Einstufung Beschreibung GdBMin GdBMax Diätbehandlung ohne blutzuckerregulierende Medikamente 0 0

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1 Erläuterungen zur Diabetes-Bewertung a) Fallgruppe GdS/GdB 0 Die an Diabetes Erkrankten, deren Therapie regelhaft keine Hypoglykämie auslösen kann und die somit in der Lebensführung kaum beeinträchtigt sind, erleiden auch durch den Therapieaufwand keine Teilhabebeeinträchtigung, die die Feststellung eines GdS rechtfertigt. Der GdS beträgt 0. Diätbehandlung ohne blutzuckerregulierende Medikamente 0 0 Behandlung mit Medikamenten ohne Hypoglykämiepotenzial Mit Medikamenten eingestellt, die allein die Hypoglykämieneigung nicht erhöhen (z.b. Biguanide, Kohlenhydratresorptionshemmer, Insulinsensitizer, Inkretinmimetika und Inkretinverstärker) 0 0 Zu einer solchen Therapie, die regelhaft keine Hypoglykämie auslösen kann, zählen z.b. eine Diät, die Therapie mit Homöopathika, pflanzliche Antidiabetika, Glukosidasehemmern, Biguaniden, Glitazonen, DPP4-Inhibitoren, Gl P-1 Analoga. Medikamente ohne Hypoglykämiepotenzial finden sich in der Liste Tabelle mit oralen Antidiabetika und GdB. 2

2 b) Fallgruppe GdS/GdB 20 Die an Diabetes Erkrankten, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann und die durch Einschnitte in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden durch den Therapieaufwand eine signifikante Teilhabebeeinträchtigung. Der GdS beträgt 20. Behandlung mit Medikamenten mit Hypoglykämiepotenzial Mit Medikamenten eingestellt, die die Hypoglykämieneigung erhöhen (z. B. Sulfonylharnstoffe, Glinide ) und/oder Insulintherapie ohne Nachweis von mindestens 1x/Tag erforderlicher Blutzucker-Messungen Behandlung mit Medikamenten mit Hypoglykämiepotenzial (Sulfonylharnstoffe, Glinide).Hier sind insbesondere auch solche Fälle einzustufen, in denen eine (zusätzliche) Insulingabe ohne Nachweis von mindestens 1x /Tag erforderlicher Blutzuckermessung erfolgt. Medikamente mit Hypoglykämiepotenzial finden sich in der Liste Tabelle mit oralen Antidiabetika und GdB. 3

3 c) Fallgruppe GdS/GdB Die an Diabetes Erkrankten, deren Therapie eine Hypoglykämie auslösen kann, die mindestens einmal täglich eine dokumentierte Überprüfung des Blutzuckers selbst durchführen müssen und durch weitere Einschnitte in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden je nach Ausmaß des Therapieaufwands und der Güte der Stoffwechseleinstellung eine stärkere Teilhabebeeinträchtigung. Der GdS beträgt Behandlung mit Medikamenten mit Hypoglykämiepotenzial und mindestens einmal tägliche Blutzuckerselbstkontrolle Unter Insulinbehandlung (auch in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten) stabile bis mäßig schwankende Stoffwechsellage (z.b. HbA1c bis 8%) und einmal täglich dokumentierte Blutzuckerkontrolle (GdB 30); mehrfach tägliche Blutzuckermessungen und Insulininjektionen ohne ständig erforderliche Dosisanpassung (GdB 40) Unter Insulinbehandlung (auch in Kombination mit anderen Antidiabetika) und mindestens 1x täglich dokumentierter Blutzuckermessung stabile Stoffwechsellage beträgt der GdB 30. Bei dokumentierten mehrfachen Blutzuckermessungen und Insulininjektionen pro Tag, aber ohne ständige Anpassung der Insulindosierung bei stabiler bis mäßig schwankender Stoffwechsellage beträgt der GdB 40. 4

