Chancen und Risiken von Lean Production

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1 Betriebsräte-Seminar Chancen und Risiken von Lean Production Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten des Betriebsrats vom 23. bis 26. September 2012 Bochum Seite 1

2 Nachdem in den vergangen Jahren Lean Production eher randständig thematisiert wurde und Tendenzen zur Re-Taylorisierung zu beobachten waren, hat das Thema wieder Konjunktur. Inzwischen experimentiert wieder eine Vielzahl von Unternehmen mit anderen Arbeitsformen, die eine echte Alternative zu den klassischen Prinzipien des Taylorismus darstellen. Die meisten Firmen orientieren sich dabei an den Prinzipien des Ursprungsmodells, dem Toyota Production System, welches Ausgangspunkt der Lean Production -Diskussion der 90er-Jahre war und entsprechend den Besonderheiten der eigenen Organisationsstrukturen und Marktanforderungen adaptiert und angepasst werden muss. Diese Reorganisationsstrategien werden heute auch unter dem Begriff Ganzheitliche Produktionssysteme gehandelt. Dabei wird im Kern die Organisation des Unternehmens hin zu flacheren Hierarchien entwickelt ( Lean Production ) und eine Einbindung der Mitarbeiter systematisch organisiert: Es gilt, mehr indirekte Aufgaben auf die Beschäftigten in Produktion und Montage zu übertragen und durch entsprechende Qualifizierungen und mehr Verantwortung und Eigeninitiative KAIZEN (kontinuierliche Verbesserungen, KVP ) zu initiieren. Ziel ist es, Verbesserungspotenziale zu heben und diese für höhere Produktivität und Effizienz zu nutzen. Als Ergebnis hat nicht nur das Unternehmen einen positiven Nutzen: Im Interesse der Beschäftigten lohnt es sich allemal, wenn sich die betriebliche Interessenvertretung nicht nur aktiv beteiligt: Die Erfahrung zeigt, dass sich derartige Veränderungsprozesse gegen den Widerstand oder abwartendes Verhalten der Betriebsräte auf Dauer nicht erfolgreich etablieren lassen. Es gilt, die Belegschaft für derartige Veränderungsprozesse gemeinsam zu gewinnen, erzielte wirtschaftliche Vorteile über Kennzahlen transparent zu machen und auch angemessen zu teilen. Aufgrund der sehr sensiblen Akzeptanzfrage bei den Beschäftigten bestehen gerade für Betriebsräte enorme Chancen, mit einer aktiven Beteiligung Projekte positiv zu beeinflussen und auch eine Akzeptanz für Veränderungen zu fördern und sicherzustellen. Dabei kann auch aus den Fehlern vieler Projekte gelernt werden, welche die zentrale Frage einer adäquaten Entlohnung (wie wird qualifiziert und reorganisiert und darauf aufbauend eingruppiert, wie wird die zusätzliche Leistung vergütet?), ausgeklammert hatten und oft gerade deswegen gescheitert sind. Der Betriebsrat kann politisch durch Überzeugungsarbeit und mit seiner Mitbestimmung nach BetrVG gestaltend und auch absichernd eingreifen und für das Unternehmen und die Beschäftigten perspektivische Betriebsvereinbarungen durchsetzen. Seite 2

3 Anreise bis 18:00 Uhr gemeinsames Abendessen ab 18:30 Uhr Vormittags: Begrüßung, Organisatorisches, Fein-Absprache über Agenda, Inhalte und Schwerpunkte. Bericht des Betriebsrats über die heutige Organisationstruktur und Ablauforganisation, Marktsituation und Kundenbeziehungen (moderierte Aufarbeitung der IST-Situation): Heutige Kultur im Betrieb und Erwartungen an die Zukunft, Schematische Darstellung der Aufbau- und Ablauforganisation, momentane Hierarchiestrukturen und derzeitige Qualifikationsstrukturen, bisherige Vergütungssysteme (Grundentgelt, Entlohnungsmethoden). Regelungsinhalte und -umfang von ggf. abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen. Nachmittags: Arbeitsgruppen: Was ist oder soll Lean Management sein? (Text-Input, Film-Beispiel). Moderierte Diskussion: - Chancen und Risiken, - Ziele für die Beschäftigten, - Rolle des Betriebsrats, - welche Wege zu einer neuen Kultur?, - Zusammenfassung der Ergebnisse. Seite 3

