Neue Grippe ließ 2009 den Krankenstand der AOK-Versicherten leicht steigen

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1 Neue Grippe ließ 2009 den Krankenstand der AOK-Versicherten leicht steigen Einen leichten Anstieg verzeichnete der Krankenstand im letzten Jahr unter den AOK-Versicherten im Rheinland. Bei rund einer Million Versicherten, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, erhöhte sich der Entgeltfortzahlungs-Krankenstand 2009 von 3,57 % auf 3,60 %. Auch der Krankenstand der Krankengeldempfänger (Arbeitsunfähigkeitstage nach sechs Wochen) stieg von 1,59 % auf 1,65 % leicht an. Damit ergab sich 2009 ein Gesamtkrankenstand von 5,25 % gegenüber 5,16 % im Jahr 2008 (Abb. 1). Krankmeldungen Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen hat sich gegenüber dem Vorjahr nur leicht nach oben verändert ( Fälle je 100 Versicherte, Fälle). Etwas mehr als die Hälfte der Versicherten (55%) war im Jahresverlauf ein oder mehrmals erkrankt. Eine wesentliche Zunahme der Krankmeldungen ist bei den Atemwegserkrankungen und den Psychischen Störungen zu verzeichnen: Die Atemwegserkrankungen stiegen je 100 Versicherte von 41,8 auf 45,0 Krankmeldungen. Das entspricht einer Zunahme von knapp 8 %. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) der AOK Rheinland/Hamburg sieht den Anstieg der Atemwegserkrankungen als einmalige saisonale Erscheinung an. Die Einzeldiagnose Grippe wurde 2009 fast 50% häufiger diagnostiziert als 2008 (Abb. 2). Dazu leistete die sogenannte Schweinegrippe einen Beitrag.

2 Sorgen macht dagegen der stetige jährliche Anstieg der Psychischen Erkrankungen, deren Fallzahl vor fünf Jahren noch bei 5 lag und nun auf 6,4 angestiegen ist - damit in diesem Zeitraum um fast 30%. Im vergangenen Jahr betrug der Anstieg 9 %. Das BGF-Institut und die AOK Rheinland/Hamburg konzentrieren sich daher mit Präventionsmaßnahmen in den Betrieben immer mehr auf Psychische Erkrankungen und deren Ursachen (Abb. 3).

3 Psychische Erkrankungen werden häufiger bei Frauen als bei Männern attestiert. Die deutlich höhere Fallhäufigkeit bei den Frauen (8,7 Fälle bei 100 weiblichen Versicherten; 4,9 Fälle je 100 männlicher Versicherten) führt zu vermehrten Ausfalltagen: Im Jahr 2009 hatten 100 AOK-versicherte Frauen mit 230 Arbeitsunfähigkeitstagen 100 Arbeitsunfähigkeitstage mehr als die Männer (123 AU-Tage je 100 Versicherte) (Abb. 4). Die Krankmeldung wegen Herz-Kreislauf- und Rückenerkrankungen gingen zurück. Auch die Verdauungserkrankungen waren wieder auf dem Rückmarsch. In allen anderen Diagnosegruppen hat es im Jahr 2009 kaum Veränderungen gegeben (Abb. 5).

4 Erkrankungsdauer Die durchschnittliche Dauer je Krankmeldung ist, wenn man alle Krankmeldungen betrachtet, ebenfalls etwas angestiegen. Nach 11,7 Kalendertagen im Jahr 2008, dauerte eine Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2009 im Durchschnitt 11,8 Tage. Muskel-Skelett-Erkrankungen liegen bei den AU-Tagen vorn 27,8 % aller Krankheitstage entstehen aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Die Zahl der Fehltage ging im letzten Jahr zurück, trotzdem ist diese Diagnosegruppe die mit den meisten Kalendertagen. Es folgen die Atemwegserkrankungen (15,6%) und dann schon die Psychischen Erkrankungen, die mit 8,8% aller Erkrankungstage nun bereits den 3. Rang einnehmen (Jahr 2000 Rang 7) (Abb. 6). Über alle Diagnosen gemessen, hatten 100 AOK-Versicherte Fehltage, jeder Beschäftigte also 19 bescheinigte Krankheitstage im Jahr. Diese Zahl ist seit 2003 nicht mehr so hoch gewesen wie in 2009 (Abb. 7).

