Consumerization of IT: Trend oder Buzzword? Qualitative Untersuchung in österreichischen Unternehmen

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1 Consumerization of IT: Trend oder Buzzword? Qualitative Untersuchung in österreichischen Unternehmen Bachelorarbeit Zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Science in Engineering der Fachhochschule FH Campus Wien Bachelorstudiengang: Informationstechnologie und Telekommunikation Vorgelegt von: Oliver Rottmann Personenkennzeichen Erstbegutachter/in: Dipl.-Ing. Herbert Paulis Zweitbegutachter/in: Mag. (FH) Thomas Tropper, MSc Eingereicht am:

2 Erklärung: Ich erkläre, dass die vorliegende Bachelorarbeit von mir selbst verfasst wurde und ich keine anderen als die angeführten Behelfe verwendet bzw. mich auch sonst keiner unerlaubter Hilfe bedient habe. Ich versichere, dass ich diese Bachelorarbeit bisher weder im In-noch im Ausland (einer Beurteilerin/einem Beurteiler r Begutachtung) in irgendeiner Form als Prüfungsarbeit vorgelegt habe. Weiters versichere ich, dass die von mir eingereichten Exemplare (ausgedruckt und elektronisch) identisch sind. Datum:... Unterschrift:...

3 Danksagung Ich möchte mich herzlich für die nette und umfangreiche Betreuung von Herrn Dipl.-Ing. Herbert Paulis und Herrn Mag. (FH) Thomas Tropper bedanken. Ich konnte mich stets darauf verlassen, bei etwaigen Fragen und Problemen eine zeitnahe Unterstütng und konstruktive Kritik erhalten. Ein besonderen Dank möchte ich der Firma Tieto und noch einmal speziell an Thomas Tropper ausrichten. Die Zusammenarbeit war jedem Zeitpunkt sehr angenehm, zielorientiert und hoch professionell. i

4 Kurzfassung Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Schlagwort Consumerization of IT. Es bedeutet, dass Firmenmitarbeiter persönliche IT-Geräte, also Konsumenten- Technologien, für geschäftliche Zwecke nutzen und diese dadurch in die Unternehmens- IT eingebunden werden müssen. Dieser Trend wird von den Arbeitnehmern angetrieben und verbreitet. Die Führungsebene, sowie IT-Verantwortliche müssen darauf entsprechend reagieren, um möglichen Sicherheitsrisiken vorbeugen. Die Arbeit besteht aus einem theoretischen Teil, in dem der Consumerization of IT-Begriff umfangreich ausgearbeitet wird und einen praktischen Teil, in dem eine qualitative Analyse in ausgewählten österreichischen Privatunternehmen durchgeführt wird. Die Ergebnisse der Studienarbeit zeigen, dass der Trend auch in Österreich einen merkbaren Realitätsbeg hat und bewusst wahrgenommen werden muss. Technisch orientiere und hoch innovative Unternehmen sind besonders stark davon betroffen. Mit Consumerization auf IT geht eine Evolution des Arbeitsverhaltens einher. Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer müssen darauf reagieren, indem Infrastrukturen geschaffen und Arbeitsprozesse angepasst werden. Abstract This bachelor thesis deals with Consumerization of IT. The term describes the growing trend of employees using the IT device, application and service of their choice to get their work done. In most cases these are consumer oriented devices like iphones or androidbased smartphones. This movement is driven by employees, thus the corporate management has to react and build strategies to prevent potential security issues. The thesis is divided into two parts. The first part is a thorough theoretical elaboration of the topic. The second part deals with a qualitative analysis carried out in selected Austrian private enterprises. The analysis shows that Consumerization of IT is no hype. It is a real development which is already there. Technology oriented and innovative corporations show a stronger emphasis regarding Consumerization and its characteristics. In conclusion Consumerization of IT cannot be ignored any longer and will continue to exist within the next years. ii

5 Abkürngsverzeichnis IT BYOD BYOPC PC BYOA CIO IaaS PaaS SaaS IDC VDI MDM CRM HR IM WLAN USB Informationstechnologie Bring Your Own Device Bring Your Own PC Personal Computer Bring Your Own App Chief Information Officer Infrastructure as a Service Platform as a Service Software as a Service International Data Corporation Virtual Desktop Infrastructure Mobile Device Management Customer Relationship Management Human Resources Informationsmanagement Wireless Local Area Network Universal Serial Bus iii

6 Schlüsselbegriffe Consumerization Informationstechnologie BYOD Hype IT-Trends Informationsmanagement Österreichische Unternehmen Qualitative Analyse iv

7 Inhaltsverzeichnis 1 EINFÜHRUNG Motivation r Arbeit Kontext Zielsetng und Forschungsfrage Aufbau der Arbeit METHODE Planung und Vorbereitung Der Leitfaden Die Datenerhebung CONSUMERIZATION OF IT Begriffsdefinition Gesellschaftlicher Umgang mit Technologien IT-Trends Gartner Hype Cycle Fragen für den Interviewleitfaden BISHERIGE AUSWIRKUNGEN AUF DIE PRAIS Technologien Risiken Chancen Auswirkungen auf das Informationsmanagement Fragen für den Interviewleitfaden ANALYSE IN ÖSTERREICHISCHEN UNTERNEHMEN Ergebnisse in Beg auf Kapitel Begriffsdefinition Gesellschaftlicher Umgang mit Technologien IT Trends Gartners Hype Cycle Ergebnisse in Beg auf Kapitel Technologien Risiken 40 v

