ERFOLG LÄSST SICH PLANEN

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1 BJÖRN LORENZ ERFOLG LÄSST SICH PLANEN Globale Märkte, kurzlebige Produkte, strenge Banken die Anforderungen an die Firmenchefs steigen. Um ihren Betrieb zielsicher durch die konjunkturelle Großwetterlage steuern zu können, brauchen sie vor allem Informationen und das möglichst schnell und einfach. Inhalt Erfolg lässt sich planen 18 Interview mit Dr. Riethmüller 26 Interview mit Jörg Limberg 43 bwohl viele Betriebe kräftig in ERP- O Systeme investiert haben, haben sie noch immer mehrere Datenquellen im Haus. Denn für viele Spezialanwendungen, wie die Qualitätssicherung, wäre die Integration in die neue Unternehmens-Software zu aufwändig. Und selbst wenn das gesamte Unternehmen mit einer Lösung arbeitet, ist diese für das Echtzeit-Reporting oft nicht geeignet: Zu kompliziert ist der Aufbau der Berichte, zu belastend sind die Rechenoperationen für die System-Performance. Business-Intelligence-Lösungen erfreuen sich deshalb zunehmender Beliebtheit, und das nicht nur in wohlhabenden Großkonzernen. Seit Server immer schneller werden und die Software-Preise sinken, interessieren sich immer mehr mittelständische Unternehmen für professionelle Controlling- Werkzeuge und Data Warehouses. Sie haben dabei oft die Wahl zwischen einer Speziallösung und einer Programm-Erweiterung für die ERP-Software. ABAS Software mehrere BI-Lösungen Mit der abas-business-software spricht ABAS Software mittelständische Unternehmen des magischen Dreiecks Fertigung, Dienstleistung und Handel an. Rund 1900 Unternehmen, die meist zwischen zehn und 1000 Mitarbeiter beschäftigen, arbeiten mit dem ERP-System. Business Intelligence ist bei ABAS-Software-Projekten mittlerweile ein wichtiges Thema. Um Wettbewerbsvorteile zu sichern, müssen Unternehmen Marktchancen rasch erkennen und nutzen. Voraussetzung hierfür ist, dass die vorhandenen Da- 18 Business&IT 10/2007

2 Das Flaggschiff, der AFS-Manager SQL, orientiert sich an mittelständischen Anforderungen. Erweiterte Reporting-Funktionen werden über das Zusatzmodul Auswertungsassistent bereitgestellt. Das ist allerdings nur eine Möglichkeit. Da der AFS- Manager auf einer SQL-Datenbank aufsetzt, können auch Speziallösungen eingesetzt werden, sagt Matthias Bantle, zuständig für Marketing und Controlling bei der AFS-Software GmbH & Co. KG. Um sich am Markt zu bewähren, müssen auch kleine und mittelständische Betriebe strategisch denken, unterstreicht Matthias Bantle. Voraussetzung hierfür sind analytische Konzepte, die Informationen zum eigenen Unternehmen, zu den Kunden und Konkurrenten liefern. Nur so könne man Kosten senken, Geschäftsprozesse optimieren oder Risiken minimieren. Das Software-Haus Aios Consulting schickt den Aios Planner an den Start. Die Controlling-Lösung lässt sich über Standardschnittstellen mit allen gängigen betriebswirtschaftlichen Anwendungen verknüpfen. Ein Branchenschwerpunkt liegt auf der Finanzwirtschaft, zu der etwa Banken und Versicherungen zählen. Viele Unternehmen arbeiten neben der Finanzbuchhaltung auch mit ERP-, CRM-, oder Zeiterfassungssystemen. Dabei kommt eine Vielzahl von Informationen zusammen. Business-Intelligence-Lösungen helfen, die Daten auf einen Nenner zu bringen, erklärt Thomas Wiertelak, BI Senior Consultant bei der Aios Consulting GmbH. Statt fehleranfällige Excel-Tabellen manuell bearbeiten zu müssen, stünden dem Management relevante Unternehmenskennzahlen auf Dashboards oder Cockpits zur Verfügung. Von der Unternehmensgröße allein hänge der Einsatz von Business Intelligence nicht ab, betont Wiertelak: Spätestens wenn Plan-, Ist-Zahlen oder historische Daten miteinander verglichen werden, leisten Business-Intelligence-Lösungen einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenssteuerung. Gleiches gilt bei heterogenen IT-Landschaften und großen Datenmengen. Als Untergrenze sieht der Unternehmensberater Betriebe mit 20 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von fünf Millionen Euro an. Die Investitionskosten belaufen sich dabei auf rund Euro. Gleichwohl hat Aios ein Starterpaket im Angebot, das sich für knapp 5000 Euro realisieren lässt zuzüglich Hardware-Kosten. Reglementarien wie Basel II zwingen die Unternehmen zu einer vernünftigen Planung. Peter Walser, Vorstand der ABAS Software AG Um sich am Markt zu bewähren, müssen auch kleine und mittelständische Betriebe strategisch arbeiten. Matthias Bantle, zuständig für Marketing und Controlling bei der AFS-Software GmbH & Co. KG Spätestens wenn Plan-, Ist-Zahlen oder historische Daten verglichen werden, ist Business Intelligence sinnvoll. Thomas Wiertelak, BI Senior Consultant bei der Aios Consulting GmbH tenberge in wertvolle, entscheidungsrelevante Informationen umgewandelt werden, stellt Peter Walser, Vorstand der ABAS Software AG, klar. Die Situation sei in kleinen und großen Unternehmen ähnlich zu bewerten. Bei der abas-business-software führen mehrere Wege zum Ziel. Einsteiger können zunächst die Analysewerkzeuge nutzen, die zum Standardumfang der ERP-Software gehören. Hierzu zählen vorkonfigurierte Informationssysteme für zentrale Unternehmensbereiche wie CRM oder Produktion. Wem das nicht genügt, der kann auf das Zusatzmodul Analyzer zugreifen, das auf Basis einer eigenen Datenbank arbeitet und die Zahlen aus dem ERP-System anhand von Diagrammen oder Szenarien aufbereitet. Für hohe Datenvolumina bietet sich die Ergänzung um die Business-Intelligence-Lösung STAS CONTROL an: ein auf Cognos- Technologie basierendes System, das zum Standardprogramm von ABAS gehört. Zuständig für die Systemintegration ist das abas-portal. Auf diese Weise werden die verschiedenen Quellen zu einem integrierten Berichtswesen zusammengefügt, erläutert Peter Walser. Die Marktaussichten bewertet ABAS-Vorstand Walser positiv: Reglementarien wie Basel II zwingen die Unternehmen zu einer vernünftigen Planung. Hierfür sind entsprechend aufbereitete Geschäftszahlen unverzichtbar. AFS Software Komplettlösungen für KMU Das Software-Haus AFS ist auf kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert. Um die unterschiedlichen Betriebsgrößen optimal bedienen zu können, ist die Produktpalette breit angelegt. Neben kaufmännischen Komplettpaketen gibt es Einzellösungen für Aufgaben wie Buchhaltung, Warenwirtschaft oder Webshops. Das oberstes Ziel sei es, mehr Transparenz bei den Kundenbeziehungen zu erreichen. Einstiegslösungen sind bei AFS für rund 1500 Euro zu haben. Aios Consulting breite Schnittstellen-Ausstattung Wichtig ist, dass die Unternehmen Ziele, Controlling-Prozesse und Schnittstellen vorher klar definieren. Die Software selbst sollte zudem leicht zu bedienen und ohne Programmierung anzupassen sein, fasst Thomas Wiertelak die Kernanforderungen zusammen. Die aktuelle Marktsituation bewertet er optimistisch. Viele Unternehmen würden ihre Daten nur unzureichend analysieren. Deshalb seien für die nächsten Jahre Wachstumsraten zwischen 10 und 20 Prozent zu erwarten. Zu den aktuellen Trends zählen für ihn die Öffnung der Systeme für untere Management-Ebenen sowie die Verlagerung des Analyseschwerpunkts auf Planung und Prognose. ALPHA Business Solutions sehr gefragt Die Zielgruppe des ERP-Herstellers ALPHA Business Solutions sind mittelständische Unternehmen aus den Branchen Kunststoff, Elektrotechnik und Maschinenbau. Die Unternehmenslösung proalpha ist auf Be- Business&IT 10/

