Ein Web 2.0 basiertes Konzept zur Integration von. den Innovationsprozess

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1 Lehrstuhl für Industriebetriebslehre Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Ein Web 2.0 basiertes Konzept zur Integration von Erkenntnissen der strategischen Frühaufklärung in den Innovationsprozess Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Berlin, Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt, Dipl.-Wirtsch.-Ing. Markus Ernst, Dipl.-Kfm. (Int.) Matthias Schindler

2 AGENDA 1 2 Einführung Theoretischer Hintergrund 3 Konzeptioneller Rahmen 4 5 Vorstellung der Fallstudie und Ergebnisse Zusammenfassung Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 2

3 Einführung Strategisches Management Innovationsmanagement Strategische Frühaufklärung Märkte und Technologien der Zukunft Ideenmanagement Schaffung von Innovationen Transformatorische Lücke (Quellen: Hamel/Prahalat 1995, Köstler/Stoll 2008, Müller-Stewens 1990) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 3

4 AGENDA 1 2 Einführung Theoretischer Hintergrund 3 Konzeptioneller Rahmen 4 5 Vorstellung der Fallstudie und Ergebnisse Zusammenfassung Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 4

5 Strategische Frühaufklärung Strategische Frühaufklärung Ganzheitlicher und langfristiger Blick in die Zukunft Integration verschiedener Sichtweisen (Markt, Technologie ) Ziele Aufdecken von Chancen und Risiken Frühwarnungen für (technologische) Entwicklungen und Diskontinuitäten Chancen Nutzung der Vorteile einer Pionier- strategie Frühzeitiges Erkennen von Krisen Erkennen von Änderungen in der Unternehmensumwelt (Regulierung, Marktveränderungen) Unternehmensstrategie F&E-Strategie (Quellen: Nick 2008, Roll 2004, Becker 2002, Gruber et al. 2003) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 5

6 Innovationsprozess Ansatzpunkt: Innovationsprozess als Trichter Fokus: Frühe Phasen Problem: Nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Ideen als marktfähige Produkte (durch Aussortierung oder Zurückstellung im Laufe des Prozesses) Durch verschiedene Verfahren Trichteröffnung möglichst vergrößern (Quellen: Deschamps et al. 1996, Wheelwright/Clark 1994) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 6

7 Web 2.0 Das Internet hat sich seit seiner Einführung zum Massenmedium gewandelt. 1990er bis frühe 2000er Heute Web Generation Web Charakter Scientific Web Promotional Web Social Web Hauptnutzer Experten, Wissenschaft Verkäufer, Käufer Autoren Nutzungs-Fokus Know-how- Transfer Produkte, Unternehmen Forum & Communities Beziehung B2B B2C C2C (B2C2C) Effekt Effizienz Information Vernetzung, Infotainment (Quellen: Beck 2007, Bohl/Manoucheri, 2008, Gouthier/Hippner 2008, Hage 2006, Langham 2007) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 7

8 Enterprise 2.0 Begriff Enterprise 2.0 Web 2.0 im Unternehmen Diffusion von Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen Verbreitung in der Praxis Jahr Zielsetzung für Unternehmen o. früher Unterstützung von Geschäftsprozessen Vernetzung von Mitarbeitern Vernetzung von Inhalten noch nicht 0 % 10 % 20 % 30 % Anteil der Befragten N = 351 (Quellen: BITKOM 2008, Lochmaier 2007, McAfee 2006, Weber 2008, Zimmermann 2007) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 8

9 AGENDA 1 2 Einführung Theoretischer Hintergrund 3 Konzeptioneller Rahmen 4 5 Vorstellung der Fallstudie und Ergebnisse Zusammenfassung Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 9

10 Konzeptualisierung Problemfelder der strategischen Frühaufklärung Erkenntnisse häufig schlecht strukturiert Erkenntnisse oft nicht widerspruchsfrei Mangelnde Kommunikation und Diffusion als Hauptgrund für nicht erfolgte operative Nutzung in anderen Prozessen Informationen hochgradig interpretationsfähig und bedürftig Infos oft verstreut und unkoordiniert Systematische Anbindung und durchgängige Kommunikation notwendig (Quellen: Aguilar 1967, Krystek/Müller-Stewens 2006, Kluge 1996) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 10

11 Von verschiedenen Wissensquellen zu Ideen Entscheidend bei der Generierung von Ideen ist die Zusammenführung verschiedener Wissensquellen Unternehmensumw elt (z.b. strat. FA) unternehmensintern en Wissensbasis (z.b. F&E) die Kombination von verschiedenem Wissen implizites Wissen faktenbezogenes Wissen sowie eine zeitnahe Zugänglichkeit der erweiterten Wissensbasis erweiterte Wissensbasis relevante Adressaten (Quellen: Kluge 1996, Gerpott 2005, Brem/Voigt 2009, Köstler/Stoll 2008, Roll 2004, Nonaka/Takeuchi 1995, Vahs/Burmester 2005) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 11

