QUALITÄTSMERKMALE IN DER FAMILIENRECHTSPSYCHOLOGISCHEN BEGUTACHTUNG UNTERSUCHUNGSBERICHT I

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1 1 QUALITÄTSMERKMALE IN DER FAMILIENRECHTSPSYCHOLOGISCHEN BEGUTACHTUNG UNTERSUCHUNGSBERICHT I 1. ALLGEMEINE ANGABEN 1.1 Projektverantwortliche Univ.-Prof. Dr. Christel Salewski, Diplom-Psychologin, Psych.-Psychotherapeutin Univ.-Prof. Dr. Stefan Stürmer, Diplom-Psychologe, Geschäftsf. Institutsdirektor Institut für Psychologie FernUniversität in Hagen Universitätsstr Hagen Tel.: , Tel.: , Mitarbeiter/innen Dipl.-Psych. Katharina Lotz-Schmitt, Psych.-Psychotherapeutin Dipl.-Psych. Elisabeth Kalhorn, Familienrechtspsychologische Sachverständige M.Sc.-Psych. Julia Plato B.Sc.-Psych. Jörn Meyer B.Sc.-Psych. Anne-Kathrin Rode 1.3 Thema Psychologische Gutachten für das Familiengericht: Diagnostische und methodische Standards in der Begutachtungspraxis 1.4 Fach- und Arbeitsrichtung Psychologische Diagnostik, Rechts- und Sozialpsychologie 1.5 Weitere Angaben Das Projekt wird ausweislich des Bescheids vom vom Justizministerium des Landes NRW unterstützt.

2 2 1.6 Zusammenfassung Ziele: Das übergeordnete Ziel der vorliegenden Untersuchung bestand darin, an einer repräsentativen Stichprobe festzustellen, ob und inwieweit familienrechtspsychologische Gutachten wissenschaftlich formulierten Mindestanforderungen genügen. Stichprobe: Die Stichprobe der Gutachten wurde im Rahmen eines vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (JM NRW) unterstützen größeren Forschungsprojekts gewonnen, in der unterschiedliche Qualitätsmerkmale familienrechtspsychologischer Gutachten untersucht werden. Die Stichprobe umfasst 116 Gutachten aus den Jahren 2010 und 2011, die aus Vollerhebungen an vier Amtsgerichten im OLG-Bezirk Hamm stammen. 91,4% der Gutachten wurden von Diplom- oder M.Sc.-Psychologen verfasst. Methode: Sämtliche Gutachten wurden von zwei unabhängigen und fachlich geschulten Beurteilern anhand eines Kategoriensystems inhaltsanalytisch ausgewertet. Der Schwerpunkt der Analyse lag auf dem im Gutachten dargelegten methodischen Vorgehen. Die Analysekriterien wurden aus den Richtlinien für die Erstellung Psychologischer Gutachten (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994) und den Empfehlungen der Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs, 2011) abgeleitet. Ergebnisse: In 56% der Gutachten werden aus der gerichtlichen Fragestellung keine fachpsychologischen und den Begutachtungsprozess explizit leitenden Arbeitshypothesen (Psychologische Fragen) hergeleitet. In der überwiegenden Zahl der Gutachten (85,5%) wird die Auswahl der eingesetzten diagnostischen Verfahren ebenfalls anders als fachlich gefordert - nicht anhand der Psychologischen Fragen begründet. In über einem Drittel der Gutachten (35%) erfolgt die Datenerhebung ausschließlich über methodisch problematische Verfahren (unsystematische Gespräche, unsystematische Beobachtung, keine oder psychometrisch ungenügende projektive Tests/testähnliche Verfahren). Im Fall dieser Gutachten zeigte sich, dass in nur 2 Fällen auf mögliche methodische Einschränkungen der Ergebnisse hingewiesen wird (in den verbleibenden 39 Fällen ist dies nicht der Fall). Insgesamt erweist sich damit - je nach zugrundeliegendem Kriterium - zwischen einem Drittel bis über 50 % der Gutachten als mängelbehaftet. Fazit: Die Untersuchung offenbart gravierende Mängel in einem substantiellen Teil der Gutachten. Tatsächlich erfüllt nur eine Minderheit die fachlich geforderten Qualitätsstandards. Analysen zum Qualifikationshintergrund der Sachverständigen zeigen allerdings, dass die Qualifikation zum Fachpsychologen Rechtspsychologie mit einer nachweislich höheren Qualität der Gutachten einhergeht. Maßnahmen der Qualitätssicherung werden diskutiert.

3 3 2. PROBLEMSTELLUNG UND ZIELE Im Jahr 2010 wurden in Deutschland Ehen geschieden, minderjährige Kinder waren von der daraus resultierenden Veränderung der familiären Konstellation betroffen (Statistisches Bundesamt, 2011). Die tatsächliche Zahl von Trennungen liegt deutlich höher, da nicht-eheliche Lebensgemeinschaften nicht statistisch erfasst werden. In vielen Fällen führt eine Scheidung beziehungsweise Trennung zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen den Partnern darüber, wie die Sorge, der Aufenthalt und der Umgang für die gemeinsamen Kinder geregelt werden soll. Vor allem in sehr strittigen Fällen werden häufig Psychologinnen und Psychologen hinzugezogen, um als Sachverständige kindeswohldienliche Empfehlungen zu erarbeiten, die Richterinnen und Richter in ihren Entscheidungen unterstützen. Der Gesetzgeber hat zwar die allgemeinen Anforderungen für die Bestellung zum/r Sachverständigen in ZPO geregelt, die genauen Qualifikationsanforderungen an familiengerichtliche Sachverständige wurden jedoch nur in Ausnahmefällen (z.b. bei freiheitsentziehenden Maßnahmen) verbindlich definiert. Ebenso wenig existieren rechtsverbindliche Qualitätskriterien für die Erstellung von psychologischen Gutachten in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Zwar liegen von der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen fachlich verbindliche Richtlinien für die Erstellung psychologischer Gutachten vor (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994), und in der einschlägigen Gutachtenliteratur (z.b. Westhoff & Kluck, 2008; Salzgeber, 2011) werden diese Vorgaben expliziert. Die Befolgung dieser Richtlinien liegt mangels rechtlicher Vorgaben aber im Ermessen der einzelnen psychologischen Sachverständigen und sie ist für das Familiengericht fachlich auch nur eingeschränkt nachvollziehbar. Dementsprechend ist unklar, inwieweit psychologische Gutachten in der Praxis den fachlich verbindlichen Qualitätsstandards entsprechen. Die Einhaltung dieser Standards ist aber unabdingbar, um Verfahrensgerechtigkeit und damit die Gleichstellung aller Bürgerinnen und Bürger vor dem Familiengericht zu gewährleisten und materielle (z.b. Zweitgutachten) sowie ideelle (z.b. psychische Beeinträchtigungen) Folgekosten von nicht fachgerechten psychologischen Gutachten zu verhindern (Rohmann, 2008). 2.2 Forschungsstand Ein psychologisch-diagnostisches Gutachten ist ein Bericht über die Beantwortung von konkreten Fragestellungen, die eine Person oder eine Gruppe von Personen be-