3 In über 80 Prozent der ERP-Neuprojekte ist Business Intelligence ein fester Vertragsbestandteil. Gunnar Baither, Produktmanager/ Gebietsverkaufsleiter bei der ALPHA Business Solutions AG Künftig werden nicht nur Power-User von Business Intelligence profitieren, sondern alle Mitarbeiter. Horst Meiser, EMEA Product Marketing Manager bei der Business Objects Deutschland GmbH Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ERP- oder Finanzbuchhaltungs-Systeme nur einen beschränkten Einblick geben. Peter Sinn, Vorstand der CP Corporate Planning AG triebsgrößen zwischen 30 und 5000 Beschäftigten ausgerichtet. Das Thema Business Intelligence gewinnt nach Einschätzung von Gunnar Baither, Produktmanager/Gebietsverkaufsleiter bei der ALPHA Business Solutions AG, im mittelständischen Umfeld zunehmend an Bedeutung: Die steigende Leistungsfähigkeit Management-Informationen sind wichtig, um Markttrends zu erkennen oder auf drohende Schieflagen zu reagieren. Dabei würden sich mittelständische Lösungen kaum von Konzernlösungen unterscheiden. Nur für Preise und den Verwaltungsaufwand liege die Latte deutlich niedriger. Die typische Unternehmensgröße für die A7006_AZ_Image_Chef_3Streifen_ der IT in Verbindung mit sinkenden Lizenzkosten macht Business Intelligence auch für den Mittelstand interessant. Die Unternehmen könnten in kürzester Zeit aus umfangreichen Datenmengen Erkenntnisse für ihre Entscheidungen gewinnen. ALPHA hält hierfür mit dem proal- PHA Analyzer eine integrierte Komponente bereit, die direkt auf Daten aus dem ERP- Umfeld zugreift. Bei Bedarf können auch Zahlen aus anderen Datenbanken oder Excel einfließen. Das Reporting basiert auf OLAP-Würfeln (Online Analytical Processing), die sich zu Berichtsketten verknüpfen lassen ohne dass hierfür Programmierkenntnisse erforderlich sind. Die Frage nach der Rentabilität hängt nach Meinung von Gunnar Baither nicht allein von der Betriebsgröße ab: Die Frage ist vielmehr, ob ein Unternehmen in der Lage ist, seine Geschäftsdaten so zu verdichten, dass sie als Basis für Management-Entscheidungen taugen. Ist das nicht der Fall, ist eine Business-Intelligence-Software durchaus sinnvoll. Die Investitionskosten für den proalpha Analyzer liegen bei 6000 Euro für 40 angeschlossene Anwender. Die Nachfrage ist nach Angaben von ALPHA Business Solutions hoch. In über 80 Prozent der Neuprojekten ist der proalpha Analyzer fester Vertragsbestandteil, betont Baither. Zu den aktuellen Trends zählt er vor allem die grafische Aufbereitung der Management-Informationen, etwa in Form von Ampeln, Tachometern oder Balanced Scorecards. Business Objects Dokumente einbeziehen Business Objects gehört zu den bekanntesten Anbietern von Business-Intelligence- Lösungen. Neben großen Unternehmen dürfen sich auch mittelständische Betriebe angesprochen fühlen, betont Horst Meiser, EMEA Product Marketing Manager bei der Business Objects Deutschland GmbH: Auch im Mittelstand schreitet die Globalisierung voran. Die Netzwerkstrukturen werden immer komplizierter. Verlässliche Einführung von BusinessObjects XI, BusinessObjects Crystal Decisions und Crystal Reports Server sieht er bei etwa 100 Mitarbeitern. Einstiegslösungen seien bereits für rund 6000 Euro zu haben. Relevante Daten lassen sich entweder direkt auf der Auswertungsebene verknüpfen, oder sie werden zuvor mit Hilfe von ETL-Werkzeugen (Extract, Transform, Load) aus den verschiedenen Anwendungen extrahiert. Inzwischen finden auch unstrukturierte Daten wie s, Dokumente oder Web- Inhalte Berücksichtigung, erklärt Horst Meiser. Standardanbindungen bestehen zu ERP-Systemen von SAP, Peoplesoft oder Oracle. Laut IDC können wir in Deutschland bis 2009 mit einem jährlichen Wachstum von 4,9 Prozent rechnen. Mit Blick auf die aktuellen Trends sei vor allem die breite Nutzung von Business-Intelligence-Systemen bemerkenswert. Künftig 20 Business&IT 10/2007

4 werden nicht nur Power-User von der Datentransparenz profitieren, sondern alle Mitarbeiter zum Beispiel über die Integration zur Office-Welt, unterstreicht Horst Meiser. CP Corporate Planning Direktzugriff auf ERP Die Einführungskosten hängen stark von der Komplexität des Projekts ab, also dem zu integrierenden Software-Umfeld. Udo Hensen, Leiter der Niederlassungen West und Nord bei der CSB-System AG Interessant beim Corporate Planner ist dessen Integrationsfähigkeit: Anwender können per Drill down direkt auf den betreffenden Bereich ihrer ERP- oder Buchhaltungs- Software durchgreifen. Nach Peter Sinns Einschätzung ist die zunehmende Verbreitung von Business-Intelligence-Lösungen ein zentrales Thema: :36:02 Uhr Der Unternehmensplaner Corporate Planner ist in verschiedenen Versionen mit unterschiedlicher Ausprägung etwa für Balanced Scorecards oder Risiko-Management zu bekommen. Zudem hält die Corporate Planning AG für einige Branchen speziell angepasste Pakete parat. Den Mittelstand sieht Vorstand Peter Sinn beim Thema Business Intelligence gut aufgestellt: Oft sind bereits ausgereifte, fortschrittliche Lösungen im Einsatz. Die Unternehmen profitieren dabei von der gestiegenen Transparenz, einer vereinfachten Entscheidungsfindung und zukunftsorientierten Steuerungsfunktionen. Die notwendigen Vorarbeiten für die Einführung einer passenden Lösung sieht er vor allem im organisatorischen Bereich. So sollten die Unternehmen wissen, für was sie Business Intelligence nutzen wollen und ihre Strukturen etwa den Kontenrahmen danach ausrichten. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ERP- oder Finanzbuchhaltungs-Systeme nur einen beschränkten Einblick gewähren. Es wächst der Wunsch nach qualitativ hochwertigen Systemen, analysiert Peter Sinn die Marktlage. Vernünftige Lösungen lassen sich weder an den Kosten noch an der Unternehmensgröße festmachen. Bedarf gibt es auch bei Betrieben unter 100 Mitarbeitern. Die Kosten richten sich dabei nach dem Systemumfang. Wir haben Kunden, die ihre Lösung für weniger als Euro realisiert haben, erklärt Vorstand Peter Sinn. Der Corporte Planner weist selbstständig auf mögliche Geschäftsrisiken hin. Künftig werden nicht nur Vertriebs- oder Finanzabteilungen das System nutzen. CSB System Schulterschluss zum ERP-System Das Software-Haus CSB spricht mit der ERP-Software CSB-System vor allem mittlere Unternehmen aus Branchen wie Pharma, Lebensmittel, Chemie, Handel oder Dienstleistungen an. In Sachen Business Intelligence kann CSB mit dem Zusatzmodul CSB Power Management 64 aufwarten. Die Frage nach Business-Intelligence- Funktionen wird meist im direkten Zusammenhang mit dem jeweils eingesetzten ERP-System beantwortet. Dadurch profitieren Kunden von zeitgleichen Updates des ERP- und Business-Intelligence-Systems. Damit sinkt der Pflegeaufwand auf ein Minimum, erklärt Udo Hensen, Leiter der Business&IT 10/

