Ideenwettbewerb für die Durchführung von Projekten zur Förderung der Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus

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1 Ideenwettbewerb für die Durchführung von Projekten zur Förderung der Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus 1. Anlass der Aufforderung Die Landesregierung Schleswig-Holstein unterstützt im Rahmen des Zukunftsprogramms Arbeit mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) Arbeitslose (ALG I- und ALG II-Empfängerinnen und Empfänger) bei der Gründung einer selbständigen beruflichen Existenz. Während für die Zeit nach einer Gründung Fördermöglichkeiten u. a. durch die Agenturen für Arbeit, die Arbeitsgemeinschaften und die Optionskommunen in Schleswig-Holstein sowie Förderangebote des Bundes über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bestehen, fördert die Schleswig-Holsteinische Landesregierung Arbeitslose, die eine Existenzgründung anstreben, bereits in der Vorgründungsphase. Dies soll durch entsprechende Qualifizierungs- und Coaching-Maßnahmen erfolgen, die eine Unterstützung von Existenzgründerinnen und Existenzgründern in der Vorgründungsphase gewährleisten. Mit diesem Ideenwettbewerb werden Projektträger aufgefordert, Bewerbungen für die Durchführung entsprechende Qualifizierungs- und Coachingprojekte abzugeben. 2. Zielgruppen Förderfähig im Rahmen dieses Ideenwettbewerbes sind Projekte, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Schleswig-Holstein arbeitslos gemeldet sind. 3. Inhaltliche Zielsetzung Ziel dieses Ideenwettbewerbes ist die Förderung von Projekten, in denen Arbeitslose auf eine nachhaltige Existenzgründung vorbereitet werden. Eine enge Abstimmung des Projektträgers mit den Agenturen für Arbeit, den Arbeitsgemeinschaften und den Optionskommunen in Schleswig-Holstein ist sowohl bei der Erstellung als auch bei der Umsetzung des Konzeptes erforderlich und bereits mit der Bewerbung entsprechend zu dokumentieren. Mit dem Projektantrag ist auch darzulegen aus welchen Gründen der Standort 1

2 des Projekts gewählt wurde. Dabei ist insbesondere auch dazulegen, welche besonderen regionalen Chancen für erfolgreiche Existenzgründungen gesehen werden. Es ist geplant, in so genannten Gründungs-Camps Schulungen und Beratungen in der Vorgründungsphase anzubieten, die das Ziel einer Qualifizierung, aber auch einer Auswahl und Auslese von potenziellen Gründerinnen und Gründern verfolgen. Die Förderung bezieht sich daher ausdrücklich nur auf Vorhaben in der Vorgründungsphase einer Existenzgründung. Im Anschluss an die Existenzgründung wäre eine weitere Beratung und Unterstützung der Gründerinnen und Gründer ggf. aus den Förderprogrammen und Leistungen des Bundes möglich. Die Möglichkeiten und Voraussetzungen sind vom jeweiligen Träger in eigenem Ermessen und in eigener Verantwortung zu klären. Hierfür wird eine enge Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein, den Handwerkskammern und der Arbeitsverwaltung erwartet. 4. Messbare Erfolgskriterien und Evaluierung Bei der Einreichung des Antrags sind messbare Erfolgskriterien zu benennen, anhand derer die Zielerreichung überprüft werden kann. Mindestens darzulegen sind: Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Maßnahme, Anzahl der erfolgten Gründungen 6 Monate nach Abschluss der Maßnahme, Branchen und Geschäftsfelder der Gründungen, Anzahl der Gründungen mit Unterstützung nach 57 SGB III (Gründungszuschuss) bzw. nach 29 SGB II (Einstiegsgeld), Anzahl der Gründungen, die auch 12 Monate nach Gründung bestehen, Anzahl der pro Gründung innerhalb von 2 Jahren nach Gründung geschaffenen Arbeitsplätze. Die Angaben zu den (potenziellen) Gründerinnen und Gründer sind nach Geschlecht zu differenzieren. Die entsprechenden Daten sind am Ende der Maßnahme zu dokumentieren. 5. Gender-Mainstreaming Darüber hinaus verpflichten sich die Projektträger, das Querschnittsziel des Gender Mainstreaming, die Beachtung von unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern, generell und konsequent von vornherein und regelmäßig bei der Durchführung der Maßnahme zu berücksichtigen. Das gilt sowohl für die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch für die Beschäftigung und den Einsatz der Dozentinnen und Dozenten sowie Coaches. Maßnahmen, die dieses Ziel nicht berücksichtigen, können nicht ausgewählt werden. 2

