Strategisches IT Management

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1 Strategisches IT Management Strategisches IT Management Prof. Dr. Dirk Olufs

2 Prof. Dr. Dirk Olufs 43 Jahre, verheiratet, 3 Kinder Studium an der Universität zu Köln, Erasmus University of Rotterdam, Promotion an Universität Hamburg Bis 1997: Selbständige Softwareentwicklung Seit 1997 bei Deutsche Post World Net / DHL in zahlreichen Positionen u.a. Leitung Programm-Management Leitung IT Strategie und Planung Leitung Infrastrukturmanagement Aufbau von IT Organisationen im nationalen und internationalen Kontext Seit 2005: CIO und Mitglied des Bereichsvorstandes DHL/Paket Seit Mai 2007 DHL Express, CIO Europe, Brüssel und Bonn verantwortlich für Informationstechnologie in 47 europäischen Länder IT Strategie IT Architektur IT Projektportfolio IT Systementwicklung IT-Betrieb Technischer Vertrieb / ecom Seit 2006 Lehrbeauftragter an der TU Berlin am Lehrstuhl Systemanalyse und EDV, Prof. Krallmann Seit 2012 Honorarprofessor an der TU Berlin für Strategisches IT Management und IT Management Seite 2

3 Vorstellung Vorstellung und Erwartungen der Teilnehmer Seite 3

4 DHL EXPRESS WORDLWIDE Unternehmenskontext DHL EXPRESS WORLDWIDE Seite 4

5 Ziele des Seminars Zentrales Ziel des Seminars ist es, die Teilnehmer für die Anforderungen und die Praxis des strategischen IT-Management (IT-Managementansätze in der Praxis) zu sensibilisieren. Nach Beendigung des Seminars wissen die Teilnehmer, o welche Aufgabenstellungen ein CIO bearbeiten sollte, o welche Stellung und Wertbeitrag die IT im Unternehmen einnehmen kann, o die grundsätzlichen Fragestellungen des strategischen IT- Managements o welche strategische Optionen zum IT- Outsourcing existieren o welche Schwerpunkte das IT- Controlling hat, o welchen Beitrag die Methoden des Projektportfoliomanagement und des IT- Projektmanagement und das IT- Servicemanagement in der Unternehmenspraxis haben. o welche grundsätzliche Optionen bei der Gestaltung von IT- Organisationen existieren. Das Seminar soll einen realistischen Blick auf die Welt des strategischen IT Management in der Praxis eröffnen Seite 5

6 Methodischer Ansatz Um eine möglichst starke Verbindung von Theorie und Praxis zu ermöglichen, werden die Teilnehmer aktiv in die Veranstaltung einbezogen. Vortrag durch den Dozenten o Darstellung der grundlegenden Aspekte im strategischen Managenment mit verschiedenen Themenschwerpunkten o Praxisbeispiele o Klärung von offenen Fragen Praxisübungen anhand verschiedener Aufgabenstellung o Vertiefung des theoretischen Wissens zu ausgewählten Aspekten durch Ausprobieren Bearbeitung einer Fallstudie und eines Beitrags durch die Studierenden im Vorfeld Seite 6

7 Erwartungen an die Teilnehmer o Neugier Als IT-Manager müssen Sie verstehen, was Auftraggeber, Team und Dienstleister von Ihnen erwarten. Also: Bei Unklarheiten nachfragen. o Engagement Die Komplexität des IT-Management erfahren Sie nicht durch das Lesen von Büchern, sondern nur in der Praxis. Entsprechend sollten Sie bei den Praxisübungen Engagement zeigen. o Mut zu Fehlern IT-Manager stehen immer in der ersten Reihe und müssen ihre Arbeit vertreten. Und: Es geht immer jede Menge schief. Daher sollten Sie keine Angst davor haben, in den Praxisübungen einmal daneben zu liegen. Motto: Hier können Sie ausprobieren, woran Sie später gemessen werden. Seite 1.7 Seite 7

8 Organisation und Inhalte der Vorlesung Organisation im Wintersemester 2012 Blockseminar an folgenden Terminen bis Uhr bis Uhr bis Uhr BITTE s und AUSHAENGE BEACHTEN Seite 8

9 Inhalt 1 Strategische Bedeutung der IT 2 Definition IT Strategie Management 43 IT Organisation / CIO-Aufgaben 4 Vorgehen zur Entwicklung einer IT-Strategie 45 Zusammenarbeit zwischen Business und IT Seite 9