5 Niederlassungen West und Nord bei der CSB-System AG. Ein wichtiger Grund für das steigende Interesse der Unternehmen an Business-Intelligence-Lösungen ist nach Ansicht von Hensen die wachsende Zahl der Übernahmen von Unternehmen. Es entstehen heterogene Software-Landschaften, in denen zentrale, unternehmensweite Reporting-Strukturen fehlen. Business-Intelligence-Lösungen schließen die Lücke. Hinzukommt die steigende Performance, die sich einstellt, wenn rechenintensive Aufgaben ausgelagert werden. Das CSB Power Management 64 ist ein offenes System. Über Transformationsmodule lassen sich beliebige Datenquellen ergänzen. Den Einsatz empfiehlt CSB auch bei kleinen und mittelständischen Betrieben. Zu den Investitionskosten sagt Hensen: Das hängt stark von der Komplexität des Projekts ab, also dem zu integrierenden Software-Umfeld. Eine rasche Einbindung der Fachabteilungen würde den organisatorischen Aufwand und das Projektrisiko jedoch deutlich senken. Angesprochen auf aktuelle Trends, verweist Hensen auf den wachsenden Wunsch nach mobilen Informationssystemen und die steigende Bedeutung von Planungsszenarien. Cubeware Mittelstands-kompatibel Nach unseren Erfahrungen liegt der Return on Investment von Business-Intelligence-Systemen bei etwa anderthalb Jahren. Hermann Hebben, Geschäftsführer der Cubeware GmbH 80 Prozent der Anwender des Cubeware Analysesystems kommen aus dem Mittelstand. Oft finden wir hier selbst erstellte Lösungen auf Basis von Excel vor, die den steigenden Anforderungen an Detaillierungsgrad und Aufbereitung nicht mehr gerecht werden, erzählt Hermann Hebben, Geschäftsführer der Cubeware GmbH gegenüber Business&IT. Das binde unnötig Ressourcen. Die Folge: Der Controller ist hauptsächlich als Berichtsknecht tätig. Business-Intelligence-Lösungen sorgen hingegen für mehr Transparenz in unternehmenskritischen Bereichen und gewährleisten ein effizienteres Arbeiten. Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg derartiger Projekte ist nach der Erfahrung von Hermann Hebben eine klare Vorstellung von den Anforderungen an die Software und von den gewünschten Einsatzgebieten. Zählt man Lizenzen, Schulung, Dienstleistung, Wartung und Support zusammen, liegt die Einstiegsbarriere in etwa bei der Marke von Euro. Der Return on Investment wird in aller Regel bereits nach anderthalb Jahren erreicht. Hebben registriert vor allem von mittelständischen Unternehmen eine steigende Nachfrage. Viele Unternehmen waren in den letzten Jahren hauptsächlich mit ERP- Einführungen beschäftigt und finden erst jetzt Zeit für Themen wie Analyse, Planung und Reporting. Ganz oben auf der Wunschliste sieht er vorausschauende Simulationen und mobile Anwendungen. Das Cubeware Dashboard fasst die wichtigsten Unternehmenskennzahlen auf einer Ebene zusammen. Nicht die Unternehmensgröße ist bei Business Intelligence ausschlaggebend, sondern die Organisation. Hans-Jürgen Bayerl, Leiter Software- Entwicklung bei der Delta Barth Systemhaus GmbH Delta Barth ERP-Reporting im Mittelpunkt Etwas zurückhaltender gibt sich der ERP- Anbieter Delta Barth. Das Software-Haus adressiert mit der Unternehmens-Software DELECO vor allem Produktionsbetriebe aus den Branchen Metallverarbeitung, Elektronikfertigung, Maschinen- und Anlagenbau. Für mittelständische Betriebe hat das reine ERP-Reporting Priorität. Die Anwender wollen mit wenig Aufwand aussagekräftige Reports erstellen. Die meisten offenen Fragen werden so bereits beantwortet. Ergänzende Analysewerkzeuge haben hingegen eher eine geringe Bedeutung, erklärt Hans-Jürgen Bayerl, Leiter Software-Entwicklung bei der Delta Barth Systemhaus GmbH. Selbst wenn deutlich mehr geschäftsrelevante Informationen zur Verfügung stünden, würden viele Unternehmen davon nicht zwangsläufig profitieren. Denn: Das Tagesgeschäft habe absoluten Vorrang. Nicht die Unternehmensgröße ist bei Business Intelligence ausschlaggebend, sondern die Organisation, stellt Bayerl klar. Die wenigen Betriebe, die BI-Lösungen bereits heute einsetzen, würden dies meist nur in einigen Unternehmensbereichen tun. Ganzheitliche Ansätze seien eher selten zu finden. Oft geht es dabei nicht allein um die eigene Wertschöpfung, sondern auch um externe Einflussgrößen wie Kunden, Lieferanten oder die aktuelle Marktlage. Ziel ist es, die richtigen Schlüsse für das strategische Handeln zu ziehen, betont Bayerl. Zu den aktuellen Trends zählt er vor allem das Web-Reporting, das sich inzwischen auch im Mittelstand durchsetzt. godesys Business- Server fürs Reporting Den momentanen Erfolg von BI-Lösungen erklärt Godelef Kühl, Vorstand der godesys ag, mit der Bedeutung des Begriffes: Ohne 22 Business&IT 10/2007

6 Ohne Geschäftsintelligenz lässt sich heutzutage kein Unternehmen mehr steuern. Godelef Kühl, Vorstand der godesys ag Die Investitionskosten für Business-Intelligence- Lösungen sind schnell wieder eingespielt. Rolf Mölders, Geschäftsführer der icross Software GmbH Kommen die Daten aus unterschiedlichen Systemen, steigen Aufwand und Investitionskosten. Erich Schröder, Executive Consultant Finance bei der IFS Deutschland GmbH & Co. KG Geschäftsintelligenz lässt sich heute kein Unternehmen mehr steuern. Natürlich kann man Informationen auch manuell erarbeiten, doch mit Effizienz hat das nur wenig zu tun. Für ihn ist Business Intelligence ein ERP-Thema. Separate Projekte scheitern oft an der Schnittstellenproblematik, stellt Godelef icross auf SQL basierende BI-Lösung Das ReportPortal von icross Software basiert auf Microsoft SQL Server 2005 und Microsoft SQL Server Analysis Services. Anwendungen, die auf beiden Systemen laufen, lassen sich für Business-Intelligence- eingespielt, beruhigt Mölders. Mit Business Intelligence könne man nahezu alle Fragen beantworten. Nur sollten diese zuvor definiert werden. Mit Blick auf die aktuellen Trends hält er vor allem Web-basierende Systeme für zukunftsfähig. Schließlich würden hier keine Administrationskosten auf Seiten der Clients anfallen. KYOCERA MITA DEUTSCHLAND GmbH Infoline KYOCERA MITA Corporation A7006_AZ_Image_Chef_3Streifen_213 3 Kühl klar. Anwendern der ERP-Software SO: Business Software stellt godesys die Zusatzoption SO: BizCon (Business Connector) bereit sowie einen frei konfigurierbaren Server, der Geschäftsinformationen je nach Unternehmensbedürfnis verdichtet. Ein Einstieg in Business Intelligence ist damit in nur wenigen Tagen möglich. Das Management muss festlegen, was auszuwerten ist. Sonst sind keine sinnvollen Lösungen möglich, betont Kühl. Hinzukomme, dass Business Intelligence als fortlaufender Verbesserungsprozess aufzufassen sei. Angesprochen auf aktuelle Markttrends, benennt Godelef Kühl die Informationsbereitstellung in Internet-Portalen. Die Zielgruppe der godesys ag sind mittelständische Unternehmen mit 20 bis 200 angeschlossenen Arbeitsplätzen. Einen Branchenschwerpunkt gibt es nicht. Auswertungen anzapfen. Für die nahe Zukunft kündigt das Software-Haus zudem Schnittstellen zu SAP, Hyperion oder die Open-Source-Datenbank Mondrian an. Bisher waren Business-Intelligence-Systeme eher für Großkonzerne als für den Mittelstand konzipiert. Erst die zweite Generation gewährleistet einen kostengünstigen Einstieg, verspricht Rolf Mölders, Geschäftsführer der icross Software GmbH. Für ihn ist BI allerdings kein Allheilmittel gegen betriebliche Informationsdefizite: Wenn eine bestehende, auf Excel basierende Lösung bislang ausreichte, gibt es keinen Grund zu wechseln. Dennoch sei die Nachfrage, vor allem aus dem mittelständischen Umfeld, hoch mit steigender Tendenz. Realistisch gesehen, müssen Unternehmen mit Investitionskosten von rund Euro kalkulieren. Doch die sind in aller Regel schnell wieder IFS Deutschland viele Lösungen zur Auswahl IFS gehört mit den IFS Applications zu den ERP-Anbietern. Zur Zielgruppe zählen vor allem mittelständische Fertigungsbetriebe und Spezialisten für das Service- und Facility-Management. In Sachen Business Intelligence wartet IFS mit den Zusatzanwendungen IFS Control, IFS Business Performance und IFS Business Analytics auf, die auch Daten aus anderen Systemen verarbeiten. Mit dem globalen Wettbewerb steigt der Druck auf die Unternehmen. Die erforderliche Rationalisierung der Geschäftsprozesse setzt einen Überblick über die Leistungsfähigkeit einzelner Abteilungen voraus. Ein Business-Intelligence-System liefert hierfür die notwendigen Informationen, erklärt Erich Schröder, Executive Consultant Finance bei der IFS :36:03 Uhr Business&IT 10/

