Nach dem Euro: Wie muss eine Währungsverfassung aussehen. Ulf Heinsohn, HTWK Leipzig, 22. Juni 2011

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1 Nach dem Euro: Wie muss eine Währungsverfassung aussehen Ulf Heinsohn, HTWK Leipzig, 22. Juni 2011

2 Geld ist: Abruf-Kollateraleingentums-Eigentum ein Instrument, um alle Verbindlichkeiten zu erfüllen von Notenbank und ihren Schuldnern aus dem nichts gegen Sicherheit geschaffen (Termin-Kollateraleigentum) von Notenbank und ihren Schuldnern zu vernichten, indem sie sein Abruf-Kollateraleigentums-Eigentum und ihren Abruf- Kollateraleigentums-Besitz zu Kollateraleigentums-Proprietas, beim Schuldner seinen Termin-Kollateralbesitz und ihr Termin- Kollateraleigentum zu seiner Kollateralproprietas vereinen 2

3 Geld schaffender Kredit Der Geld schaffende Kredit ist ein privater Vertrag gesetzlicher Zwang ist unnötig, wenn das Geld zur Refinanzierung geschaffen wird gesetzlicher Zwang (Zwangszahlungsmittel) bewirkt wenig, wenn Geld diskretionär für Bestandsankäufe geschaffene wird, dann reduzieren die Produzenten- Wirtschafter ihre Verschuldung Bankzwang gab es, war aber unnötig 3

4 Arten der Geld schaffenden Kredite 1) Notenbank und ihre Schuldner (Proprieteure) schaffen Geld durch Kredite, die anstehende Geschäfte refinanzieren (Refi-Geldschöpfung) 2) Notenbanken und ihre Lieferanten (Verkäufer) schaffen Geld durch oder für Bestandsankäufe (Bestandskauf-Geldschöpfung) 4

5 Geldvernichtung Geldhalter (Proprieteure) müssen die Geldmengenerhöhungen der Notenbank durch Bestandsankaufs-Geldschöpfung revidieren, d.h. rückgängig machen können Die Geldmenge aus Refi-Krediten muss bis zur Fälligkeit in Umlauf bleiben. Eventuelle Unterschreitungen durch Geldvernichtung muss die Notenbank durch Geldschaffung ausgleichen, um den Schuldnern eine Tilgung und Verzinsung überhaupt zu ermöglichen. 5

6 Geldvernichtung durch Verkauf von Nichtgeld zu Festpreisen gegen Inzahlungnahme (Einlösung) eigener Noten und Münzen Geld ist zinsfrei, daher muss es stets - auch bei der Notenbank - in Nichtgeld einlösbar sein (es ist.abruf-kollateraleigentums- Eigentum) Ist Geld uneinlösbar, so könnte die Notenbank die Geldmenge willkürlich erhöhen, die Geldhalter sie aber nicht im gleichen Maßen wieder senken. So kann die Geldmengenerhöhung das gleichgewichtige Zinsniveau stören ein gestörtes gleichgewichtiges Zinsniveau macht es Geldhaltern unmöglich, ihr Geld zu dem Zins/den Erträgen anzulegen, die sie für die Aufgabe von Liquidität erwarten 6

7 Instrumente der Geldeinlösung 1) Geldhalter reichen Noten (Abruf-Kollatereigentums-Eigentum) an die Notenbank zurück, um den Abruf-Kollateraleigentums-Besitz (z.b. Gold, Silber) zu einem zugesagten Festpreis zu erwerben 2) Geldhalter kaufen am Devisenmarkt mit Noten Nichtgeld (nämlich Devisen = Termin-Kollateraleigentums-Proprietates, alias auf fremde Währung lautende Wechsel), deren Festkurse die Notenbank garantiert. Sollten Geldhalter Noten im starken Maße als zu akzeptablen Zinsen/Erträgen nicht anlegbar betrachten, werden sie sie einlösen. Dadurch werden am Markt die Preise bzw. Kurse steigen und die Notenbank muss zu diesen Preisen/Kursen kaufen, jedoch zu ihren Festpreisen verkaufen, wodurch sie Eigenkapital verliert und schnell die Notenüberemission zurückführen muss. 7