3 Gründungen durch Frauen erfolgen in der Regel deutlich seltener als bei Männern mit entsprechenden Qualifikationen; sie erfolgen vor allem in den konjunkturabhängigen Dienstleistungsbranchen und häufig mit einem deutlich geringeren Kapitaleinsatz. Diese Unterschiede im Gründungsverhalten von Frauen und Männern sollten die Konzepte darzustellen. 6. Allgemeine Hinweise Dieser Ideenwettwerb richtet sich an Projektträger, die ihren Sitz oder mindestens eine Betriebsstätte in Schleswig-Holstein haben; förderfähig sind nur Projekte, die in Schleswig-Holstein durchgeführt werden. Kooperationen mehrerer Projektträger sind möglich. Die Projektträger müssen ihre Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit im Rahmen der Antragstellung nachweisen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg einer Maßnahme ist fachlich qualifiziertes und erfahrenes Personal. Der Personaleinsatz muss quantitativ und qualitativ dem gesetzten Rahmen und Ziel der Maßnahme und deren Dauer entsprechen. Es wird erwartet, dass für dieses Projekt seitens der Träger qualifizierte Fachkräfte und Coaches eingesetzt werden. Merkmal einer Qualifizierung der Trainerinnen und Trainer in diesem Bereich der Erwachsenenbildung ist nicht zwingend ein abgeschlossenes Studium. Anerkannt werden auch einschlägige themenorientierte Fachkenntnisse (z.b. von Steuerberaterinnen und Steuerberatern, Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberatern aus den angestrebten Branchen) und praktische Erfahrungen in der Existenzgründungsberatung. Praxiserfahrungen aus einer kaufmännischen Tätigkeit wären wünschenswert. Die Qualifikationen sind mit der Antragstellung nachzuweisen. Die Teilnahmeanträge müssen schriftlich bis zum 10. August 2007 bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein, Fleethörn 29 31, Kiel eingereicht werden. In das Auswahlverfahren werden nur Projektträger aufgenommen, die ihre Teilnahmeanträge fristgerecht und mit allen erforderlichen Unterlagen und Nachweisen, insbesondere über die Kofinanzierung, eingereicht haben. Projektträger, die mehrere Projekte anbieten möchten, werden gebeten, für jedes Projekt jeweils einen eigenständigen Teilnahmeantrag einzureichen. Die Projekte müssen spätestens am 1. Januar 2008 beginnen und spätestens bis zum 31. Dezember 2009 beendet sein. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass mit der Durchführung erst nach der Erteilung des Zuwendungsbescheids begonnen wird. Die Förderung der ausgewählten Projekte erfolgt aus Mitteln des ESF und beträgt maximal 45 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Es wird darauf hingewiesen, dass als Kofinanzierungsmittel zum ESF die Regelleistung zur Sicherung des Unterhalts gemäß 20 SGB II, das Sozialgeld gemäß 28 SGB II, weitere Leistungen der Arbeitsgemeinschaften und Optionskommunen so- 3

4 wie entsprechende gesetzliche Leistungen der Agenturen für Arbeit nach dem SGB III angesetzt werden können. 7. Auswahl und Bewertung Die Auswahl der Projekte erfolgt durch das Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa des Landes Schleswig-Holstein anhand nachfolgender Kriterien. Beachten Sie bitte, dass eine Bewertung nur möglich ist, sofern der Antrag Ausführungen zu den einzelnen Kriterien enthält. Kriterium Gewichtung Eignung des Projektträgers Fundierte Erfahrung mit Existenzgründungsqualifizierung und -beratung Erfahrung mit den zu fördernden Zielgruppen Bestehende Netzwerke im Bereich Existenzgründung Kenntnisse des regionalen Marktes für Existenzgründerinnen und Existenzgründer Personelle Ausstattung / Qualifikation des Personals Genderkompetenz Projektkonzeption Zielgruppengerechte Projektkonzeption Angestrebte Kooperationen/Netzwerke Gendergerechte Projektstrukturen Standort/Erreichbarkeit des Maßnahmeortes Sachliche und personelle Ausstattung des Projektes Projektfinanzierung Angemessenheit der Kosten Einbringung von Kofinanzierungsmitteln Projektevaluierung Definition von genderdifferenzierten messbaren Zielen und Indikatoren anhand derer der Grad der Zielerreichung gemessen werden kann und Quantifizierung der beabsichtigten Zielerreichung einschließlich einer Kosten-Nutzen-Analyse 20 % 60 % 10 % 10 % 4

5 Die Investitionsbank Schleswig-Holstein benachrichtigt bis zum 15. September 2007 die Projektträger, deren Teilnahmeanträge ausgewählt wurden. Zeitgleich werden die Projektträger informiert, deren Teilnahmeanträge im Rahmen dieses Verfahrens nicht gefördert werden können. 8. Bewilligung Die Bewilligung der ausgewählten Projekte erfolgt durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein im Auftrag des Ministeriums für Justiz, Arbeit und Europa des Landes Schleswig-Holstein. 9. Ansprechpartner Für Fragen zum Ideenwettbewerb steht zur Verfügung: Frank Latzel Investitionsbank Schleswig-Holstein Fleethörn Kiel Tel.: Fax:

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