IWW Studienprogramm. Vertiefungsstudium. Produktionsmanagement und Logistik. Lösungshinweise zur 3. Musterklausur

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1 Institut für Wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Weiterbildung GmbH Institut an der FernUniversität in Hagen IWW Studienprogramm Vertiefungsstudium Produtionsmanagement und Logisti Lösungshinweise zur 3. Musterlausur

2 1 Aufgabe 1: Erlären und beschreiben Sie die a) anunftszeit-, die 24 Punte a) 6 Punte b) 12 Punte c) 6 Punte b) bearbeitungszeit- und die c) terminorientierten Prioritätsregeln. Lösung zu Aufgabe 1: a) Zu den anunftszeitorientierten Regeln gehören: First in first out (FIFO): Der Auftrag, der als erster im Produtionsbereich eingetroffen ist, hat die höchste Priorität. Diese Regel wird auch als FASFS-Regel bezeichnet (First arrival at the shop first served). First come first served (FCFS): Es soll der Auftrag als nächster bearbeitet werden, der als erster an der entsprechenden Maschine eingetroffen ist und somit die längste Zeit in der Warteschlange verbracht hat. Im Gegensatz zur FIFO-Regel bezieht sich die FCFS-Regel also auf einzelne Betriebsmittel. b) Zu den bearbeitungszeitorientierte Regeln gehören: Kürzeste Operationszeit (KOZ): Es wird der Auftrag als nächster zur Bearbeitung ausgewählt, der die ürzeste Operationszeit von allen vor einer bestimmten Maschine wartenden Aufträgen für die unmittelbar bevorstehende Bearbeitungsoperation hat. Ziel ist es, möglichst viele Aufträge durchzuschleusen. Das Gegenstüc zu KOZ ist die Reihenfolgeermittlung nach der längsten Operationszeit (LOZ). Diese Regel, die die Aufträge mit den längsten Bearbeitungszeiten bevorzugt, wird in der Literatur durchweg als ungünstig bezeichnet. Kürzeste Restoperationszeit bzw. Restbearbeitungszeit (KRB): Derjenige Auftrag in der Warteschlange mit der leinsten Summe der Operationszeiten, die noch bis zur Fertigstellung des Auftrages anfallen, erhält die höchste Priorität. Durch diese Vorgehensweise werden vor allem bereits weit fortgeschrittene Fertigungsaufträge beschleunigt. Geringste Anzahl der Restoperationen (Regel der wenigsten noch auszuführenden Arbeitsgänge, WAA): Die höchste Priorität wird dem vor einer Maschine wartenden Auftrag zugewiesen, der die geringste Anzahl an noch durchzuführenden Operationen aufweist.

3 2 c) Folgende terminorientierte Prioritätsregeln lassen sich aufführen: Frühester Fertigstellungstermin bzw. frühester Liefertermin: Die höchste Priorität wird dem vor einer Maschine wartenden Auftrag zugewiesen, der den frühesten Fertigstellungs- bzw. Liefertermin aufweist. Minimale Schlupfzeit (SLACK, SZ-Regel): Derjenige Auftrag wird aus der Warteschlange zur Weiterbearbeitung als erster ausgewählt, dessen Differenz zwischen Fertigstellungstermin und atuellem Zeitpunt abzüglich der Summe der Restbearbeitungszeiten (Schlupfzeit) minimal ist.

4 3 Aufgabe 2: a) Berechnen Sie basierend auf den nachfolgenden Bedarfen die optimalen Losgrößen mit Hilfe des SILVER-MEAL-Verfahrens. 35 Punte a) 15 Punte b) 12 Punte c) 8 Punte Monat Bedarf (in ME) Pro Rüstvorgang fallen Kosten in Höhe von 180 GE an. Die Lagerosten betragen 0,2 GE pro ME und Monat Für die in einem Monat produzierten Stüce fallen in diesem Monat noch eine Lagerosten an. b) Vergleichen Sie das Ergebnis mit der optimalen Losgröße nach HARRIS. Der Gesamtbedarf ist 1200 ME. c) Welche grundlegenden Unterschiede lassen sich zwischen den beiden Verfahren feststellen? Gehen Sie bei Ihrer Antwort insbesondere auf die produzierten bzw. bestellten Mengen und den Planungszeitraum ein. Lösung zu Aufgabe 2: a) , Erstes Los , , dect 104 die Bedarfe der 3 3 Perioden 1 bis , , , , , , , Zweites Los dect die Bedarfe , 2210 der Perioden 5 und Nach dem SILVER-MEAL-Verfahren werden 2 Lose gebildet, und zwar nach der p p, p folgenden Politi: Monat

5 4 Produtionsmenge b) (vereinfacht) * 2cx Q 600 lt 0, 26 h * x * Q 600 c) Beim HARRIS-Modell werden feste Mengen (gesamter Zeitraum) und ein ontinuierlicher Lagerabgang angenommen, wogegen beim SILVER-MEAL- Verfahren onrete Bedarfe für die einzelnen Perioden vorliegen. Bei beiden Verfahren entstehen 2 Lose, würde man die onreten Bedarfe auf das HARRIS-Modell anwenden, würden Fehlmengen entstehen. Bei einem abnehmenden Bedarf önnten sich bei der Nutzung von HARRIS auch große Lagerbestände anhäufen.