8 5.2.3 Chancen Auswirkungen auf das Informationsmanagement 44 6 RESÜMEE Zusammenfassung Schlussfolgerungen Ausblick ANHANG 49 A FRAGEBOGEN 49 B ABBILDUNGSVERZEICHNIS 57 C TABELLENVERZEICHNIS 58 D LITERATURVERZEICHNIS 59 vi

9 1 Einführung Die Informationstechnik (oder Informationstechnologie, kurz IT) ist eine Branche, die längst alle Bereiche unseres alltäglichen Lebens erobert hat. Unzählige Prozesse in allen möglichen Fachrichtungen sind ohne IT-Systeme nicht mehr umsetzbar. Viele Ideen und Innovationen der letzten Jahrzehnte haben unser geschäftliches sowie auch privates Leben bereichert. Jedoch wurden in der bisherigen Geschichte, vor allem seit der steigenden Popularität des Internets, auch einige Ideen wie auch Produkte oder Firmen stark gehypt. Fallende Börsenkurse oder sogar gesamte Firmenniedergänge machten im Nachhinein deutlich, dass in vielen Fällen in falsche Strategien investiert wurde. Oft überschlagen sich in der rasant wachsenden Welt der IT die Ereignisse, wodurch es nehmend schwerer wird, den tatsächlichen Nutzen neuer Technologien und Trends auf Anhieb feststellen können. Die Einbindung von neuen Technologien in Unternehmungen bleibt vor derartigen Entwicklungen nicht unbeeinträchtigt. So entstand in den letzten Jahren das Schlagwort Consumerization of IT. Es bedeutet, dass Arbeitnehmer (Konsumenten, engl. consumer) ihre privaten IT-Geräte für geschäftliche Zwecke nutzen wollen und diese somit in die Unternehmens-IT eingebunden werden müssen (vgl. [Cor13]). Laut Dipl. Wirtsch.-Inf. Frank Weiß und Prof. Dr. Jan Marco Leimeister, zwei Professoren der Universität Kassel, die sich seit einigen Jahren intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzen, war das iphone der Firma Apple das erste Smartphone, das in die Unternehmen Eing gehalten hat. Dieses Eindringen von innovativen Endgeräten ins Unternehmensumfeld, die eigentlich für den Konsumentenmarkt entwickelt worden sind, ist ein Trend, der als Consumerization bezeichnet wird (vgl. [FJM13]). Dabei handelt es sich nicht nur um Smartphones, sondern um sämtliche persönlichen IT-Geräte, die im Unternehmenskontext produktiv genutzt werden, wie m Beispiel USB-Sticks, Mini-Notebooks, Tablets oder Mobiltelefone (vgl. [Sum12]). Lange Zeit war die Nutng von mobilen Endgeräten für Geschäftszwecke dem Marktführer BlackBerry 1 vorbehalten. Aktuellen Studien folge hat das BlackBerry in den letzten Jahren stark an Attraktivität verloren hat. Dies ist laut Weiß und Leimeister auf die anwachsende Popularität von Smartphones und Tablets der Firma Apple und Google rückführen (vgl. [FJM13]). Das Erscheinen des Consumerization-Trends wurde jedoch hauptsächlich von zwei Entwicklungen heraus angetrieben. Zum einen durch die Verbreitung von Web Technologien wie Wikis, sozialen Netzwerken oder Blogs und m anderen durch die anfangs bereits erwähnte steigende Popularität von iphones und Android-Smartphones (vgl. [FJM12]). Auch die nehmende Nutng von cloud- 1 BlackBerry ist eine Firma, deren gleichnamiges Mobiltelefon in vielen Unternehmen als Business-Handy etabliert ist. 2 Web-2.0 ist ein Überbegriff für das heuttage allgegenwärtige Internet. Markante Charakteristiken sind die hohe Interaktivität der Nutzer, die steigende Vernetng über Social Media-Plattformen und das Bilden einer digitalen Identität. 1