4 4 treffen. Die Antwort kommt durch Anwendung wissenschaftlich anerkannter Methoden und Kriterien nach feststehenden Regeln der Gewinnung und Interpretation von Daten zustande. Der zur Beantwortung der Fragestellung führende diagnostische Prozess wird transparent und nachvollziehbar dargestellt. Er umfasst die Herleitung psychologischer Fragen, die Auswahl und Anwendung von Erhebungsmethoden, die Darstellung und Interpretation der Ergebnisse sowie die Beantwortung der Fragestellung(en). (DGPs, 2011, S. 4). Fragestellungen familienrechtspsychologischer Gutachten beziehen sich insbesondere auf psychologische Aspekte der rechtlichen Regelung der elterlichen Sorge, des Umgangs des Kindes mit den Eltern oder anderen Personen, Aspekten der Kindeswohlgefährdung und/oder Einschätzungen der Auswirkungen der Risiko- oder Schutzbedingungen des Kindes (Salzgeber, 2011). Sowohl in den direkt beteiligten Fachdisziplinen (Rechtswissenschaften und Psychologie) als auch in der Öffentlichkeit sind familienrechtspsychologische Gutachten und ihre (mangelnde) Qualität wiederholt Gegenstand von kritischen Diskussionen, meist ausgelöst durch Fälle, in denen einer gutachterlichen Empfehlung gefolgt wurde und dadurch gravierende negative Konsequenzen für die Beteiligten, vor allem für die betroffenen Kinder, entstanden (zu aktuellen Medienberichten siehe z.b. FAS, ; PANORAMA, ; SZ, ; ZDFzoom, ). Substantiierte wissenschaftliche Schlussfolgerungen zur Qualität psychologischer Gutachten an Familiengerichten können derzeit allerdings nicht getroffen werden, da im deutschsprachigen Raum kaum systematische Untersuchungen zu diesem Thema vorliegen. Der relative Mangel an empirisch belastbaren Befunden zur Qualität von familienrechtspsychologischen Gutachten steht in erheblichem Kontrast zu Studien zur Güte von Expertisen in anderen Rechtsbereichen. Beispielsweise liegen für die Begutachtung von Sexualstraftätern (vgl. z.b. Häßler & Fegert, 2000; Schläfke et al., 2005; König, Schnoor, Auer, Rebernig, Schläfke & Fegert, 2005) sowie von jugendlichen und heranwachsenden Straftätern Untersuchungen zur Gutachtenqualität vor (vgl. Rotermann, Köhler & Hinrichs, 2009; Kraft, Köhler & Hinrichs, 2008), die erhebliche Qualitätsdefizite in der Begutachtungspraxis aufdecken konnten. Für die Bereiche der Schuldfähigkeits-, Prognose- und Aussagepsychologischen Begutachtung wurden im Rahmen der Rechtsprechung bereits Anforderungs- und Qualitätsstandards

5 5 formuliert (Boetticher et al., 2007a und 2007b; vgl. auch BGH 1 StR 618/98 - Urteil v. 30. Juli 1999). Letzteres fehlt für die familienrechtliche Begutachtung weitgehend. Die einzige uns bekannte systematische Untersuchung familienrechtspsychologischer Gutachten liegt bereits über zehn Jahre zurück (Klüber, 1998; Terlinden-Arzt, 1998). In dieser Untersuchung wurde eine repräsentative Stichprobe von 245 Gutachten aus insgesamt 77 Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Untersuchungsergebnisse deckten eine Reihe von Qualitätsdefiziten auf. So zeigte sich, dass in der Gesamtstichprobe lediglich in 27 % der Gutachten aus der gerichtlichen Fragestellung Psychologische Fragen ( Hypothesen ) abgeleitet wurden. Bei einem überwiegenden Teil der Gutachten konnte damit nicht eindeutig nachvollzogen worden, ob es sich beim gutachterlichen Vorgehen tatsächlich um einen durch wissenschaftliche Hypothesen geleiteten Prozess handelte oder um mehr oder weniger intuitive Erkenntnisakte (zur wissenschaftlichen Notwendigkeit des hypothesengeleiteten Vorgehens siehe Westhoff & Kluck, 2008, S. 35ff; auch Salzgeber, 2011, S. 541). Da die in die Untersuchungen von Klüber (1998) und Terlinden-Arzt (1998) einbezogenen Gutachten Anfang der 1990er Jahre erstellt wurden, lassen diese Daten keine Schlussfolgerungen auf die aktuellen Qualitätsstandards in der familienrechtspsychologischen Begutachtung mehr zu. Nichtsdestotrotz geben diese Befunde begründeten Anlass dafür, die aktuellen Standards in diesem Begutachtungsbereich systematisch zu untersuchen. 2.3 Ziele Ein übergeordnetes Ziel der vorliegenden Untersuchung bestand darin, anhand einer repräsentativen Stichprobe festzustellen, ob und inwieweit familienrechtspsychologische Gutachten wissenschaftlich formulierten Mindestanforderungen genügen. Die Untersuchung wurde im Rahmen eines vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (JM NRW) unterstützten, größeren Forschungsprojekts durchgeführt, in dem unterschiedliche Qualitätsmerkmale solcher Gutachten untersucht werden. Die Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) empfiehlt bei der Beurteilung der Qualität von Gutachten zwischen zwei Arten von Verstößen gegen Anforderungen zu differenzieren: Mängel bzw. Fehler beim methodisch-inhaltlichen Vorgehen und Defizite in der schriftlichen Darstellung, die in der Regel ohne erneute Untersuchung nach-