7 Deutschland GmbH & Co. KG. Damit sei das Management in der Lage, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und die Arbeitsabläufe profitabler zu gestalten. Die untere Grenze für den Einsatz von BI- Systemen sieht er bei 20 bis 30 Mitarbeitern. Die Kosten hängen vor allem vom Systemumfeld ab. Die Einbindung in homogene Strukturen ist mit geringem Aufwand und überschaubaren Kosten realisierbar. Die Ergänzung von IFS Applications lässt sich beispielsweise für rund Euro umsetzen. Kommen Daten aus unterschiedlichen Systemen hinzu, steigt die Summe um ein Mehrfaches, unterstreicht Schröder. Die wichtigste Voraussetzung sei die Existenz eines Controlling- und Kennzahlenkonzepts. Die aktuelle Marktlage bewertet Schröder vorsichtig optimistisch: Seit vor zehn Jahren die ersten Business-Intelligence-Lösungen auf dem Markt erschienen sind, ist die Zahl der Einsatzgebiete stark gestiegen. Mittelständische Unternehmen erwarten inzwischen, dass derartige Lösungen fester Bestandteil integrierter ERP-Systeme sind. Die Einbindung der Office-Welt, mobile Lösungen und die Datenaufbereitung in leicht verständlichen Managementkonsolen zählen für ihn zu den wichtigsten Markttrends. Infor Analyse-Baukasten für den Mittelstand Auch Infor hat einige BI-Zusatzlösungen in petto, mit denen sich betriebswirtschaftliche Anwendungen ergänzen lassen. Sie Zentrale Reportinglösungen sind mittlerweile out. Jeder Mitarbeiter muss seine Informationen selbst abrufen können. Hermann Stehlik, Vice President Marketing EMEA bei der Infor Global Solutions Technology GmbH sind in der Performance Management Suite zusammengefasst. Die Schwerpunkte liegen unter anderem auf der strategischen Unternehmensplanung anhand von Budgets und Forecasts sowie dem Aufbau von Frühwarnsystemen auf Basis grafisch gestalteter Dashboards. Die operativen Funktionen werden um eine Infrastruktur-Ebene ergänzt, die für die Integration in das vorhandene Systemumfeld zuständig ist. Die Marktbewegungen haben sich in vielen Branchen deutlich beschleunigt. Umstrukturierungen und Übernahmen sind inzwischen die Regel, nicht die Ausnahme. Eine integrierte, offene Business-Intelligence-Software hilft dem Management bei der Unternehmenssteuerung, betont Hermann Stehlik, Vice President Marketing EMEA bei Infor. Die Frage, wann Business Intelligence sinnvoll ist, hänge nicht von der Unternehmensgröße ab. Steigt die Komplexität der Prozesse, verliert man schnell den Überblick. Das ist etwa bei international agierenden Betrieben häufig der Fall. Mit Blick auf die Investitionskosten sieht Stehlik mehrere Einflussfaktoren wie die Zahl der Lizenzen, die einzubindenden Vorsysteme oder die Reportgestaltung. In jedem Business Intelligence gibt dem Management Einblick in die aktuelle Geschäftslage. Foto: Infor Eine optimale Informationsgewinnung aus den Geschäftsdaten ist Voraussetzung, um am Markt zu bestehen. Marco Gerlach, Director Research & Development bei der myfactory Software GmbH Fall sollten sich IT und Fachabteilungen bei der Projektvorbereitung einig sein. Neben organisatorischen Fragen könne auch die Datenqualität den Projektverlauf beeinflussen. Wir empfehlen, vielschichtige Data- Warehouse-Systeme in mehreren Schritten anzugehen. Bei Mammut-Projekten kann man sich schnell verzetteln. Zudem sollte das BI-System mit tendenziell steigenden Datenvolumina umgehen können. Mit Blick auf die aktuellen Trends verweist Stehlik auf die Veränderungen im Berichtswesen: Zentrale Reportinglösungen sind mittlerweile out. Jeder Mitarbeiter muss seine Informationen heute selbst abrufen können und das möglichst schnell und zu geringen Kosten. myfactory keine speziellen Tools nötig myfactory Software hat es mit der myfactory.businessworld vor allem auf mittelständische Unternehmen abgesehen. Die auf Microsoft SQL Server basierende ERP-Software hat alle erforderlichen Reporting- Funktionen an Bord. Marco Gerlach, Director Research & Development bei der myfactory Software GmbH, unterstreicht: Die myfactory.businessworld wird mit einem umfassenden Reporting ausgeliefert. Spezielle Lösungen sind deshalb nicht erforderlich. Sie lassen sich auf Wunsch jedoch leicht anbinden. Business Intelligence sei inzwischen für alle Unternehmensgrößen und Branchen wichtig. Entsprechende Funktionen seien daher als Bestandteil eines ERP-Systems am besten aufgehoben. Eine optimale Informationsgewinnung aus den Geschäftsdaten ist Voraussetzung, um am Markt dauerhaft zu bestehen. Wichtig ist vor allem, dass die Mitarbeiter in Echtzeit auf die Informationen zugreifen können, erklärt Gerlach. Dies könne man über ein integriertes Modul, das in gewohnter Umgebung läuft, am besten erreichen. 24 Business&IT 10/2007

8 Business-Intelligence- Projekte brauchen einen starken Sponsor im Unternehmen. Björn Ständer, Business Development Manager Business Intelligence bei der Oracle Deutschland GmbH Die Nachfrage ist derzeit vor allem von mittelständischen Betrieben sehr hoch. Uwe Kutschenreiter, Vorstand der oxaion ag Nicht in jedem Fall ist unbedingt ein komplettes Business-Intelligence- System erforderlich. Peter Dibbern, Leiter Marketing Communications und Mitglied der Geschäftsleitung bei der PSIPENTA Software Systems GmbH Oracle für kleine und große Unternehmen Oracles Palette an BI-Lösungen reicht von der Einstiegslösung Oracle Business Intelligence Suite Standard Edition One, die für kleine und mittelständische Unternehmen mit fünf bis 50 Mitarbeitern gedacht ist, bis hin zum Oracle Warehouse Builder für die Bereitstellung großer Datenmengen an eine Vielzahl von Anwendern. Neben den eigenen Datenbanken lassen sich auch Systeme von Microsoft oder IBM einbinden. Zudem werden Informationen in XML- oder Excel-Dateien beim Reporting berücksichtigt. Kreditgeber erwarten heute umfassende Daten zur Unternehmensentwicklung, verteilt auf Produkte, Dienstleistungen, Kundensegmente und Märkte. Der steigende Informationsbedarf überfordert das herkömmliche Berichtswesen, erklärt Björn Ständer, Business Development Manager Business Intelligence bei der Oracle Deutschland GmbH. Eine weitere Einflussgröße sei die hohe Dynamik an den internationalen Märkten. Dadurch müsse das Management bei Entscheidungen auf immer mehr Informationen zurückgreifen. Unternehmen, die in Business Intelligence investieren wollen, rät Ständer, auf die Skalierbarkeit zu achten: Der Appetit kommt mit dem Essen. Sobald einzelne Unternehmensbereiche den Nutzwert erkennen, werden weitere Anwender folgen. Darauf sollte die Software vorbereitet sein. Mit Blick auf den Funktionsumfang räumt er der Datenaufbereitung einen hohen Stellenwert ein. Eine gute BI-Software sollte konsistente Informationen in Form von Berichten oder Dashboards zur Verfügung stellen, damit Anwender schnell und einfach auf alle relevanten Informationen zugreifen können. Der Einstieg ist bei Oracle mit ca Euro für fünf Arbeitsplätze realisierbar. Das System wächst mit dem Unternehmen. Im Hinblick auf die Implementierung empfiehlt Björn Ständer: Business-Intelligence- Projekte brauchen einen starken Sponsor im Unternehmen. Ein zentrales Business Intelligence Competence Center, das abteilungsübergreifend den Informationsbedarf koordiniert, hat sich bei vielen Projekten bewährt. Die aktuell starke Nachfrage führt er nicht allein auf den Investitionsbedarf des Mittelstandes zurück. Auch viele Großunternehmen würden ihre veralteten Strukturen konsolidieren. oxaion eigenes Business-Intelligence-Modul Die oxaion ag ist mit der gleichnamigen ERP-Software am Markt für betriebswirtschaftliche Anwendungen aktiv. Die Schwerpunkte liegen auf den Branchen Dienstleistung, Handel, Elektroindustrie, Fertigungsbetriebe sowie dem Maschinenund Anlagenbau. In Sachen Business Intelligence können Anwender wahlweise auf das Modul oxaion control zurückgreifen oder Speziallösungen an die ERP-Software anbinden. oxaion tauscht Daten über eine offene Schnittstelle im gängigen XML-Format aus. Dadurch erhält jeder Mitarbeiter die Informationen, die er benötigt, auf Knopfdruck,

