Ausrüstung. Temperatur usw.) zu informieren. Tauchcomputer

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1 Tauchcomputer gehören seit Anfang der 80 er Jahren zur Tauchausrüstung. Obwohl man in der Grundausbildung immer noch die Tauchgangsplanung anhand Tauchtabellen lehrt, kann man sich den Tauchcomputer kaum mehr wegdenken. Hauptaufgabe eines Tauchcomputers ist es den Taucher mit entsprechend Tauchparametern (Tauchtiefe, Tauchzeit, Dekompressionsstopps, je nach Modell auch aktueller Flaschendruck, Temperatur usw.) zu informieren. Tauchcomputer Wenn man über Tauchcomputer spricht, dann kommt man nicht daran vorbei, den seit 1987 wohl bekanntesten Sporttauchcomputer Aladin der Schweizer Firma Uwatec zu erwähnen folgte der digitale Tiefenmesser, welcher auch weit verbreitet ist. Die Erfolgsgeschichte dauert nun schon über 20 Jahre an. Uw a t e c Galileo So l s e t z t e neue Massstäbe in der Tauchc o m p u t e r b r a n c h e 2007 gelang es Uwatec mit ihrem neuen Flagschiff, dem Galileo Sol, neue Maßstäbe in der Tauchcomputerindustrie zu setzen. Die Funktionalitäten und Möglichkeiten des Galileo Sol suchen seinesgleichen. Neben den vielen Optionen wie Herzfrequenzmesser, Digitalkompass mit Peilungsspeicher, vorausplanender Multigas-Algorithmus usw., lässt sich der Galileo Sol über das Internet updaten. So hat der Benutzer immer aktuelle Release-Stände und kann die neuesten Zusatzfunktionen selbst aufschalten. 94 Bericht von Walter Ciscato, Armin Süss

2 Absolut Virenfrei Sma r t COM Fi n i m e t e r, Ta u c h c o m p u t e r u n d Ko m pa s s in einer Konsole. Die Schnellanschlussfunktion (Kuppl u n g) b i e t e t z u s ä t z l i c h e n Ko m f o r t Gehäuse Traditionellerweise trägt man den Tauchcomputer am Unterarm. Neuere Modelle verfügen zusätzlich über eine integrierte Uhr, Stoppuhr, Zeitzonen- und sogar Weckerfunktion. Der traditionelle Tauchcomputer jedoch ist zu klobig und zu groß um ihn als Ersatz für die Armbanduhr im Alltag zu benutzen. Diesem Bedürfnis kamen in den letzten Jahren einige Tauchcomputerhersteller nach, indem sie den Rechner in die Taucheruhren integrierten. Diese sind nur wenig größer als eine normale Armbanduhr und enthalten alle Tauchcomputer- und Armbanduhrfunktionen. Der Nachteil dieser Uhren ist die Bedienbarkeit mit dicken Handschuhen. Einige Taucher mögen es, wenn sämtliche Informationen in einer Konsole vereinigt sind. D.h. Finimeter, Tauchcomputer und Kompass in einem Gehäuse. Solche Konsolen finden immer noch ihre Abnehmer im Markt, wobei die Hersteller immer weniger solcher Konsolen-Modelle anbieten. Display Anfänglich waren die LCD Displays der Tauchcomputer noch klein. Im Laufe der Jahre wurden die Displays immer größer. Modelle mit großen Anzeigen finden immer mehr Abnehmer. Auch Brillenträger entscheiden sich oft für die Tauchcomputervariante mit dem größeren Display. In den letzten Jahren haben einige Tauchcomputerhersteller ihre Displaytechnologie modernisiert. OLED (Organische Leuchtdiode, engl.: organic light emitting diode ) heißt der neue Renner. Dabei handelt es sich um eine Technologie, welche gegenüber den herkömmlichen LCD Displays einen sehr hohen Kontrast hat, da sie ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt. Es gibt sie auch mit Farbanzeigen. Während LCDs nur als farbige Filter wirken, emittieren die OLEDs farbiges Licht. Die Herstellungskosten von OLEDs sind im Vergleich zu LCDs geringer. Die Nachteile