6 6 träglich korrigiert werden können (z.b. vergessene Unterschrift oder Datumsangaben etc.) (DGPs, 2011, S. 4-5). Gravierende Mängel beim methodisch-inhaltlichen Vorgehen machen ein Gutachten aus fachlicher Sicht unverwertbar und können auch nicht durch die Güte der schriftlichen Darstellung kompensiert werden. Die vorliegende Analyse konzentriert sich daher auf eine kriteriengeleitete Analyse des im Gutachten dokumentierten methodischen Vorgehens. Die Analysekriterien wurden aus den Richtlinien für die Erstellung Psychologischer Gutachten (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994) und den Empfehlungen der Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs, 2011) abgeleitet und anhand der Empfehlungen in fachlich einschlägigen Standardwerken konkretisiert (z.b. Krohne & Hock, 2007; Salzgeber, 2011; Westhoff & Kluck, 2008). Insgesamt wurden vier Prüfkriterien herangezogen, die sich wie folgt begründen: (1) Formulierung von Psychologischen Fragen: Wie bei wissenschaftlichem Handeln im Allgemeinen handelt es sich auch bei der Begutachtung um einen hypothesengeleiteten Prozess. Es besteht daher fachliche Übereinstimmung, dass der familienrechtspsychologische Sachverständige die gerichtliche Fragestellung in spezifische Psychologische Fragen ( Arbeitshypothesen ) übersetzen und diese im Gutachten explizit darstellen soll (DGPs, 2011, S. 7; Salzgeber, 2011, S. 541; Westhoff & Kluck, 2008, S. 35ff). Lautet beispielsweise der gerichtliche Auftrag zu klären, welche Umgangsregelung dem Kindeswohl angemessen ist, dann müsste zunächst eine psychologische Präzisierung des Begriffs Kindeswohl vorgenommen werden, um anschließend konkrete Untersuchungsfragen für den vorliegenden Fall zu formulieren (z.b. in Bezug auf die Bindung des Kindes an bestimmte Bezugspersonen, den Kindeswillen, die Erziehungsfähigkeiten der Bezugspersonen u.a., siehe hierzu z.b. Westhoff & Kluck, 2008, S. 47). (2) Begründung der Datenerhebungsverfahren: Die Auswahl der diagnostischen Verfahren muss aus den Psychologischen Fragen herleitbar und fachlich nachvollziehbar sein (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994; S. 11; DGPs, 2011, S. 9f.). Es besteht fachliche Übereinstimmung, dass nur Verfahren ausgewählt werden sollen, die geeignet sind, Erkenntnisse zur Beantwortung der psychologischen Fragen beizutragen. Bei der Auswahl der Verfahren sind die psychometrischen Gütekriterien zu beachten.

7 7 (3) Methodische Qualität der Datenerhebung: Ziel der diagnostischen Datenerhebung ist es, möglichst vollständig und unverzerrt die Informationen zu erheben, die für eine Beantwortung der Psychologischen Fragen notwendig sind. Bei der Beurteilung der Qualität der Datenerhebung sind daher insbesondere die Hauptgütekriterien, nämlich die Objektivität, Reliabilität und Validität der eingesetzten Datenerhebungsverfahren von Bedeutung (DGPs, 2011, S. 10, auch Westhoff & Kluck, 2008, S. 68, 86). Die Einhaltung dieser Gütekriterien ist unabdingbarer Bestandteil der wissenschaftlichen Datenerhebung, da nur über diesen Weg Urteilsfehler und Verzerrungen reduziert bzw. im Idealfall eliminiert werden können. (4) Methodenkritische Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse sind nach den wissenschaftlich-psychologisch gegebenen Regeln zu interpretieren. Dabei sind, soweit notwendig, Einschränkungen der Daten zu berücksichtigen, um Fehlschlüsse zu vermeiden (z.b. methodenabhängige Einschränkungen, Einschränkungen durch die Untersuchungsdurchführung) (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994; S. 11; DGPs, 2011, S. 12.). Bei den vorliegenden Prüfkriterien handelt es sich um Mindestanforderungen an die wissenschaftliche Fundierung des gutachterlichen Vorgehens (s. DGPs, 2011, S. 6f). Liegen diese Mindestanforderungen nicht vor, ist das Gutachten unverwertbar. 3. METHODE 3.1 Stichprobengewinnung, Datenschutz und Repräsentativität Das Projekt wurde vom Justizministerium des Landes Nordrhein Westfalen unterstützt. Am informierte das Referat für Justizforschung und statistik des JM NRW den Präsidenten des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm über das Forschungsprojekt und kommunizierte das Einverständnis des Ministeriums. Im Anschluss wurden 38 Amtsgerichte im OLG-Bezirk Hamm mit der Bitte angeschrieben, das Projekt durch die Bereitstellung anonymisierter psychologischer Gutachten zu unterstützen. Von den 38 angeschriebenen Amtsgerichten signalisierten 9 ihre grundsätzliche Kooperationsbereitschaft. Nach Vorgesprächen schloss die FernUniversität in Hagen mit vier Amtsgerichten Kooperationsverträge ab, die die Kooperationspflichten, den Datenschutz und die Verwertungsrechte regelten. Die Gutachten und die zugehörigen Beweisbeschlüsse wurden in den Amtsgerichten komplett anonymisiert. Die Anonymisierung wurde von Justizbediensteten vor der

8 8 Freigabe sorgfältig überprüft. Es wurden keine Namen von Sachverständigen, Richter/innen, Begutachteten, Verfahrensbeteiligten u.a. erhoben. Eine Weitergabe von sensiblen Daten an Dritte wurde ausgeschlossen. Die Empfehlungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis wurden konsequent umgesetzt. Die Publikation der Daten lässt keine einzelfall- oder personenbezogenen Rückschlüsse zu. Bis auf die wenigen Fälle, in denen die Akten im Umlauf waren, konnten sämtliche der von den vier Amtsgerichten in den Jahren 2010 und 2011 erhaltenen Gutachten lückenlos rekrutiert werden. Es handelt sich damit für diese Jahrgänge jeweils um Totalerhebungen, die repräsentativ für das jeweilige Amtsgericht sind. Zwei der Amtsgerichte befinden sich in Großstädten mit einer Einwohnerzahl über Einwohner; zwei der Amtsgerichte befinden sich in Klein- bzw. Mittelstädten mit einer Einwohnerzahl unter Einwohner. 3.2 Kategoriensystem Zur inhaltsanalytischen Auswertung wurde ein Kategoriensystem entwickelt, dass sich in zwei Teile untergliedert. Der erste Teil beinhaltet formale Kriterien zur Beschreibung der Gutachten und des Beweisbeschlusses (z.b. gerichtliche Frage, Verfahrensgegenstand). Der zweite Teil beinhaltet Einzelkriterien zur Beurteilung inhaltlich-methodischer Aspekte des Gutachtens. Diese Einzelkriterien wurden aus den Richtlinien für die Erstellung Psychologischer Gutachten (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen, 1994) den Empfehlungen der Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs, 2011) abgeleitet und anhand der Empfehlungen in fachlich einschlägigen Standardwerken konkretisiert (z.b. Krohne & Hock, 2007; Salzgeber, 2011; Westhoff & Kluck, 2008). Das endgültige Kategoriensystem wurde nach Probedurchläufen festgelegt, in denen zunächst insgesamt fünf unabhängige Beurteiler das Kategoriensystem zur Auswertung von fünf Gutachten verwendeten. Zur Prüfung der Reliabilität des Kategoriensystems wurde Krippendorff s Alpha berechnet (Wirtz & Caspar, 2002). Der erzielte Wert von.75 war zufriedenstellend (Krippendorff, 2010). Auf der Grundlage einer systematischen inhaltlichen Prüfung wurden einzelne Kategorien modifiziert. Qualifi-