4 Input: Warum reorganisieren? Schwerpunkte der Rationalisierungsdebatten der 80er- Jahre: - Technikorientierung nach dem Leitbild des Computer Integrated Manufacturing (CIM), - Automatisierungstechnik (menschenleere Fabrik) und angepasste IT-Systeme (PPS/BDE, ERP etc., - Prinzipien des Taylorismus und angepasste Qualifikationsstrukturen, - am Taylorismus orientierte Tarifverträge, - Gründe für das Scheitern von CIM. Die Entwicklung von Verkäufer- zu Käufermärkten (kundenspezifische Produktion) und Konsequenzen, Diskussion und Reflektion auf die bisherigen eigenen Organisationsstrukturen Nachmittags: Fortsetzung des Themas und Diskussion. Input und Diskussion: Die Lean Management -Diskussion der 90er-Jahre, Grundprinzipien und Elemente des Toyota Production- Systems, - Verschwendung (japanisch: Muda ) vermeiden, - Produkthaftungsgesetz von 1993, Grundlagen des Total Quality Managements (TQM) und diesbezügliche Tools, - KAIZEN, Problemlösungsstrategien und Seite 4

5 Werkerqualifizierung, - 5S-Methode, - zentrales PPS versus KANBAN (push- und Pull-Prinzip der Fertigungssteuerung) und angepasste IT- Strukturen (z.b. fertigungsnahe Leitstände), - Total Productive Maintenance (TPM), Kennzahlen und Informationsmanagement, - weitere Elemente von Lean Production. Betriebliche Beispiele für erfolgreiche Lean Production -Projekte, gemeinsame Bewertung (Film- Beispiele), Prinzipien von Team-, bzw. Gruppenarbeit, Vormittags: Input und Fortsetzung der Diskussion: Eingruppierungsproblematik bei flexiblen Arbeitssystemen und Möglichkeiten der Entgeltrahmenabkommen, Kennzahlen und Leistungslohnmodelle für flexible Arbeitssysteme, Welche Kennzahlen brauchen wir und vermeiden bei deren Ermittlung unnötigen Aufwand: REFA-Methodenlehre und alternative Methoden der Datenermittlung. Essentials erfolgreicher Projekte: - Schrittweises Vorgehen (Pilotprojekte), Bündelung von Maßnahmen - kein blinder Aktionismus ( Verzettelungsgefahr!), - Beteiligungsorientiertes Vorgehen (Einbeziehung aller Beschäftigten und stetige Kommunikation), - Change Management, Seite 5

6 - Inhalte einer Interimsvereinbarung zur Einführung von Lean Production Mitbestimmungsrechte des BR gem. BetrVG. Schritte einer erfolgreichen Vorgehensweise: - Zielformulierungen durch Arbeitgeber und BR, Zielvereinbarungen und Schaffung einer Projektstruktur (Lenkungsausschuss, Arbeitskreise und beteiligungsorientierte Besetzung ), - Kriterien für die Auswahl von Pilotbereichen, - Ermittlung von IST- und SOLL-Struktur in Pilotbereichen, Dokumentation und Überprüfung der Zielerreichung durch Kennzahlen und Mitarbeiterbeteiligung, - beteiligungsorientiertes Qualifizierungsprogramm, Quali-Matrix und Abstimmung auf die konkreten Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern (bewährte Methoden aus erfolgreichen Projekten), - Überlegungen zu einer modifizierten Einguppierungssystematik bei flexiblen Arbeitssystemen nach ERA (Matrix-System nach BURR Consulting-Modell - Beispiele für bereits implementiere Verfahren), - Messung von KAIZEN-Ergebnissen über statistische Verfahren, - Schattenrechnungen und Vorüberlegungen zu praktikablen und zielorientierten Leistungslohnmodellen. Weitere Vorgehensweise des BR, Abschlussdiskussion Termin: bis Dauer: 2 ½ Tage Ort: Bochum Referent: Dr. Manfred Burr, BURR Consulting, Bochum Freistellung: erfolgt nach 37 Abs. 6 BetrVG und 96 SGB IX Kosten: 1.350,00 zzgl. 19 % MwSt. Seite 6

7 Angaben zum Tagungs-Hotel: Business Hotels GmbH, Park Inn Bochum, Massenbergstrasse 19-21, Bochum (direkt gegenüber dem Hauptbahnhof) Rückfragen an: Stefanie Rehwinkel Wirtschaftsdirektorin T: F: Die Buchung der Unterkunft in Bochum ist von den Seminarteilnehmern selbst bis spätestens vorzunehmen. Ebenso ist die Abrechnung der Hotelpauschale (3x Übernachtung/Frühstück/Konferenzpauschale/Vollpension) von 529,50 pro Person von jedem Teilnehmer selbst während der Seminarveranstaltung unmittelbar mit dem Hotel vorzunehmen. Seminarbeginn: Seminarende: mit dem Abendessen ab 18:30 Uhr , 12:30 Uhr mit dem Mittagessen Am sind die Teilnehmer Gast von BURR Consulting im Tauffenbach im Gerberviertel, Bochum. Seite 7

8 BURR Consulting ist gegenüber Dritten (Hotels, Referenten) regresspflichtig. Für Stornierungen gebuchter Seminare gelten die Bestimmungen des 4. Leistungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von BURR Consulting: Diese können von unter der Rubrik Impressum, heruntergeladen werden. Seite 8

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