9 betont Uwe Kutschenreiter, Vorstand der oxaion ag. oxaion control arbeitet auf Basis eines Data Warehouses, in das Planzahlen und Vergangenheitswerte geladen werden. Die Auswertung erledigen OLAP- Würfel (Online Analytical Processing). Die Zielgruppe bilden Unternehmen ab 50 Mitarbeitern. Kutschenreiter bezeichnet die INTERVIEW Nachfrage von mittelständischen Betrieben derzeit als sehr hoch. Sie müssen bei oxaion control mit Investitionskosten von rund Euro rechnen. Dr. Christian E. Riethmüller, Geschäftsführer der Unternehmensberatung CERPOS GmbH Im Gespräch mit Business&IT zur Frage: Worauf kommt es bei einer ERP-Software an? (Das Gespräch führte Doreen Brumme, IT-Journalistin in Hamburg.) Business&IT: Worauf soll ein Unternehmen bei der Wahl eines ERP-Systems achten? Dr. Riethmüller: Das ERP-System muss zum Unternehmen passen. Die entscheidenden Faktoren sind der Bedarf des Unternehmens, seine Größe und das zur Verfügung stehenden Budget. Die ERP-Software soll den Erfolg des Betriebes erhöhen, etwa indem bestehende Prozesse optimiert oder neue eingeführt werden. Sie ist im Idealfall der Taktgeber für eine Neuorganisation. Business&IT: Woran erkennt man eine so genannte integrierte ERP-Software? Dr. Riethmüller: Von einem integrierten System spricht man, wenn die Systemumgebung einheitlich ist, die Anwendung über ein konsistentes Datenmodell verfügt und alle Informationen in einer Datenbank gespeichert werden. Gleichzeitig sollte das System aus einer Hand stammen und ohne Einzelsysteme oder zusätzliche Excel-Anwendungen auskommen. Ebenso sollte die Benutzeroberfläche einheitlich gestaltet und eine Anpassung an die betrieblichen Anforderungen möglich sein. Business&IT: Schnittstellen gibt es bei vielen ERP-Systemen aber trotzdem. Dr. Riethmüller: Integration wird sogar sehr häufig über Schnittstellen erreicht: Ein ERP-Hersteller koppelt seine Software mit anderen Systemen, etwa aus den Bereichen Rechnungswesen oder Servicemanagement. Die Unterschiede zwischen den Lösungen sind meist schon beim Blick auf die Programmoberfläche zu erkennen. Weitere Differenzen ergeben sich beim alltäglichen Umgang mit der Software. Business&IT: Gibt es bei all diesen Lösungen Unterschiede, die den Zugriff auf Unternehmensdaten erschweren könnten oder gar die Qualität der Daten mindern? Dr. Riethmüller: Ja, theoretisch könnte man von einer Integration minderen Grades sprechen. Diese Meinung ist jedoch diskussionswürdig. Schließlich können auch bei einer Integration via Schnittstelle Informationen leicht ausgetauscht werden. Hierzu gehören beispielsweise Daten wie etwa Forderungsbestände, Ein- und Ausgangsrechnungen oder der Materialeinsatz, die zwischen Unternehmens-Software und Finanzbuchhaltung wechseln. Business&IT: Dann sollte man beim Kauf einer ERP-Lösung darauf achten, dass... Dr. Riethmüller:...beispielsweise die Komponenten für Produktionsplanung und -steuerung sowie dem Rechnungswesen von ein und derselben Entwicklungsfirma stammen. Sie sollten auf den gleichen Entwicklungs-Tools basieren. In diesem Fall kann man auf einen hohen Integrationsgrad schließen. Allerdings gibt es nicht viele Systeme, die diesen Nachweis erbringen können. Business&IT: Hat ein hoher Integrationsgrad auch Nachteile? Dr. Riethmüller: Die Fehlerquote bei der Prozessdurchführung kann steigen, weil Vorgänge nicht mit der nötigen Disziplin und Genauigkeit ausgeführt werden. Derartige Fehler, die etwa in der Buchführung entstehen können, müssen korrigiert werden etwa durch organisierte Task Forces. Business&IT: Also schränkt Integrität ein? Dr. Riethmüller: Nur auf den ersten Blick. Integration beinhaltet eben auch gewisse Restriktionen, die organisatorische Einschränkungen vermuten lassen. Aber: Ein hoher Integrationsgrad schafft Datenqualität. Dadurch können beispielsweise komplette Funktionssequenzen abgerufen werden. Business&IT: Dann geht die verbesserte Datenqualität mit dem Verlust von Eigenständigkeit einher? Dr. Riethmüller: Das ist richtig. Integration bedeutet einen Verlust an Eigenständigkeit bei gleichzeitiger Erhöhung der Abhängigkeit untereinander: Die einzelnen Abteilungen haben weniger Freiraum, Macht und Kompetenz. Business&IT: Das bedeutet dann aber auch weniger Flexibilität, nicht wahr? Dr. Riethmüller: Auch das, aber die Einbußen kommen der Datenqualität zugute. Business&IT: Wie viel Integration verträgt ein Unternehmen? Dr. Riethmüller: Das herauszufinden ist ein zentrales Element von ERP-Projekten. Meine Forderung an die Anbieter: Unternehmen benötigen eine globale, anwenderaktive Prozessgestaltung nicht durch Anpassungen, sondern durch adaptierbare Parameter. Mein Rat an die ERP-Anwender: Die Frage der Integration darf nicht zur Aufgabe wirtschaftlicher Organisationsstrukturen führen. 26 Business&IT 10/2007