9 9 zierende sprachliche Begriffe, die sich zur Beurteilung einiger Teilaspekte als notwendig herausgestellt hatten, wurden anhand von konkreten Beispielen definiert. Das abschließende Kategoriensystem kann von den Autoren bezogen werden. Die inhaltlichen Kategorien wurden mit Blick auf unterschiedliche Fragestellungen des übergeordneten Forschungsprojekts formuliert. Die vorliegende Auswertung bezieht sich ausschließlich auf die Kategorien, die zur Beurteilung der oben spezifizierten Prüfkriterien notwendig waren. Für alle diese inhaltlich-methodischen Kriterien liegen für jedes Gutachten die Auswertungen von zwei unabhängigen fachlich geschulten Beurteilern vor. Drei Beurteiler hatten einen Diplom-/M.Sc.-Abschluss in Psychologie und eigene berufspraktische Erfahrung in der (rechts-)psychologischen Begutachtung. Zwei Beurteiler hatten einen B.Sc.-Abschluss in Psychologie und fertigen im Zusammenhang des Projekts ihre M.Sc.-Abschlussarbeit an. Jedes Gutachten wurde von mindestens einem Diplom-/M.Sc.-Psychologen beurteilt. Krippendorff s Alpha für die Beurteilungen über alle Gutachten beträgt.72. Für alle Gutachten wurden divergierende Einschätzungen in einem letzten Schritt der Datenaufbereitung im Konsensverfahren zwischen den beiden Beurteilern aufgelöst. 4. STICHPROBENBESCHREIBUNG 4.1 Stichprobenumfang Ausweislich der Beweisbeschlüsse wurden in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 125 psychologische Gutachten und eine psychologische Stellungnahme von den vier beteiligten Amtsgerichten in Auftrag gegeben. In 8 Fällen wurde statt des angeforderten Gutachtens eine psychologische Stellungnahme erstattet, in einem weiteren Fall wurde ein Kurzgutachten erstattet. Da im Fall von psychologischen Stellungnahmen und Kurzgutachten nicht alle formalen und inhaltlichen Bestimmungsmerkmale eines psychologischen Gutachtens vorliegen, wurden diese in der Auswertung nicht berücksichtigt. Die endgültige Stichprobe umfasst damit 116 psychologische Gutachten. Der Umfang dieser Gutachten variierte zwischen 10 und 137 Seiten, bei einem mittlerem Seitenumfang von 55,56 Seiten (SD = 27,35). 95 der Gutachten (82%) wurden von den beiden Amtsgerichten in Großstädten in Auftrag gegeben Verfahrensgegenstand 98 (84,5%) der Gutachten befassten sich ausweislich des Beweisbeschlusses mit der Beurteilung psychologischer Aspekte im Rahmen der Erst- oder Neuregelung der

10 10 elterlichen Sorge bzw. damit assoziierten Rechtsfragen (z.b. Regelung des Aufenthaltsbestimmungsrechts). 18 (15,5%) der Gutachten befassten sich ausschließlich mit der Beurteilung psychologischer Aspekte der Erst- oder Neuregelung des Umgangsrechts. Im Mittel wurden im Beweisbeschluss 2,44 gerichtliche Einzelfragestellungen formuliert, die mittels des Gutachtens beantwortet werden sollten (SD = 1,40, Minimum = 1 Frage, Maximum = 8 Fragen) Psychologische Sachverständige In 113 der insgesamt 116 Gutachten fanden sich auf dem Deckblatt Angaben zum akademischen Abschluss der psychologischen Sachverständigen. Demnach wurden 106 der psychologischen Gutachten (91,4%) von Diplom- oder M.Sc.-Psychologen erstellt, 41 davon von Psychologen mit Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten und/oder Kinder- und Jugendpsychotherapeuten. 36 der Gutachten wurden von promovierten Psychologen und 30 von Psychologen mit Zertifizierung zum Fachpsychologen für Rechtspsychologie BDP/DGPs erstellt. 7 Gutachten wurden von Nicht-Psychologen erstellt. Da die Namen und Adressdaten sämtlicher Sachverständigen vollständig anonymisiert wurden, können keine Aussagen über die Verteilung der Gutachten auf Einzelpersonen, Gemeinschaftspraxen oder gerichtspsychologische Institute getroffen werden. Genauso wenig kann festgestellt werden, ob und wie viele der ausgewerteten Gutachten von ein und demselben Sachverständigen verfasst worden sind. Aufgrund der gerichtlichen Praxis, Sachverständige wiederholt zu beauftragen, ist allerdings davon auszugehen, dass einzelne Sachverständige mehrere der rekrutierten Gutachten verfasst haben. Bei der Interpretation der im Folgenden dargestellten Befunde ist also zu beachten, dass sich sämtliche Daten auf die Gutachten als Analyseeinheit und nicht auf die Sachverständigen beziehen. Dementsprechend kann aufgrund dieser Daten ausschließlich geschlussfolgert werden, ob und wie viele Gutachten an den kooperierenden Amtsgerichten in den Jahren 2010 und 2011 fachliche Qualitätsstandards weitgehend erfüllen (oder nicht erfüllen). Aussagen darüber, wie viele der gerichtlichen Sachverständigen fachlich qualifizierte oder unqualifizierte Leistungen erbracht haben, sind aufgrund unserer Daten weder intendiert noch möglich.

