Schülerfirma KONZEPT 2014/ Stellung der Schülerfirma innerhalb der Schule. GEESTLANDSCHULE FREDENBECK Oberschule mit gymnasialem Zweig

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1 Schülerfirma 1. Stellung der Schülerfirma innerhalb der Geestlandschule 2. Aufgaben und Ziele 3. Organisation 4. Leistungsbewertung 5. Genossenschaft 6. Nachhaltigkeit 7. Aktivitäten usw 1. Stellung der Schülerfirma innerhalb der Schule Im August 2003 wurde die Schülerfirma Geestlandia von zwei 10. Hauptschulklassen gegründet und aufgebaut. Ab August 2004 wurden die Abteilungen von den nachfolgenden 10. Hauptschulklassen übernommen und weitergeführt. Die Produktpalette der Abteilungen entwickelte sich ständig weiter. Schüler, die nach Eingang der Bewerbungsunterlagen und nach geführten Vorstellungsgesprächen nicht eingestellt wurd en, müssen als ABM-Kräfte dem Hausmeisterteam helfen. Diese Schülerinnen und Schüler erhalten ein Einstellungstraining, um eine geeignete Arbeitsstelle in einer Abteilung zu bekommen. In einem Arbeitszeugnis, das als Anlage dem Zensurenzeugnis beiliegt, werden die Fähigkeiten der Arbeitnehmer bewertet. Die verschiedenen Bereiche bieten viele Möglichkeiten, um erste Einblicke in das spätere Berufsleben zu bekommen. Seit 2005 ist auch der 9. Jahrgang der Hauptschule in der Schülerfirma beschäftigt. Die 14 Abteilungen werden von jeweils einer Lehrkraft geleitet. Profilbildung Realschule und Schülerfirma In allen Abteilungen der GEESTLANDIA arbeiten Schülerinnen aus der 9. Und 10. Klasse des Realschulzweiges. An der Realschule gibt es seit zwei Schuljahren die berufsorientierenden Profile Wirtschaft, Technik, Gesundheit/Soziales und Sprachen. Die ersten drei Profile finden in der Schülerfirma statt. Die Übertragung der für die Profile maßgebenden Curricula werden auf die Bedingungen unserer Schülerfirma eingearbeitet. zuletzt bearbeitet im Juli 2014 Seite 1

2 2. Aufgaben und Ziele: Die in der Schülerfirma beschäftigten Schüler/innen (Mitarbeiter/innen) sollen insbesondere Einblicke in die Arbeitswelt erhalten und über längerfristige Abläufe wirtschaftliche Grundstrukturen erfassen dabei Bewerbungsverfahren durchlaufen und grundlegende Betriebsregeln einhalten sich in Zuverlässigkeit und Ausdauer üben innerhalb einer Abteilung im Team arbeiten und Kooperationsfähigkeit zeigen können selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen können ihre Kommunikationsfähigkeiten im Umgang mit Kunden, Mitarbeitern und Vorgesetzten erweitern ihre Fähigkeiten zu problemlösendem Denken an konkreten Herausforderungen ausbauen elementare Fertigkeiten und Techniken in Arbeitsabläufen zielgerichtet und sicher anwenden können an den Erfolgen der eigenen Produktivität Freude gewinnen und Motivation für die eigene Leistungsfähigkeit erhalten und stärken sich profilspezifische Kenntnisse aneignen für eine bewusste Berufs- und Studienwahl ein tragfähiges oder erweitertes Grundwissen in einem Schwerpunkt (Profil) erwerben und im praktischen Umgang anwenden können ein Bewusstsein für nachhaltige Produktionsweisen erlangen den Einsatz neuer Technologien in Arbeitsprozessen üben 3. Organisation der Schülerfirma Produkte und Dienstleistungen Die Schülerfirma setzt sich aus folgenden Abteilungen zusammen: Bistro, Design, Tischlerei, Soziale Dienste, Verwaltung, Geestlandia Grafik und Gestaltung, Fahrradwerkstatt, IT, Medien, Kind und Bewegung, Kindergartensport, Chemie, Mensa, Marketing. Diese Abteilungen stellen sowohl Produkte für den Verkauf her, als dass sie auf Bestellung produzieren. Die Produktpalette reicht von einem Catering-Service über die Produktion von Möbeln und kleineren Gebrauchsgegenständen aus Holz und Metall bis zu Dienstleistungen wie die Unterstützung und Betreuung älterer und hilfsbedürftiger Menschen. Finanzen Wie in der freien Wirtschaft werden die Produkte und Diensleistungen (von der Schülerfirmen-Abteilung Verwaltung) in Rechnung gestellt. Die Schülerfirma macht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Mit dem erwirtschafteten Geld wird Material für die Produktion eingekauft, das Patenkind in Brasilien unterstützt, werden Schulprojekte teilfinanziert und der jährliche Betriebsausflug der Schülerfirma bezahlt. zuletzt bearbeitet im Juli 2014 Seite 2