der OLEDs sind der hohe Stromverbrauch (wiederaufladbare Akkus müssen eingesetzt werden) und die vergleichbar geringere Lebensdauer. Sma r t Z v s. Ga l i l e o So l b e i g r ö s s e r e m Dis p l ay s i n d die Gehäusedimensionen nur geringfügig unterschiedlich OLED Dis p l ay Batterie / Akku Die Batterie und vor allem die Lebensdauer in Tauchcomputern sorgten schon immer für hitzige Köpfe. Neben deren Haltbarkeit (Wechselzyklus) ist die Schwierigkeit beim Austausch immer wieder Anlass für Ärger. Einige Computerhersteller haben die Batterie oder den Akku vergossen, sodass der Anwender diese(n) nicht selbst wechseln kann. Bei den Herstellungskosten spart man dadurch das Batteriefach, welches man ja immer auch entsprechend abdichten müsste. Austauschbare Batterien sind somit anfälliger für Dichtungsprobleme. Die Akzeptanz der Kunden für den Batterie-/Akkuwechsel beim Hersteller wäre sicherlich gegeben, doch die Praxis hat gezeigt, dass ein solcher Wechsel einige Wochen dauern kann kein gutes Verkaufsargument! Die Modelle, welche ein Austauschen der Batterie durch handelsübliche Batterien ermöglichen, haben aus diesem Grund schnell Oberwasser gewonnen. Tauchcomputermodelle mit einem OLED Display haben das Problem, dass das Display einen vergleichsweise hohen Verbrauch hat. Eine eingebaute Batterie würde nur wenige Tauchgänge halten. Deswegen kommen bei diesen Computern wiederaufladbare Akkus zum Zug. Dekompressionsmodelle Hauptaufgabe eines Tauchcomputers ist es den Taucher über die Tauchgangsparameter zu informieren und eine mögliche Dekompressionskrankheit (DCS) zu verhindern. Gasblasen sind eine der Hauptfaktoren für die Dekompressionskrankheit. Bei gleichem Tauchgangsprofil ist das Auftreten einer DCS je nach Taucher und Tagesform individuell verschieden, weshalb eine exakte Vorhersage schwierig ist. Vor 100 Jahren (1908) publizierte der britische Forscher Haldane sein Dekompressionsmodell. Heute kennt man verschiedene Modelle (Perfusion, Diffusion, Thermodynamik und Blasen) und Theorien, die auf Haldanes Modell basieren. Die meisten der heutigen Dekompressionsmodelle und Tabellen wurden in den 60 er bis 90 er Jahren 95

3 Gal i l e o So l l ä s s t s i c h v o m Be n u t z e r s e l b e r u p d at e n entwickelt. Man weiss dass diese Ansätze statistisch korrekt sind, physiologisch aber nicht immer die effektiven Abläufe im Körper beschreiben. Der direkte Zusammenhang mit den Blasenkeimen, welche in den Körpergeweben (Sehnen, Bindegewebe und Teile der Endothelzellen (innere Zellschicht der Blutgefäße)) existieren und eine Größe von ca. 1 µm haben, wird nicht von allen Modellen berücksichtigt. Diese Blasenkeime existieren bei allen Menschen und vor jedem Tauchgang. Sie wachsen entsprechend des Tauchgangprofils, bzw. werden TIPP Tauchcoputer-Einkauf Als Tauchanfänger lohnt es sich mit einem Tauchcomputerkauf zu warten oder sich entsprechende Gedanken über die spätere Verwendung zu machen. Die meisten Taucher belegen nach der Grundausbildung einen Nitroxkurs. Es macht also Sinn, sich gleich einen nitroxfähigen Tauchcomputer anzuschaffen, wenn man entsprechende Pläne hat. auch durch die entsprechende Grundzeit und Wiederholungstauchgänge beeinflusst. Forscher und Tauchmediziner versuchen die effektiven Mechanismen des Blasenaufkommens in den Modellen zu beschreiben, anstatt wie früher die Dekompressionskrankheit als oberen Grenzwert festzulegen, und das Modell entsprechend