10 Inhalt 1 Strategische Bedeutung der IT 2 Definition IT Strategie Management 43 IT Organisation / CIO-Aufgaben 4 Vorgehen zur Entwicklung einer IT-Strategie 45 Zusammenarbeit zwischen Business und IT Seite 10

11 IT Zahlen und Fakten (2011) accounts weltweit (27.6% nutzen Microsoft Outlook) 40 Jahre nach dem ersten versendeten in werden jeden Tag versendet. Etwa 200 Milliarden davon sind Spam-Nachrichten (81 %) Nachrichten pro Stunde setzen die Nutzer des Mikroblogging-Dienstes Twitter in die Welt. Etwa jedes achte Ehepaar, das in den USA im Jahr 2009 heiratete, lernte sich über das Internet kennen Facebook-Nutzer aktualisieren nach Angaben des Unternehmens jeden Tag ihre Statusnachricht, um ihren Freunden mitzuteilen, was sie gerade tun. Seite 11

12 Beispiel: Facebook R. PY Country Users (Mio.) 1 (1) USA (2) Indonesia (7) India (15) Brazil (8) Mexico (4) Turkey (3) UK (5) Philippines (6) France (11) Germany 22.1 Active users Global growth 2011 Global growth in % 1 Milliarde User (Oktober 2012) 50% davon loggen sich täglich auf Facebook ein Mio % Global gender quotes Revenue 2011: Höchste Frauenquoten Tonga 47.9% 58.0% 52.1% Höchste Männerquoten Vatikanstadt 100% 3,711 Mrd. USD Quelle: Seite 12

13 Facebook: Zahlen und Fakten* Inhalte (Links, News, Photos) werden jeden Tag auf Facebook gestellt Photouploads jede Woche Pages, Community Pages, Gruppen und Event innerhalb von Facebook Nutzer von Facebook Apps oder Plattform auf externen Websites Mobile Facebook Nutzer Apps werden täglich installiert Tendenz: stetig wachsend *Quelle: Seite 13

14 Top Five of IT Industry IT Unternehmen nach Umsatz Jahresumsatz (2011) Marktwert (April 2012) 1 Hewlett-Packard 127 Mrd. US-Dollar 48 Mrd. US-Dollar 2 Apple 108 Mrd. US-Dollar 559 Mrd. US-Dollar Mrd. US-Dollar 242 Mrd. US-Dollar 4 70 Mrd. US-Dollar 270 Mrd. US-Dollar 5 54 Mrd. US-Dollar 140 Mrd. US-Dollar Größte deutsche Unternehmen nach Umsatz 2011 Name Hauptsitz Umsatz 2011 Marktwert Branche 1 Volkswagen Wolfsburg 208 Mrd. $ 77 Mrd. $ Automobile 2 Daimler Stuttgart 148 Mrd. $ 64 Mrd. $ Automobile 3 BASF Ludwigshafen 102 Mrd. $ 80 Mrd. $ Chemie 4 Siemens München 95 Mrd. $ 92 Mrd. $ Technologie 5 SAP Walldorf 18 Mrd. $ 85 Mrd. $ Software *Quelle: Homepage des jeweiligen Unternehmens & Seite 14

15 IT-Kennzahlen aus den Anwenderbranchen Umsatz: 160 Milliarden Euro (2011) Mitarbeiter weltweit (2011) IT-Mitarbeiter Mitarbeiter weltweit (2010) IT-Budget Millionen Euro weltweit (2010) IT-Benutzer (Mitarbeiter + Lieferanten & Händler) (2010) Erträge: 33,2 Milliarden Euro (2011) Mitarbeiter weltweit (2011) IT-Mitarbeiter Mitarbeiter weltweit (2010) IT-Budget 540 Millionen Euro weltweit (2010) IT-Benutzer Online-Kunden (2011) Umsatz: 74 Milliarden Euro (2011) Mitarbeiter weltweit (2011) IT-Mitarbeiter Mitarbeiter weltweit (2010) IT-Budget Millionen Euro weltweit (2010) IT-Benutzer (2010) *Quelle: CIO-Die IT-Fakten der größten Unternehmen Deutschlands: Kennzahlen, Entscheider und Berater 2011 (ISBN: ) & Homepage des jeweiligen Unternehmens Seite 15