11 Begutachtete Personen/Beziehungskonstellationen Die strittigen Rechtsfragen betreffen in der Regel Kinder und deren Eltern(teile) bzw. primären Bezugspersonen (z.b. Stief- oder Pflegeeltern) sowie die sich daraus ergebenden familiären Beziehungen. Aus den Gutachten geht hervor, dass in allen Fällen die leiblichen Elternteile/primären Bezugspersonen begutachtet wurden. In 112 (96,6%) von 116 Gutachten wurden zudem die Kinder begutachtet. 5. ERGEBNISSE Die inhaltsanalytische Auswertung bezieht sich auf folgende Prüfkriterien: (1) Herleitung psychologischer Fragen, (2) Begründung der Auswahl der Datenerhebungsverfahren, (3) Psychometrische Qualität der Datenerhebungsverfahren, (4) Berücksichtigung methodischer Einschränkungen bei der Interpretation der Untersuchungsergebnisse. Im Folgenden werden die Ergebnisse zu diesen Kriterien dargestellt. 5.1 Herleitung psychologischer Fragen Zur Beurteilung der Erfüllung dieses Kriteriums wurden aus den Empfehlungen der Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten (DGPs, 2011, S. 9) drei Fragen in das Kategoriensystem aufgenommen: Werden aus der gerichtlichen Fragestellung fachpsychologische Arbeitshypothesen (Psychologische Fragen) hergeleitet? Wenn ja: Erscheint die Herleitung der psychologischen Fragen hinreichend wissenschaftlich fundiert? Wenn ja: Werden aus den psychologischen Fragen Kriterien für die Beantwortung der gerichtlichen Fragen abgeleitet bzw. begründet? Die Beurteiler beantworteten diese Fragen für jedes Gutachten anhand der Alternativen ja oder nein. Zudem bestand die Möglichkeit zusätzliche Erläuterungen abzugeben, falls diese Alternativen zur Beurteilung ungeeignet erschienen. Herleitung psychologischer Fragen: Die Auswertungen ergaben, dass in 65 (56,0%) der Gutachten keine psychologischen Fragen aus der gerichtlichen Fragestellung hergeleitet wurden. In diesen Fällen begann das Gutachten typischerweise mit der Nennung der gerichtlichen Fragestellung und einer Darstellung der Vorgeschichte

12 12 die in der Regel, aber auch nicht immer, mit Verweis auf die Akten resümiert wurde. Anschließend wurden dann ohne Nennung konkreter Psychologischer Fragen direkt der Untersuchungsverlauf und/oder die Durchführung einzelner diagnostischer Verfahren bzw. deren Ergebnisse beschrieben. In den 51 Gutachten, in denen psychologische Fragen hergeleitet wurden, wurden im Mittel 8,75 Fragen formuliert (SD = 5,17, Minimum = 1 Frage, Maximum = 24 Fragen). Wissenschaftliche Fundierung: Westhoff und Kluck (2008, S. 44ff) haben detaillierte Leitlinien für eine wissenschaftlich-angemessene und gleichwohl adressatenorientierte Formulierung Psychologischer Fragen im Kontext der familienrechtspsychologischen Begutachtung ausgearbeitet. Ein wichtiges Kriterium ist, dass die Auswahl der [untersuchten] Merkmale kurz und allgemein verständlich mit einer Gesetzmäßigkeit oder Regelhaftigkeit im Verhalten begründet wird (ebd., S. 253; eigene Einfügung). Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten im Auftrag der DGPs beinhalten in ähnlichem Sinne die Forderung, dass die Herleitung der Psychologischen Fragen anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und anderer begründeter Annahmen erfolgt und im schriftlichen Gutachten expliziert dargestellt wird. Die Ausführlichkeit der Herleitung und der Begründung der Psychologischen Fragen im schriftlichen Gutachten richtet sich dabei nach dem Vorwissensstand des Adressaten (DGPs, 2011, S. 9). Unter Berücksichtigung der oben dargelegten Leitlinien/Empfehlungen galt das Kriterium der wissenschaftlichen Fundierung der Psychologischen Fragen in der vorliegenden Untersuchung als erfüllt, wenn im Kontext der Formulierung der Psychologischen Fragen mindestens einmal explizit auf psychologische oder weitere wissenschaftliche Erkenntnisse Bezug genommen wurde, um entweder psychologische Gesetzmäßigkeiten oder Regelhaftigkeiten zu beschreiben und/oder um die untersuchten Merkmale im psychologischen Sinne zu definieren (z.b. in Form einer Quellenangabe oder in Form der Nennung einer theoretischen Grundlage, vgl. Beispielgutachten zu Fragen des Sorgerechts und der Umgangsregelung im familienrechtlichen Verfahren in Westhoff & Kluck, 2008, S. 162). Von den 51 Gutachten, in denen psychologische Fragen formuliert wurden, erfüllten 24 (47,0% von 51) dieses Minimalkriterium; 27 (52,9% von 51) der Gutachten erfüllten dieses Kriterium nicht. In diesen Fällen blieb es damit unklar, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse - in Abgrenzung zu Alltagsannahmen oder Plausibilitäten der Formulierung der Untersu-

13 13 chungsfragen zugrunde lagen und/oder mit welcher Begriffsdefinition der Sachverständige operierte. Ableitung von Kriterien: Die Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten im Auftrag der DGPs konstatiert, dass für die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des gutachterlichen Vorgehens die Ableitung von Entscheidungskriterien für die Beantwortung der psychologischen Fragen notwendig sei (z.b. Ausprägungen der elterlichen Erziehungskompetenzen, Art der Bindung des Kindes; DGPs, 2011, S.9). Von den 51 Gutachten, in denen Psychologische Fragen formuliert wurden, erfüllten 28 (54,9% von 51) dieses Kriterium; 23 (45,1% von 51) erfüllte dieses Kriterium hingegen nicht (d.h. es wurde nicht dargelegt, welche Kriterien für die Beantwortung der Frage in der Untersuchung herangezogen wurden). Zwischenfazit: In 56,0% der Gutachten werden aus der gerichtlichen Fragestellung keine fachpsychologischen Arbeitshypothesen, also Psychologische Fragen, hergeleitet. In diesen Fällen ist damit nicht nachvollziehbar, ob und inwieweit es sich bei dem gutachterlichen Vorgehen um einen durch wissenschaftliche Hypothesen geleiteten Prozess oder um einen subjektiv-intuitiven Erkenntnisakt handelt. In über der Hälfte der Gutachten, in denen psychologische Fragen formuliert wurden, war trotz eines vergleichsweise moderaten Prüfkriteriums (Verweis auf eine (!) wissenschaftliche Quelle oder theoretische Grundlage) auch für psychologisch ausgebildete Beurteiler nicht nachvollziehbar, ob bei der Formulierung der Fragen auf psychologische oder weitere wissenschaftliche Erkenntnisse Bezug genommen wurde und welche dies waren. Eine Präzisierung fachlich und interdisziplinär mehrdeutiger und bereits alltagssprachlich konnotierter Begriffe wie beispielsweise bei Westhoff und Kluck (2008, S. 162) exemplarisch dargestellt erfolgte nur in einer Minderzahl der Fälle. Letzterer Sachverhalt ist insbesondere deshalb kritisch zu bewerten, da zentrale Begriffe, wie z.b. Bindung, Kindeswohl oder Erziehungsfähigkeit, je nach theoretischer oder fachlicher Provenienz mit unterschiedlichen Bedeutungen versehen sind. Zudem sind diese Begriffe auch bereits alltagssprachlich mit Bedeutungen belegt (z.b. mit normativen Vorstellungen), was eine präzise wissenschaftliche Definition dringend erforderlich macht. Auf die Gesamtzahl der Gutachten betrachtet, begründen ferner in nur 24% der Gutachten die hergeleiteten psychologischen Fragen die gutachterliche Entscheidungskriterien, anhand derer die Fragen beantwortet werden sollen.

