CURAVIVA Weiterbildung «Weichen stellen» Zusammenarbeit zwischen Institutionsleitungen und Trägerschaften

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1 CURAVIVA Weiterbildung «Weichen stellen» Zusammenarbeit zwischen Institutionsleitungen und Trägerschaften Referat: Biagio Saldutto, QUALIS evaluation GmbH 8. Februar 2013

2 Übersicht Vorstellung Sicht der Institutionsleitungen der Alterspflege (Umfrage 2010) Sicht der Trägerschaften (Gruppeninterviews 2012) Fazit Ihre Fragen

3 Vorstellung QUALIS evaluation GmbH (seit 2004) Unabhängige Firma für Sozialforschung und Qualitätssicherung Qualitätsmessungen im Gesundheits / Sozialwesen (Alterspflege, Spitäler, Spitex, Behinderteninstitutionen) Zufriedenheitsbefragungen für Institutionen der Alterspflege (Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende, Lebensqualitäts Messung bei Menschen mit Demenz) Seit 2008 nationale Umfragen bei Institutionen der Alterspflege

4 Übersicht Einführung Sicht der Institutionsleitungen der Alterspflege (Umfrage 2010) Sicht der Trägerschaften (Gruppeninterviews 2012) Fazit Ihre Fragen

5 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Methode Methode: schriftliche onlinebasierte Umfrage mit einem Reminder nach 3 Wochen Befragungszeitraum: April Mai 2010 Stichprobe: 1130 Kaderpersonen von Institutionen der Alterspflege der Deutschschweiz 480 antwortende Kaderpersonen Rücklauf: 42% Grosses Interesse > Resultate zeigen auch für Institutionen im Jugend, Behindertenbereich interessante Tendenzen auf

6 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Stichprobe Regionale Verteilung

7 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Stichprobe Grösse der Institutionen

8 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Stichprobe Trägerschaftstypen

9 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Zusammenarbeit Zufriedenheit insgesamt mit Zusammenarbeit Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit Ihrer Trägerschaft insgesamt? 80% 66% 60% 40% 20% 19% 13% 0% 2% 1% Gut Eher gut Teils, teils Eher schlecht Schlecht 15%

10 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Zusammenarbeit Zufriedenheit insgesamt mit Zusammenarbeit: nach Institutionsgrösse 100% 80% 60% 40% 20% 0% 65% 18% 16% 68% 22% 10% 63% 18% 18% 68% 13% 19% <50 Plätze (98) Plätze (N=106) Plätze (N=74) >120 Plätze (N=41) Gut Eher gut Teil, teils / Eher schlecht / Schlecht

11 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Zusammenarbeit Zufriedenheit insgesamt mit Zusammenarbeit: nach Trägerschaftsform 100% 80% 60% 40% 20% 0% 70% 16% 14% 55% 23% 21% 69% 16% 15% 73% 22% 5% 69% 19% 12% Stiftung Gemeinde-V. Verein AG G-Verbund Gut Eher gut Teil, teils / Eher schlecht / Schlecht

12 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Zusammenarbeit Anteil hohe Zufriedenheit: AG: 73% Stiftung: 70% Verein: 69% Gemeinde Verbund: 69% Gemeindeverwaltete Institutionen: 55%

13 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Beschreibung der Gremiums Durchschnittliche Grösse: 7.4 Mitglieder

14 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Grösse des Gremiums Eher grosse Gremien: Vereine: eher viele Mitglieder (82%: >7 M.) Stiftungen: eher viele Mitglieder (73%: > 7 M.) Eher kleine Gremien: Gemeindeverwalt. Instit.: eher wenige Mitglieder (37%: >7 M.) AG: eher wenige Mitglieder (16%: >7 M.)