16 IT-Ausgaben IT-Ausgaben für 2010/2011 laut Gartner (in Milliarden Dollar) Service Ausgaben 2010 Veränderung Ausgaben 2011 Veränderung Computing Hardware 364 Mrd. $ 8,90% 391 Mrd. $ 7,50% Enterprise Software 236 Mrd. $ 6,10% 254 Mrd. $ 7,50% IT Services 782 Mrd. $ 2,50% 818 Mrd. $ 4,60% Telekommunikationsausrüstung 427 Mrd. $ 14,00% 465 Mrd. $ 9,10% Telekommunikationsdienste 1593 Mrd. $ 3,90% 1647 Mrd. $ 3,40% Gesamt 3407 Mrd. $ 5,40% 3576 Mrd. $ 5,10% Quelle: Anteil der Befragten Wie wird sich das gesamte IT-Budget in den folgenden Jahren im Vergleich zum Budget 2010 verändern? 50% 40% 30% 20% 10% 35% 39% 21% 37% 35% 19% 37% 34% 21% Steigt Bleibt gleich Sinkt Tendenz: Wachsend (um ca. 5%) 0% Im Jahr 2011 Im Jahr 2012 Im Jahr 2013 Quelle: Seite 16

17 Deutsche IT-Umsätze und "Marktbedeutung" Weltweit: IT-Umsätze in Milliarden Euro (2010) "Marktbedeutung" Die deutsche IT-Industrie kommt mit einem Umsatzvolumen von 60,2 Milliarden Euro (2010) auf den vierten Platz im Ranking der Top-15-IKT-Standorte. *Quelle: Monitoring-Report Deutschland Digital 2011; Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) November 2011 Seite 17

18 Benchmark-IT Umsatzwachstum 2010 Weltweit wurde mit Informationstechnik im Jahr 2010 ein Umsatzvolumen von 923,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das größte Wachstum findet 2010 auf dem Indischen IT-Markt statt. Dort nehmen die IT Umsätze um 18,2 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro zu. Die deutsche IT-Industrie kommt auf ein Wachstum von 2,4 Prozent, ein Umsatzvolumen von 60,2 Milliarden Euro und einen Indexwert von 17 Punkten. Das bedeutet den achten Platz im Ranking der Top-15-IKT-Standorte. *Quelle: Monitoring-Report Deutschland Digital 2011; Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) November 2011 Seite 18

19 Strategische Bedeutung der IT IT als Kostentreiber Der Einsatz von IT wird nur als Kostenfaktor betrachtet. Alle IT-Aktivitäten werden nur auf das Nötigste beschränkt. IT zur Geschäftsprozessunterstützung IT unterstützt Geschäftsprozesse und trägt damit zur Kostenreduktion und/oder Qualitätsverbesserung bei. zunehmende strategische Bedeutung Umsatz- und Gewinnverbesserung IT unterstützt die Unternehmensziele und verbessert vorhandene Umsätze und Gewinne beispielsweise durch gezielte Marktausschöpfungsprogramme. Veränderter Fokus des IT- Managements Erschließung neuer Geschäftsfelder IT ermöglicht Geschäfte, die ohne IT überhaupt nicht möglich sind und ist damit ein Bestandteil des Geschäftes (Business Enabler). Seite 19

20 Wertbeitragsoptionen von IT Umsatz Rentabilitätssteigerung Umsatz Bsp: Umsatzsteigerung durch Einführung CRM System Effizienz- und Effektivitätssteigerung in den Geschäftsprozessen durch Einsatz von IT Unternehmenskosten Unternehmenskosten Bsp: Reduktion der Prozesskosten durch Automatisierung IT-Kosten IT-Effizienzsteigerung IT-Kosten Bsp: Absenkung der Telekommunikationskosten Die IT Funktion/Abteilung wirkt in allen Bereichen des Unternehmens Seite 20