14 Begründung der Auswahl der Datenerhebungsverfahren Für die Beurteilung der Erfüllung dieses Kriteriums wurden aus den Empfehlungen der Arbeitsgruppe Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten (DGPs, 2011, S. 9f) zwei Fragen abgeleitet: Wird die Auswahl diagnostischer Verfahren anhand der explizierten psychologischen Fragen begründet? (falls Fragen vorliegen) Wird die Auswahl der Verfahren methodisch begründet (mit Blick auf Gütekriterien)? Inhaltliche Begründung: Wie Westhoff und Kluck (2008, S. 167) ausführen, wird der Bezug zwischen den Untersuchungsmethoden und den Psychologischen Fragen dadurch erreicht, dass bei den Explorationen die jeweiligen Themen und bei den Verhaltens- und Interaktionsbeobachtungen die jeweiligen Aspekte, unter denen das Verhalten bzw. die Interaktion beobachtet werden sollen, im Gutachten genannt werden. Eine Bejahung der Frage nach der Begründung der Untersuchungsmethoden und Datenerhebungsverfahren erfolgte dementsprechend dann, wenn derartige Bezüge zu den Psychologischen Fragen bei der Beschreibung der Untersuchungsmethoden überwiegend vorlagen und die Nicht-Begründung eines Einzelverfahrens eher eine Ausnahme darstellte. Die Beurteiler beantworteten die Frage nach der Begründung der Verfahren durch Psychologische Fragen anhand der Alternativen überwiegend ja oder überwiegend nein. Zudem bestand die Möglichkeit, zusätzliche Erläuterungen abzugeben, falls diese Alternativen zur Beurteilung ungeeignet erschienen. Ob die Verfahrensauswahl durch die psychologischen Fragen begründet ist, lässt sich nur für die 51 Gutachten beantworten, in denen psychologische Fragen formuliert wurden. Bei 33 (64,7%) dieser Gutachten wurden die eingesetzten Verfahren nicht mit Bezugnahme auf die psychologischen Fragen begründet. In diesen Fällen folgte auf die Formulierung der psychologischen Fragen typischerweise bereits eine Beschreibung der Ergebnisse der eingesetzten Untersuchungsmethoden (nicht aber eine Begründung der Methode). Anders als bei Westhoff und Kluck (2008, S. 167) beispielhaft dargestellt war in diesen Fällen also nicht nachvollziehbar, in welchem Bezug die Untersuchungsmethode zu den Psychologischen Fragen stand. Insgesamt erfolgt damit in 85,5% der 116 Gutachten entgegen der geforderten Standards keine Begründung der Datenerhebungsmethoden und -verfahren anhand der Psychologischen Fragen.

15 15 Methodische Begründung: Bei der Auswahl der Untersuchungsverfahren sind gemäß den Empfehlungen der DGPs-Arbeitsgruppe die psychometrischen Gütekriterien zu beachten (DGPs, 2011, S. 9f). Allerdings muss sich die Ausführlichkeit der Beschreibung des Verfahrens (inklusive der Beschreibung der Gütekriterien) am Vorwissen des Adressaten orientieren. Es wäre also überzogen zu erwarten, dass jede Untersuchungsmethode bzw. jedes Datenerhebungsverfahren wie im Fall einer Forschungsarbeit üblich anhand der psychometrischen Gütekriterien charakterisiert wird. Tatsächlich zeigten die Analysen, dass nur in 8 Gutachten (6,9%) bei der Beschreibung der Untersuchungsmethoden/-verfahren die psychometrischen Gütekriterien zur Charakterisierung der Verfahren herangezogen wurden (z.b. Hinweise auf aktuelle Normwerte psychologischer Testverfahren enthielten). Zwischenfazit: In der überwiegenden Zahl der Gutachten (85,5%) wird die Auswahl der eingesetzten diagnostischen Verfahren anders als in der einschlägigen Literatur gefordert - nicht anhand der Psychologischen Fragen begründet. Dieser hohe Wert kommt zum einen dadurch zu Stande, dass bereits in 56,0% der Gutachten aus der gerichtlichen Fragestellung keine Psychologischen Fragen hergeleitet werden. Allerdings wurden auch in der Mehrzahl der Fälle, in denen Psychologische Fragen formuliert wurden, die gewählten Untersuchungsmethoden nicht in nachvollziehbarer Form mit diesen Fragen in Bezug gesetzt. In einem Großteil der Gutachten ist also nicht nachvollziehbar, ob und inwieweit für die Auswahl der Untersuchungsverfahren angemessene inhaltliche Kriterien eine Rolle gespielt haben oder ob die Auswahl der Verfahren in erster Linie auf der Basis individueller Präferenzen oder Routinen erfolgte. Psychometrische Gütekriterien wurden bei der Begründung der Auswahl der Untersuchungsmethoden/-verfahren nur äußerst selten erwähnt (in 6,9% der Gutachten). Anders als die inhaltliche Begründung von Untersuchungsverfahren, die in jedem Fall gegeben sein sollte, ist eine Darlegung der psychometrischen Qualität von Methoden (beziehungsweise von Einschränkungen der Qualität) nur dann angezeigt, wenn dies aufgrund der tatsächlich eingesetzten Untersuchungsverfahren notwendig ist. Wir werden daher auf diesen Befund zurückkommen, wenn wir die Ergebnisse zur psychometrischen Qualität der eingesetzten Methoden/Verfahren berichten. 5.3 Psychometrische Qualität der Datenerhebungsverfahren Datenerhebungsverfahren lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien klassifizieren (Krohne & Hock, 2007, S. 237). Für die folgenden Beurteilungen der psychometri-