10 basierenden Applikationen und Diensten sowie die generell erhöhte Mobilität des Berufslebens verstärken den Drang m Consumerization-Trend (vgl. [Sum12]). Der Informationsaustausch innerhalb eines Unternehmens wurde durch firmeninterne Wikis und Blogs, aber auch durch global agierende Dienstanbieter wie Twitter, Doodle oder Dropbox revolutioniert. All diese Technologien und Dienste sind geräteunabhängig und könnten somit, rein aus technischer Sicht, entweder von einem privaten oder einem geschäftlichen mobilen Endgerät genutzt werden. Da die Popularität und Innovationskraft von iphones und Android-Geräten stetig steigt, wird auch das Verlangen der Arbeitnehmer nach deren Einsatz im Unternehmensumfeld immer größer und stellt damit die IT-Abteilungen vor ganz neue Probleme (vgl. [FJM12]). Dabei sind vor allem die Auswirkungen auf die IT-Sicherheit, den IT-Support und die IT-Governance 3 berücksichtigen (vgl. [FJM13]). 1.1 Motivation r Arbeit Die Thematik der Consumerization hat einen hochgradigen Neuigkeitswert. Entstanden ist der Trend in Nordamerika, wo dessen Ausprägungen momentan auch am stärksten beobachten sind (vgl. [FJM12]). Es gibt eine Vielzahl an Berichten von facheinschlägigen Zeitschriften, Blogs sowie namhaften Firmen, welche den Consumerization-Effekt als unausweichlichen Zukunftstrend beschreiben. Microsoft schrieb in einem Blogbeitrag, dass Consumerization of IT das Aussehen der Unternehmens-IT merkbar verändern wird. Aufgrund der großen Auswahl an leistungsfähigen PCs und IT-Geräten sowie der steigenden Mobilität im Berufsleben wollen Arbeitnehmer mit jenem Gerät ihre Arbeit verrichten, welches für sie am komfortabelsten ist (vgl. [Red12]). In einem Bericht der Computerwelt-Zeitschrift von Anfang 2012 steht die Verkomplizierung des Security-Managements im Fokus. Unternehmen sollten auf der einen Seite die richtigen Zugriffs-Policies implementieren und auf der anderen Seite ihre Mitarbeiter und deren Verhalten mit mobilen Daten sensibilisieren (vgl. [Edm12]). Diese beiden Artikel waren nur ein Ausg aus der Menge an Publikationen diesem Thema. Im Großen und Ganzen ist aber erkennen, dass der Trend viele Chancen für die Produktivität und Zufriedenheit der Arbeitnehmer, aber auch viele Risiken, vor allem hinsichtlich Security-Standards hat. Unternehmen stehen nun vor der Entscheidung, sich dieser Entwicklungen annehmen, oder sie ignorieren. Obwohl dem Thema so viel öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt wird, handelt es sich hierbei immer noch um ein sehr neues Forschungsgebiet. Die meisten lösungs-und anwendungsorientierten Veröffentlichungen stammen von Universitäten und 3 IT-Governance: Eine Zusammenfassung von Grundsätzen, Verfahren und Maßnahmen die sicherstellen, dass die Unternehmens-IT die Unternehmensstrategie und -ziele unterstützt (vgl. [KMT13]). 2

11 Fachhochschulen. Diese Arbeit soll da, mit Fokus auf österreichischen Unternehmen, einen angemessenen und gleich fundierten Beitrag leisten. 1.2 Kontext Die Firma Tieto Austria GmbH hat für das Sommersemester 2013 diverse Bachelorthemen für interessierte FH Studenten r Verfügung gestellt. Für diese Bachelorarbeit wurde das Thema Consumerization of IT: Trend oder Buzzword? Qualitative Untersuchung in Österreichischen Unternehmen ausgewählt und wird als Auftragsforschung ausgearbeitet. Tieto wird dabei ihre Interessen und Ausrichtungen in die Arbeit mit einfließen lassen. Tieto zählt den führenden Dienstleistern für IT-Services und Product Engineering in Europa. Mehr als Experten in 30 Ländern weltweit beraten namhafte Unternehmen und realisieren gemeinsam mit ihnen individuelle Lösungen. [,] Durch smarte Produkte, digitale Services und mobile Lösungen erschließt das Unternehmen seinen Kunden neue Umsatzmöglichkeiten, steigert die Kundenfriedenheit, optimiert den Vertrieb und gestaltet von Social Media inspirierte Arbeitsplätze der Zukunft. [Tie13] Die Produkte und Dienstleistungen welche sie kommerziell vertreiben, wie m Beispiel die von Social Media inspirierten Arbeitsplätze der Zukunft, werden von der Firma Tieto selbst auch wirklich aktiv angewendet. So konnte m Beispiel während des ersten Zusammentreffens ein interessanter Blick in die Praxis von Enterprise 2.0-Anwendungen gewonnen werden. 1.3 Zielsetng und Forschungsfrage Das Ziel der Bachelorarbeit ist, untersuchen, ob der Terminus Consumerization of IT nur ein neues Schlagwort (engl. Buzzword) ohne Praxisbeg oder doch ein nachhaltiger Trend ist. Fakt ist, dass um den Begriff ein großer medialer Hype entstanden ist. Es wird anhand einer Querschnittserhebung untersucht, ob und inwiefern Ausprägungen des Trends in größeren österreichischen Privatunternehmen vorhanden sind. Aus diesem Ziel leitet sich folgende Forschungsfrage ab: Ist der Consumerization of IT -Trend nur ein medialer Hype oder eine reale Entwicklung mit Praxisbeg? Die Forschungsfrage wird anhand einer qualitativen Analyse des Umsetngsstands in Österreich beantwortet. Diese Analyse basiert auf den theoretischen Ausarbeitungen der Arbeit und wird durch Interviews mit ausgewählten österreichischen Firmen ausgewertet. Die Interviews orientieren sich an einem speziellen Leitfaden, mit dessen Hilfe die 3