15 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Berufliche Erfahrung des Gremiums Berufliche Erfahrungen: Anteil mit mind. 1 Person (%)

16 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Berufliche Erfahrung des Gremiums Aktiengesellschaften: 85% (alle Bereiche) + BWL, U Führung, Personalführung, Pflege, Marketing, Qualität Stiftungen: 84% + BWL, Juristische Personen, Pflege, U Führung, Bau, Pflege Vereine: (78%) + BWL, Bau, Qualität Gemeindeverwaltete Institutionen : (74%) + Politik, Marketing

17 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Kompetenzprofile Klar definierte Kompetenz & Anforderungsprofile AG: 67% Stiftung: 57% Verein: 46% Gemeindeverwaltete Institutionen: 46%

18 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Auswahlverfahren Geregeltes Auswahlverfahren AG: 79% Stiftung: 74% Gemeindeverwaltete Institutionen: 70% Verein: 52%

19 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Konstitution des Gremium Offene Bemerkungen Die Interessen der politischen Gemeinden sind zu stark vertreten. Es wird nicht nach den Bedürfnissen einer Institution ausgewählt, sondern jede politische Gemeinde hat das Anrecht auf 5 Delegierte [3 Gemeinden x 5] Institutionsleitung, Plätze, Trägerschaft: Gemeinde

20 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Strukturelle Kriterien Zusammenfassung pro Trägerschaftstyp Grösse Berufserfahrung Stabilität Kompetenzprofile Geregelte Auswahl Zufriedenheit mit ZA (gut) AG % Stiftung % Verein ++ 69% Gemeinde 55%

21 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Weiche Kriterien Auswertung der folgenden Fragen: ja, völlig ja, eher zum teil eher nicht gar nicht Anteil Antworten % -> mehrheitliche Erfüllung

22 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Weiche Kriterien

23 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Weiche Kriterien Stiftung Gemeinde AG Stiftung AG Gemeinde, Verein

24 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Weiche Kriterien Zusammenfassung pro Trägerschaftstyp Annerkennung Fachliche Unterstützung Mitbestimmung Engagement für Heim Zufriedenheit mit ZA (gut) AG % Stiftung % Verein % Gemeinde 55%

25 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Weiche Kriterien Für die Zusammenarbeit zwischen Institutionsleitung und Trägerschaft gibt es verschiedene Formen, hier ein paar Bemerkungen von Institutionsleitungen: Das Verhältnis, das auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert, ist für beide Seiten sehr wertvoll. Institution, Kanton St.Gallen, Aktiengesellschaft

26 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Weiche Kriterien Offene Bemerkungen Die Trägerschaft ist froh, wenn das Heim gut "läuft" und sie nicht allzu viele Probleme haben, da alle Mitglieder selber genügend beruflich engagiert sind. Die Mitglieder haben sehr Vertrauen in mich und schätzen die Arbeit. Manchmal merken sie aber nicht, dass ich z. T. an die Grenzen komme. Institution, Kanton St.Gallen, Trägerschaft: Gemeinde

27 Sicht der Institutionsleitungen Umfrage 10: Weiche Kriterien Offene Bemerkungen Die Trägerschaft kennt, bzw. versteht die Probleme an der Front nicht, da sie sich nie im Heimalltag engagiert haben. Sie diskutieren Sachen die total realitätsfremd sind und stellen immer wieder Fragen, die ihr Unwissen beweisen. Heim, Kanton Zürich, Stiftung

28 Hinweise aus der Literatur Zusammenarbeit in NPO Stiftungszweck und wirtschaftlicher Druck (AG) erhöhen Motivation/Druck auf Strategien, Zieldefinition Ziele/Strategien bewirken: klare Schnittstellen, Anforderungsprofile, Leistungsaufträge, Planungsinstrumente, etc. Ziele/Strategien als Motor für Effektivität, Effizienz: > klare Strukturen/Instrumente fördern diese Annahme: Strategien > klare Strukturen > verbesserte Zusammenarbeit zw. Leitung und Trägerschaften

29 Hinweise aus der Literatur Vergleich mit online Umfrage Stiftungen & AG: klare Vorgaben > starke Strukturen > hohe Zufriedenheit > entspricht Annahme Gemeindeverwaltete Institutionen: weniger Vorgaben > schwache Strukturen > tiefe Zufr. > entspricht Annahme Vereine: weniger Vorgaben > eher schwache Strukturen > aber trotzdem hohe Zufriedenheit > entspricht Annahme nicht