10 PSIPENTA mit Doppelstrategie am Markt Das Berliner Software-Haus PSIPENTA entwickelt Unternehmenslösungen für Auftragsfertiger aus Bereichen wie Automotive, Maschinen- oder Anlagenbau. Alles Branchen, deren Bedarf an Management-Informationen wächst. Die Anforderungen an die IT-Systeme steigen. Sie sollten in der Lage sein, alle erforderlichen Daten und Kennzahlen zu liefern, betont Peter Dibbern, Leiter Marketing Communications und Mitglied der Geschäftsleitung bei der PSIPENTA Software Systems GmbH. Doch nicht immer sei ein komplettes Business-Intelligence-System erforderlich, um die Informationswünsche zu befriedigen. Moderne ERP-Systeme sind bereits mit Reporting-Funktionen ausgestattet, die sich oft durch spezielle Zusatzmodule ergänzen lassen. Damit kann man viel erreichen ohne allzu tief in die Tasche greifen zu müssen. Erst wenn eine separate Lösung erforderlich ist, könne es teuer werden. Die Preisspanne reiche von wenigen Tausend Euro bis hin zu sechsstelligen Summen. Es kommt dabei auf die konkreten Anforderungen an, die gestellt werden. Faktoren wie Detaillierungsgrad, Berechtigungsstrukturen und Datenaufbereitung sind dabei entscheidend, erklärt Dibbern. Bei der ERP-Software PSIpenta.com setzen die Berliner auf eine Doppelstrategie: Neben einer Anbindung an die BI-Lösungen von Cognos stellen sie auch eigene Tools bereit. Eine gute Vorbereitung, zu der beispielsweise die Strukturierung der Daten gehört, erleichtert die Implementierung. PST Software Kostenrechnung inklusive PST Software ist auf Lösungen für Data Warehouses, Business Intelligence und Kostenrechnung spezialisiert. Im Fokus steht der Mittelstand. In den letzten Jahren haben sich mittelständische Betriebe internationalisiert. Damit sind gleichzeitig auch die Ansprüche an die Transparenz der Geschäftsprozesse gestiegen. Das Management erwartet heute einen ganzheitlichen Blick auf das Unternehmen, erläutert Andreas Fincke, Vertriebsleiter bei der PST Software & Consulting GmbH. Mehr als 25 Prozent der kleinen und mittelständischen Betriebe wollen im Laufe des nächsten Jahres investieren. Ralf Preusser, Produktmanager CRM & BI bei der Sage Software GmbH&Co.KG Spezielle Einführungsvoraussetzungen müssen die Unternehmen für die BI-Software PST-BI nicht erfüllen. Integration, Schulung und Inbetriebnahme gehören zum Komplettangebot, das ab ca Euro zu haben ist. Wichtig ist allerdings, dass ein Mitarbeiter aus dem Controlling das Projekt betreut, sagt Fincke. Schnittstellen bestehen zu gängigen kaufmännischen Lösungen, etwa von DATEV, Oracle oder SAP. Bei der Systemintegration greift PST auf Microsofts SQL-Technologie zurück. 100 Mitarbeiter sind für den Vertriebsleiter eine sinnvolle Betriebsgröße für den Einstieg. Mit Blick auf die aktuelle Marktlage äußert sich Fincke zurückhaltend: Die Nachfrage ist vorhanden, aber die Unternehmen stehen dem Thema noch kritisch gegenüber. Zu den Trends zählt er Prozesskostenrechnung und Planungssysteme, deren Horizont über finanzielle Aspekte hinausreicht. Sage Software Standardlösung fürs BI Bei Business Intelligence geht es um einen komfortablen Einblick in die betriebliche Situation. Helge-Frank Zimpel, Produktmanager bei der Sage bäurer GmbH Sage Software gehört zu den wichtigsten Anbietern von betriebswirtschaftlichen Anwendungen im Umfeld kleiner und mittelständischer Unternehmen. Die besonderen Anforderungen des Wirtschaftssegments stehen traditionell im Mittelpunkt: Schnell muss es gehen, einfach zu bedienen sein und möglichst nichts kosten. Was für ERP-Systeme wie die Sage Office Line gilt, setzt das Frankfurter Software- Haus mit Sage Business Intelligence nahtlos fort. Die Basis der neuen Software stammt vom britischen Spezialisten Intelligent Apps, der vor einigen Jahren übernommen wurde. Derzeit ist Sage Business Intelligence in zwei Versionen erhältlich, jeweils angepasst an die Sage Classic und an die Office Line. Die ERP-Integration gehört zum Lieferumfang. Das erleichtert den Einstieg für Unternehmen, betont Ralf Preusser, Produktmanager CRM & BI bei der Sage Software GmbH & Co. KG. Das schlägt sich auch im Preis nieder: Mit rund 1480 Euro pro Lizenz, inklusive 70 vorgefertigten Berichten und Dashboards, gehört Sage Business Intelligence zu den günstigsten Tools. Die Software verrichtet ihren Dienst im Hintergrund. Als Arbeitsumgebung dient Excel. In unserem Zielsegment gibt es eine steigende Nachfrage nach Reporting- und Analysewerkzeugen zu verzeichnen. Nach aktuellen Marktstudien wollen mehr als 25 Prozent der Betriebe im Laufe des nächsten Jahres investieren, hofft Ralf Preusser. Als Sage Business Intelligence ist ein Zusatz-Tool für Sage-ERP-Lösungen. Vorteile der Software nennt er vor allem das schnelle Erkennen von Abweichungen und Zusammenhängen, die verbesserte Basis für Management-Entscheidungen sowie die flexiblen Analysefunktionen. Sage bäurer als Zusatzpaket erhältlich Mit den drei ERP-Systemen bäurer industry, bäurer trade und bäurer wincarat hat die Sage bäurer GmbH in erster Linie den gehobenen Mittelstand im Visier. Der Schwerpunkt liegt auf Fertigungsbetrieben und 28 Business&IT 10/2007

11 dem technischen Handel. BI-Funktionen können Anwender optional als Zusatzmodul hinzu buchen. Unsere Lösungen basieren auf den Produkten von Cognos, verrät Helge-Frank Zimpel, Produktmanager bei der Sage bäurer GmbH. Die steigende Nachfrage des Mittelstands führt er vor allem auf die veränderten Rahmenbedingungen zurück. Business-Intelligence-Lösungen beschleunigen Entscheidungsprozesse. Unternehmen sind dadurch in der Lage, zeitnah auf Veränderungen zu reagieren. Hinzukommen verschärfte regulatorische Auflagen, die mehr Transparenz erfordern, erklärt Frank-Helge Zimpel. Wer sein Unternehmen kennt, könne eben besser auf den steigenden Kostendruck oder kürzere Produktlebenszyklen reagieren. Einstiegslösungen beginnen bei Sage bäurer je nach Projektumfang bei etwa Euro. Die aktuellen Markttrends sind für Zimpel vor allem bei der Datenvisualisierung zu suchen: Dashboards, Frühwarnsysteme mit Ampelfunktion oder die Einbindung in Intranet-Portale stets geht es um einen komfortablen Einblick in die betriebliche Situation. SAS Deutschland auf die Großen zugeschnitten Der US-Anbieter SAS ist mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden US-Dollar nach eigenen Angaben der weltweit größte Business- Intelligence-Anbieter. Zur Zielgruppe zählen vor allem der gehobene Mittelstand und große Unternehmen ab einem Umsatz von 400 Millionen Euro. Vor allem international agierende Unternehmen sehen sich mit wachsenden Datenmengen konfrontiert. Jörg Petzhold, Program Manager Enterprise Intelligence bei der SAS Institute GmbH Wenn feststeht, welche Informationen benötigt werden, lässt sich die Lösung exakt aufs Unternehmen zuschneiden. Elke Bretterbauer, Produktmanagerin für den Bereich Rechnungswesen bei der SBS Software GmbH SAS setzt auf Branchenlösungen, etwa für Industrie, Finanzwirtschaft oder Handel. Die Basis ist die SAS9 Enterprise-Intelligence-Plattform. Die entscheidende Frage ist heute: Wie schnell kann das Management Daten konsolidieren, um verlässliche Prognosen zu erstellen? Vor allem international agierender Unternehmen sehen sich mit wachsenden Datenmengen aus den unterschiedlichsten Quellen konfrontiert, stellt Jörg Petzhold, Program Manager Enterprise Intelligence bei der SAS Institute GmbH, klar. Das Ziel sei es, schnell und zuverlässig auf Daten zugreifen zu können. Im SAS-Portfolio übernimmt das SAS PremiumReporting diese Aufgabe, wobei Anwender auch weiterhin mit Microsoft Excel arbeiten können. Die SAS9-Plattform lässt sich in das bestehende Systemumfeld einbinden, unterstreicht Petzhold. Schnittstellen existieren beispielsweise zu Unternehmens-Anwendungen von SAP oder Oracle. In Sachen Visualisierung können Unternehmen wählen zwischen Charts, Frühwarnsystemen mit Ampelfunktion, Controlling- Portalen oder der Aufbereitung in dynamischen Daten-Videos. Im Hinblick auf die Mindestgröße will sich Petzhold nicht festlegen: Es gibt auch Drei-Mann-Betriebe, etwa im Internet-Handel, die ungeheure Datenmengen bewegen. SBS Software Business- Lösungen wachsen mit Die SBS Software GmbH ist auf Lösungen für Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft und Lohnabrechnung spezialisiert. Kleine und große Unternehmen aller Wirtschaftszweige sind angesprochen. Themen wie Reporting und Business Intelligence gehören zu den Steckenpferden des Anbieters. Entsprechende Funktionen sind etwa beim Management Cockpit oder der Balanced Scorecard zu finden. Zu den optionalen Zusatzmodulen gehören die Programmerweiterungen SBS Analysis und SBS Reporting. Beide Tools basieren auf einem Data Warehouse und versetzen Unternehmen in die Lage, betriebsspezifische Auswertungen schnell und flexibel durchzuführen. Dabei lassen sich nicht nur alle SBS-Anwendungen, sondern bei Bedarf auch externe Applikationen einbinden, erklärt Elke Bretterbauer, Produktmanagerin für den Bereich Rechnungswesen bei der SBS Software GmbH. BI EIN BEGRIFF, ZWEI VERFAHREN Unternehmen, die mit einer integrierten ERP-Lösung arbeiten, verfügen über strukturierte Daten in einer zentralen Datenbank. In diesem Fall lässt sich die Business-Intelligence-Lösung per Schnittstelle verknüpfen. Die Anwender fragen dann Informationen in Form von Reports ab, die aus der ERP-Datenbasis erstellt werden. Ein derartiges Zusammenspiel ist inzwischen bei vielen ERP- und BI- Anbietern zu finden, die ihre Produkte aufeinander abgestimmt haben. Sind hingegen tiefgehende Datenanalysen gefragt, ist die Realisierung aufwändiger. Gleiches gilt, wenn die Informationen aus unterschiedlichen Töpfen stammen. Das ist beispielsweise häufig der Fall, wenn Fusionen zu einer bunten IT-Landschaft geführt haben. Vor jeder Analyse müssen die Daten dann erst extrahiert, bereinigt und in ein einheitliches Format überführt werden. Die Verknüpfung von BI-Funktionen und ERP-Daten übernimmt in diesem Fall ein Data Mart. Als Datenspeicher des BI-Systems enthält er die wichtigsten Dimensionen eines Betriebes. Hierzu gehören etwa in der Fertigung die Faktoren Zeit, Produkte, Umsatz, Kosten oder Bruttogewinn. Aufwändiger als ein Data Mart, aber sinnvoll für schnelle Analysen ist der Aufbau eines Data Warehouses. Dabei werden Analysen interaktiv vom Anwender angestoßen. Die Ergebnisse liefert das System als leicht verständliche Grafik Quelle: Infor 30 Business&IT 10/2007