12 Ergebnisse gegenübergestellt werden können. Der Fokus liegt auf österreichischen Privatunternehmen ab einer Größe von mindestens 100 Mitarbeitern. Befragt werden Personen, die entweder in direktem Kontakt mit Ausprägungen des Consumerization- Trends stehen oder Manager, die für strategische IT-Entscheidungen verantwortlich sind. Es werden Interviewpartner in unterschiedlichen Positionen und Unternehmen befragt. Für diese Analyse konnten Interviewpartner in den folgenden Firmen gewonnen werden: Frequentis AG, Tieto Austria GmbH, Siemens AG, Microsoft Österreich GmbH und ein weiteres IT-Unternehmen 4. Durch diesen Unternehmensmix an Dienstleistungs- und Beratungsfirmen, sowie auch Geräte- und Maschinenherstellern wird sichergestellt, dass mehrere Branchenrichtungen berücksichtigt werden. 1.4 Aufbau der Arbeit Inhaltlich ist die Arbeit in sechs Kapitel gegliedert. Nach der Einführung in die Thematik, wird die gewählte Methode, auf die sich die qualitative Analyse stützt, dargelegt. Danach werden die Grundlagen von Consumerization of IT erläutert. Dabei liegt der Fokus auf einer eindeutigen Begriffsdefinition, sowie dem gesellschaftlichen Umgang mit Technologien und dem Phänomen von IT-Trends und Hypes. Abschließend werden aus den Ausarbeitungen Fragen für den Interviewleitfaden abgeleitet. Im Anschluss daran werden im vierten Kapitel die bisherigen Auswirkungen des Trends auf die Praxis ausgearbeitet. Untersucht werden die unterschiedlichen Technologien, die Risiken und Chancen, sowie die Auswirkungen auf das Informationsmanagement. Auch hier werden, basierend auf den theoretischen Erkenntnissen, Fragen für den Interviewleitfaden erstellt. Das fünfte Kapitel widmet sich den Ergebnissen der Analyse und nimmt dabei Beg auf die, in den vorherigen Kapiteln ausgearbeitete, Theorie. Mit dem abschließenden Resümee wird die Forschungsfrage beantwortet und ein Ausblick für künftige Entwicklungen gegeben. 4 Dieses Unternehmen wollte nicht namentlich erwähnt werden. Es handelt sich um ein großes global agierendes IT-Unternehmen mit einer österreichischen Niederlassung. 4

13 2 Methode In diesem Kapitel wird die ausgewählte Methode r Durchführung der qualitativen Analyse näher beschrieben. Im ersten Schritt wird die Planung und Vorbereitung des Leitfadeninterviews aufbereitet. Die Datenerhebung umfasst die Feldarbeit, also die tatsächliche Erhebung der Daten nach der vor ausgewählten Methode. Im Anschluss daran wird der Leitfaden des Interviews beschrieben und dargestellt. Die Berichterstattung, also die Aufbereitung der Ergebnisse, erfolgt im fünften Kapitel. Alle Ausarbeitungen dieses Abschnitts beziehen sich auf die Literatur Empirische Sozialforschung von Andreas Diekmann ([Die12]). 2.1 Planung und Vorbereitung In dieser Phase gilt es, die in der Forschungsfrage auftretenden Begriffe definieren und operationalisieren (d.h.: einer Messung gänglich machen). Des Weiteren ist das Forschungsdesign festlegen. Dabei muss die Untersuchungsebene und der zeitliche Aspekt der Datenerhebung berücksichtigt werden. Abschließend muss der Typ der Erhebungsmethode klar definiert werden (vgl. [Die12], S.193ff). Um die aus der Analyse erhaltenen Informationen auswerten können, müssen die Begriffe Consumerization of IT-Trend, Hype und reale Entwicklung mit Praxisbeg messbar gemacht werden. Dies geschieht durch die Zuordnung von Tendenzen (siehe Abbildung 1). Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden fünf Tendenzen unterschieden. Auf der einen Seite steht die Beantwortung der Frage als Hype ohne Praxisbeg und auf der anderen als reale Entwicklung mit Praxisbeg. Ist den Ergebnissen der Analyse weder eine Tendenz in die eine noch in die andere Richtung entnehmen, dann wird der Trend als neutrales Ereignis eingestuft. Abb. 1: Ausrichtungen r Beantwortung der Forschungsfrage Um Consumerization of IT ist in den letzten Jahren ein großer Hype entstanden. Wenn die erhaltenen Informationen durchwegs ablehnende Tendenzen aufweisen, der Begriff mitsamt seinen Ausprägungen gänzlich unbekannt ist und kein Kompromiss mit den verbundenen Risiken gefunden werden kann, dann ist Consumerization of IT nur ein medialer Hype ohne Zukunftsperspektiven. Dem gegenüber steht die reale Entwicklung mit Praxisbeg. Zu dieser Schlussfolgerung kann es dann kommen, wenn die 5