30 Übersicht Einführung Sicht der Institutionsleitungen der Alterspflege (Umfrage 2010) Sicht der Trägerschaften (Gruppeninterviews 2012) Fazit Ihre Fragen

31 Sicht der Trägerschaften Gruppeninterviews 2012 Methode: halbstrukturiertes Gruppeninterview Befragungszeitraum: September 2013 Stichprobe: 13 Trägerschaftsvertretungen Die Gruppeninterviews erlauben Aussagen zur Vielfalt und Umfang der Erwartungen, aber lassen nur vage Schlüsse zu ihrer Gewichtung zu

32 Sicht der Trägerschaften Themen Erwartungen an Kompetenzen / Leitungsperson Erwartungen an Zusammenarbeit Erwartungen an eigene Trägerschaftsstrukturen

33 Sicht der Trägerschaften Erwartungen an die Institutionsleitungen Berufserfahrung Fachwissen Führungskompetenz Persönlichkeit (Einstellungen / Haltungen)

34 Sicht der Trägerschaften Erwartungen an die Institutionsleitungen «Harte» Kompetenzen «Weiche» Kompetenzen Pflege / Betreuung Interdisziplinäres Wissen Verhandlungswissen Berufserfahrung BWL Kaufmännisches Kompetenzen Kommunikations fähigkeiten Wissensbeschaffung Führungskompetenz Persönlichkeit QM Öffentlichkeitsarbeit / Marketing Organisationsgeschick

35 Sicht der Trägerschaften Erwartungen an die Institutionsleitungen Führungskompetenz Nachhaltige & konsistente Entscheidungen Konsistentes Verhalten Empathie Verantwortungsbewusstsein Gleichgewicht zwischen Bereichen Konflikte Führungskompetenzen / Persönlichkeit Realist Offenheit Kontaktfreudig Umgang mit unterschiedlichen Interessen Repräsentation / «Netzwerker» Diplomatie Überzeugungskraft Menschenfreund Persönlichkeit (Einstellungen / Haltungen)

36 Sicht der Trägerschaften Erwartungen an die Institutionsleitungen Fachwissen Erlernbar / personenunabhängig / delegierbar Berufserfahrung Führungskompetenz Persönlichkeit Disposition / Persönlichkeit Persönlichkeitsabhängige Faktoren scheinen wichtiger zu sein

37 Sicht der Trägerschaften Themen Erwartungen an Kompetenzen / Person der Leitung Erwartungen an Zusammenarbeit Erwartungen an eigene Trägerschaftsstrukturen

38 Sicht der Trägerschaften Erwartungen an die Zusammenarbeit Strukturen der Zusammenarbeit Spezifische Erwartungen an Institutionsleitungen Einbezug der Trägerschaft in Institution Aufgaben des/der Trägerschaftspräsidenten/in Beziehung zwischen Präsident/in und Leitung

39 Sicht der Trägerschaften Strukturen der Zusammenarbeit Stellenbeschreibungen mit Kompetenzregelung Es gibt klar definierte Informationsgefässe für Reporting an die Trägerschaft (Inhalt, Zyklus, Form) Sitzungsgefässe zur Besprechung operativer Geschäfte zwischen Institutionsleitung und Trägerschaftspräsidenten Gefässe für gemeinsame Strategieentwicklung Managementinformationssystem Informeller Rahmen für Beziehungspflege zwischen Institutionsleitung und Trägerschaft / Präsident

40 Sicht der Trägerschaften Spezifische Erwartungen an Institutionsleitungen Die Institutionsleitung entscheidet im operativen Bereich selbst Sie steht zu getroffenen Entscheidungen und setzt sie um Sie hält sich an Kompetenzbereich & Regelungen Sie bringt Visionen & Inputs für Strategieentwicklung ein Sie geht diskret mit Informationen aus der Trägerschaft um Sie ist loyal gegenüber allen Trägerschaftsmitgliedern Sie vertritt Entscheide der Institutionsleitung, ohne Verantwortung abzuschieben

