Integrierte Versorgung in der Schweiz

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1 Integrierte Versorgung in der Schweiz Integration von Grundversorgern, Spezialärzten in der Schweiz Vom Gegen- / Neben- / Miteinander der Netzwerke und etablierter Berufsorganisationen FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

2 Elemente / Inhalt: 1. Managed Care / integrierte Versorgung in der Schweiz - eine eigenwillige Geschichte 2. Die Akteure ihre Beiträge zur erfolgreichen Einführung 3. Was braucht managed Care 2 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

3 Wie verstehen wir integrierte Versorgung Ein Versicherungsprodukt im Rahmen der Grundversicherung der Bevölkerung der Schweiz: Der Patient bezeichnet seinen Arzt und verpflichtet sich diesen im Krankheitsfall zu kontaktieren. Dafür bekommt er einen Prämienrabatt ÄrztInnen (Grundversorger und Spezialisten) organisieren sich in institutionalisierten Netzwerken. Diese sind Vertragspartner der Versicherer legen gemeinsam Spielregeln fest. Der Fokus liegt auf der Optimierung der Behandlungskette 3 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

4 Wo stehen wir: Bilanz nach 15 Jahren 63 Ärztenetze in 14 Kantonen Ärzte in Ärztenetzen Ø113 MC-Versicherte/Netzarzt 20 HMOs in 11 Städten 303 Ärzte in HMO's 8.2 % der CH-Bevölkerung in Hausarztmodellen (6.5 %) in HMO-Modellen (1.7 %) 4 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler 50 % der Ärztenetze haben sich mit einer Betriebsgesellschaft professionell organisiert ca. 1/4 der Ärztenetze bezeichnen sich als integrierte Netze CH gilt als MC- Pionier: Entwicklungswerkstatt seit 1996 Regional sehr starke Unterschiede Ostschweiz: bis zu 30% der Bevölkerung in MC-Netzwerken

5 Erfolgsfaktoren die Entwicklung wurde nicht verordnet Vision einer integrierten Versorgung. Prägung durch die Ärzteschaft, Fokus Behandlungskette Gestaltung durch Partner (Patient / Versicherer / Politik) Versorgungskette Selbstbehandlung Selbstbehandlung Paramedizinische Behandlung Paramedizinische Behandlung Hausärztliche Behandlung Behandlung Spezialärztliche Spezialärztliche Behandlung Spitalbehandlung Akut Langzeit Spitalbehandlung Akut Langzeit Freiwilligkeit - regional unterschiedliche Entwicklung Managed Care als Entwicklungswerkstatt - Turngerät 5 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

6 offene Fragen aktuelle Hindernisse Vorurteile Kritiker zitieren oft amerikanische Beispiele Begriffsvielfalt Begriffsverwirrung Spannungen: Grundversorger Spezialisten Angst der Psychiater -> Bedarf an Know How Transfer Anreizstrukturen: Risikoausgleich unter den Versicherern gesetztliche Grundlagen 6 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

7 Eine eigenwillige Schweizer Erfolgsgeschichte eigenständige Entwicklung integrierter Versorgung 7 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

8 Elemente / Inhalt: 1. Managed Care / integrierte Versorgung in der Schweiz eine eigenwillige Geschichte 2. Die Akteure ihre Beiträge zur erfolgreichen Einführung 3. Was braucht managed Care 8 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

9 Elemente / Inhalt: Gesetzlicher Rahmen: KVG Versicherter - Patient Versichererer - Managed Care Organisationen - HMO Betreiber Leistungserbringer - ÄrztInnen - Netzwerke mit / ohne BG - Gruppenpraxen (HMO s) 9 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

10 Akteure: Patienten - Versicherte Unser System ist offen lässt dem Patienten grosse Wahlfreiheiten: Viele Patienten sind bereit mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Wahl des care managers freiwillige Einschränkung Wahl höhere Kostenbeteiligung (Franchise / Selbstbehalt) Anreiz: CAVE: tiefere Prämie Möglichkeit das System zu wechseln 10 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

11 Akteure: interessierte Ärzteschaft Viele ÄrztInnen sind bereit das System zu verändern Organisation in Ärztenetzwerken Verträge mit Versicherern Spielregeln: Qualität, Budget-mit-Verantwortung, Ein- und Ausschluss, Diseasemanagement Anreiz: CAVE: höhere Kundenbindung, Innovation Finanzielle Anreize Netzwerk oder Einzelarzt als Vertragspartner 11 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

