Das wechselvolle Zusammenleben von Juden und Christen im mittelalterlichen Europa

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1 Das wechselvolle Zusammenleben von Juden und Christen im mittelalterlichen Europa Station 1: Kreuzzug Der jüdische Geschichtsschreiber Solomon bar Simson beschreibt Mitte des 12. Jahrhunderts die Gründe für die Verfolgung der Juden im Jahre 1096, bei denen etwa 5000 Juden umgebracht wurden: Es geschah, dass die Kreuzzugsteilnehmer durch die europäischen Städte zogen, in denen Juden wohnten. Sie sprachen zueinander: Seht an, wir sind auf einer langen Reise zum Grab von Christus in Jerusalem, um uns an den Anhängern des Islams zu rächen, obwohl doch mitten unter uns die Juden sind, deren Vorväter ihn ermordeten und kreuzigten, ohne einen Grund zu haben. Lasst uns zuerst an ihnen Rache nehmen und sie unter den Völkern ausrotten, sodass der Name Israel aus der Erinnerung verschwindet. (Geschichte erleben 2, S. 98) a)wann fand der erste Kreuzzug statt? b)nennt zwei Gründe für den Kreuzzug der Christen! c)warum sollte der Name Israel aus der Erinnerung verschwinden?

2 Station 2: Kleiderordnung Aus den Beschlüssen des IV. Laterankonzils in Rom 1215 In einigen Provinzen unterscheidet Juden oder Muslime von den Christen die Kleidung, aber in anderen ist eine solche Regellosigkeit eingerissen, dass sie durch keine Unterscheidung kenntlich sind. Es kommt daher manchmal vor, dass irrtümlich Christen mit jüdischen oder muslimischen und Juden oder Muslime mit christlichen Frauen sich vermischen. Damit also Ausschweifungen einer so abscheulichen Vermischung in Zukunft die Ausflucht des Irrtums abgeschnitten werde, bestimmen wir, dass Juden und Muslime in jedem christlichen Land und zu jeder Zeit durch ihre Kleidung öffentlich sich von den anderen Leuten unterscheiden sollen. (Geschichte erleben 2, S. 98) a)betrachtet die Bilder und nenne zwei Erkennungsmerkmale der Juden! b)nennt zwei Gründe, warum Juden sich kennzeichnen mussten! c)kennt ihr aus späteren Zeiten ähnliche Symbole, mit denen die Juden sich kennzeichnen lassen mussten? Wenn ja, wann war das?

3 Station 3: Ausgrenzung Eine amerikanische Historikerin erzählt: Im Laufe des 14. Jahrhunderts vervielfachten sich die Anordnungen, durch die die Kirche die Juden von der christlichen Gesellschaft fern zu halten suchte. Das geläufige Argument dafür war, dass der Kontakt mit Juden zum Unglauben führe. Juden durften keine Christen als Diener anstellen, sie durften Christen nicht ärztlich behandeln, sie durften kein Mehl, kein Brot, keinen Wein und kein Öl, keine Schuhe und keine Kleidungsstücke an Christen verkaufen. Den Juden war es nicht erlaubt Handel zu treiben, Synagogen zu bauen oder Land zu besitzen. Die Zunftsatzungen schlossen sie von den Berufen der Weber, Schmiede, Bergleute, Schneider, Schuhmacher, Goldschmiede, Müller und Schreiner aus. (Geschichte erleben 2, S. 98) a)was wird den Juden in diesem Text vorgeworfen? b)welche Maßnahmen werden ergriffen? Unterstreicht diese im Text! c)betrachtet folgenden Stadtplan von Frankfurt! Versucht herauszufinden, in welcher Straße die Juden sich ansiedeln mussten! Welchen Nachteil hatte diese Straße wohl?