5 Im Alter mehr Krankheitstage Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage steigt mit dem Alter rasant an. Die Beschäftigten bis 24 Jahre haben je 100 Versicherten 1334 Arbeitsunfähigkeitstage, bei den Beschäftigten zwischen 45 und 54 Jahren sind es bereits mehr als krankheitsbedingte Ausfalltage und die Versicherten über 55 Jahre erreichen 3194 Ausfalltage. Aus diesem Grund hat das BGF-Institut in der betrieblichen Gesundheitsförderung einen Schwerpunkt auf den Zusammenhang zwischen demografischer Entwicklung und Gesundheit gelegt. Die Demografieberater des BGF-Instituts bieten ein umfangreiches Programm mit Analysen und Maßnahmepaketen (Abb. 8). Regionale Besonderheiten Innerhalb des Rheinlandes gibt es je nach Region auffällige Unterschiede bei den Entgeltfortzahlungskrankenständen. So hat der Kreis Kleve mit nur 3,1% den niedrigsten Wert aller 27 Kreise bzw. kreisfreien Städte, während das westliche Ruhrgebiet und das Bergische Städtedreieck die höchsten Werte zeigen.

6 Grippewelle ließ den Krankenstand in Hamburg nach oben schnellen Um 16% sind im Jahr 2009 in Hamburg die Krankmeldungen wegen Atemwegserkrankungen gestiegen. Während 2008 auf 100 AOK-Versicherte nur 290 Krankmeldungen wegen Atemwegsstörungen entfielen, waren es im vergangenen Jahr 336 Krankmeldungen. Einen solch drastischen Anstieg hat die AOK in Hamburg bisher in keinem Jahr beobachten müssen (Abb. 9). Im Einzelnen ging der Krankenstand der Entgeltfortzahlungsempfänger in den Betrieben von 3,76% auf 3,89% in die Höhe. Auch der Langzeitkrankenstand der Krankengeldempfänger (nach sechs Wochen) stieg von 1,82% auf 1,88%. Insgesamt stieg der Krankenstand unter den Beschäftigten innerhalb der AOK-Versicherten in Hamburg auf 5,77%, nach 5,58% im Jahr 2008 (Abb. 10).

7 Diese Langzeitfälle werden inzwischen stark von Psychischen Erkrankungen geprägt. Allerdings beobachtet das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) der AOK Rheinland/Hamburg eine Abflachung des Anstiegs. Während die Arbeitsunfähigkeitstage bei diesen Erkrankungen je 100 Versicherte von 190 im Jahr 2007 auf 209 im Jahr 2008 gestiegen sind, also um 19 Tage, betrug der Anstieg im Jahr 2009 nur noch 4 Tage auf nunmehr 213 Tage (je 100 Versicherte) (Abb. 11). Da die AOK und ihr Fachinstitut die Präventionsansätze in der Vergangenheit auf diese Diagnosegruppe konzentriert haben, sieht man den gebremsten Anstieg als Erfolg an. Mit über 200 Arbeitsunfähigkeitstagen (je 100 Versicherte) wegen Psychischer Störungen liegt Hamburg allerdings weiterhin in der Spitzengruppe deutscher Großstädte. Die ausführlichen Berichte erhalten Sie im Mai 2009 beim Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung oder über die Homepage Detaillierte Auswertungen für Betriebe sind auf Anforderung möglich, wenn die Zahl der AOK- Versicherten statistisch aussagefähig ist. Petra Meisel Tel.: 0221/

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