12 Mit Business Intelligence fallen Liquiditäts-Engpässe oder Umsatzeinbrüche sofort auf. Armin Hedwig, Produktmanager Business Intelligence bei der SoftM AG Den großen Vorteil der eigenen Lösungen sieht sie in der einfachen Erweiterbarkeit. Unser Kunden können mit den integrierten Analysewerkzeugen starten und mit steigendem Bedarf die Zusatzmodule einsetzen. Elke Bretterbauer empfiehlt, sich vor der Konzeption des Business-Intelligence- Systems eingehend mit dem Thema zu befassen. Wenn feststeht, welche Informationen benötigt werden, kann die Lösung exakt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten werden. Generell sei der Bedarf der Unternehmen hoch. Schließlich würden erst qualifizierte Informationen den Weg für die richtigen strategischen Entscheidungen frei machen. SoftM auch für kleine Betriebe geeignet Als Ergänzung zu den ERP-Systemen SoftM Suite und Semiramis empfiehlt die SoftM AG ihren Anwendern den SoftM BI-Navigator. Die BI-Lösung arbeitet eigenständig und zapft die Datenquellen von Drittanbietern an. Zu den besonderen Merkmalen gehört der hohe Umfang standardisierter Reports, der in verschiedenen Cockpits untergebracht ist. Diese gibt es beispielsweise für den Bedarf von Finanzbuchhaltung, Einkauf oder Vertrieb. Der entscheidende Vorteil von Business- Intelligence-Systemen ist die Überwachung relevanter Kennzahlen. Liquiditäts-Engpässe oder Umsatzeinbrüche fallen sofort auf, erklärt Armin Hedwig, Produktmanager Business Intelligence bei der SoftM AG. Auf diese Weise könne man Unternehmen optimal steuern. Statt auf Zahlenfriedhöfe setzt der SoftM BI- Navigator vor allem auf grafische Elemente, wie etwa die Darstellung von Kennzahlen als Kurven. Die Basis der Software ist ein Weblösungen wie das Controlling- Portal von IFS geben dem Management Einblick in die Unternehmenssituation von jedem Ort aus. Data Warehouse, in dem die Daten aus angrenzenden Anwendungen eingelesen werden. Es basiert auf Microsoft SQL Server Analysis Services, was die Kompatibilität zu vielen betriebswirtschaftlichen Anwendungen gewährleistet. Ein ausgefeiltes Berechtigungskonzept sorgt für den notwendigen Datenschutz. Eine Zielgruppe nennt Armin Hedwig nicht: Der BI-Navigator ist auch für kleine Betriebe geeignet. Vorgefertigte Lösungen seien bereits für rund 4000 Euro realisierbar. Ein wichtiges Zukunftsthema ist für den Produktmanager das Corporate Performance Management. Dabei wird der Unternehmenserfolg anhand der Geschäftsprozesse sichtbar.

13 SOU Systemhaus Simulationen hoch im Kurs Klare Zugriffshierarchien erleichtern die Implementierung. Marco Mancuso, kaufmännischer Geschäftsführer der SOU Systemhaus GmbH & Co. KG Unternehmens-Informationen sind nicht mehr eine Holschuld der Mitarbeiter, sondern eine Bringschuld der IT. Klaus Rüth, Leiter Partner Management bei der Step Ahead AG Das SOU Systemhaus ist mit der Unternehmenslösung sou.matrixx am ERP-Markt vertreten. Für Business-Intelligence-Aufgaben liefert SOU das Zusatzmodul sou.matrixx_bi bei Bedarf mit aus. Wegen der Plattform-Unabhängigkeit und des modularen Aufbaus unserer Software lassen sich externe Anwendungen leicht integrieren, erklärt Marco Mancuso, kaufmännischer Geschäftsführer der SOU Systemhaus GmbH & Co. KG. Zur Zielgruppe zählen vor allem mittelständische Unternehmen. Die Mindestgröße für den Einsatz von BI-Anwendungen liegt nach Einschätzung von Marco Mancuso bei etwa zehn Mitarbeitern. Die Einführungskosten belaufen sich im Schnitt auf rund Euro. Wichtig sind die Vorarbeiten. Eine Berechtigungshierarchie sollte den Zugriff auf Analysen und Reports regeln, erklärt Mancuso. Das würde eine sichere und schnelle Implementierung gewährleisten. Mit Blick auf die Datenaufbereitung ermöglichen Szenarien und Simulationen eine vorausschauende Unternehmenssteuerung. Doch auch klassische Berichte wie etwa ABC-Analysen würden angesichts hoher Datenbestände immer häufiger mit BI-Lösungen erstellt. Step Ahead integriertes BI-Modul Im Mittelstand steigt die Komplexität des Geschäftsbetriebes. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, reichen Intuition und Erfahrung einfach nicht mehr aus, stellt Klaus Rüth, Leiter Partner Management bei der Step Ahead AG, klar. Zu den Vorteilen einer BI-Lösung zählt er vor allem die Datentransparenz, die Entscheidungen beschleunigt und Schwachstellen aufdeckt. Business Intelligence ist weniger eine Frage der Unternehmensgröße, sondern vor allem eine Frage der Ziele, die damit erreicht werden sollen. Anwender des ERP-Systems Steps Business Software können hierfür auf das Zusatzmodul Steps OLAP zurückgreifen, das auf Basis von Microsoft SQL Server Analysis Services läuft. Die lückenlose Integration in das ERP-Umfeld und vordefinierte OLAP- Würfel für Auswertungen erleichtern den Start und die tägliche Arbeit mit der Programmerweiterung. Als Auswertungswerkzeug dient Microsoft Excel oder der Microsoft Data Analyzer. Für Anwender fallen lediglich Zusatzkosten von rund 100 Euro pro Arbeitsplatz an. Der aufwändige Aufbau eines Data Warehouses ist nicht erforderlich, betont Rüth. Das erleichtere die schrittweise Einführung von Business Intelligence in den verschiedenen Fachabteilungen. Unternehmens- Informationen sind dann nicht mehr eine Holschuld der Mitarbeiter, sondern werden zu einer Bringschuld der IT, erklärt Klaus Rüth die veränderte Sichtweise. Das Verfahren habe auch technische Vorteile: Durch die Auslagerung des Reportings auf eine weitere Datenbank wird die Performance des operativen Systems nicht beeinträchtigt ganz gleich, wie viele Auswertungen parallel abgerufen werden. ACHTUNG, KOSTENFALLE! Viele Unternehmen tappen bei der Wahl ihres ERP-Systems in eine Kostenfalle. Sie wählen eine Lösung aus, die zwar ihren aktuellen Bedürfnissen entspricht, aber künftigen Anforderungen nicht standhalten kann. Die Folge: Die Unzufriedenheit über das ERP-System wächst so lange, bis eine neue Lösung implementiert wird. Das verursacht erneut hohe Kosten der Kreis schließt sich. Dabei ist die Situation nicht ausweglos, wenn vorab einige Punkte beachtet werden. Den Markt identifizieren Viele Unternehmen arbeiten in einem dynamischen Markt, dessen Zyklen oft nur wenige Monate dauern. Sie sollten daher Entwicklungstendenzen frühzeitig identifizieren und Aspekte wie Reorganisation, Fusionen oder Akquisitionen gedanklich im Vorfeld durchspielen. Die IT-Infrastruktur sollte flexibel genug sein, um auf diese Veränderungen zu reagieren. Bedürfnisse kennen ERP-Systeme betreffen das Unternehmen in seiner Gesamtheit: Um sich für das richtige System entscheiden zu können, müssen deshalb sämtliche wesentlichen Geschäftsprozesse bekannt sein. Detaillierte Szenarios helfen dabei, auch künftige Anforderungen zu definieren. Zusammenhänge wahrnehmen In dynamischen Märkten gibt es vor allem drei Herausforderungen, die für ERP-Systeme kritisch sind: die Informationsanforderungen, die Geschäftsprozesse und die Organisationsstruktur. Sie hängen unmittelbar zusammen und können sich täglich ändern. Hierauf muss eine ERP-Anwendung vorbereitet sein. Externe Beratung Bei der Software-Auswahl greifen viele Unternehmen auf externe Berater zurück. Oftmals stehen diese jedoch in einem Interessenkonflikt, weil sie mögliche Folgegeschäfte gewinnen wollen. Um die Beratungskosten zu minimieren, sollte das Unternehmen nach der Implementierung in der Lage sein, das ERP-System eigenständig zu warten und zu modifizieren. Informationen: Agresso GmbH, 32 Business&IT 10/2007

