Potentiale gemeindepsychiatrischer Versorgung für Flüchtlinge. Martin Vedder SPKoM Psychosozialer Trägerverein Solingen e.v.

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1 Potentiale gemeindepsychiatrischer Versorgung für Flüchtlinge Martin Vedder SPKoM Psychosozialer Trägerverein Solingen e.v. 1

2 Gemeindepsychiatrie im Focus a) Doppelte Perspektive: 1. Entwicklung der Regelversorgung: Sozialpsychiatrisches Kompetenzzentrum Migration 2. psychosoziale Alltagsbegleitung durch eine gemeindepsychiatrische Einrichtung mit komplexen Hilfeangeboten

3 Was ist Gemeindepsychiatrie? Sozialpsychiatrische Zentren Hilfen im Verbund niederschwellige Beratungs- und Clearingstelle, Treffpunkt + tagesstrukturierende Angebote Unterstütztes selbständiges Leben ( Bewo ), finanziert als Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen, i.d.r. im eigenen Wohnraum, ggf. mit der Familie, auch in Wohnungen eines Anbieters (SGB XII) Angebote zur Arbeit und Beschäftigung Krisendienst (eher selten) Integrierte Versorgung (SGB V)

4 Welche Funktionen erfüllt die Gemeindepsychiatrie? 1. Psychosoziale Unterstützung von psychisch Kranken, die von ihren Alltagaufgaben überfordert sind 2. Beziehungsangebot mit therapeutischer Funktion in Form einer verlässlichen, Unterstützung bietenden Person: Vertrauen, Sicherheit, Ansprechbarkeit 3. Krisenvermeidung: Stabilisierung und Krisenbegleitung 4. Erhalt der sozialen Integration durch Entlastung des sozialen Umfeldes (Familie, Nachbarn) 5. Wiedereingliederung in die Gemeinde, in Arbeit und in ein funktionierendes Alltagsleben 6. Fallmanagement Koordination verschiedener Hilfen

5 Besonderheiten gemeindepsychiatrischer Hilfen Hilfen finden in der Lebenswelt der Menschen statt weniger stigmatisierend Erhalt von Autonomie und von Ressourcen Langfristige Veränderungsperspektive Hilfe im Verbund bildet eigene Infrastruktur / Netzwerk, das Sicherheit, Kontinuität und Begleitung bietet

6 Besonderheiten gemeindepsychiatrischer Hilfen Flexibel und bedürfnisangepasst in der Art, Hilfe zu leisten: praktisch - therapeutisch, Komm - und Gehstruktur, bedarfsorientiert auch in der Intensität an Aufträgen orientiert in der Distanz oder Nähe zum System

7 Die Sozialpsychiatrischen Kompetenzzentren Migration im Rheinland Forderung nach Kompetenzzentren in den Sonnenberger Leitlinien Fünf SPKoM im Rheinland, zuständig für Regionen von ca 1,2 Mio Einwohnnern Ziel: Realisierung des gemeindepsychiatrischen Versorgungsauftrages auch für Migranten!

8 Das SPKoM als Entwicklungsagentur Interkulturelle Öffnung der Einrichtungen der Gemeindepsychiatrie in der Region Motivation und Qualifizierung der Mitarbeiter für die Arbeit mit MigrantInnen Veränderung des Nutzerverhaltens: Aufklärung zu psychischer Gesundheit und zu angebotenen Hilfen Vernetzung vorhandener Hilfe-Einrichtungen in der Region modellhafte Entwicklung zielgruppenspezifischer Angebote und differenzsensibler Ansätze Beratung von Einrichtungen, Verbänden und Organisationen in interkulturellen Fragen

9 Aufgaben Situationsanalyse Qualitätsentwicklung und Evaluation Vernetzung Öffentlichkeitsarbeit Schaffung von Ressourcen Wissensmanagement

10 Ist-Stand der Nutzung der SPZ Wenige Fälle durch Flüchtlinge: Keine systematische Kooperation mit Sozialarbeitern der Unterkünfte Anfragen sind selten Folge: zögerliche Bearbeitung von Anfragen Risiko es Kontaktabbruchs ist hoch

11 Besondere Hindernisse Finanzierung unsicher bei Menschen im Duldungsstatus Sprachhürde - Notwendiger Dolmetschereinsatz ist i.d.r. nicht refinanziert Längerfristige Perspektive unklar Zuweiser (z.b. Kliniken) sehen z.b. Bewo als nicht typisches Hilfeangebot MA-Kompetenzen Abwehr aus Angst vor Überlastung und Überforderung

12 Tipps für Nachahmer? Empfehlungen zur Eingliederungshilfe (s.u.) Qualifizierung eines Sprachmittler-Pools Beteiligung am Aufbau eines Netzwerkes psychiatrischer Hilfen Beteiligung an Fortbildungen in der Kommune Interne Qualifizierung der gemeindepsychiatrischen Mitarbeiter

13 Empfehlungen zur Eingliederungshilfe (SGB XII)

14 Inhalt der Empfehlungen Psychosoziale Hilfen in zentralen Aufnahmestellen Mögliche Abschiebehindernisse Vorgehen und gesetzliche Grundlagen bei der Beantragung von Kostenübernahme für psychosoziale Leistungen Vorgehen bei der Beantragung psychosozialer Hilfen Hinweise auf rechtliche Grundlagen Argumentationshilfe zu Dolmetscherleistungen in der Eingliederungshilfe

15 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 15

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