4 Station 4: Die Pest und andere Vorwürfe Im Jahr 1349 war das größte Sterben, das je gewesen. Es ging von einem Ende der Welt bis zum anderen, diesseit und jenseit des Meeres (...). Wegen dieser Pest verleumdete man die Juden in der Welt und bezichtigte sie, dies verursacht zu haben, in dem sie Gift in das Wasser und die Brunnen getan hätten. Darum wurden die Juden vom Meer bis nach Deutschland verbrannt, nur in Avignon beschützte sie der Papst. Zu Bern und Zofingen folterte man einige Juden, die sagten aus, sie hätten viele Brunnen vergiftet, auch fand man das Gift in den Brunnen. Da verbrannte man sie in vielen Städten und schrieb diese Geschichte nach Straßburg, Freiburg und Basel, damit sie dort auch ihre Juden verbrannten. Da meinten die Mächtigsten in diesen drei Städten, die die Gewalt in Händen hatten, man solle den Juden nichts tun. In Basel aber zog das Volk auf das Richthaus und zwang die Ratsherren zu schwören, sie wollten die Juden verbrennen und zweihundert Jahre lang keinen mehr in die Stadt lassen. Die Juden, die sich taufen ließen, die ließ man leben. Was man den Juden schuldete, das war alles abgegolten. Das Bargeld, das sie hatten, nahm der Rat und teilte es unter den Handwerkern auf. Das war auch der Grund, aus dem die Juden getötet wurden, wenn sie arm gewesen wären, wären sie nicht verbrannt worden. a)was genau hatte man den Juden vorgeworfen? Unterstreicht diese Punkte grün! b)welche Maßnahmen wurden ergriffen? Unterstreicht diese rot! c) Wie konnte man als Jude überleben? Unterstreicht dies blau! d)wie wirkte sich die Verbreitung der Pest wohl auf die Lebenssituation der Juden in Europa aus? e)masterfrage: Erkennt ihr, welche Vorwürfe den Juden noch gemacht wurden?

5 a) Vorwürfe: Im Jahr 1349 war das größte Sterben, das je gewesen. Es ging von einem Ende der Welt bis zum anderen, diesseit und jenseit des Meeres (...). Wegen dieser Pest verleumdete man die Juden in der Welt und bezichtigte sie, dies verursacht zu haben, in dem sie Gift in das Wasser und die Brunnen getan hätten. Darum wurden die Juden vom Meer bis nach Deutschland verbrannt, nur in Avignon

6 beschützte sie der Papst. Zu Bern und Zofingen folterte man einige Juden, die sagten aus, sie hätten viele Brunnen vergiftet, auch fand man das Gift in den Brunnen. Da verbrannte man sie in vielen Städten und schrieb diese Geschichte nach Straßburg, Freiburg und Basel, damit sie dort auch ihre Juden verbrannten. Da meinten die Mächtigsten in diesen drei Städten, die die Gewalt in Händen hatten, man solle den Juden nichts tun. In Basel aber zog das Volk auf das Richthaus und zwang die Ratsherren zu schwören, sie wollten die Juden verbrennen und zweihundert Jahre lang keinen mehr in die Stadt lassen. Auf einer Tagung zu Benfeld kamen der Bischof von Straßburg, alle Landherren vom Elsaß und die Boten der drei genannten Städte zusammen. Die von Straßburg wurden befragt, was sie mit ihren Juden zu tun gedächten, sie antworteten, sie wüssten keine Bosheit von ihren Juden. Da sagte man zu den Straßburgern, warum sie dann ihre Brunnen verschlossen und die Eimer herabgenommen hätten. Es entstand ein großer Lärm und eine Geschrei über die Straßburger. So kamen der Bischof, die Herren und die Reichsstädte überein, man solle die Juden beseitigen. Sie wurden nun in vielen Städten verbrannt, etliche auch ausgetrieben, die wurden dann von den Bauern gefangen, erstochen oder ertränkt. Was genau hatte man den Juden vorgeworfen? Unterstreiche diese Punkte grün! Welche Maßnahmen wurden ergriffen? Unterstreiche diese rot! Weitere Vorwürfe: b) Reaktionen der Christen:

7 Ein mittelalterlicher Gelehrter schlägt folgende Vorgehensweise vor mit den Juden umzugehen.

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