14 SUMMIT Komplettlösung fürs Unternehmen Die SUMMIT IT CONSULT GmbH ist auf Unternehmenslösungen für mittelständische Betriebe spezialisiert. Lothar Steyns, geschäftsführender Gesellschafter bei SUM- MIT, weiß, dass eine ERP-Software in Sachen Controlling oft nicht genügt: Selbst ausgefeilte Systeme sind häufig nicht in der Lage, existenzielle betriebswirtschaftliche Fragen fundiert zu beantworten. Deshalb sei eine Ergänzung durch spezielle Business-Intelligence-Lösungen in vielen Fällen sinnvoll. SUMMIT Control arbeitet auf Basis eines Data Warehouses. Die Daten werden aus verschiedenen Quellen konsolidiert und den Anwendern in der gewünschten Form zur Verfügung gestellt. Gerade für Mittelständler ist die Unterstützung durch ein ganzheitliches Management-Informationssystem wichtig, um den Betrieb erfolgreich durch konjunkturelle Schwankungen zu steuern. Damit verbessert sich beispielsweise auch die Bewertung beim Basel-II- Rating der Banken, sagt Steyns. Gewünscht werden in den meisten Fällen vorgefertigte Standardlösungen, die schnell einzuführen sind. SUMMIT Control enthält deshalb Schnittstellen zu allen gängigen kaufmännischen Anwendungen. Der Einführungsaufwand hängt nach Einschätzung von Steyns vor allem vom Projektumfang ab: Für einzelne Unternehmensbereiche wie dem Personalwesen sind Business-Intelligence-Lösungen bereits für wenige Tausend Euro realisierbar. Soll hingegen das gesamte Unternehmen eingebunden werden, muss mit einer niedrigen Mit Business Intelligence verbessert sich die Bewertung beim Basel-II- Rating der Banken. Lothar Steyns, geschäftsführender Gesellschafter bei der SUMMIT IT CONSULT GmbH vierstelligen Summe kalkuliert werden. Entscheidend sei die Datentransparenz. Mit Hilfe von Simulation und Planung seien Zielabweichungen sehr viel besser zu erkennen. Wichtig sei vor allem die Aufbereitung der vielschichtigen Daten. Zu Recht gehören Management-Cockpits heute zum Standard. Statt die Zeit mit Routineaufgaben zu verbringen, können Controller mit Business-Intelligence-Lösungen das Unternehmen effizient steuern. Foto: Infor Synergetics Business Infotainment Synergetics mischt mit dem Business Performance Management System ControllingButler am Markt für BI-Lösungen mit. Die Software ist vor allem auf die finanzwirtschaftlichen Aspekte der Unternehmenssteuerung ausgerichtet und umfasst neben Bilanz und BWA beispielsweise auch eine Liquiditätsrechnung. Mit Szenarien können Unternehmen die künftige Geschäftsentwicklung spielerisch vorwegnehmen, was kritische Entscheidungen vereinfacht. Reports, Grafiken und Strukturen sind Teil der Software und müssen nicht aufgebaut werden. Bereits kurz nach der Installation können kaufmännische Geschäftsführer, die in der Regel IT-Laien sind, aktuelle Zahlen abrufen, verspricht Dr. Stefan Eckstein, geschäftsführender Partner der Synergetics MIC GmbH. Die Hilfe der IT-Abteilung ist beim Reporting dann nicht mehr erforderlich. Die einfache Bedienung des ControllingButler wirke sich nicht nur auf die Bedienführung aus, sondern auch auf die Administration. Zur Frage, wann sich der Einsatz einer BI- Lösung auszahlt, meint Dr. Eckstein: Eine spezielle Lösung lohnt sich immer dann, wenn sich der Nutzwert im niedrigen fünfstelligen Bereich bewegt. Die finanzielle Einstiegsbarriere beziffert er auf ca Euro. Dabei sollten Anforderungen und Ziele vorab präzisiert werden. Vor allem mittelständische Betriebe legen viel Wert auf Standardisierung und ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis. ControllingButler besitzt Schnittstellen zu DATEV, FibuNet und Microsoft Dynamics NAV. Ebenso einfach lassen sich SQL-basierende Anwendungen anbinden. Mit Blick auf die aktuellen Trends erklärt Dr. Eckstein: Selbstlaufende Animationen und zusätzliche Dimensionen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Das Reporting ist auf dem Weg zum Infotainment. Fazit Der Einsatz spezieller Lösungen lohnt sich bereits, wenn sich der Nutzwert im niedrigen fünfstelligen Bereich bewegt. Dr. Stefan Eckstein, geschäftsführender Partner der Synergetics MIC GmbH Business-Intelligence-Lösungen konsolidieren Firmendaten aus mehreren Quellen, entlasten die operativen Systeme und was am wichtigsten ist sie stellen die Ergebnisse in konsumfreundlicher Form bereit. Frühwarnsysteme mit Ampelfunktionen, Tachometern oder animierten Charts sind eben schneller zu verstehen als unübersichtliche Mammut-Tabellen. Ermutigend: Die schöne neue Zahlenwelt ist kein Eldorado privilegierter Großkonzerne mehr. Die Software-Industrie hat inzwischen günstige Einstiegspakete für kleine und mittelständische Unternehmen in petto. Die Rentabilität ist positiv zu bewerten: Angesichts der ersparten Arbeitszeit durch die wegfallende Konsolidierung und Aufbereitung der Daten ist zu erwarten, dass sich Business-Intelligence-Projekte schnell rechnen. tf 34 Business&IT 10/2007

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