3 Bewerbung und Einstellung Auf die Stellenausschreibung der einzelnen Abteilungen bewerben sich die SchülerInnen und Schüler schriftlich, d. h. mit allen üblichen Unterlagen, auf freie Plätze. Nach einem Vorstellungsgespräch und einer erfolgreich abgeschlossenen Probezeit kann eine Festeinstellung erfolgen. Bei unzureichenden Bewerbungsunterlagen müssen die Schülerinnen und Schüler ein gesondertes Bewerbungstraining bei der Sozialpädagogin der Schule absolvieren. Scheitern die Schülerinnen und Schüler während der Probezeit oder werden danach nicht von der Abteilung übernommen, stehen sie dem schulinternen Arbeitsmarkt erneut zur Verfügung. In dieser Zeit leisten sie Hilfsdienste beim Hausmeisterteam und werden zusätzlich von der Sozialpädagogin unterstützt. Wöchentliche Teambesprechungen der Abteilungsleiter und Teamsprecher (Schülerinnen und Schüler) sichern die Qualität der Schülerfirma. Patenkind Soziales Engagement zeigt die Schülerfirma seit 2005 auch in der finanziellen Unterstützung eines Patenkindes in Brasilien. Dazu gehören regelmäßiger Briefkontakt, Austausch von Fotos und kleine Geschenke zu besonderen Anlässen (Geburtstag, Weihnachten). 4. Leistungsbewertung Die Leistungsbewertung in der Schülerfirma bezieht sich auf inhalts- und auf prozessbezogene Kompetenzen Gerade die Arbeit in vergleichsweise kleinen Lerngruppen ermöglicht es den Abteilungsleitern, die individuellen Lernfortschritte intensiv und kontinuierlich zu beurteilen und sowohl fördernd als auch fordernd einzugreifen. Die Arbeit in den Abteilungen berücksichtigt unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Die Schüler/innen erwerben sowohl grundlegende als auch erweiterte Kompetenzen. Die Einschätzung der eigenen Leistung wird durch den direkten Bezug zum Produkt bzw. zum Kunden erleichtert und verbessert. Durch die Führung von schriftlichen Tätigkeitsnachweisen werden Lernfortschritte dokumentiert. Durch Präsentationen von Produkten und Arbeitsabläufen werden die Tätigkeiten und Ergebnisse reflektiert. Pro Schuljahr werden in den Abteilungen zwei schriftliche Arbeiten geschrieben. Ebenso führen alle Schüler/innen einen Ordner, indem alle Unterlagen und Zertifikate zum theoretischen Unterricht gesammelt werden. Die Zeugnisnote findet im Bereich der Wahlpflichtkurse entsprechend der jeweiligen Profile (Wirtschaft, Gesundheit/Soziales, Technik) ihre Zuordnung. Zusätzlich gibt es ein ausdifferenziertes Schülerfirmenzeugnis. Die Beurteilungen der Leistungen wird damit wesentlich transparenter, da sie nicht nur in einer Ziffer zusammengefasst werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Zeugnisse bei späteren Bewerbungen einen hohen Stellenwert einnehmen. Als Grundlage für die Bewertung der Schüler/innen dient ein Bogen mit allgemeinen Bewertungskriterien, der - bezogen auf die einzelnen Abteilungen - modifiziert wird und so den unterschiedlichen Anforderungen Rechnung trägt. zuletzt bearbeitet im Juli 2014 Seite 3