anzupassen. In zehn bis zwanzig Jahren tauchen wir vermutlich nach dynamischen Blasen-Dekompressionsmodellen, welche die Dekompression und das Blasenaufkommen realistischer und besser berechnen/beschreiben als die heutigen Perfusions- und Blasenmodelle. Auch werden zukünftig die individuellen Parameter (Puls, Grösse, Gewicht, Körperfett, Sauerstoffaufnahme VO2max. usw.) eines Tauchers in die Berechnung eingebunden. Dies ermöglicht die Dekompression genauer auf den jeweiligen Taucher abzustimmen. Multigascomputer Schon seit einigen Jahren gibt es Tauchcomputer, die mehrere Atemgase unterstützen und entsprechende Tauchprofile berechnen. Anfänglich gab es Modelle für Luft oder Nitrox. Danach für Luft, Nitrox und Sauerstoff, sowie für Trimix. Diese Tauchcomputer werden vorwiegend von technischen Tauchern eingesetzt, welche Tief-, Wrack- und Höhlentauchgänge durchführen. Auch für Tauchgänge mit Kreislaufgeräten werden Multigascomputer eingesetzt. Diese haben oftmals eine Verbindung zu einem Sauerstoffsensor im Kreisel. Technische Taucher planen ihre Tauchgänge im Vorfeld mit entsprechender Software. Hier können Abweichungen auftreten, da die Software und der Tauchcomputer unterschiedliche Dekompressionsstrategien benutzen. Es gibt Studien mit Mischgasanwendungen; die Umsetzung in Dekompressionsmodelle und Tabellen ist aber weniger gut entwickelt als die Varianten für Lufttauchgänge. Allgemein bekannt ist, dass Helium ca. 2,6-mal schneller diffundiert als Stickstoff, dafür aber nur 1/3 so löslich ist wie Stickstoff. Betrachtet man die Algorithmen genauer, so wurden bei den meisten Berechnungsprogrammen für Mischgas der Heliumanteil und der Löslichkeitskoeffizient angepasst und dann interpoliert. Es bestehen deshalb immer noch verschiedene Meinungen und Ansätze bezüglich der Helium- Druck-Gradienten. Zusatzfunktionen In den letzten Jahren erfreuen sich Tauchcomputer-Anwender immer mehr über neue Funktionen. Wobei nicht jede Funktion ihre Fans hat. Drucksender, Bookmarks, Stoppuhren usw. werden schon von fast allen Tauchcomputerherstellern angeboten. Neue Optionen wie, neigungskompensierter Digitalkompass mit Peilungsspeicher, Buddyrestdruck, Tauchprofil (während des Tauchganges), Sättigungsbalken, Herzfrequenzmesser, Bilder / Texte gehören zu den Innovationen der letzten Jahre. Einige Hersteller bieten sogar ein Softwareupgrade über das Internet an. AS Die r e l e va n t e n Dat e n im Bl i c k. Ein wichtiges Kr i t e r i u m bei der Auswahl des Computers 96

4 Historie Erst seit 1982 auf dem Markt, stellen Dekompressions-Computer einen der jüngsten Ausrüstungsgegenstände dar. Die Einführung der ersten Modelle wurde von starkem Misstrauen gegenüber der ungewohnten Technik begleitet. Heute sind die kleinen elektronischen Helfer nicht mehr wegzudenken. Tabelle, Tiefenmesser und Uhr die Mittel der Wahl zur Planung und Durchführung eines Tauchgangs seit dem Beginn des Tauchsports. Gelehrt wird er heute noch, der Umgang mit den Tabellen. Am Tauchgewässer wird diese Urform der Tauchplanung immer seltener praktiziert. Im Sporttauchbereich hat sich der Computer als Planungs- und Jürgen Hermann, der Vater des Deco Brain Durchführungswerkzeug fast vollständig durchgesetzt. In einigen Tauchgebieten gibt es sogar den Zwang Computer einzusetzen sinnvolle Entwicklung? Nein, der Umgang mit dem Basiswerkzeug Tabelle ist für ein tieferes Verständnis der Sättigungsvorgänge ein mehr als sinnvolles