Bielefeld März Liebe Paten, liebe Spender,

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1 Patenkinder aus Afrika/Senegal Vermittelt von Brigitte Schulte Wasserfuhr Bielefeld Tel. 0521/ Spendenkonto Deutsche Bank Blz Konto Nr Bielefeld März 2012 Liebe Paten, liebe Spender, seit einigen Wochen sind wir von einer sehr anstrengenden Reise aus dem Senegal zurück. Es gab für uns einige Einschränkungen und Probleme die durch die Präsidentschaftswahlen hervorgerufen wurden. In Dakar waren die Unruhen besonders schlimm es, gab viele brennende Autos, Tote und Plünderungen. Am Wahltag gab es ein Reiseverbot für Ausländer, tagelang konnte man weder telefonieren, oder eine SMS verschicken auch das Internet war blockiert. Uns hat es im Hotel zwar an nichts gefehlt, aber es war schon ein bisschen komisch, wenn man nicht hingehen bzw. herumfahren durfte wohin man wollte. Wenn man solche Unruhen einmal vor Ort mitbekommen hat, lernt man die politische Stabilität in der Heimat zu schätzen. Den Senegalesen ist nur zu wünschen, dass sie einen Präsidenten bekommen, der das von Korruption gebeutelte Land in eine bessere Zukunft führt. Einen Präsidenten der die Not der Menschen erkennt, der einsieht, das es das Schlimmste ist, wenn man einem Kind Nahrung und Bildung vorenthält. Für uns ist es auch unverständlich, wenn die Familien ca. zehn Kinder haben, sie nicht ernähren können, und die Eltern dann noch der Meinung sind das die Kinder zu ihrer Altersversorgung beitragen können. Dieses sehe ich aber als Problem auf dem gesamten afrikanischen Kontinent und da sich in naher Zukunft wohl nicht viel an deren

2 Verhalten ändern wird, werden wir auch weiterhin schlimme Meldungen aus den Medien erfahren. Vielleicht bringen die Wahlen aber auch eine positive Veränderung, bringen einen Präsidenten hervor, der nicht nur sich und seine Familie mit Reichtümern beglückt, sondern auch an sein Volk denkt und versucht die Korruption zu bekämpfen, dieses wünsche ich allen Senegalesen von Herzen. Nun aber zu den Kindern, die sich wie in jedem Jahr sehr über unseren Besuch gefreut haben. Auf uns, aber besonders auch auf die kleinen Geschenke und die Sonderzahlungen. Auf Anregung einiger Paten haben wir dieses Jahr,vereinzelte von Ihnen geleistete Sonderzahlungen gesplittet,und an größere Kinder ausgezahlt, so haben sie die Möglichkeit bekommen, sich kleinere Wünsche zu erfüllen und den Umgang mit Geld zu erlernen. Angesprochen auf ihre heimlichen Wünsche schwärmten die Jungen von Fußballtrikots, Fußbällen und Fußballschuhen, die Mädchen dagegen von Schuhen, Unterwäsche und europäischer Kleidung. Es war für mich auch eine neue Erfahrung, die mir viel Freude bereitet hat. Wie schon in meinen Brief im Oktober befürchtet, hat auch der neue Direktor der Sacre Coeur das Schulgeld erhöht und durch die enorm gestiegenen Lebensmittelpreise ( für die von uns eingekauften Lebensmittel zur Vorjahr 19 % ) gibt es immer weniger Familien die das Schulgeld für Ihre Kinder aufbringen können. Es ist schlimm und sehr bedauerlich wenn man sieht, das manche Familien ihre Kinder kaum noch ernähren kann, von satt werden ist schon lange keine Rede mehr, manchmal ist die Schulkantine für die Kinder der einzige Ort wo diese eine Mahlzeit erhalten, ich weiß das einige von Ihnen sagen werden, ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Es ist traurige Gewissheit,das auch der Senegal durch schlechte Ernten, hervorgerufen durch Heuschreckenplagen,ausgedörrte Böden und durch Wassermangel bald in eine Hungersnot geraten wird. Der neue Bericht des Welternährungsprogramms hat es schon bestätigt.die Hungersnot wird auch Westafrika bald erreichen, also auch den Senegal. Im Colleg in Nianing gibt es auch sehr große Probleme mit älteren Mädchen, es sind zur Zeit 12 Mädchen,deren Eltern das Schulgeld nicht mehr bezahlen können, da die restliche Schulzeit nur noch zwei bis drei Jahre beträgt, werde ich nun versuchen Paten zu finden, die diese Kinder bis zum Schulabschluss begleiten.

