Folgen der fehlenden Dekubitusprävention

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1 Folgen der fehlenden Dekubitusprävention Thomas Wild Paracelsus Medizinische Privatuniversität Strubergasse 21, A-5020 Salzburg

2 Das Auftreten eines erheblichen Druckgeschwürs lässt regelmäßig auch bei einem Schwerstkranken auf grobe Pflegeund/oder Lagerungsmängel schließen. (OLG Köln Urteil vom U 19/99)

3 Der Therapeut bleibt stets dem Gebot verpflichtet, den größtmöglichen therapeutischen Nutzen bei den geringst möglichen Belastungen zu gewährleisten. Es stellt in der Regel einen Behandlungsfehler dar, wenn er unter mehreren Alternativen die risikoreichere wählt. Weder Wirtschaftlichkeitsgebot noch Negativlisten und Budgetierungen können diese normative Regelung außer Kraft setzen Seminaris Medizinrecht - Hans-Werner Röhlig, Seilerstraße 106, Oberhausen

4 Demographische Entwicklung Die demographische Entwicklung der Bevölkerung stellt für die Spitäler und extramurale Bereiche eine große Herausforderung dar. Bereits mehr als 40% der PatientInnen eines Krankenhauses sind älter als 65 Jahre Steigende Zahl chronisch Kranker und multimorbider Patienten Die Anzahl der älteren Menschen wird in den nächsten Jahrzehnten (bis 2040) um eine Million österreichweit ansteigen. (Quelle: Statistik Austria 2004)

5 Demographische Entwicklung Wien

6 IST Situation - Wundmanagement Der ökonomische Druck zwingt die Krankenhäuser die Verweildauer drastisch zu senken bei chronischen Wundheilungspatienten führt eine frühzeitige Entlassung, ohne Abklärung und Therapie der Grundkrankheiten, automatisch zu einer permanenten stationären Wiederaufnahme Drehtüreffekt Keine einheitlichen medizinischen und pflegerischen Standards, daher keine kontinuierliche Behandlung möglich. Fehlende berufsgruppen-übergreifende Dokumentation um Verlaufsbeobachtung und somit Qualitätssicherung durchführen zu können Ausbildungsniveau der Pflegepersonen sehr unterschiedlich Fehlende interdisziplinäre Behandlungspläne mit abgestuften Behandlungsmodell (fächer- und berufsgruppenübergreifend) Information der niedergelassenen Ärzte bzw. extramurale Dienste nicht ausreichend gegeben Zu wenig Kurz- bzw. Langzeitpflegebetten für Bewohner mit chronischen Wundheilungsstörungen zu lange Wartezeiten (noch schwieriger bis unmöglich für MRSA/EBSL pos. Patienten) Produktvielfalt führt zur Übertherapierung - Kostenfaktor

7 Epidemiologie Pat. in Wien mit chronischen und akuten Wundheilungsstörungen» Dekubitus (1,5-2%) = ca Pat.!» Ulcus cruris (2%) = ca Pat.!» diabetischer Fuß (1-1,5%) 1,5%) = ca Pat.!» post operativ (10-15%) 15%) = ca Pat. > Ew. in Wien

8 Kostenreduktion Teil III Totalkostenanalyse Dekubitus : /a Ulcus cruris: ca /a Diabetischer Fuss: minor Amputation: major Amputation: Chirurgische Wundinfektionen: 500 Mill. /a

9 Dokumentation schützt! Die Dokumentation ordnungsgemäßen Handelns gilt nach der Regel des primafacie -Beweises als in der Praxis kaum zu erschütternder Nachweis sicherer Versorgung Seminaris Medizinrecht - Hans-Werner Röhlig, Seilerstraße 106, Oberhausen

10 Was ist sinnvoll zu dokumentieren? Status Dynamik Tätigkeitsnachweis (Was, wer, wann?)» Objektiv» Nachvollziehbar» Auswertbar

11 7 1, 74 71,15 mm mm

12

13 Umfang: 231,02 mm Granu: 12,4 % Fläche: 2956,92 mm² Fibrin: 81,91 % Nekrose: 5,69 %

14

15 Gradeinteilung

16 Um welchen Deku-Grad handelt es sich? Umfang: 122,24 mm 31,51% Granu: Fläche: 980,13 mm² Fibrin: 41,96% Lmax: 39,66 mm Nekrose: 26,54 %

17

18 Messung Fläche 799mm² Umfang 121mm Analyse: Nekrose 5.1% Fibrin 75,2% Granulation 19,5% Morbus Montag Messung Fläche 1848mm² Umfang 184mm Analyse: Nekrose 0.1% Fibrin 66.9% Granulation 32.9% Messung Fläche 1723mm² Umfang 170mm Analyse: Nekrose 0.8% Fibrin 15.0% Granulation 84.0% montags Messung Fläche 1529mm² Umfang 151mm Analyse: Nekrose 0.0% Fibrin 65.9% Granulation 34.1%

19 Messung Fläche 596mm² Umfang 99mm Analyse: Nekrose 1.5% Fibrin 7.1% Granulation 91.3% Harnwegsinfekt Messung Fläche 1848mm² Umfang 184mm Analyse: Nekrose 0.0% Fibrin 66.9% Granulation 32.9% Messung Fläche 596mm² Umfang 96mm Analyse: Nekrose 0.0% Fibrin 9.9% Granulation 90.1%

20 Wundgrößenangaben: Umfang: Fläche: max. Ausdehnun g: max. Breite: mm mm mm mm rel. in % abs. in mm 2 Fibrin: Granulation : Nekrose:

21 Wundgrößenangaben: Umfang: Fläche: max. Ausdehnun g: max. Breite: mm mm mm mm rel. in % abs. in mm 2 Fibrin: Granulation : Nekrose:

22 Wundgrößenangaben: Umfang: Fläche: max. Ausdehnun g: max. Breite: mm mm mm mm rel. in % abs. in mm 2 Fibrin: Granulation : Nekrose: Argininreich Ernährung

23 Kostenreduktion Eine Untersuchung des Ist- Zustandes des Wundmanagements in deutschen Krankenhäusern hat ergeben, dass professionelles Wundmanagement nach modernen Therapieschemata und Verbandsmaterialien auch zu einer signifikanten Kostenreduktion von bis zu 75% beiträgt, wobei hier sowohl Material- aber auch Personalkosten eingespart werden können. alte Versorg ung moderne Versorgung Materialkosten Personalkosten Summe

24 Kostenreduktion Teil II Allein im Zeitraum zwischen 1998 und 2003 konnten die Kosten zur Versorgung klassischer Wundheilungsstörungen bei - einfachen Wunden um 30%, bei - komplexeren Fällen um 78% und bei - terminalen Fällen um 80% gesenkt werden, wobei der Hauptanteil dieser Kostenreduktion auf die Verbesserung der Verbandsmaterialien und der daraus resultierenden kürzeren Verbandswechsel mit längeren Wechselintervallen zurückzuführen war.

25 Prävention statt Intervention wie finanzierbar? Paracelsus Medizinische Privatuniversität APUPA 2009 Dr. Thomas Wild

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