14 Interviewpartner überdurchschnittlich positive Tendenzen äußern und die Begrifflichkeiten sowie Ausprägungen des Trends bekannt sind und bereits angewendet werden. Für das Leitfadeninterview wird eine Kombination aus offenen und geschlossenen Fragen angefertigt. Besonders bei den geschlossenen Fragen ist es wichtig, die Formulierung der Fragestellungen so ausrichten, dass die Antworten in eine analysefähige Form übertragen werden können. Der Leitfaden orientiert sich am Kernthema dieser Arbeit, dem Consumerization of IT-Trend. Eine ausführliche Beschreibung des Leitfadens folgt im anschließenden Kapitel. Die Untersuchungseinheiten sind Individuen, somit werden aus den Ergebnissen Individualhypothesen abgeleitet. Der zeitliche Aspekt der Datenerhebung ist ein Querschnittdesign, d. h. die Datenerhebung bezieht sich auf einen Zeitpunkt beziehungsweise eine kurze Zeitspanne, in der eine einmalige Erhebung der Informationen bei fünf Untersuchungseinheiten vorgenommen wird (vgl. [Die12], S.304). Der Typ der Erhebungsmethode ist die Variante der Befragung. Befragungen werden nach dem Grad ihrer Strukturierung in quantitative oder qualitative Methoden eingeteilt. Bei stark strukturierten Interviews handelt es sich um quantitative Befragungen, in denen alle Fragen mit vorgegebenen Antwortkategorien in festgelegter Reihenfolge gestellt werden (vgl. [Die12], S.437ff). Für diese Bachelorarbeit wurde die weniger stark strukturierte Interviewtechnik des Leitfadeninterviews, welche den qualitativen Methoden der Befragung zählt, ausgewählt. 2.2 Der Leitfaden Der Leitfaden enthält eine Reihe thematischer Gesichtspunkte, welche im Verlauf des Interviews angesprochen werden. Dies hat den Zweck, dass möglichst alle Aspekte und Themen angesprochen werden, wodurch eine Vergleichbarkeit der Antworten verschiedener Befragter gewährleistet wird (vgl. [Die12], S.536f). Da das Leitfadeninterview aus einem Mix aus offenen und geschlossenen Fragen besteht, können nur die geschlossenen Fragen direkt ausgewertet werden. Die Antworten auf die offenen Fragen werden nicht wortwörtlich niedergeschrieben, sondern nach deren Sinngehalt aufbereitet. Die Themengebiete werden nach der gleichen Reihenfolge, wie sie auch in den Theoriekapiteln aufscheinen, durchgenommen. Begonnen wird mit allgemein ausgerichteten Fragen, welche gegen Ende immer spezifischer und auf konkrete Anwendungsfälle hin ausgelegt werden. Ein Themenblock repräsentiert ein Unterkapitel des dritten und vierten Kapitels. So ist m Beispiel das Kapitel 3.1 Begriffsdefinition ein Block, dies trifft sinngemäß auch auf die restlichen Unterkapitel. Begonnen wird immer mit einer oder zwei offenen Fragen. Im Anschluss daran folgen drei bis vier geschlossene Fragen, mit denen die Einstellung der Personen gemessen wird. Die Antwortskala reicht von (1) überhaupt nicht bis (7) voll. Jede einzelne Frage plus gehöriger Antwortskala wird als 6

15 Indikator der Einstellung m Consumerization-Trend als Hype oder realer Entwicklung aufgefasst. In Tabelle 1 ist ein Beispiel für eine geschlossene Frage angeführt. Immer mehr Arbeitnehmer äußern den Wunsch ihre privaten IT-Geräte für Geschäftszwecke einsetzen wollen. überhaupt nicht nicht eher nicht teils / teils eher voll Tab. 1: Beispiel für eine geschlossene Frage Zur Bewertung werden alle r Antwortreaktion korrespondierenden Zahlen aufsummiert und ausgewertet. Alle Ergebnisse werden miteinander verglichen indem ein Mittelwert über die Punkte der Antworten gezogen wird. Diese Zahl wird, sammen mit den Informationen aus den offenen Fragen, r Beantwortung der Forschungsfrage hergenommen. Die schlussendliche Zuordnung der Tendenz (siehe Abbildung 1) stützt sich daher auf die Sätze und dem Wortlaut des offenen Teils und auf den ermittelten Durchschnitt der geschlossenen Fragen. Es wird aufgrund der geringen Anzahl an Interviewpartnern bewusst auf statistische Auswertungsmethoden, deren Aussagekraft erst durch eine große Teilnehmeranzahl valide ist, verzichtet. 2.3 Die Datenerhebung Die Datenerhebung findet durch vier persönliche (face-to-face) Interviews und ein telefonisches Interview statt. Um möglichst unverfälschte Antworten erhalten, wird versucht, eine neutrale Interviewtechnik anwenden. Antwortreaktion werden demnach weder positiv noch negativ sanktioniert. In der Praxis ist die Forderung nach Neutralität jedoch nicht r Gänze umsetzbar, denn Mimik, Gestik und verbale Reaktionen des Interviewers werden von der befragten Person immer als Signale der Zustimmung bzw. Missbilligung interpretiert (vgl. [Die12], S.439ff). Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl anderer Einflussfaktoren, welche die Antwortreaktionen verzerren können (siehe Abbildung 2). Diekmann unterscheidet drei Kategorien von Fehlerquellen im Interview. Die sogenannten Befragtenmerkmale, wie die soziale Erwünschtheit, Meinungslosigkeit oder simple Fälschungen von Interviews, beziehen sich auf die befragte Person. Ihre Auswirkungen auf den Grad der Verzerrung von Antwortreaktionen können verringert werden, wenn eine Angabe eines wahren Wertes mit keinerlei Kosten für die befragte Person verbunden ist. Ob die Angabe eines wahren Wertes mit Kosten verbunden ist, hängt unter anderem von der zweiten Kategorie ab, den sogenannten Fragemerkmalen. Diese umfassen die Frageformulierung, Frageposition und den Effekt von Antwortkategorien. Diesen Merkmalen wird bei der Erstellung des Leitfadeninterviews besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Zuletzt haben auch die Merkmale des Interviewers und der Interviewsituation einen Einfluss auf das Antwortverhalten der befragten Person (vgl. [Die12], S.446ff). 7