12 Exkurs I: Ärztenetzwerke als Institution Verbindlicher Zusammenschluss von ÄrztInnen: (Grundversorger / Spezialisten in der Praxis und im Spital) 1. Umsetzen von Managed Care Organisation / Professionalisierung / Delegation Qualitätsarbeit / Optimierung der Behandlungskette Datenparität / Budget-mit-Verantwortung 2. Vertragspartner der Versicherer gleichlange Spiesse Das Ärztenetzwerk als sinnvolle Überlebenseinheit 12 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

13 Von der Vernetzung zum Ärztenetzwerk Vernetzung Zus arbeit mit Spezialisten Überweisungen Ärztenetzwerk als Institution Feedback zu Überweisungen Qualitätszirkel / Q-Projekte Budget-mit-Verantwortung Erfolgsbemessung bonus / malus Ein- / Ausschluss Mitglieder Statistisch kritisches Kollektiv n < 100 Statistisch stabiles Kollektiv n > Kooperation mit Versicherern 13 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

14 Akteure: ärztliche Berufsorganisationen Vertreten die flammenden Befürworter wie auch die vehementen Gegner Schaffen Voraussetzungen für konstruktive Entwicklung Anreiz: CAVE: Fokus auf Behandlungskette Freiwilligkeit der Teilnahme Vertrauensbildung Fördert Grundlagenarbeit (Morbiditätsindikatoren) Nimmt Einfluss auf Gesetzgebung / öffentliche Diskussion (Risikoausgleich / Vertrag / Anreizstrukturen) Innovationskraft / innerer Zusammenhalt Thesenpapier Managed Care Ärztekammer 2006 Konfliktpotenzial 14 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

15 Akteure: interessierte Spitäler Wichtiges Element der Behandlungskette, grosser Kostenfaktor -> Integration der Spitalärzte Anfängliche Zurückhaltung Sektorübergreifende Behandlungspfade Gemeinsame Organisation von Notfallpraxen im Spital (KS Baden) Engagement im Rahmen von Versorgungsregionen (GeWint) Anreiz: CAVE: Marketing gegenüber Zulieferern wer vertritt das Spital (Ärzte Steuerung / Administration). 15 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

16 Exkurs II: Abfallprodukte der MC-Entwicklung Datenparität der Ärzteschaft mit den Versicherern Instrumente zur Überwachung / Steuerung der Behandlungskosten (BlueEvidence / Praxisspiegel) Überwachung der Kostenvolumina durch Versicherer und Ärzteschaft (Element bei Verhandlungen) Entwicklung von Morbiditätsindikatoren Charakterisierung eines Kollektivs bezüglich Morbidität (Thurgauer Morbiditätsindikator TMI) Sektorübergreifende Zusammenarbeit Gemeinsame Notfallpraxen im Spital (KS Baden) Förderprogramme für künftige Hausärzte 16 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

17 Akteure: Versicherer MC als ein Instrument der Positionierung im Markt Benötigen eindeutige Anreize Engagement zur Optimierung der Behandlung oder Engagement zur Optimierung des Kollektivs Behandlungskette: Behandlungskosten Taggeld - Renten Anreiz: Cave: Image - inovativer Marktteilnehmer Risikoselektion 17 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

18 Akteure: Politik Fördert / schafft Rahmenbedingungen Verhindert oder fördert Risikoselektion Anreizstrukturen (differenzierter Selbstbehalt / Franchise) legt Spielregeln fest: Vertrag als Kernelement Anreiz: CAVE: gestaltet das Gesundheitswesen verordnen hindert -> Freiwilligkeit / regionale Unterschiede zulassen 18 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

19 Elemente / Inhalt: 1. Managed Care / integrierte Versorgung in der Schweiz eine eigenwillige Geschichte 2. Die Akteure ihre Beiträge zur erfolgreichen Einführung 3. Was braucht managed Care 19 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

20 Stabile Konstruktion Versicherter Patient MC-Arzt Versicherer MC-Ärztenetz Begründung: - Institutionen - Kollektivgrösse - Spiesslänge 20 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

21 Die Partnerwahl ändert den Fokus Ärzte Behandlungs Taggeld kosten versicherung Rente Krankenversicherung Unfallversicherung New Case Management SUVA 21 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

22 Managed Care braucht.. Freiwilligkeit Zeit - Vertrauen Anreize Beharrlichkeit Besten Dank für die Aufmerksamkeit 22 FMH Bertelsmann Stiftung olivier kappeler

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