21 Anforderungen an die IT 2012 Was wird die wichtigste Anforderung an die IT in Ihrem Unternehmen im Jahr 2012? Effizienzsteigerung 55,8 44,2 Verbesserung der Geschäftsprozesse Bereitstellung konstant stabil laufender IT-Services Kostensenkung Unterstützung des Unternehmens beim Wandel Entwicklung neuer innovativer IT-Produkte und Services Verbesserung der Interaktion mit Kunden und Partnern Förderung des Umsatzwachstums des Unternehmens Erfüllung der Compliance Anforderungen Bereitstellung von Business Intelligence Entwicklung mobiler Anwendungen 42,9 57,1 41,7 58,3 34,6 65,4 30,8 69,2 20,5 79,5 16,7 83,3 12,8 87,2 12,2 87,8 9,6 90,4 9,0 91,0 Bereitstellung von Cloud Services 4,5 95, genannt nicht genannt *Quelle: Studie IT-Trends 2012 Capgemini; Seite 21

22 CIO Prioritäten 2011/2012 McKinsey Studie Seite 22

23 Kompetenzen für IT-ler Seite 23

24 Inhalt 1 Strategische Bedeutung der IT 2 Definition IT Strategie Management 43 IT Organisation / CIO-Aufgaben 4 Vorgehen zur Entwicklung einer IT-Strategie 45 Zusammenarbeit zwischen Business und IT Seite 24

25 Strategischer Nutzen von Technologie Seite 25

26 Definition des Begriffes "Strategie" Strategie hat eine lange Tradition: Wu Sun-Tsu formulierte vor ca Jahren ein Grundlagenwerk über die Prinzipien des Erfolgs ( Die Kunst des Krieges ). Diese entwickelte er aus einer zunächst militärischen Perspektive und führt sie auf drei Schlüsse zurück: Vorwissen, Planung und Führung. Seneca formulierte um 60 n. Chr. das Werk Vom glückseligen Leben. Sein Strategiezyklus beruht auf den Grundsätzen Ziele setzen und Unterziele definieren Entscheidungen treffen und umsetzen Fortschritte kontrollieren Carl von Clausewitz schildert in dem 1832 veröffentlichten Werk Vom Kriege : Er fragt sich beispielsweise, ob seine Entscheidungen und Handlungen tatsächlich zielführend sind oder möglicherweise doch langfristig zu Nachteilen führen. Strategie ist der Plan, der zum Ziel führen soll Alle Autoren betrachten in ihren Werken überwiegend die Kriegsführung Seite 26

27 Unternehmensstrategie Unternehmen ohne Strategie Unternehmen mit Strategie Ich weiß nicht, was ich tun soll Nein, so etwas tun wir nicht! Eine geeignete Strategie hilft, die richtigen Dinge zu tun: sie gibt Handlungsempfehlungen und Entscheidungshilfen Seite 27

28 Definition des Begriffes "Strategisches IT-Management" Verschiedene Autoren verwenden unterschiedliche Definitionen IT-Management ist eine Teilaufgabe des Informationsmanagements. Dabei versteht man mehrheitlich unter dem Begriff Informationsmanagement a) primär die Aufgabe, den für das Unternehmen (nach Kapital und Arbeit) dritten Produktionsfaktor Information zu beschaffen und in einer geeigneten Informations-struktur bereitzustellen, und b) davon ausgehend die Aufgabe, die dafür erforderliche IT-Infrastruktur, d. h. die informationstechnischen und personellen Ressourcen für die Informationsbereitstellung, langfristig zu planen und mittel- und kurzfristig zu beschaffen und einzusetzen. IT-Management (frühere Bezeichnungen: DV-Management, Informatikmanagement) entspricht der Aufgabe (b). Die einzelnen Aufgaben des IT-Managements kann man in strategische (langfristige) sowie taktische und operative (mittel- bis kurzfristige) Aufgaben gliedern. Seite 28

29 Gegenstand des IT-Managements IT-Management beschäftigt sich mit: Früher: Betrieb der IT-Infrastruktur ( Rechenzentrumsleiter ) Heute: Beschäftigung mit Unternehmenszielen, die Unterstützung der Unternehmensleitung sowie Beratung und Betreuung der Fachabteilungen (Chief Information Officer, kurz CIO) Grundsatzentscheidungen über die zweckmäßigste Verteilung aller IT- Ressourcen und -Aktivitäten und Organisationseinheiten Gekoppelt mit diesen Entscheidungen sind u. a. die Fragen nach der prinzipiellen Einstellung gegenüber Standardsoftware sowie der Vergabe von IT-Aufgaben an Fremdfirmen (sog. IT-Outsourcing). Seite 29