16 Abb. 2: Antwortverzerrung im Interview, Quelle: [Die12], S.471. Es ist anmerken, dass diese Analyse, aufgrund der limitierten Teilnehmeranzahl, einen eingeschränkten repräsentativen Charakter hat. Aus der Summe der geschlossenen, sowie den breit gefächerten offenen Fragen kann jedoch abgelesen werden, ob der Trend anhalten oder abklingen wird. 8

17 3 Consumerization of IT Consumerization of IT ist eine neuartige Entwicklung, die mehrere Einflussfaktoren hat. Trends, Hypes und der gesellschaftliche Umgang mit digitalen Technologien beeinflussen das aktuelle Geschehen in der IT-Branche. Ob sich eine Entwicklung durchsetzen kann oder nicht, kann meistens erst nach einigen Jahren festgestellt werden. Die Ausarbeitungen dieses Kapitels umfassen eine eindeutige Definition des Begriffs, sowie den gesellschaftlichen Umgang mit digitalen Technologien. Danach werden aktuelle IT- Trends unter die Lupe genommen und m Abschluss wird der Begriff des Hypes anhand von Gartners Hype Cycle beschrieben. Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen der Ausarbeitungen werden im letzten Unterkapitel die Fragen für den ersten Teil des Fragebogens angefertigt. 3.1 Begriffsdefinition Consumerization of IT ist eine Bezeichnung aus dem englischen Sprachraum. Consumer heißt übersetzt Konsument, dieser Begriff stammt aus dem Lateinischen consumere und bedeutet Verbraucher. Laut Definition handelt es sich bei einem Konsumenten um eine Person, die für ihren privaten Bedarf Wirtschaftsgüter erwirbt und diese selbstständig verbraucht oder für eigene Bedürfnisse nutzt (vgl. [Joh13]). Die Wortendung ization beschreibt einen Vorgang. In manchen Berichten wird das Wort als Konsumerisierung komplett eingedeutscht. Diese Arbeit verwendet, aus Gründen der Übersichtlichkeit, weiterhin die englische Formulierung. Die Bezeichnungen Bring Your Own Device (BYOD) sowie Bring Your Own PC (BYOPC) werden häufig als Synonym für Consumerization of IT verwendet. Die Begriffe sind zwar miteinander verwandt, unterscheiden sich aber in signifikanten Punkten voneinander, hauptsächlich darin, dass BYOPC ein Versuch war, die IT-Kosten senken und gleichzeitig die Benutzerproduktivität steigern. BYOD ist enger mit dem Consumerization-Effekt verknüpft. Dieser bezieht sich auch mehr Smartphones und Tablets, als auf Laptops und PCs (vgl. [Ric12b]). Consumerization ist eine Entwicklung, deren Ursprünge vielfältig und miteinander verknüpft sind. Zum besseren Verständnis müssen daher erst die Ursachen und Antreiber des Trends aufgezeigt werden. Grundsätzlich haben mehrere Faktoren r Entstehung dieser Entwicklung beigetragen. Es ist ein Mix aus technologischem Fortschritt, sozialen Umständen und der explosionsartigen Verbreitung von hochinnovativen Smartphones und Tablets (vgl. [Red12]). Vor Consumerization waren Enterprise 2.0-Anwendungen im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Darunter sind m Beispiel Methoden des Wissensmanagements, Maßnahmen für die interne und externe Kommunikation sowie auch der Einsatz von sozialer Software verstehen (vgl. [SSR13]). Diese spielen in gewisser Weise eine Vorreiterrolle des Consumerization-Trends. Soziale Netzwerke, Instant Messenger, Blogs, etc. also all das, was das sogenannte Web 2.0 ausmacht, werden im privaten Bereich 9