3 Seit diesem Jahr gibt es auch eine Kantine im Colleg, der Direktor möchte den Kindern helfen und sie mit einer Mahlzeit am Tag versorgen. Um beide Schulen zu versorgen ist mein Projekt einfach zu klein. Wenn ich von Anfang an gewusst hätte, dass es eine neue Kantine im Colleg gibt,hätte ich eventuell die Lebensmittelspenden aufgeteilt, leider habe ich zu spät von der neuen Kantine erfahren und konnte natürlich die Hilfsgüter von der Sacre Coeur nicht mehr abholen. Ob es richtig ist, nur eine Schule mit Lebensmittel zu versorgen, oder ob man die Lebensmittel auf beide Schulen verteilen sollte,werde ich beim Patentreffen mit Ihnen entscheiden. Bis dahin will ich hoffen, dass durch die Notlage in Westafrika keine allzu großen Einschränkungen für unsere Kinder entstehen. In der Sacre Coeur in Nianing geht es den Kindern verhältnismäßig gut. Der neue Direktor hat leider das Schulgeld erhöht, kümmert sich aber persönlich darum, dass die Kinder bzw. deren Eltern, regelmäßig den Kontakt zu den Paten in Deutschland aufrecht halten. 20 neue Kinder hat mir der Direktor auf die neue Patenliste gestellt, mal sehen ob und wie vielen ich helfen kann. Ich kann nur hoffen dass mich die Medien nicht im Stich lassen und auch dieses Jahr wieder das eine oder andere mal über das Patenprojekt berichten. Die Schulkantine in Nianing konnten wir dank Ihrer großzügigen Spenden für ca. ein halbes Schuljahr auffüllen und somit den 700 Kindern eine warme Mahlzeit pro Tag garantieren. Bilder von der Ankunft des LKW und über das Entladen können Sie sich auch im Internet ansehen, sollten Sie keinen Zugang haben, kann ich Ihnen auch Bilder mit der Post zuzustellen. Dass ich mich sehr darüber freue und auch ein bisschen Stolz auf meine Paten bin darf ich ja erwähnen, ohne Ihr Vertrauen wäre das alles überhaupt nicht möglich. Im nächsten Jahr, so haben wir mit dem Direktor besprochen,werden wir unter fachlicher Anleitung,in Nianing mit den Kindern einen Sehtest in der Schule vornehmen, mitgereiste Paten haben mich schon oft darauf hingewiesen,das die Kinder mit der Nase schreiben. Wenn Sie Verbindungen zu Optikern haben nutzen Sie diese bitte um Kinderbrillen und Brillen für Jugendliche zu sammeln, jede Brille werden wir mitnehmen und natürlich von diesem Test viele Bilder machen. Noch eine Bitte zur Mithilfe, in den vergangenen Jahren haben Sie oft Buntstifte, Anspitzer, Radiergummis und Kugelschreiber gesammelt,

4 unser ganzer Vorrat ist aufgebraucht und in Afrika angekommen. Über eine Spende dieser Art würden wir uns sehr freuen. Nun zu meinem Problemdorf Mbodien. Auch in diesem Jahr gab es wieder eine Anzahl von Kindern die zu wenig bzw. nicht an die Paten geschrieben haben. Die Äußerung des Direktors das geschieht eben immer wieder ist für mich nicht akzeptabel, ein bisschen mehr Einsatz würde ich mir schon wünschen. Ich habe allen klar zu verstehen gegeben, dass ich in dieser Sache keinen Spaß verstehe. Bitte teilen Sie mir mit, wenn kein Briefwechsel stattfindet, nur ein geringer Teil der Post ist an mich adressiert, so dass ich keine Kontrolle über den Eingang der Post habe. Auch habe ich schon überlegt, nicht schreibende Patenkinder bzw. Eltern aus dem Projekt auszugliedern, aber diesen Anstoß muss der Pate geben. Die Krankenstation in Ndankm Koumta konnten wir wegen der Unruhen nicht besuchen, wir hätten durch Städte gemusst die vom Auswärtigen Amt und von der deutschen Botschaft in Dakar als gefährdet eingestuft wurden. Auch wenn wir gerne mal nachgesehen hätten, war unsere eigene Sicherheit doch das Wichtigste. Einen kleinen Bericht gibt es aber doch, unser Bekannter hat sich alleine auf den Weg dorthin gemacht, für Senegalesen gab es keine Warnung. Er hat Verbandsmaterial, Medizinische Geräte, Decken und vieles mehr auf der Krankenstation abgegeben, darüber viele Bilder gemacht und nach seiner Rückkehr berichtet. Der ursprünglich als kleine Krankenstation gedachte Bau, hat sich zu einem Anlaufpunkt der Kranken aus den umliegenden Dörfern entwickelt. Der von der Regierung bezahlte Arzt, hat schnell das Vertrauen der Dorfbewohner gewonnen und nach der Hochzeit mit einer Frau aus dem Dorf, gehen die Dorfbewohner noch lieber zu Ihrem Doktor. Bei der Pflege der stationär zu behandelnden Patienten stehen ihm zwei Sanitäter zur Seite. Das große Problem ist und bleibt die Wasserversorgung in diesem Krankenhaus. Obwohl die Dorfbewohner immer und immer wieder erwähnen dass sie alle Arbeitsleistungen selber erbringen und nur das Material brauchen, sind die Kosten wegen der Länge der Leitung kaum bezahlbar. Das Projekt Strohschule habe ich in diesem Jahr auf Eis gelegt, die Verpflegung der Kinder in Nianing hatte für mich oberste Priorität.

5 Alle projektbezogenen Spenden die für die Strohschule gedacht sind habe ich natürlich nicht ausgegeben, sondern zurückgehalten um gegebenenfalls bei meinem nächsten Besuch mit dem Bau zu beginnen. Freundliche Grüße von Brigitte Schulte

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