6 5 Aufgabe 3: Der Reifenhersteller Slix benötigt für seinen neuen Premium-Geländereifen Staub und Drec pro Monat (30 Tage) t Gummi einer bestimmten Qualität. Lieferant N liefert den Rohstoff aus Norwegen zu einem Tonnenpreis von 300. Der Lagerostensatz wurde zu 18 pro Tonne und Monat ermittelt. Zusätzlich fallen pro Bestellvorgang Kosten in Höhe von 270 an. 31 Punte a) 3 Punte b) 10 Punte c) 11 Punte d) 7 Punte a) Erläutern Sie, welche Kostenarten für die Bestimmung der optimalen Bestellmenge entscheidungsrelevant sind. b) Ermitteln Sie nun die optimale Bestellmenge bei Lieferant N aus Norwegen. Wie hoch sind in diesem Fall die Gesamtosten (Beschaffungs- und Lagerhaltungsosten)? c) Zwei neue Lieferanten, Lieferant S aus Schweden und Lieferant F aus Finnland, möchten hingegen einfach zu handhabende Bestellungen, um ihren Verwaltungsaufwand zu verringern. Sie unterbreiteten dem Unternehmen deshalb folgende Angebote: (S) Preis je Tonne Gummi: 295 bei einer Bestellung von 750 Stüc. (F) Preis je Tonne Gummi: 290 bei einer Bestellung von 1000 Stüc. Berechnen Sie für beide Angebote jeweils die anfallenden Beschaffungs-, Lager und Gesamtosten! (Hinweis: Lagerostensatz und bestellfixe Kosten gelten ebenfalls wie oben angegeben!) d) Vergleichen Sie die Kosten einer Bestellung bei den Lieferanten S und F mit denen, die bei einer Bestellung beim Lieferanten N auftreten. Welches Angebot sollte das Unternehmen letztendlich annehmen und welche Bestellmenge in Auftrag geben? Was fällt Ihnen in diesem Fall zum Verhältnis zwischen den unterschiedlichen Kostentreibern auf, welcher erhält hier größte Bedeutung und warum?

7 6 Lösung zu Aufgabe 3: a) Für die Bestimmung der optimalen Bestellmenge sind folgende Kostenarten wichtig: Lagerosten und Beschaffungsosten. b) q* 2cx, hier: T=30 Tage, x=12.000, c=270, l=2/30 lt q* 600, h * x 20 * q Gesamtosten bei Lieferant N: 1 Kges( Norwegen) KBeschaffung KLager hc px Tq l c) 1 Kges KBeschaffung KLager hc px Tq l wobei für (S) bei q=750, 2 h=16 und p=295 und für (F) bei q=1000, h=12 und p= K ges( Schweden) K ges( Finnland ) d) < < also ist Lieferant F mit seinem Angebot die ostengünstigste Alternative. Der Reifenhersteller wird daher 12 x 1000 Einheiten bestellen. Durch die verhältnismäßigen geringen Bestell- und Lagerosten aber die sehr große Bestellmenge ist vor allem der Preis die ausschlaggebende Rolle. Somit ann eine leine Preisanpassung die Lieferantenwahl obsolet machen.

8 7 Aufgabe 4 Erlären Sie die Ziele und die einzelnen Bestandteile des so genannten Lean Managements bzw. der Lean Production. 30 Punte Lösung zu Aufgabe 4: Ziele: Verminderung der Gemeinosten ürzere Entscheidungswege o erhöhte Reationsfähigeit in Beschaffung, Prodution und Absatz Erhöhung der Produtivität Erhöhung der Qualität o durch verbesserte Motivation der Mitarbeiter Bestandteile des Lean Managements bzw. der Lean Production: Just-in-Time-Konzept Prodution und Lieferung in leinen Losen Bereitstellung von Materialien nach dem Supermartprinzip Die fehlenden Teile werden neu hinzugefügt, sobald eine Lüce erannt oder ein Mindestbestand unterschritten wird Modular Sourcing Zulieferung von omplexen Vorproduten Verringerung der Fertigungstiefe Senung der Verwaltungs- und Steuerungsativitäten Single Sourcing/Double Sourcing Reduzierung der Anzahl der Zulieferer Für jede Vorprodutart ein (single) oder zwei (double) Zulieferer Verminderung der Zuliefereranzahl entlastet die Betreuungs- und Verwaltungsapazitäten Forderung von geringeren Einstandspreisen von verbleibenden Zulieferern Global Sourcing Ausweitung der Beschaffungsativitäten auf globale Ebene o Senung der Einstandspreise o Verbesserung der Qualität Regionale Anordnung wesentlicher Zulieferwere in der Nähe des Abnehmers Total Quality Management Verminderung des Umfangs der Nachbearbeitungen durch steigende Qualität Senung der Nachbearbeitungsosten Steigerung der Kundenzufriedenheit Minderung möglicher Kosten (Strafen oder Schadenersatz) aufgrund von Qualitätsmängeln

9 8 Abbau der Hierarchien Steigerung des Verantwortungsbewusstseins und der Motivation der Mitarbeiter Stärere Nutzung des Wissens der Mitarbeiter vor Ort Verürzte Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse Gruppenarbeit Selbstregulierung der Gruppe Geringerer Steuerungsaufwand Humanisierung der Arbeit Stärere Motivation durch wechselnde Tätigeiten

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