Ein Plädoyer für mehr Sicherheit

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1 FACHARTIKEL 2014 Oder: Warum Zwei-Faktor-Authentifizierung selbstverständlich sein sollte Unsere Fachartikel online auf Copyright 2014 NorCom Information Technology AG.

2 Oder: Warum Zwei-Faktor-Authentifizierung selbstverständlich sein sollte Egal welche Anwendung man benutzen möchte, stets braucht man seinen Benutzernamen und sein Passwort. Dieses seit Jahrzehnten gängige Verfahren vermittelt ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Der Benutzername ist zumeist auch Personen aus dem Umkreis, wie Freunden oder Kollegen bekannt. Häufig ist auch die adresse der Benutzername und damit Hunderten von Personen bekannt, wenn nicht sogar öffentlich. Bleibt als einzige Sicherheit das Passwort. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt eine Länge von mindestens acht Zeichen und die Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Ziffern [1]. Doch viele Anwender verwenden zu kurze und einfache Passwörter [2] [3]. Im schlimmsten Fall werden diese aus Bequemlichkeit gleich bei mehreren Diensten verwendet. Gerät ein solches Passwort durch einen Trojaner, unverschlüsselte Übertragung oder aus anderen Gründen in die falschen Hände, sind gleich mehrere Konten kompromittiert. Passwortmanager KeePass Zum Umgang mit Passwörtern gibt es im Netz hervorragende Anleitungen [1] [4] [5]. Und wer einen Passwort-Manager, wie beispielsweise KeePass [6] verwendet, hat gleich einen sehr guten Passwortgenerator zur Verfügung. Dieser erzeugt, nach entsprechenden Regeln, möglichst zufällige Passwörter. Außerdem wird die Komplexität des automatisch oder manuell erstellten Passwortes angezeigt. Die Verwendung eines Passwort-Managers erleichtert erheblich die Verwendung von einzigartigen Passwörtern einer guten Qualität für jede einzelne Webseite/Dienst, da man sich die Passwörter nicht mehr (unbedingt) merken muss. Aber wie schützt man die nun zentral verwahrten Passwörter? KeePass verwendet zur Verschlüsselung der ihm anvertrauten Datensätze den Advanced Encryption Standard (AES/Rijndael). Da die Verschlüsselung letztlich auf der Komplexität der Passphrase basiert, sollte diese entsprechend gewählt werden. Ergänzend zu einer Passphrase, lassen sich auch Schlüsseldateien (Key Files) zur Anmeldung an KeePass nutzen. Mittels des Plugins OtpKeyProv lässt sich auch ein USB Token wie YubiKey (siehe Abbildung 1, rechts unten) als zweiter Faktor neben der Passphrase nutzen. Bei der Anmeldung an KeePass nutzt man dann nach der Passphrase ein vom YubiKey erzeugtes Einmalpasswort. Ein Angreifer bräuchte zum Entschlüsseln des Passwortcontainers nun das USB Token und die Passphrase; ein eher unwahrscheinliches Szenario.

3 Seite 3 Abbildung 1: Verschiedene Möglichkeiten der Zwei-Faktor-Authentifizierung (von links nach rechts unten: Google Authenticator, chiptan, Paypal, AmazonAWS, yubikey) Onlinedienste mit 2-Faktor-Authentifizierung Auf ähnliche Art und Weise lässt sich eine Vielzahl von Anwendungen, lokal wie online, mit einem»zweiten Faktor«absichern. Einige Beispiele zeigt Abbildung 1. Google und Facebook unterstützen seit 2010 bzw die 2-Faktor-Authentifizierung. Dabei wird als zweiter Faktor (neben dem Passwort) mittels App ein Code generiert oder ein solcher per SMS zugeschickt. Dieser ist jeweils nur kurze Zeit gültig. Auch Paypal, Dropbox, Microsoft, Twitter und viele andere Firmen bieten optional die Anmeldung mittels 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) an. Dies ist in wenigen Minuten konfiguriert, dauert beim Anmelden nur einige Sekunden länger, erhöht aber die Sicherheit erheblich. Selbst wer Kenntnis von Nutzername und Passwort hat, kann nicht ohne weiteres den Account unberechtigt nutzen. Aus der Finanzwelt sind wir 2FA seit Jahrzehnten gewohnt: Zum Abheben braucht man PIN und Zahlungskarte und für das Onlinebanking ist neben dem Passwort noch itan, mtan, chiptan oder HBCI nötig.

4 Seite 4 Einrichtung von 2-Faktor-Authentifizierung am Beispiel von Google Die wichtigsten Schritte der Einrichtung von 2FA bei Google zeigen die folgenden Abbildungen:

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7 Seite 7 Leider nicht unüberwindlich Dass es prinzipiell auch möglich ist, eine 2-Faktor-Authentifizierung zu überwinden, zeigt ein Artikel [7] auf Heise Security. Dort wird über Betrugsfälle beim Onlinebanking mit mtan (SMS) berichtet. Zunehmend haben Täter per Trojaner Onlinebanking-PINs auf den Computern der Opfer abgefangen und anschließend eine neue SIM Karte für die Opfer bestellt. Durch die lasche Prüfung der Mobilfunkanbieter gelangten die zusätzlichen SIM-Karten und damit der zweite notwendige Faktor für das Onlinebanking in die Hände der Betrüger. Auch die 2-Faktor-Authentifizierung ist also nur so gut, wie der persönliche Schutz der Zugangsdaten. Im oben genannten Beispiel hätten mehr Sorgfalt der Mobilfunkanbieter und ein aktueller, lokaler Virenscanner den Angriff vermutlich unmöglich gemacht.

8 Seite 8 Fazit 2-Faktor-Authentifizierung löst sicher nicht alle Sicherheitsprobleme, hebt die Sicherheit der eigenen Online-Accounts und damit den Schutz der persönlichen Online-Identität aber auf ein neues Level. Die paar Sekunden Mehraufwand sollte uns das eigentlich wert sein. Quellen/Internetlinks [1]»BSI,«2013. [Online]. Available: https://www.bsi-fuerbuerger.de/bsifb/de/meinpc/passwoerter/passwoerter_node.html. [Zugriff am ]. [2]»whatsmypass - Top 100 Adobe passwords,«[online]. Available: [Zugriff am ]. [3]»Xato.net - Passwords,«[Online]. Available: https://xato.net/passwords/more-top-worstpasswords/#more-269. [Zugriff am ]. [4]»Heise FAQ: Passwörter,«[Online]. Available: Passwoerter html. [Zugriff am ]. [5]»Spiegel ONLINE Netzwelt,«2013. [Online]. Available: html. [6]»KeePass,«2013. [Online]. Available: [Zugriff am ]. [7]»Initiative for Open Authentication,«[Online]. Available: [Zugriff am ]. [8]»Heise Security: mtan,«[online]. Available: html. [Zugriff am ]. Haben Sie Fragen, Kommentare oder Feedback? Unsere Experten sind rund um die Uhr für Sie da. Fragen Sie uns jetzt!

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