18 intensiv verwendet. Werden diese Technologien nun auch in Unternehmen eingesetzt, so sind die Erwartungen der Anwender groß, diese Tools so verwenden, wie sie es aus ihrem privaten Umfeld gewohnt sind. Da gehört m Beispiel, unabhängig von Standort und Endgerät auf diese Programme greifen können. Aus technologischer Sicht tragen folgende Entwicklungen auf Hardware- und Softwareebene wesentlich r Erscheinung des Trends bei: Das nehmende Angebot, aber auch die steigende Beliebtheit von Smartphones, Tablets, etc. Die Verwendung von Social Media. Die vermehrte Nutng von cloud-basierenden Services. Zur gleichen Zeit sind diverse gesellschaftliche Anforderungen, wie die erhöhte Flexibilität und Mobilität und die daraus resultierende Verschmelng des Privat- und Berufslebens mitverantwortlich. All diese Umstände verändern die Erwartungshaltung der Mitarbeiter gegenüber der IT-Infrastruktur, denn sie wollen die ihnen bekannten Nutngsmuster auch im betrieblichen Kontext r Verfügung haben (vgl. [FJM12]). Setzt sich der Trend durch, so steht die Unternehmens-IT vor einem tiefgreifenden Paradigmen-Wandel. IT-Geräte, egal ob Stand-PC, Laptop oder Blackberry, wurden in der Regel von den Firmen ausgewählt, angeschafft und entsprechend den Firmenrichtlinien verwaltet (vgl. [Mat13]). Dringen nun immer mehr persönliche Geräte unterschiedlicher Hersteller ins Firmennetz ein, so müssen diese erst mit den Firmenrichtlinien abgestimmt werden. Dafür kann auf diesen Geräten intuitiver und effizienter gearbeitet werden, da die Nutngsmuster bekannt sind und keine Einschulungsphase notwendig ist. Diese Faktoren zählen den Risiken bzw. Chancen, die der Trend mit sich bringt und werden im 4. Kapitel detaillierter ausgearbeitet. 3.2 Gesellschaftlicher Umgang mit Technologien In diesem Abschnitt wird der gesellschaftliche Umgang mit digitalen Technologien erörtert. Computer und vor allem das Internet haben den Alltag nachhaltig geprägt. Die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren, verarbeiten und aufbereiten, hat sich mit Hilfe von computergestützten Systemen radikal verändert. Vor ca. 10 Jahren sind die Begriffe Digital Natives und Digital Immigrants entstanden. Geprägt und verbreitet wurden sie von dem Autoren und Zukunftsvisionär Marc Prensky. Der Auslöser für diese Unterscheidung war die Debatte über das schlechte Bildungssystem in Amerika (vgl. [Mar01a]). Seit der Einführung dieser Begrifflichkeiten haben sich natürlich die Technologien und auch die Gesellschaft verändert. Deshalb hat Prensky 2009 einen weiteren Artikel dieser Thematik veröffentlicht, in der die scharfe Trennung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants aufgelockert wird und von einer Zeit des Digital Wisdom die Rede ist (vgl. [Mar09]). 10

19 Die Bezeichnung Digital Natives gilt für jene Personen, die gemeinsam mit digitalen Technologien aufgewachsen sind. Um die Jahrtausendwende repräsentierten genau diese jungen Menschen (Schüler und Studenten) die allererste Generation von Digital Natives. Aufgrund der Tatsache, dass diese Personengruppen, m ersten Mal in der Geschichte, ihr ganzes Leben lang von Computern, Videospielen, MP3-Playern, Kameras, Mobiltelefonen, etc. umgeben waren, zählen sie digitalen Muttersprachlern. Studenten und Schüler dieser Generation gehen intuitiver und selbstständiger mit digitalen Technologien um, als jene, die Computer und das Internet erst im Laufe ihres Lebens kennengelernt haben (vgl. [Mar01a]). Die letzt angesprochene Personengruppe wird als Digital Immigrants bezeichnet. Der signifikante Unterschied liegt darin, dass sie sich erst an die digitale Umgebung gewöhnen müssen. Manchen fällt dies leichter als anderen, nichtsdestotrotz bleibt, wie beim Erlernen einer neuen Fremdsprache, immer ein gewisser Akzent bestehen. Wie bereits in der Einleitung dieses Kapitels erwähnt, ging es bei dieser Einteilung vor allem um das Bildungssystem. Also darum, dass den Vortragenden (Digital Immigrants) bewusst werden muss, dass die neuen Generationen an Schüler und Studenten (Digital Natives) anders als früher unterrichtet werden müssen (vgl. [Mar01a]). Die Diskussion ist aber nicht nur auf die Bildungsebene beschränken, denn sie betrifft schlussendlich ebenso die neuen Generationen an BerufsanfängerInnen und dadurch auch das Berufsleben. In der Zukunft wird die Unterscheidung zwischen Digital Natives und Immigrants immer unbedeutender werden. Auf der einen Seite wird im Laufe der Zeit die Anzahl an Digital Immigrants immer weniger werden und auf der anderen Seite befinden wir uns längst im Zeitalter der digitalen Weisheit (Digital Wisdom) (vgl. [Mar09]). Digital Wisdom geht über die Grenzen von Digital Natives und Immingrants hinaus. Viele Personen, die aufgrund ihres Alters als Digital Immigrants gelten, haben bereits die Macht und Fähigkeiten von neuen Technologien für sich erkannt. Prominentestes Beispiel ist der US-Amerikanische Präsident Barack Obama, welcher intensiv das Internet für Werbe-und Spendenaktionen nutzt. Zur gleichen Zeit wird dadurch dem Volk ein direkter Kommunikationskanal aufgebaut, durch welchem Wünsche, Anregungen und Beschwerden ohne Behördengänge ausgetauscht werden können. Prensky ist der Überzeugung, dass uns digitale Technologien nicht nur intelligenter, sondern wahrhaftig weiser machen. Dies geschieht in zweifacher Hinsicht: Digitale Technologien helfen uns, mehr kognitives Wissen (Simulationen, Datensammlungen, etc.) erlangen, als es uns auf natürlichem Wege möglich wäre. Zur gleichen Zeit erhöht sich das Wissen, das wir durch den täglichen Gebrauch dieser Technologien erhalten (vgl. [Mar09]). Diese Tatsachen sind deswegen so bedeutsam, weil sie unser Leben und unsere Denkweise nachhaltig prägen. Eine Gesellschaft, die sich daher mit digitalen 11