30 Gegenstand des IT-Managements IT-Management beschäftigt sich außerdem mit: Die Hauptaufgaben des taktischen und des operativen IT-Managements entsprechen der Ablauforganisation der IT-Abteilung Rechenzentrumsbetrieb (z.b. nach ITIL) bzw. Steuerung des Dienstleisters Systementwicklung und Wartung (Projekte, Anwendungsentwicklung) Beratung und Unterstützung aller Benutzer in den Fachabteilungen, zunehmend aber auch Betreuung der Schnittstelle zum (externen) Kunden IT-Controlling, welches das IT-Management bei der Planung, Überwachung und Steuerung aller Aktivitäten unterstützt Datenschutz, welcher der Bewahrung schutzwürdiger Belange vor dem Missbrauch ihrer Daten dient IT-Sicherheit (früher: Datensicherheit), welche der Gewährleistung ordnungsgemäßer Arbeitsabläufe im gesamten IT-Bereich dient IT-Rechtsfragen wie Vertragsgestaltung zu Dienstleistern, Gewährleistungsansprüchen, Telekommunikationsverordnungen aber auch der Betrieblichen Mitbestimmung gemäß Betriebsverfassungsgesetz Seite 30

31 Hauptaufgaben im IT-Management Bereitstellung von IT-Systemen (Hardware, Software und Support) zur adäquaten Unterstützung der Produktionsprozesse Marketing- und Vertriebsprozesse Unterstützungsprozesse (Controlling, Einkauf, Kundenabrechnung, Unternehmenssteuerung etc.) Beratung der Entscheider in den Fachabteilungen in allen IT-relevanten Fragen Steuerung der IT-Ressourcen IT-Budgets IT-Personal IT-Investitionen (IT-Projekte) Festlegung der strategischen Ausrichtung z.b. global oder lokal z.b. Inhouse oder Outsourcing Organisation (Aufbau und Ablauforganisation= Seite 31

32 Inhalt START 2. TEIL 1 Strategische Bedeutung der IT 2 Definition IT Strategie Management 43 IT Organisation / CIO-Aufgaben 4 Vorgehen zur Entwicklung einer IT-Strategie 45 Zusammenarbeit zwischen Business und IT Seite 32

33 IT Organisation Nur Individuen können weise sein, Institutionen sind im günstigsten Fall gut konzipiert. (Peter Sloterdijk) Seite 33

34 Vom Systembetreiber zum strategischen Partner Die IT entwickelt sich vom Systembetreiber und Softwarelieferant zum strategischen Business Partner und Solution Provider Situation Rasante technologische Entwicklungen im IT-Bereich Time to Market Globalisierung Besonderheiten durch Merger & Acquisition Paradigmenwechsel vom IT- Entwickler zum Service- Provider ganzheitlicher Lösungen Konzentration auf die wertschöpfenden Funktionen innerhalb der IT Konzentration auf die Steuerung von IT-Projekten und IT-Betrieb Management von komplexer werdenden Anforderungen aus den Fachbereichen Die veränderten strategischen Anforderungen haben weitreichende Konsequenzen für Organisation und Mitarbeiter Seite 34

35 Wertschöpfungskette einer IT-Organisation Die Wertschöpfungskette einer IT-Organisation umfasst im wesentlichen folgende Prozesse und Aufgaben Prozesse Lieferanten und Kundenintegration Anforderungsmanagement IT-Projektmanagement Software- Entwicklung Betrieb Hardware, Infrastruktur und Netze Support / User-Help- Desk Aufgaben IT- Anbindung externer Kunden Beratung und Unterstützung der externen Kunden Beratung und Unterstützung der internen Kunden Projektbeauftragung Planung, Steuerung und Durchführung von IT- Projekten Programmierung von Software und deren Wartung Betrieb von Rechenzentren, sowie Telekommunikationsleitungen Spezifische Anwendungen Support für IT-Systeme Field Support Rollen EDI-Spezialist Consulting- Mitarbeiter Kundenbetreuer Servicetechniker Consulting Fachliche Prozessexperten Business- Architekten Projektmanager Qualitätssicherung Vertragsmanager Software- Architekt Entwickler Software- Tester Technische Netzwerk- Experten Administrator Helpdesk Field Support Anwendungssupport Servicetechniker Seite 35

36 Prognose: Entwicklung der Eigenleistung in IT Abteilungen - 8% - 13% - 30% *Quelle: Studie IT-Trends 2012 Capgemini; Seite 36

