GEMEINSAME TÄTIGKEITEN DER SCHWEIZER BANKEN

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1 GEMEINSAME TÄTIGKEITEN DER SCHWEIZER BANKEN Masterplan für den Finanzplatz Schweiz Die SBVg hat bekanntlich entschieden, dass eine Lageanalyse hinsichtlich der strategischen Prioritäten zur Sicherstellung der Zukunft des Finanzplatzes Schweiz angebracht sei. Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, in der alle Bankgruppen einschliesslich der Privatbankiers vertreten sind. Die übrigen Sektoren des Finanzplatzes, d. h. die Versicherungen, die Anlagefondsbranche und die Schweizer Börse gehen ähnlich vor. Ihre Arbeiten flossen in einen Masterplan für den Finanzplatz Schweiz ein, der im September 2007 den Medien vorgestellt wurde. Die eingehende Arbeit der SBVg ermöglichte gleichzeitig die Veröffentlichung einer «Roadmap 2015», in der acht Geschäftsbereiche mit starkem Entwicklungspotenzial definiert werden, oder die einen Trumpf darstellen, den es zu verstärken gilt. Es handelt sich hierbei um Private Banking, Retail Banking, Anlagefonds, Pensionskassen, Hedgefonds, Private Equity, Schweizer Kapitalmarkt und Trade Finance. Die SBVg beschränkte sich nicht auf die Theorie, sondern definierte auch konkrete Massnahmen zur Stimulierung der Dynamik und des Wachstums der genannten Sektoren. Im Zusammenhang ins-besondere mit dem Private Banking bestehen folgende Prioritäten: Verbesserung der Rahmenbedingungen für Trusts und Stiftungen durch Anpassung des schweizerischen Privat- und Steuerrechts; Kohärente Position bezüglich des Zinsbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und Europa durch unerschütterliche Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers Jahresbericht /5

2 Verteidigung des Quellensteuersystems und Widerstand gegen den automatischen Informationsaustausch, da dieser nicht mit dem Bankgeheimnis zu vereinbaren wäre; Gleitender Abbau der Stempelsteuer, da sie für den Finanzplatz Schweiz einen signifikanten Nachteil darstellt; Angemessene Umsetzung der Empfehlungen der FATF hinsichtlich der Geldwäschereibekämpfung, ohne dadurch zusätzliche Sorgfalts- und Überwachungspflichten bei Transaktionen zu schaffen, wenn diese nicht formell von der FATF verlangt werden ; Garantie für klare Verfahren in der Amts- und Rechtshilfe zur Verhinderung von missbräuchlichen Gesuchen und unangemessenen Kontosperrungen; Klare und wettbewerbsfähige Regulierung der Rahmenbedingungen für die steuerliche Behandlung der in der Schweiz tätigen Manager von Hedgefonds und Private Equity. Diese Ziele mögen sehr ehrgeizig erscheinen. Und sie lassen sich aber nicht in einem Tag erreichen. Vorgesehen ist ein zeitlicher Horizont von zwei Legislaturperioden, d. h. eine Frist bis Die einzelnen Massnahmen sind aber unverzüglich einzuleiten, da für die Schweiz viel auf dem Spiel steht. Der Bundesrat und die Verwaltung nahmen den Masterplan positiv auf und richteten einen Steuerungsausschuss «Dialog Finanzplatz» ein. Diese Einrichtung wird vom Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung geleitet. Hochrangige Vertreter des Bundes sowie Leiter der vier Dachverbände, die den Masterplan erarbeitet haben, Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers Jahresbericht /5