4 d) Fallgruppe GdS/GdB 50 Die an Diabetes Erkrankten, die eine Insulintherapie mit täglich mindestens vier Insulininjektionen durchführen, wobei die Insulindosis in Abhängigkeit vom aktuellen Blutzucker, der folgenden Mahlzeit und der körperlichen Belastung selbstständig variiert werden muss, und durch erhebliche Einschnitte gravierend in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden aufgrund dieses Therapieaufwands eine ausgeprägte Teilhabebeeinträchtigung. Die Blutzuckerselbstmessungen und Insulindosen (bzw. Insulingaben über die Insulinpumpe) müssen dokumentiert werden. Der GdS beträgt 50. Mindestens viermal tägliche Insulininjektionen nach Blutzuckerselbstkontrolle zur Bestimmung der erforderlichen Dosis Unter Insulinbehandlung (auch in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten), mäßig schwankende Stoffwechsellage (z. B. HbA1c 8-10%) und mindestens viermal täglich dokumentierte Blutzuckerkontrolle zur ständigen Insulindosisbestimmung (Nachweis durch Diabetes-Tagebuch zwingend erforderlich) Einschnitte in der Lebensführung zeigen sich zum Beispiel bei der Planung des Tagesablaufs, der Gestaltung der Freizeit, der Zubereitung der Mahlzeiten der Berufsausübung und der Mobilität, so der Sachverständigenbeirats beim BMAS. Zum Nachweis muss das letzte Diabetes-Tagebuch vorliegen und ausgewertet werden. Es ist dabei nicht erforderlich, dass alle Insulindosen variiert werden, es genügt zum Beispiel, wenn die rasch wirksamen Insulindosen selbstständig angepasst werden müssen. Es genügt, wenn der Therapieaufwand beziehungsweise die Teilhabebeeinträchtigung in anhaltend ausgeprägtem Ausmaß über einen relevanten Zeitraum dokumentiert ist. Es ist nicht erforderlich, dass der Therapieaufwand im Einzelnen ständig nachgewiesen wird. Ein Grad der Behinderung von 50 kommt regelmäßig nur dann in Betracht kommt, wenn durch eine Dokumentation von Blutzuckerselbstbestimmungen und Insulindosen belegt ist, dass bei mindestens viermaligen Blutzuckermessungen täglich die Insulindosis jeweils in Abhängigkeit vom aktuellen Blutzuckerwert, der folgenden Mahlzeit und der körperlichen Belastung selbstständig variiert. Therapieformen mit starrer Insulindosierung bedingen keinen GdB von 50 und sind der Fallgruppe c) zuzuordnen! 5

5 Insulinpumpenbehandlung mit ständiger Insulindosisanpassung Unter Insulinbehandlung (auch in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten), mäßig schwankende Stoffwechsellage (z. B. HbA1c 8-10%) und mindestens viermal täglich dokumentierte Blutzuckerkontrolle zur ständigen Insulindosisbestimmung (Nachweis durch Diabetes-Tagebuch zwingend erforderlich) Bei Behandlung mit Insulinpumpentherapie (CSII= continous subcutanous insulin infusion) ist in der Regel ein GdB von 50 angemessen. Auch hier muss der Therapieaufwand aber durch ein Diabetes-Tagebuch nachgewiesen werden. Ansonsten kommt ein GdB von 50 nur in Ausnahmefällen in Betracht, wenn eine ausgeprägte Teilhabebeeinträchtigung zwar nicht durch die Dokumentation einer ständigen Insulindosisanpassung, aber durch die Dokumentation rezidivierender ausgeprägter Hypoglykämien nachgewiesen wird. e) Fallgruppe Außergewöhnlich schwer regulierbare Stoffwechsellagen Außergewöhnlich schwer regulierbare Stoffwechsellagen können jeweils höhere GdS-Wertebedingen. Mit häufigen ausgeprägten oder schweren Hypo- oder Hyperglykämien Mit häufigen, ausgeprägten Hypo- oder Hyperglykämien (mehrmals im Monat oder im Abstand von Wochen), die dokumentierter invasiver Behandlung bedürfen (jedoch nicht während der Einstellungsphase bei neu aufgetretenem Diabetes mellitus). In besonders schweren Einzelfällen kommen auch noch höhere GdB- Werte als 60 in Betracht (mit besonderer Begründung)

6 Hypoglykämie-Symptome Durch Katecholaminausschüttung: Schwitzen, Herzklopfen, Tachykardie, Blutdruckanstieg, Tremor, Hunger. Durch Energiemangel im Gehirn (neuroglykopenisch): Verwirrung, Benommenheit, Sprachstörung, delirante Zustände, Krampfanfälle, Halbseitenstörungen, Koma. Schwere Hypoglykämie (BZ <35-(40) mg%) Fremdhilfe erforderlich (oral-parenteral) -selten: mit Pausen von Monaten -häufig: mehrmals im Monat bzw. im Abstand von Wochen Die stark schwankenden Blutzuckerwerte in der Anfangsphase der Einstellung bei neu aufgetretenem Diabetes mellitus dürfen bei der Einstufung nicht berücksichtigt werden. f) Vergabe von Merkzeichen H bei Kindern und Jugendlichen In Teil A Nummer 5 Buchstabe d Doppelbuchstabe jj werden die Wörter bei fortbestehender instabiler Stoffwechsellage bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gestrichen. Bei Kindern und Jugendlichen darf wie bisher nicht automatisch ein GdB von 50 vergeben werden. Das MZ H wird bei Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres ab einem GdB von 40 für den Diabetes automatisch vom Gutachterverfahren vergeben. Nach Vollendung des 16. Lebensjahrs ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Zuerkennung des MZ H (weiterhin) erfüllt sind. Die Merkzeichenvergabe muss in diesen Fällen manuell erfolgen. Sekundäre Organschäden sind wie bisher unter den jeweiligen Funktionssystemen zu erfassen und gesondert zu bewerten. Anlagen Zweite Verordnung zur Änderung der Versorgungsmedizin-Verordnung (ZweiteÄndVOVersMedV). Tabelle mit oralen Antidiabetika und GdB. 7

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