37 Prognose: Entwicklung der Eigenleistung in IT Abteilungen fiktive Zahlen Strategisches IT-Management Stufen Lieferanten-/ Kundenintegration Anforderungsmanagement IT-Projektmanagement Software- Entwicklung Betrieb Hardware, Infrastruktur und Netze 1st & 2nd Level Support / Help Desk IT-Nachfrager (Demand) Erbringung von IT-Dienstleistungen (Supply) heute 28% 72% zukünftig ca. 70% ca. 30% Die Veränderung der Anforderungen erfordert einen höheren Anteil an Mitarbeiter mit Managementfähigkeiten bezüglich IT-Lösungen und Kundenbedürfnissen Seite 37

38 Praxisbeispiel Fokussierung auf IT Innovation fiktive Zahlen Budgetverteilung Kunden-IT: 10% IT-Entwicklung: 18% IT-Infrastruktur: 72% 2012 Seite 38

39 Praxisbeispiel Fokussierung auf IT Innovation fiktive Zahlen Budgetverteilung Kunden-IT: 10% Kunden-IT: 20% IT-Entwicklung: 18% IT-Entwicklung: 50% IT-Infrastruktur: 72% IT-Infrastruktur: 30% Welche Veränderungen sind notwendig, um diesen Umbau zu erreichen? Welche Seite 1.39 Voraussetzungen müssen gegeben sein? Seite 39

40 Skills Legend: No Skills Basic Skills Average Skills Professional Best in Class Strategy, Business Alignment Change Management Strategy, Business Alignment Change Management Portfolio Management Business System IT Architecture Portfolio Management Business System IT Architecture Program Management 3 rd Party Management Program Management 3 rd Party Management Infrastructure Management Customer IT CIM, ecom etc Infrastructure Management Customer IT CIM, ecom etc Controls, Relationships, Communications, Support processes Controls, Relationships, Communications, Support processes Development, BUILD Operations, RUN Development, BUILD Operations, RUN PRAXISBEISPIEL Seite 40

41 Change-Management Phasen im Veränderungsprozess wahrgenommene eigene Kompetenz 5. Ausprobieren 6. Integration Denial Emotion Rationalization Acceptance Change 1. Schock 2. Verneinung 3. Einsicht 4. emotionale Akzeptanz Zeit Seite 41

42 Praxisbeispiel: IT-Organisation CIO (Chief Information Officer) IT-Strategie & -Planung Aufgaben Strategische Anwendungsplanung Unterstützung bei Projektbewertung und Projektportfolio Budgetierung IT-Controlling Entscheidung über neue Projekte Aufgaben IT-Projekte Projektmanagement Anforderungsmanagement Multiprojektmanagement Steuerung der IT- Entwicklung Beratung & Unterstützung Aufgaben IT-Betrieb Management und Controlling der IT-Dienstleister Steuerung von Betrieb Steuerung von Wartung und Support Seite 42

43 Herausforderungen im Berufsleben eines CIO Stakeholder Nutzer haben hohe Erwartungshaltung an IT und stellen zahlreiche Anforderungen Nutzer sind unzufrieden mit bisherigen Lösungen IT-Betrieb ist häufig gestört Medienbrüche und ineffizienter Informationsfluss zu Lieferanten & Kunden Mitarbeiter Hohe Dauerbelastung bei Mitarbeitern führt zu Stress- und Burnout War of Talent Permanente Weiterentwicklung von Mitarbeitern notwendig Abhängigkeiten von Mitarbeitern mit bestimmten Fähigkeiten Business fehlendes Abstimmung der IT- Strategie mit Geschäftsstrategie mangelnde Unterstützung des Business unklarer Nutzen der IT bei den Fachseiten hohe IT-Kosten Konträre Anforderungen Innovationszwang Markt Globalisierung Merger & Akquisition Organisationsanpassungen Shareholder-Value Kürze Time-to-Market Sinkende IT-Budgets Schnelle Veränderungen Verändernde Rahmenbedingungen Kommunikation Sprache der IT ist für Fachseiten oftmals unverständlich Tägliche Erfahrungen der Nutzer stehen im Widerspruch zu Vision und Mission oder anderen Selbstdarstellungen der IT Technik Kurzlebige Technologien (Hypes) Steigende IT-Komplexität Veraltete IT-Systeme Mangelnde Mitwirkung der Fachseiten in Projekten Hohe Ersatzinvestitionen Mangelnde Effizienz Seite 43