16 16 schen Qualität der Datenerhebungsverfahren wurde ein vergleichsweise einfaches Einteilungsschema gewählt, das für das Ziel der vorliegenden Untersuchung jedoch hinreichend ist. Demnach wurde beurteilt, ob der Sachverständige relevante Daten durch Interviews im Sinne eines diagnostischen Explorationsgesprächs, durch geplante Verhaltensbeobachtungen und/oder durch psychologische Testverfahren erhob. Für jede Verfahrensklasse wurde anhand zusätzlicher Fragen die psychometrische Qualität des eingesetzten Verfahrens eingeschätzt Diagnostische Interviews (Explorationen) In der familienrechtspsychologischen Diagnostik kommt dem diagnostischen Interview (auch: Exploration) eine zentrale Rolle zu (z.b. Westhoff & Kluck, 2008). Die Forschungsliteratur liefert zahlreiche Belege dafür, dass ungeplante und/oder unzureichend vorbereitete (d.h. unsystematische) Interviews unvollständige, unzuverlässige und fehlerhafte Informationen produzieren (z.b. Krohne & Hock, 2007, S. 243f.). Für die psychometrische Qualität des diagnostischen Interviews spielt daher der Grad der Systematisierung eine herausragende Rolle. Ein zentraler Indikator für den Systematisierungsgrad ist, ob sich der Sachverständige bei der Durchführung des Gesprächs auf einen zuvor vorbereiteten Leitfaden stützt, in dem Inhalte und Vorgehensschritte spezifiziert werden, die zur Prüfung Psychologischer Fragen mittels des Gesprächs notwendig sind (Westhoff & Kluck, 2008, S. 87f). Zur Beurteilung der psychometrischen Qualität der Interviews beantworteten die Beurteiler für jedes Gutachten daher die folgenden Fragen: Werden Interviews eingesetzt? Wenn ja: Wird im Gutachten die Struktur eines nach psychologischen Themen aufgebauten Interviewleitfadens bzw. seine Inhalte beschrieben? (Oder ist dieser im Anhang einsehbar?) Wenn ja: Geht aus der Dokumentation die systematische Abarbeitung eines nach psychologischen Themen strukturierten Leitfadens hervor? Die Beurteiler beantworteten diese Fragen anhand der Alternativen ja oder nein. Zudem bestand die Möglichkeit, zusätzliche Erläuterungen abzugeben, falls diese Alternativen zur Beurteilung ungeeignet erschienen. Als Minimalkriterium für die Bejahung der Fragen zur Verwendung eines Leitfadens, galt die Darlegung der Zielsetzungen, mit denen das Gespräch geführt wurde (d.h. Angaben darüber, welche Themen, zu welchem Zweck im Gespräch angesprochen wurden, vgl. Westhoff &

17 17 Kluck, 2008, S. 167) bzw. eine an diesen Zielsetzungen orientierte Dokumentation des Gesprächs im Untersuchungsbericht. Die Auswertungen zeigen, dass in allen Gutachten der Einsatz von Interviews dokumentiert wurde. Allerdings wurden in 107 (89,7%) der Gutachten keine Angaben dazu gemacht, warum bestimmte Themen im Gespräch angesprochen wurden und welche Psychologischen Fragen mit dem Gespräch eigentlich geprüft werden sollten. In 84 (72,4%) der Gutachten war auch anhand der Dokumentation des Interviews nicht erkennbar, mit welcher konkreten Zielsetzung das Gespräch geführt wurde. Tatsächlich bezog sich die Dokumentation der Interviews in diesen Fällen weitgehend auf subjektiv-verlaufsprotokollartig angelegte Schilderungen von Gesprächen des Sachverständigen mit einer Person (oder mehreren Personen gleichzeitig), die keine Rückschlüsse darauf zu ließen, dass mit dem Gespräch auf systematische und geplante Weise die zur Beantwortung Psychologischer Fragen notwendigen Informationen eruiert wurden. Zwischenfazit: In der überwiegenden Zahl der Gutachten (69,0%) ist weder aus der Verfahrensbeschreibung noch aus der Dokumentation der Verfahrensdurchführung hinreichend nachvollziehbar, dass es sich bei den dokumentierten Gesprächen um systematisch, geplante diagnostische Gespräche handelt, die dazu dienten, die Informationen zu eruieren, die für die Beantwortung Psychologischer Fragen notwendig sind. Im ungünstigsten Fall handelt es bei diesen Interviews um unsystematische oder rein intuitiv strukturierte Gespräche, deren psychometrische Qualität auf der Grundlage einschlägiger empirischer Forschung als zweifelhaft einzuschätzen ist (z.b. Krohne & Hock, 2007, S. 243f.) Verhaltensbeobachtung Hinsichtlich der Verhaltensbeobachtung lässt sich zwischen unsystematischer und systematischer Verhaltensbeobachtung unterscheiden (Krohne & Hock, 2007, S. 250f). Während die unsystematische Verhaltensbeobachtung der Alltagsbeobachtung gleicht, erfolgt im Fall der systematischen Beobachtung die Aufzeichnung und Auswertung nach einem zuvor bestimmten Plan (z.b. einem Beobachtungssystem/Kodierschema). Die Systematisierung der Verhaltensbeobachtung ist für die Beurteilung der methodischen Qualität von zentraler Bedeutung, da analog zur Planung und Systematisierung des Interviews mit zunehmender Systematisierung der Verhal-

18 18 tensbeobachtung die Objektivität, Reliabilität und Validität steigt (Greve & Wentura, 1995). Eine systematische Verhaltensbeobachtung setzt voraus, dass die Beobachtungssituation geplant ist und damit die Bedingungen der Beobachtungssituation durch die beobachtende Person vor Eintreten der Situation definiert wurden. Damit ist die Planung einer Verhaltensbeobachtung eine notwendige, jedoch nicht hinreichende Bedingung für eine systematische, kriteriengeleitete Beobachtung. Um Aufschlüsse über den Einsatz von Verhaltensbeobachtungen und deren Systematisierungsgrad zu erhalten, wurde von den Beurteilern jedes Gutachten anhand der folgenden Fragen beurteilt: Werden geplante (in Abgrenzung zu beiläufigen oder spontanen) Verhaltensbeobachtungen durchgeführt? Wenn ja: Wird im Gutachten ein Kategoriensystem beschrieben? (Oder ist es im Anhang einsehbar?) Wenn ja: Geht aus der Dokumentation hervor, dass bei der Registrierung des Verhaltens ein vorher spezifiziertes Kategoriensystem verwendet wurde? Die Beurteiler beantworteten diese Fragen für jedes Gutachten anhand der Alternativen ja oder nein. Zudem bestand die Möglichkeit, zusätzliche Erläuterungen abzugeben, falls diese Alternativen zur Beurteilung ungeeignet erschienen. Als Minimalkriterium für die Bejahung der Fragen zum Systematisierungsgrad galt die Darlegung der Zielsetzungen, unter denen das Verhalten beobachtet wurde (d.h. Angaben darüber, welche Aspekte des Verhaltens zu welchem Zweck beobachtet wurden, vgl. Westhoff & Kluck, 2008, S. 167) bzw. eine an diesen Zielsetzungen orientierte Dokumentation der Verhaltensbeobachtung im Untersuchungsbericht. Die Auswertungen zeigen, dass in 94 der 116 Gutachten (81,0 %) der Einsatz von geplanten Verhaltensbeobachtungen dokumentiert wurde (z.b. Beobachtungen der Interaktionen des Kindes mit den Eltern). Allerdings wurden in 91 dieser Gutachten (96,8% von 94) keine Angaben gemacht, die Aufschluss darüber geben, nach welcher Systematik Verhaltensaspekte beobachtet und registriert wurden. Weder wurde ein Beobachtungssystem/Kodierungsschema beschrieben, noch wurde überhaupt dargelegt, welche Aspekte des Verhaltens zu welchem Zweck beobachtet wurden. Auch aus der Dokumentation der Verhaltensbeobachtung ging nicht hervor, dass mit der Beobachtung auf systematische und geplante Weise die zur Beantwortung Psychologischer Fragen notwendigen Informationen eruiert wurden. Tatsächlich bezog

