Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

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1 Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Informationsvorlage Drucksache-Nr. DRS 24/2011 Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Medienpädagogik Az. Beratungsfolge Sitzungsdatum Öffentlichkeit Aktion JHA zur Kenntnis Die Information wird zur Kenntnis gegeben.

2 Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Medienpädagogik Seite 2

3 Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Medienpädagogik Seite 3 Sachverhalt: Gesetzliche Grundlage: Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz (SGB VIII, 14) beschreibt Angebote und Maßnahmen, die junge Menschen befähigen, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen und sie zur Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortung sowie zur Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu führen. Darüber hinaus sollen Eltern und andere Erziehungsberechtigte besser befähigt werden, ihre Kinder und Jugendlichen zu schützen. Ausgangssituation Digitale Medien vor allem die sogenannten social communities wie schuelervz und facebook sind längst Teil kindlicher und jugendlicher Lebenswelten geworden. Gleichzeitig entsteht durch die schnelle technische Entwicklung bedingt bei den Eltern eine große Verunsicherung. Dies und die zunehmende Mobilität der Geräte erschwert die elterliche Aufgabe, auch bei der Computer- und Internetnutzung Orientierung zu bieten. So sind sich alle im medienpädagogischen und Jugendmedienschutz relevanten Stellen einig, dass die Förderung der elterlichen Kompetenz bei der Nutzung und Bewertung digitaler Medien von großer Bedeutung ist, um Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen zu schützen. Dies entspricht der Zielsetzung des 14 SGB VIII. Inhaltliche Anfragen von Fachkräften, Institutionen und Eltern bei Elternabenden und Veranstaltungen betrafen im vergangenen Jahr vorwiegend Fragen des Umgangs mit fremden und eigenen Daten in digitalen sozialen Netzwerken, Cyber-Mobbing sowie Zugang zu pornographischen und anderen gefährdenden Inhalten. Darüber hinaus ist das Thema Chancen und Risiken bei Computerspielen vor allen Dingen wegen des erhöhten Suchtpotentials weiterhin aktuell. Bisherige Aktivitäten im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Alle Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche im Landkreis haben eine in der Medienpädagogik qualifizierte Fachkraft Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat frühzeitig auf diese Entwicklung reagiert und ein umfangreiches Konzept entwickelt, um Eltern und Institutionen Unterstützung für diese Herausforderungen anzubieten Im Jugendamt wurde ebenfalls eine Fachkraft für das Thema qualifiziert

4 Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Medienpädagogik Seite 4 Durchführung von Elternabenden in Tageselternvereinen, in Kindergärten und Schulen zu den Themen: Fernsehen, Internet, Handy und Computerspiele im Landkreis (z.b.: 2010 in Gundelfingen, Breisach, Schallstadt-Mengen, Müllheim) Erste Erfahrungen in Elternarbeit mit türkischen Müttern (Elternabend und -vormittag) Schulung für Haupt- und Ehrenamtliche aus Hort und Jugendhilfe (Sozialdienst katholischer Frauen, Bad Krozingen) medienpädagogische Projekte mit Schülern und Schülerinnen (Kirchzarten, Breisach) Modellprojekt Familien im Mediendschungel : Qualifizierung von Fachkräften der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH, siehe Bericht im JHA 2008) Verschiedene Elternbriefe zur Mediennutzung im Kindergartenalter (TV, Internet, Computerspiele ) Klausurtag der offenen und mobilen Jugendarbeit zum Thema Derzeitige Schwerpunkte: Die zunehmenden Nachfragen erfordern die Qualifizierung von Multiplikator/-innen und weiteren Fachkräften und die Vernetzung derselben. Seit Oktober jährliche Treffen aller Multiplikator/-innen, die in der medienpädagogischen Elternarbeit im Landkreis und der Region tätig sind, mit dem Ziel einer stärkeren Vernetzung Verstärkung der Kooperation mit den Erziehungs- und Suchtberatungsstellen, dem Kreismedienzentrum, der Polizeidirektion und weiteren Institutionen Im April 2011 wurde gemeinsam mit dem Kreismedienzentrum und der Polizeidirektion Freiburg eine Fortbildung für diese Zielgruppe mit dem Titel Der digitale Dorfplatz - Facebook, YouTube, Handy und Co veranstaltet. Die Vernetzung wird weiterhin fortgesetzt In der Handreichung-Prävention mit den beschriebenen Grundsätzen und Handlungsempfehlungen ist die Medienkompetenz ein Themenfeld Ein besonderes Projekt: In den Empfehlungen der Expertenkommission, die von der Landesregierung nach dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen eingerichtet wurde, ist die Medienpädagogik als wichtiges Handlungsfeld beschrieben und sind Projektmittel über das Staatsministerium

5 Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Medienpädagogik Seite 5 Baden-Württemberg bereit gestellt worden. Das Modellprojekt mit den Fachkräften und Familien der SPFH Familien im Mediendschungel, welches 2007/2008 im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald durchgeführt wurde, war landesweit das einzige bekannte Projekt, welches sich an die Zielgruppe Eltern richtete, die von sozialpädagogischen Fachkräften betreut werden. Die in diesem Projekt gewonnenen Erfahrungen waren Grundlage für die Entwicklung eines landesweiten Projektes im Rahmen des Kindermedienland Baden-Württemberg, welches die Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg nun für weitere elf Landkreisen anbieten kann. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wird das Projekt zum zweiten Mal durchgeführt. Projektbeteiligte sind neben den Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche alle Trägerverbände der SPFH im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und in der Stadt Freiburg mit dem Ziel, innerhalb der Verbände sowohl medienpädagogische Ansprechpersonen zu qualifizieren, die ihre Kenntnisse sowohl in die Arbeit mit Familien einfließen lassen können, als auch medienpädagogische Angebote im Rahmen von Workshops, Elterncafes o. ä. anbieten können. Somit ist eine weitere Möglichkeit geschaffen, Eltern Unterstützung in diesem Themenfeld anzubieten. Die gute Kooperation aller Beteiligten fördert das Gelingen des Projektes. Fazit: Die inhaltliche Schwerpunktsetzung auf die Medienpädagogik entspricht den neuesten fachlichen Anforderungen. Der rasche Wandel im digitalen Bereich erfordert eine breite Qualifizierung all derjenigen, die mit Kindern und Jugendlichen in erzieherischer oder in professionell-pädagogischer Funktion zu tun haben. Aufgrund des hohen Bedarfs wird weiterhin die Qualifizierung von Fachkräften im Mittelpunkt stehen. So ist beispielsweise eine Qualifizierungsreihe für Erzieherinnen der Kindertagesstätten geplant. Fortbildungen für Fachkräfte werden weiterhin angeboten und der Ausbau der Vernetzung in der Region zur gegenseitigen Unterstützung sowie zum fachlichen Austausch wird fortgesetzt.

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