44 Fragen an einen CIO aus der IT Organisation Wie kann der laufende Betrieb der IT gewährleistet & effizienter gestaltet werden? Welchen Risiken und Einflussfaktoren ist die IT ausgesetzt? Wie kann die Wirtschaftlichkeit der IT gewährleistet und verbessert werden? Welche Investitionen in die IT erbringen den höchsten Wertbeitrag für das Business? Wie wirken sich Änderungen im Business auf die IT aus und umgekehrt? Wie kann die zeitgemäße Lieferung von IT Projekten sichergestellt werden? Wie kann der Service der IT verbessert werden? Wie lässt sich eine kontinuierliche Weiterentwicklung der IT steuern? Wie können konkurrierende IT Projekte in Einklang gebracht werden? Wie kann das Abwandern spezialisierten IT Personals verhindert werden? Welche Karrierepfade existieren innerhalb der IT Organisation? Seite 44

45 Gehaltstabelle (2011) Seite 45

46 Geschlechterverteilung bei CIO [Quelle: More Women Will Become CIOs, Abruf am ] Seite 46

47 Rollen eines CIO Strategic Focus Priority Role Description Top priority Medium priority Low priority Strategist Relationship Architect Leader Information Steward Integrator Educator Strategist Innovation catalyst, effective business partner, execute/transform & shape mission, vision and strategy to IT organization, involved in business decisions Build relationships across and beyond the enterprise, relationship management( Vendor Management), mediate between business and IT organization Design, govern, lead, inspire, develop people High quality data and operationally reliable systems, security, privacy, transparency, create efficient architecture Leadership in enterprise-wide integration of processes, information, & decision support IT missionary, insights about key information technologies and adaption to organisations specifics Solid, dependable, and responsive IT infrastructure services Rollen eines CIO (nach Agrawal, Bearth, 2007 mit Anpassungen); M.Baurschmidt, Kompetenzprofile von CIOs; CIOs: You ve Got Clout!, Seite 47

48 CIO-Befragung: Die IT-Abteilung in Jahr 2022 Wie sieht Ihrer Meinung nach die IT-Abteilung im Jahr 2022 aus? *Quelle: Studie IT-Trends 2012 Capgemini; Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 156 Entscheidungsträgern, von denen 90 in deutschen, 32 in österreichischen und 34 in schweizerischen Unternehmen arbeiten. Sie erzielen zwischen 250 Millionen Euro und mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Seite 48

49 Inhalt 1 Strategische Bedeutung der IT 2 Definition IT Strategie Management 43 IT Organisation / CIO-Aufgaben 4 Vorgehen zur Entwicklung einer IT-Strategie 45 Zusammenarbeit zwischen Business und IT Seite 49

50 Strategisches IT Management Wenn man einen neuen Handlungsplan entwickelt, muß man irgendwo beginnen und die Dinge anschließend verbessern. (Wiliam H. Calvin) Seite 50

51 Vorgehen zur Entwicklung einer IT-Strategie Zur Erinnerung: Strategie: genauer Plan des eigenen Vorgehens, der dazu dient, ein militärisches, politisches, psychologisches o.ä. Ziel zu erreichen, und in dem man diejenigen Faktoren, die in die eigene Aktion hineinspielen könnten, von vornherein einzukalkulieren versucht. Die IT-Strategie ist ein Plan, der Ziele, Handlungsoptionen und Handlungsbedarfe für den IT- Bereich beschreibt. Er ist (im Idealfall) ein elementarer Bestandteil der Unternehmensstrategie und dient damit der Umsetzung der strategischen Unternehmensziele. Wesentliche Elemente einer IT-Strategie sind: Ziele/Soll-Zustand (Wo wollen wir hin? Was wollen wir können?) Probleme/Anforderungen (Was brauchen Prozesse? Was verlangt Markt/Partner?) Handlungsbedarf/Handlungsoptionen (Was müssen wir tun? Welche Alternativen gibt es?) Maßnahmenpaketen (Was ist konkret zu tun?) Messsystem (Wie messen wir die Zielerreichung?) Seite 51

52 Effektivität und Effizienz Effizienz besser besser Effektivität Seite 52

53 Effektivität und Effizienz Doing the things right Projektvorhaben in time und budget umsetzen Hohe Kundenzufrieden heit Stabiler Systembetrieb Effizienz besser Doing the right things Projektportfolio Fokussierung aus Services / IT Produkte Mitarbeiterauswahl Effektivität besser Seite 53