3 sind darin vertreten. Es wurden vier gemischte Arbeitsgruppen eingesetzt, die sich mit folgenden Fragen befassen: wirtschaftliche Aspekte; Besteuerung von Hedgefonds und Private Equity; internationale Herausforderungen (z. B. Marktzugang, regulatorische Fragen usw.); Attraktivität für die Schaffung von Anlagefonds. Zu dieser Verstärkung des Dialogs zwischen dem wichtigsten Wirtschaftssektor unseres Landes und der Bundesverwaltung kann man sich nur beglückwünschen. Allerdings wurde die VSPB durch den Erlass eines Rundschreibens der EStV zur Besteuerung von Trusts (siehe Seite 32 oben) ohne vorangehende Vernehmlassung negativ überrascht. Es bleibt zu hoffen, dass diese Vorgehensweise, die kaum im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist, wie sie für den Steuerungsausschuss «Dialog Finanzplatz» notwendig ist, ein Einzelfall bleibt. Fusion von SWX SIS Telekurs Im September 2007 kündigten SWX, SIS und Telekurs ihren Zusammenschluss unter dem Namen «Swiss Financial Market Services (SFMS)» an. Die Mitglieder und Aktionäre der drei genannten Institutionen genehmigten diese neue Organisation einstimmig. Anzumerken ist ausserdem, dass die Inhaber der neuen Holdinggesellschaft durch einen Aktionärbindungsvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren gebunden sind, was die Möglichkeit einer Übernahme durch einen externen Investor beträchtlich einschränkt. Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers Jahresbericht /5

4 Die Hauptziele dieser Fusion lassen sich wie folgt zusammenfassen: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz; Erhöhung der Effizienz und Innovationsfähigkeit der «Swiss Value Chain»; Beibehaltung dieser Infrastruktur im Eigentum von Schweizer und ausländischen Benutzern; Langfristige Sicherung der Schweizer Regulierungs- und Aufsichtshoheit; Zukunftsfähige offene Architektur, die den freien Zugang zu Handel, Clearing und Settlement gewährleistet. Förderung des Finanzplatzes Im letzten Geschäftsjahr haben sich die Privatbankiers wie bereits in den Vorjahren aktiv für das Lobbying und die gemeinsame Kommunikation des Finanzplatzes eingesetzt. Auf der Agenda standen zahlreiche Gespräche mit Schweizer und internationalen Pressevertretern, die von nahe stehenden Organisation wie der SBVg, der Stiftung Finanzplatz Genf und anderen mehr organisiert wurden. Zudem nahmen mehrere Vertreter der VSPB an Auslandreisen und Sitzungen von Kommissionen und Arbeitsgruppen teil, die im Zeichen der gemeinsamen Kommunikation des Finanzplatzes Schweiz standen. Hierzu ist zu sagen, dass der Einsatz des Dachverbands der Schweizer Banken sich nunmehr eher auf politische Kontakte mit den wichtigsten multilateralen Instanzen (EU, OECD usw.) und den Behörden der grossen Finanzplätze richtet als auf die eigentliche Werbung. Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers Jahresbericht /5

5 Höhere Bankausbildung Das aus der «Swiss Banking School» und dem Universitätsinstituts «FAME» hervorgegangene «Swiss Finance Institute» nahm seine Arbeit offiziell am 1. Januar 2006 auf. Ziel dieser neuen Institution ist es, für die Schweiz eine erstklassige Ausbildung und eine herausragende Forschung in den Bereichen Bank- und Finanzwesen sicherzustellen. Anlässlich der zweiten Generalversammlung im Dezember 2007 trafen sich Vertreter der Führungsgremien. Ihren Schätzungen zufolge ist man auf gutem Wege zu diesem Ziel. Im ersten Jahr seines Bestehens konnte das «Swiss Finance Institute» eine operative Leitung auf die Beine stellen und ein Forschungsprogramm erarbeiten. Im Jahr 2007 setzte das «Swiss Finance Institute» seine Bemühungen fort und schloss mit der ETH Lausanne eine Zusammenarbeitsvereinbarung im Rahmen eines «Master of Financial Engineering»-Studiengangs ab. Umfragen belegen, dass immer mehr Ingenieure in Ausbildung eine Karriere im Finanzsektor anstreben. Auch die Verhandlungen zwischen dem «Swiss Finance Institute» und der ETH Zürich waren erfolgreich. Derzeit ist nur die Universität St. Gallen nicht in das Programm eingebunden. Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers Jahresbericht /5

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