41 Sicht der Trägerschaften Einbezug in Institution / Offenheit Die Institutionsleitung informiert zeitnah über ausserordentliche Ereignisse Sie stellt Unstimmigkeiten zur Diskussion Sie gibt dem Trägerschaftspräsidenten Einblick in den Institutionsalltag (z.b. Einladung zu Personalanlässen und Kadersitzungen) Sie lädt die Trägerschaftsmitglieder zu offiziellen Anlässen in der Institution ein

42 Sicht der Trägerschaften Aufgabe des Trägerschaftspräsidenten/In (TP) TP ist gut erreichbare Ansprechperson für Institutionsleitung TP berät die Institutionsleitung im operativen Bereich TP kennt sich in den operativen Geschäften aus TP hält seinen Kompetenzbereich ein und sorgt dafür, dass die Institutionsleitung nicht untergraben wird TP pflegt eine offene Kommunikation gegenüber der Institutionsleitung TP ist interessiert am Institutionsalltag TP gibt der Institutionsleitung die Möglichkeit zur Mitbestimmung in strategischen Fragen

43 Sicht der Trägerschaften Beziehung zwischen Präsident/in und Leitung Die «Chemie» zwischen Trägerschaftspräsident und Institutionsleitung stimmt Der Trägerschaftspräsident und die Institutionsleitung haben die gleiche Haltung / Führungskultur

44 Sicht der Trägerschaften Themen Erwartungen an Kompetenzen / Person der Leitung Erwartungen an Zusammenarbeit Erwartungen an eigene Trägerschaftsstrukturen

45 Sicht der Trägerschaften Trägerschaftsform und Führungsstruktur Einfache und schlanke Führungsstruktur Flexible Strukturen können den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden (z.b. Einsetzen von Fachkommissionen) Der Vorstand hat ausreichende Finanzkompetenz um kurzfristiges sofort entscheiden zu können Die Trägerschaft ist unabhängig und ohne politischen Einfluss

46 Fokusgruppen Trägerschaften Erwartungen an Vorstandsmitglieder Die Vorstandsmitglieder werden nach ihren Kompetenzen ausgesucht Die Vorstandsmitglieder haben Interesse an ihren Aufgaben und sind engagiert Es gibt konkrete Anforderungsprofile für die Vorstandsmitglieder Unterschiedlich diskutiert: Es gibt eine Alterslimite für die Vorstandsmitglieder Die «professionelle» Arbeit der Vorstandsmitglieder wird entschädigt

47 Fokusgruppen Trägerschaften Weitere Aufgaben des Trägerschaftspräsident/In Der Trägerschaftspräsident motiviert die Vorstandsmitglieder für ihre Arbeit Der Trägerschaftspräsident fordert die Verantwortungsübernahme der Vorstandsmitglieder ein Der Trägerschaftspräsident sorgt in der Trägerschaft für geeignete Führungs und Entscheidungsstrukturen

48 Übersicht Einführung Sicht der Institutionsleitungen der Alterspflege (Umfrage 2010) Sicht der Trägerschaften (Gruppeninterviews 2012) Fazit Ihre Fragen

49 Fazit Trägerschaften und Institutionsleitungen Es gibt unterschiedliche Meinungen zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit Häufiger Diskussionspunkt zwischen Trägerschaften und auch zwischen Institutionsleitungen ist die Aufteilung zwischen operativer und strategischer Ebene: flexible vs. rigide Zuordnung Gewisse Strukturen scheinen aber von allen als vorteilhaft angesehen zu werden: klare Anforderungsprofile für Trägerschaftsmitglieder kleine, effiziente Trägerschaftsstrukturen

50 Fazit Trägerschaften und Institutionsleitungen Insgesamt scheinen aber weiche Faktoren der Zusammenarbeit noch wichtiger zu sein Ein vertrauensvolles, wertschätzendes, konstruktives und unterstützendes Verhältnis zwischen Trägerschaft und Institutionsleitung, insbesondere mit dem Trägerschaftspräsidenten scheint von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sein Eine gemeinsame konsistente Haltung ist dabei eine wichtige Basis Die Zusammenarbeit ist Chance und Herausforderung zugleich für beide Seiten

51 Fragen Was sind Ihre Erfahrungen? Ihre Fragen?

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