12 Konzept Vier Felder, innerhalb derer Wikis und Blogs die Einbringung von Ergebnissen aus der Strategischen Frühaufklärung unterstützen können Vernetzung von Experten Weiterentwicklung der unternehmerischen Wissensbasis Kooperative Erarbeitung neuer Inhalte Externalisierung impliziten Wissens Blogs (direkte) Expertenidentifikation Unternehmensweites Netz aus verschiedenen themenspezifischen Blogs Überwindung räumlicher und zeitlicher Inkonsistenzen Zugänglichkeit des Wissen von Einzelnen Wikis Expertenidentifikation Unternehmensweite Zugänglichkeit und Mitarbeit Synchrone Erstellung von Inhalten ohne aufwendige Zusammenführung verschiedener Versionen Unternehmensweite Zusammenarbeit bei der Erstellung der Wissensbasis (Quellen: Algesheimer/Leitl 2007, Kilian et al. 2008, Koch/Richter 2007, McAfee 2009, Müller 2008, Richter/Warta 2008) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 12

13 AGENDA 1 2 Einführung Theoretischer Hintergrund 3 Konzeptioneller Rahmen 4 5 Vorstellung der Fallstudie und Ergebnisse Zusammenfassung Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 13

14 Methodologie und Untersuchungsobjekt Fallstudie qualitative leitfadengestützte Interviews Aufzeichnungen, Präsentationen Untersuchungsobjekt führendes Softwarehaus und IT-Dienstleister > 5000 Beschäftigte, > 600 Millionen Umsatz Neuorganisation des Innovationsmanagement und der strategischen Frühaufklärung Innovationsmanagement Ziel: möglichst viele Ideen aus unterschiedlichen, meist bekannten Quellen Finale Entscheidung über Ideen obliegt der Geschäftsleitung Interner Einsatz von Web 2.0 Interne Nutzung zunächst nicht vorgesehen Wikis zu Dokumentationszwecken im Bereich F&E und geplante Ausweitung (Quellen: Eisenhardt 1989, Yin 2003) Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 14

15 Identifizierte Einsatzpotenziale von Web 2.0 (I) Zentrale Erkenntnisse Größere Ideenvielfalt Neue Problematik der Auswahl und Bewertung von Ideen Ansatzpunkt: Ergebnisse der Strategischen Frühaufklärung für alle Fachabteilungen zugänglich machen zur Verbesserung der Bewertung/ Auswahl Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 15

16 Identifizierte Einsatzpotenziale von Web 2.0 (II) Ableitung von Einsatzpotenzialen Ziel: Nutzung vorhandener Anwendungen zur Einbringung i von Ergebnissen der Strategischen t Frühaufklärung in das Unternehmen Vernetzung einzelner Bereiche zu innovationsspezifischen Themen Bereitstellung der Ergebnisse in den vorhandenen Applikationen Förderung der Kreativität bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten Identifikation und Austausch sch von Experten (Blogs) Dokumentation und Weiterentwicklung von Inhalten Zusammenarbeit in Wikis Input aus verschiedenen Bereichen zu (neuen) Problemlösungsmöglichkeiten Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 16

17 Identifizierte Einsatzpotenziale von Web 2.0 (III) Archivierung von Ergebnissen Wikis als Archiv vergangener Projekte Keine aufwendigen Freigabeprozesse bei der Erstellung von Inhalten Unternehmensweite Auffindbarkeit von Ergebnissen Unternehmensweite Informationsweitergabe Dokumentation von Ergebnissen der Strategischen Frühaufklärung (Blogs) Unternehmensweite Diskussion der Ergebnisse Zugriffskonzepte bei Bedarf Unterstützung der Zusammenarbeit Wikis als Speicher von Ideen und Ergebnissen Weiterentwicklung von Ideen innerhalb der Anwendung Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 17

18 Identifizierte Einsatzpotenziale von Web 2.0 (IV) FAZIT zeit- und ortsunabhängige Verbreitung sowie Weiterentwicklung der Ergebnisse aus der Strategischen Frühaufklärung Schließung der Lücke bei der Verknüpfung des Frühaufklärungs-Prozesses mit dem Innovationsmanagement Spezifische Potenziale (Strategische Frühaufklärung): Blogs: Diskussion + Reflexion der Erkenntnisse Wikis: Weiterentwicklung + Konservierung des generierten Wissens Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 18

19 Implikationen Basierend auf der vorliegenden Fallstudie können Handlungsempfehlungen auf drei Ebenen ausgesprochen werden: Kultur Offener Umgang mit Informationen und Wissen Bewusste Evolution der Unternehmenskultur Nachvollziehbarkeit Kontinuierliche Nachvollziehbarkeit der Entstehung von Inhalten zur Qualitätssicherung Zuordnung von Inhalten und Autoren Integration in den Arbeitsalltag Explizites Commitment zur Arbeit mit den Anwendungen Nutzung basierend auf freiwilligem Engagement der Mitarbeiter Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 19

20 AGENDA 1 2 Einführung Theoretischer Hintergrund 3 Konzeptioneller Rahmen 4 5 Vorstellung der Fallstudie und Ergebnisse Zusammenfassung Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 20

21 Zusammenfassung Schließung/Verkleinerung g der Lücke zwischen der Strategischen Frühaufklärung und dem Innovationsprozess Unterstützungspotenzial von Web 2.0-Anwendungen vorhanden weitere Validierung des Konzepts Zukünftiger Forschungsbedarf Konkretisierung des Konzepts im Hinblick auf Auswahl/Bewertung von Ideen Tiefergehende Evaluierung des praktischen Einsatzes Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 21

22 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 22

23 Kontakt Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt Universität Erlangen-Nürnberg Lehrstuhl für Industriebetriebslehre Lange Gasse 20 D Nürnberg Tel.: Fax: Symposium für Vorausschau und Technologieplanung Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt 23

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