetenzen sind fest vorgeschrieben und deshalb im Voraus bekannt: Verhält sich kundenorientiert, beharrt nicht auf dem eigenen Standpunkt; Zeigt eine hohe Kommunikationsfähigkeit (z.b. hält Blickkontakt, macht sich Notizen, hört genau zu, fasst das Gespräch zum Schluss zusammen); Zeigt gute Umgangsformen (z.b. begrüsst und verabschiedet den Gesprächspartner freundlich, kommuniziert sachlich); Bringt eigene Erfahrungen ein. Die Benotung des Rollenspiels erfolgt durch drei Teilnoten: Fach- & Methodenkompetenz 1 Fach- & Methodenkompetenz 2 Sozial- & Selbstkompetenz Es werden drei Schulnoten auf einer Skala von 6 bis 1 vergeben (also keine Punkte mehr). Die Endnote der mündlichen Prüfung wird aus dem Durchschnitt der drei Noten des Rollenspiels und der drei Noten des Fachgesprächs berechnet und zählt zu 12,5% an die LAP-Schlussnote. CH-8400 Winterthur E 4

5 Das Fachgespräch Das Fachgespräch nimmt Bezug auf Situationen, Prozesse und Tätigkeiten im Ausbildungsbetrieb. Im Fachgespräch stehen die Fachkompetenzen der Wahlpflicht-Leistungsziele im Zentrum. Neben der konkreten Umsetzung im Rollenspiel wird im Fachgespräch zusätzlich die Reflexionsfähigkeit im Sinne einer reflektierten Praxiserfahrung überprüft. Die Kandidatinnen und Kandidaten zeigen beispielsweise auf, welche Annahmen, Überlegungen, Bewertungen, Erwartungen, etc. ihren Handlungen zugrunde liegen und wie sie in bestimmten Situationen, Prozessen und Tätigkeiten auf Veränderungen (Vorgaben, Rahmenbedingungen, Zielsetzungen, etc.) reagieren. Dies ermöglicht auch eine vorausschauende Beurteilung der Berufsbefähigung. ( ) Das Fachgespräch ist ein Gespräch zwischen zwei Berufsleuten und geht fachlich in die Breite und Tiefe (jedoch kein «Frage- und Antwortspiel» und ohne theoretische Vertiefungen). Die Kandidatinnen und Kandidaten zeigen ihre reflektierte Praxiserfahrung und ihre berufliche Handlungsfähigkeit. ( ) Die Prüfungsexpert/innen wählen anhand des individuellen Ausbildungs- und Leistungsprofils zwei Wahl-pflicht- Leistungsziele aus und geben die dazugehörende Ausgangslage vor (Situationen, Prozessen und Tätigkeiten). Falls es das Ausbildungs- und Leistungsprofil der Kandidatin oder des Kandidaten erfordert, kann ein Wahlpflicht-Leistungsziel ausnahmsweise mit einem geeigneten Pflicht-Leistungsziel kombiniert werden. Der Kandidat oder die Kandidatin beschreibt zu Beginn des Gesprächs die Tätigkeit, den Arbeitsablauf oder die berufliche Handlungssituation. Die Prüfungsexpert/innen führen das Gespräch so, dass ein fachlicher Dialog stattfinden kann. Die Fragen werden so ausgestaltet, dass die Kandidatinnen und Kandidaten Gelegenheit zur Reflexion ihrer Berufspraxis und ihrer Stärken und Schwächen erhalten. Dies kann im Hinblick auf die Anforderungen an die gewählte Ausgangslage, an die thematisierten Veränderungen und/oder im Hinblick auf die allgemeine Berufsbefähigung geschehen. ( ) Quelle: IGKG Schweiz, 2014, Das Prüfungsgespräch dauert 15 Minuten (keine Vorbereitungszeit). Die Experten wählen in der Regel zwei Wahlpflicht-Leistungsziele aus dem Kriterienkatalog aus; ausnahmsweise darf auch ein Pflicht- mit einem Wahlpflicht-Leistungsziel kombiniert werden. Die ausgewählten Leistungsziele sind für die Kandidat/innen nicht ersichtlich. Folgende Wahlpflicht-Leistungsziele sollten gemäss Kriterienkatalog in der Regel für das Fachgespräch verwendet werden: Material/Waren od. Dienstleistungen bewirtschaften Material/Waren lagern Material/Waren ausliefern Massnahmen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit umsetzen Markt beschreiben Marketinginstrumente einsetzen Marketingmassnahmen auswerten Preiskalkulation für Produkte und Dienstleistungen durchführen Aufgaben der Personaladministration ausführen Personal-Ein- und Austritte bearbeiten Daten der Personaladministration bearbeiten Rechnungswesen Kasse führen Bei der Erstellung von buchhalterischen Abschlüssen mitarbeiten CH-8400 Winterthur E 5

6 Folgende Pflicht-Leistungsziele dürfen gemäss Kriterienkatalog für das Fachgespräch ausnahmsweise mit einem Wahlpflicht-Leistungsziel kombiniert werden: Material/Waren od. Dienstleistungen bewirtschaften Material; Waren beschaffen / Dienstleistungen Kunden beraten Kundenanfragen bearbeiten Kundengespräche führen Kundeninformationen bearbeiten Aufträge abwickeln Aufträge ausführen Erfolgskontrollen durchführen Kundenreklamationen bearbeiten Rechnungswesen Ein- und ausgehende Rechnungen bearbeiten Administrative und organisatorische Tätigkeiten ausüben Schriftstücke bearbeiten Daten und Dokumente verwalten Sitzungen und Anlässe organisieren Brief- und Paketpost bearbeiten Interne Kommunikationsinstrumente anwenden Büromaterial und Büroeinrichtungen beschaffen und verwalten Die zu beurteilenden Methodenkompetenzen sind den Leistungszielen fest zugeordnet und werden integriert bewertet. Sie sind für die Kandidat/innen nicht ersichtlich. Die zu beurteilenden Sozial- und Selbst-Kompetenzen sind fest vorgeschrieben und deshalb im Voraus bekannt: Drückt sich sach- und adressatengerecht aus; Teilt die eigenen Standpunkte klar und begründet mit; Schätzt eigene Stärken und Schwächen im Hinblick auf die Anforderung der Handlungssituation und/oder die allgemeine Berufsbefähigung realistisch ein ( Bezug zur Einschätzung der Stärken im Ausbildungs- und Leistungsprofil Teil 1!). Die Benotung des Fachgesprächs erfolgt durch drei Teilnoten: Fach- & Methodenkompetenz 1 Fach- & Methodenkompetenz 2 Sozial- & Selbstkompetenz Es werden drei Schulnoten auf einer Skala von 6 bis 1 vergeben (also keine Punkte mehr). Die Endnote der mündlichen Prüfung wird aus dem Durchschnitt der drei Noten des Rollenspiels und der drei Noten des Fachgesprächs berechnet und zählt zu 12,5% an die LAP-Schlussnote. Fazit: Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus! Eine sehr gute Möglichkeit zur Vorbereitung ist das LAP-Intensiv-Training der KLEVER AG, mit dem Sie sich klare Vorteile für das Bestehen der betrieblichen Lehrabschlussprüfung sichern. Mehr Informationen finden Sie unter CH-8400 Winterthur E 6

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