19 19 sich die Dokumentation der Verhaltensbeobachtungen in diesen Fällen weitgehend auf anekdotische Schilderungen von selektiven Verhaltenssequenzen, die keine Rückschlüsse auf ein systematisches und auf die Reduktion von Beobachtungsfehlern ausgerichtetes Vorgehen zuließ. Zwischenfazit: In 96,8% der Gutachten, in denen geplante Verhaltensbeobachtungen eingesetzt wurden, ist weder aus der Verfahrensbeschreibung noch aus der Dokumentation hinreichend nachvollziehbar, dass es sich bei den dokumentierten Verhaltensbeobachtungen tatsächlich um systematische Verhaltensbeobachtungen im wissenschaftlichen Sinne handelt. Im ungünstigsten Fall handelt es sich bei diesen Verhaltensbeobachtungen um rein intuitive Beobachtungsakte, deren psychometrische Qualität auf der Grundlage einschlägiger empirischer Forschung zu Wahrnehmungsund Urteilsfehlern in diagnostischen Situationen als zweifelhaft einzuschätzen ist (z.b. Greve & Wentura, 1995; Salzgeber, 2011, 570ff) Testverfahren und voll standardisierte Checklisten Um Aufschlüsse über den Einsatz psychologischer Testverfahren zu erhalten, wurde von den Beurteilern für jedes Gutachten registriert, ob im Rahmen der Datenerhebung psychologische Testverfahren (inklusive voll standardisierter Checklisten) eingesetzt wurden und, falls zutreffend, um welche Verfahren es sich dabei handelte. Als Einschränkung zu diesen Auswertungen ist anzumerken, dass in vielen Gutachten nur unzureichende Angaben zu den verwendeten psychologischen Testverfahren gemacht wurden. Dadurch blieb häufig unklar, um welche Auflage eines Tests es sich handelte. Für die vorliegenden Auswertungen wurden jeweils die Angaben zur aktuellsten Version herangezogen. Die Auswertungen zeigten, dass in 85 (73,3%) der 116 Gutachten Testverfahren (oder testähnliche Verfahren) eingesetzt wurden. Testverfahren lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien klassifizieren (z.b. Brähler, Holling, Leutner & Petermann, 2002). Für die Auswertungen wurden die Verfahren folgenden Kategorien zugeordnet: (1) Fragebögen/Screenings zur Erfassung familienbeziehungsrelevanter Eigenschaften und Einstellungen, (2) Klinische Testverfahren/Checklisten zur Diagnostik psychischer Störungen und Auffälligkeiten (Selbstbericht oder Fremdeinschätzung), (3) Entwicklungsdiagnostische Testverfahren, (4) Leistungstests zur Erfassung von Intelligenz und Aufmerksamkeit, (5) Persönlichkeitsstrukturtests und (6) projektive

20 20 Verfahren zur verdeckten Erfassung unbewusster Motive, Ängste, Wünsche. Im Folgenden werden die Ergebnisse für jede dieser Kategorien beschrieben. Die Kategorien sind dabei nach der Häufigkeit absteigend angeordnet. Projektive Verfahren: Verfahren aus dieser Kategorie wurden in 47 (55,3%) der 85 Gutachten eingesetzt, die Testverfahren (oder testähnliche) Verfahren dokumentieren. Damit werden projektive Verfahren im Vergleich zu Verfahren aus anderen Kategorien am häufigsten eingesetzt. Insgesamt wurden mehr als 17 projektive Verfahren dokumentiert. Die am häufigsten genannten Einzelverfahren (Einsatz in mehr als 3 Gutachten) waren mit 16 Nennungen die Familienpsychologische Wunschprobe von Wilde (1950), mit 14 Nennungen der Family-Relation-Test (FRT) von Bene und Anthony (1957), mit 14 Nennungen der Schloss-Zeichen-Test (o.a. und o.j.), mit jeweils 6 Nennungen der Kinderapperzeptionstest (CAT) von Bellak und Bellak (1955), der Fabel-Test von Düss (1964), der Familie-in-Tieren Test (FIT) von Brem-Gräser (1995) und mit 5 Nennungen der Sceno-Test von von Staabs (2004). Zusätzlich wurden zahlreiche Varianten von Satzergänzungs- oder Geschichtenergänzungsverfahren als Testverfahren benannt. Persönlichkeitsstrukturtests: Testverfahren aus dieser Kategorie wurden in 26 (30,5%) der 85 Gutachten eingesetzt, die Testverfahren dokumentieren. Insgesamt wurden 9 Einzelverfahren dokumentiert. Die am häufigsten eingesetzten Einzelverfahren (Einsatz in mehr als 3 Gutachten) waren mit 6 Nennungen die Hamburger Neurotizismus- und Extraversionsskala für Kinder und Jugendliche (HANES-KJ) von Bugge und Baumgärtel (1975) und mit 5 Nennungen das Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI-2) in der Übersetzung durch Engel (2000). Klinische Testverfahren zur Diagnostik psychischer Störungen und Auffälligkeiten: Testverfahren aus dieser Kategorie wurden in 21 (24,7%) der 85 Gutachten eingesetzt, die die Verwendung von Testverfahren dokumentieren. Insgesamt wurden 10 Einzelverfahren dokumentiert. Die am häufigsten eingesetzten Einzelverfahren (Einsatz in mehr als 3 Gutachten) waren mit 9 Nennungen der Elternfragebogen für das Verhalten von Kindern (CBCL 4-18) der Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist (1998), und mit 4 Nennungen der Fragebogen für Jugendliche (YSR/ 11-18) der Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist (1998).

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