54 Entwicklungsstufen von IT-Produkten Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 IT-Produkt = IT-Ressource IT-Produkt = IT-Informationssystem IT-Produkt = IT-Prozessunterstützung IT-Produkt = Geschäftsprodukt Beispiel: Beispiel: Beispiel: Beispiel: 1 MIPS Rechenleistung Anwendungssystem zur Rechnungserstellung IT-Unterstützung des Rechnungsprozesses Elektronisches Ticket oder Internetzugang gering Geschäftsorientierung des IT- Produktes hoch Seite 54

55 Wertbeitrag von IT in Unternehmen Seite 55

56 Ziele einer IT-Strategie im IT-Management (1) Ausrichtung der IT auf die geschäftlichen Prioritäten durch einen Prozess kontinuierlicher Wechselwirkung zwischen Geschäfts- und IT-Strategie Beantwortung der Frage zum Beitrag der IT zur Umsetzung der Geschäftsstrategie Entwicklung von Servicestandards für IT-spezifische Dienstleistungen ausgehend vom Kunden (zwischen Kunde und IT, innerhalb der IT zwischen den verschiedenen Organisationseinheiten, zwischen IT und externen Dienstleistern) Auswählen eines Prozess-Referenzmodells und gezieltes Einsetzen für die IT- Prozesse, (zum Beispiel etom, TOGF, ITIL, Cobit, etc.) TOGF Auswählen und gezieltes Einsetzen von Projektmanagement-Methoden und Projektmodellen für unterschiedliche Typen von Projekten Ausarbeitung von Organisationsvorschlägen für die IT: ITIL Festlegung, ob die IT als Cost-, Service- oder Profit-Center operiert Festlegung von organisatorischen Rollen an der Schnittstelle zwischen IT und dem IT- Partner (zum Beispiel Kunde und externe Zulieferer), Cobit Seite 56

57 Ziele einer IT-Strategie im IT-Management (2) Aufbau eines stabilen und konkreten Gesamtrahmens für die IT, um auch kurzfristige Entscheidungen auf sicherer Basis treffen zu können: Festlegung von IT-spezifischen Standards und Architekturen bezüglich Software und Hardware und Festlegung von technologischer Infrastruktur für den Betrieb der Anwendungssysteme, Festlegung von Standards für die IT-Sicherheit Einbringung aktueller, technologischer Entwicklungstendenzen: laufende Kontrolle neuer IT-Technologien auf Nutzbarkeit im Unternehmen Beobachtung der Nutzung von Technologien durch Wettbewerber Wahl geeigneter Einstiegspunkte für eine neue Technologie, abhängig vom Anwendungsbereich Regelmäßige Information über die Möglichkeiten neuer Technologien der betroffenen Bereiche im Unternehmen Einbindung der gesamten Organisation in den IT-Planungsprozess auf Basis kommunizierbarer Ergebnisdokumente Seite 57

58 Ziele einer IT-Strategie im IT-Management (3) Etablierung eines Prozesses zur regelmäßigen Anpassung der IT-Strategie (Review-Mechanismen) Entwicklung eines realistischen Umsetzungsplans auf Basis von geschäftlichen Prioritäten und existierenden Handlungsspielräumen einer Personal-, Kosten- und Ressourcenplanung und von personellen Voraussetzungen IT-Strategy Process Step 1 Process Step 2 Process Step 3 Process Step 4 Process Step Process Step n Seite 58

59 Vorgehen zur Entwicklung einer IT-Strategie IT-Strategie 1 Analyse der Ausgangslage Unternehmensstrategie 2 Vision/Mission (Leitbild) Aus der Unternehmensstrategie leitet sich eine geeignete IT- Strategie ab, die Basis ist für: IT-Ressourcenverteilung, insbesondere für die Priorisierung der IT- Vorhaben (Projekte) beeinflusst Vorgaben Festlegung Strategischer IT-Ziele Bewertung und Abstimmung der IT-Strategie mit Unternehmensstrategie Festlegung von Teilstrategien und konkreten Maßnahmenpaketen Rückkopplung Anpassung der IT- Organisation (Aufbau und Ablauforganisation) 6 7 Umsetzung der Maßnahmen Messung der Resultate Seite 59

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