20 Technologien im Allgemeinen auseinandersetzt, nimmt ihre Umgebung anders wahr, als eine, die sich dagegen wehrt. In seiner Veröffentlichung von 2009 geht er sogar soweit, dass jene Menschen, die sich der Bereicherung von digitalen Technologien annehmen, als homo sapiens digital bezeichnet werden (vgl. [Mar09]). Alle jene, egal ob jung oder alt, die nicht nur verstehen, wie man bestimmte Technologien benutzt, sondern diese auch zielgerichtet einsetzen, profitieren am meisten von der digitalen Ära. Vor allem Eltern stehen in der Verantwortung, ihre Kinder auf eine digitale Welt vorbereiten. Verbote sind in keinerlei Hinsicht zielführend, vielmehr sollte ein verantwortungsbewusster Umgang mit Computern und Mobiltelefonen gelehrt werden. Dies bedeutet m Beispiel, unterscheiden können, wann und inwiefern die Hilfe von Technologien angebracht ist und wann nicht. In seiner Conclusio schreibt Prensky, dass weder eine totale Abneigung noch eine übertriebene Hingabe und Abhängigkeit gegenüber digitalen Technologien sinnvoll ist. Eine moderne, kunftsorientierte Gesellschaft bestehend aus Arbeitskollegen, Studenten, Vortragenden, Eltern und Kindern muss sich, natürlich auch unter Berücksichtigung aller möglichen Gefahren, den zahlreichen Vorteilen digitaler Technologien annehmen (vgl. [Mar09]). 3.3 IT-Trends Für Unternehmen gibt es derzeit vier große Ströme, welche die aktuellen Trends antreiben und die von Entscheidungsträgern nicht ignoriert werden können. Da zählen die Überbegriffe Social Media, Mobile Computing, Cloud Computing und Big Data (vgl. [Dar12]). Zu jedem dieser Themen gibt es mehrere inhaltliche Subbereiche, die mehr oder weniger miteinander sammenhängen. Diese vier großen Themenbereiche werden im Laufe des Kapitels noch genauer ausgearbeitet. Im Verlauf dieser Ausarbeitungen ist erkennen, dass manche dieser Trends direkt oder indirekt mit dem Consumerization- Trend in Verbindung stehen. Bei all den neuen Entwicklungen und Trends auf technologischer Seite zeigen Trend- Studien jedoch auch, dass die Wirtschaftlichkeit in der IT eine ebenso große Rolle spielt. Zu den wichtigsten Anforderungen an Chief Information Officers (CIOs) gehört, die Effizienz steigern, Kosten senken und stabile IT-Services bereitstellen (vgl. [Tho13]). Einer neuen Entwicklung im IT-Sektor steht demnach immer eine gewisse Frage der Wirtschaftlichkeit gegenüber. Manche Trends, wie m Beispiel die Consumerization, haben jedoch das Potential, die IT-Strategien insoweit verändern, dass sie nicht mehr rein nach Preis- und Effizienzgesichtspunkten ausgerichtet werden können (vgl. [Sof12]). Social Networks sind eine Ausprägung des heuttage allgegenwärtigen Web 2.0. Philosophisch betrachtet haben Social Networks das Internet demokratisiert. Nutzer sind von reinen Informationskonsumenten interaktiven Informationsproduzenten geworden, indem der jeweilige Inhalt persönlich erstellt und geteilt wird. Praktisch sind unter Social 12

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