4 Seit 2011 ist GEESTLANDIA eine von 52 landesweit existierenden Nachhaltigen Schülergenossenschaften. 102 Mitarbeiter sind in die Genossenschaft eingetreten. 10 von ihnen haben sich in die Gremien Vorstand und Aufsichtsrat wählen lassen. Wegen der nachfolgenden Gründe ist GEESTLANDIA eine Genossenschaft geworden: 5. Genossenschaft eine ideale Rechtsform Das bundesweit einzigartige Pilotprojekt Schülergenossenschaften in Niedersachen hat sich als wertvolles pädagogisches Modell bewährt. Viele gute Gründe sprechen dafür, dass Schülerfirmen in der Rechtsform einer Genossenschaft geführt werden: Einfacher Aufbau Die Genossenschaft hat drei Organe: - Mitgliedschaftsversammlung - Aufsichtsrat - Vorstand Demokratische Willensbildung - Bei der Genossenschaft steht das Mitglied im Mittelpunkt (und nicht die Kapitalbeteilung) - Die Abstimmung erfolgt nach der Anzahl der anwesenden Mitglieder (und nicht nach der Kapitalbeteiligung) Förderung der Mitglieder Ziel der Genossenschaft ist die - Förderung der Mitglieder ( 1 GenG) Nicht: Dividende oder möglichst großer Gewinn! Kompetente Beratung und Hilfe - Bei Gründung berät und hilft der Genossenschaftsverband Norddeutschland - In finanziellen Fragen beraten Volksbanken und Raiffeisenbanken - Für spezielle Probleme stehen Experten zur Verfügung Sicherheit - Alle Vorgänge in einer Genossenschaft werden intern gegengeprüft durch das Vier- Augen - Prinzip - Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftstätigkeit - Der Genossenschaftsverband prüft den Jahresabschluss zuletzt bearbeitet im Juli 2014 Seite 4

5 Der Vorstand der Schüler-Genossenschaft - Leitet diese - Bestimme Zielsetzung - Plant die einzelnen Schritte - Entscheidet und organisiert die Umsetzung - Kontrolliert - Vertritt die Schülerfirma nach außen Der Aufsichtsrat der Schüler- Genossenschaft - Kontrolliert den Vorstand - Entscheidet gemeinsam mit dem Vorstand bei wichtigen Fragen - Ist das von den Mitgliedern gewählte Aufsichtsgremium Die Mitgliederversammlung der Schüler-Genossenschaft - Beschließt die Satzung - Wählt den Vorstand - Entscheidet auch in wichtigen Fragen - Spricht Aufsichtsrat und Vorstand des Vertrauen aus - Beschließt über Verwendung eines evtl. Überschusses 6. GEESTLANDIA und Nachhaltigkeit: Auf dem Foto sieht man fertige und halb fertige Bollerbänke. Das Holz dafür kommt aus dem Rüstjer Forst, dem größten Waldgebiet im Landkreis Stade. Auftraggeber für die Bänke ist die Samtgemeinde Fredenbeck, unser Schulträger. Aufgestellt werden sie auf dem Gebiet der Samtgemeinde an Wanderwegen und am Bahnhof des Moorexpress. Hergestellt werden die Bänke von der Zimmerei (Schälen der Stämme und Zusammenbau) und der Tischlerei (Schleifen und Lasieren). Das Sägen geschieht durch eine mobile Sägerei, die zu uns in die Schule kommt und die Stämme in Scheiben schneidet. zuletzt bearbeitet im Juli 2014 Seite 5

6 Mit den Tischlereien und Zimmereien in der Umgebung wurde vor der Übernahme des Auftrags gesprochen. Eine Zimmerei ist sogar selbst Autraggeber für eine ihr gehörende Streuobstwiese. Ein weiteres Beispiel für Nachhaltigkeit findet sich in unserer Abteilung Chemie bei der Herstellung von Wein und Seife: Im Herbst wird Beerenobst in der Umgebung unserer Schule gesammelt, anschließend gereinigt, zerkleinert und zu Dessert-Weinen vergoren. Aus den Gärungsrückständen und Weinresten stellen wir durch mehrfaches Destillieren und nachfolgender chem. Trocknung reinen Alkohol her, der als Lösungsmittel für die Produktion von Glycerinseifen eingesetzt wird. 7. Aktivitäten, Veranstaltungen und Preise der GEESTLANDIA - Logowettbewerb der Genossenschaftsstiftung in Hannover (Grafik und Gestalten) - Auszeichnung (Stern) der Verbraucherzentrale (Mensa) - Unternehmerführerschein (gefördert vom europäischen Sozialfond und unterstützt von der Agentur für Arbeit - Mitgliederversammlung der Volksbank Fredenbeck Oldendorf - Weihnachtsmarkt, Herbstmarkt u.ä. - Regionale Schülerfirmenmesse - Laternenumzug für Kinder ( Mutter und Kind in Bewegung) - Weihnachtsfeier für die Bewohner des Altenheims und des Behindertenwohnheims (Soziale Dienste) - Fortbildungen des Genossenschaftsverbandes (Für Schüler und Lehrer) - Betriebsausflug oder Betriebsfeier (Schüler und Lehrer) - Gegenseitige Besuche mit den örtlichen Handwerksbetrieben - Zusammenarbeit mit der Berufsschule in Stade - Workshop-Tag für nachhaltige Schülerfirmen zuletzt bearbeitet im Juli 2014 Seite 6

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