8 Gold oder Devisen? Für die Notenbank und die Geldhalter gibt es Unterschiede: Gold ist nachteilig, es wirft keinen Ertrag ab, es kostet Lagerund Bewachungsaufwand, es kann nicht leicht nach Bedarf vermehrt werden. Devisen haben die Vorteile Termin-Kollateraleigentume zu sein, die durch kurzfristig anberaumte Termingeschäfte schnell in Massen zur Verfügung gestellt werden können. Sie werfen einen Zins ab und lassen sich auch als Termin- Kollateraleigentum-Proprietates einsetzen. 8

9 Goldstandard und Devisenstandard Garantiert die Notenbank keinen festen Devisenkurs (mehr), aber (noch) einen festen Goldpreis, lösen Geldhalter überschüssiges Geld in Gold ein. Notenbanken im System des klassischen Goldstandards stabilisierten lieber Devisenkurse zu anderen Währungen, als abzuwarten bis Gold eingelöst wurde Österreich-Ungarn (ab 1896) garantierte keinen Goldpreis, aber feste Devisenkurse (sog. Devisenstandard) Britisch-Indien (ab 1913, Rupie) garantierte ebenfalls keinen Goldpreis, aber einen festen Devisenkurs zum Pfund 9

10 Bretton Woods System ( /73) feste Devisenkurse, garantiert von allen teilnehmenden Notenbanken außer dem Federal Reserve System (Fed) feste Goldpreise, garantiert vom Fed, aber nur für andere teilnehmende Notenbanken wegen Schulden sahen die anderen Notenbanken von Goldeinlösung ab, zahlten lieber Schulden ab Fed hatte sich darin eingerichtet, weder Devisen noch Gold je zu Festsätzen verkaufen zu müssen, so praktizierte es lange die Bestandsankaufs-Geldschöpfung 10

11 Warum Bretton Woods scheiterte Das System kollabierte als Einlösung grassierte, die nötige Anpassung aber als zu schwer erachtet wurde Ohne je zu Festsätzen verkaufen zu müssen, praktizierte das Fed lange die Bestandsankaufs-Geldschöpfung (Überemission) Theorie konnte Irrtum und Lösung nicht erklären Politische Widerstände wirkten unüberwindlich Umverteilungskämpfe ließen Prioritäten anders aussehen 11

12 Europäisches Währungssystem ( ) feste Devisenkurse, garantiert von allen teilnehmenden Notenbanken ohne Ausnahme Geldhalter konnten jederzeit die Geldmengen in den Währungsräumen reduzieren 12

13 Eurosystem (seither) Das Eurosystem garantiert zu keinem anderen Währungsraum feste Devisenkurse, Devisenkäufe können so zwar die Kurse ändern, aber nicht das Eigenkapital der Notenbanken reduzieren zinsbillige Bestandsankaufs-Geldschöpfung führt zu Blasen und Überschuldung 13

14 Folgen der Überemission im Eurosystem Überschuldung mancher Mitgliedsstaaten Preisblasen (v.a. bei Immobilien) in manchen Staaten und Sektoren Abwertung gegenüber besseren Währungen Verteuerung importierter Produkte Entwertung kontraktfixierter Bezüge (Mieten, Einkommen etc.) Verteilungskämpfe um Wiederaufholung verlorener Kaufkraft (nur bei Qualifizierten erfolgreich) Abwertung ist asozial! 14

15 Was jetzt? eine entscheidende Änderung muss her, Geldhalter müssen Euro- Noten einlösen können! entweder in Devisen zu Festkursen, dazu muss mit großen Währungsräumen eine Vereinbarung getroffen werden oder alternativ müssen die Eurosystem-Notenbanken inländische Termin-Kollateraleigentume (Nichtgeld) zu Festkursen anbieten Schuldenerlass für Überschuldete mit Lastenausgleich für Gläubiger Folge: 1) Keine Geldmengenmanipulationen mehr Keine Abwertung mehr, 2) Keine Umverteilung zu Lasten Unqualifizierter und sozial Schwacher 15

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