Tool. Der Computer erleichtert den Tauchgang, eine fundierte Planung sollte er nicht ersetzen. Trotz der kurzen Geschichte des Tauchcomputers weiß heute kaum jemand wie der erste echte dieser Taucher-Rechner erfunden wurde. Ein nicht nur in dieser Hinsicht prominenter Ingenieur wurde von DiveInside zwischen dem kalifornischen Silicon Valley, Hawaii und dem europäischen Money Valley in Liechtenstein aufgespürt und für unsere Leser interviewt: den Vater des Deco Brain Tauchcomputers. Info SOS Dekometer Bis z u r Ei n f ü h r u n g d e r Ta u c h c o m p u t e r s t e l lt e n Uh r, Ti e f e n m e s s e r u n d Tab e l l e d i e Pl a n u n g s - un d Du r c h f ü h r u n g s m i t- t e l f ü r d e n Ta u c h g a n g d a r. (Ab b i l d u n g: Spi r o Tie f e n m e s s e r, Ta u c h e r u h r u n d US-Navy-Tabelle 1982 Einer der Vorgänger von Tauchcomputern war der SOS-Dekometer. Ein Hilfsinstrument zur Anzeige notwendiger Dekompressions- Stops. Anfang der 60er Jahre auf den Markt gebracht, war der Dekometer der erste automatisierte Dekostop-Anzeiger. Die Arbeitsweise des Geräts beruhte auf analoger Technik; das Gewebe (Halbwertszeit 120 min) in Form einer Blase simulierte die Stickstoffsättigung des Tauchers: In einer Plastikblase, auf der der Außendruck wirkte, befand sich ein Gas. Von diesem Gas wurde in Abhängigkeit der Tauchtiefe und Tauchdauer eine bestimmte Menge durch eine spezielle Masse in ein vom Außendruck abgeschlossenes Bourdonrohr gedrückt. Dieses steuerte den Zeiger für die Anzeige. Beim Austauchen strömte das Gas aus dem Bourdonrohr durch die poröse Masse wieder in den Beutel - die Dekompressionsverpflichtung verringerte sich, der Zeiger lief zurück. In Abhängigkeit von Tauchtiefe und Tauchzeit bildete der Dekometer so einen Mittelwert. Sobald der Zeiger in den Bereich der roten Segmente kam, mussten beim Auftauchen Dekostops eingelegt werden. Die Zahlenskala war in die Tiefenwerte 3, 6, 9, 12 und 15 m eingeteilt. Ungefähr sechs Stunden nach dem Tauchgang war die Nullstellung des Geräts wieder erreicht. 97

5 Ta u c h c l u b Bu b b l e s Li e c h t e n s t e i n 1970 un d Jü r g e n He r m a n n (Pf e i l m a r k i e r u n g), d a m a l s 15 Ja h r e a lt. DiveInside (DI): Jürgen, was hat Dich zum Tauchsport gebracht? Jürgen Hermann (JH): Ich bin gebürtiger Liechtensteiner. Mein Vater war in unserem Ort Feuerwehrhauptmann, hatte auch den Gasschutz unter sich und war seinerzeit Mitbegründer des Tauchclubs Liechtenstein. Dort begann ich mit 14 Jahren das Tauchen, vor allem inspiriert durch einen weiteren Tauchclubgründer und Berufstaucher Heinz Wegelin der Korallentaucher im Mittelmeer war und Begeisterndes zu erzählen wusste. DI: Wie bist Du auf die Idee gekommen einen Tauchcomputer zu bauen? JH: Als Hobby- bzw. Vereinstaucher unternahm ich mit den Jahren ungezählte Tauchgänge und bemerkte, dass bei dem mitgeführten SOS-Decometer die Anzeige oft im roten Bereich stand, ohne dass mir das logisch erschien. Für mich war klar, dass das im SOS-Decometer verwendete Dekompressionsschema nicht wirklich die Realität des Tauchens abbildete, sondern eher so eine Art Richtwert über die Stickstoffsättigung der Gewebe vermittelt, aber sicher nichts Verlässliches. Beim Tauchen nach Tabelle lag es auf der Hand, dass diese fast nur Alibifunktion hatte, denn kaum jemand tauchte das der Tabelle zugrunde gelegte Rechteckprofil. Also schaute man auf die Tabelle und improvisierte nach Gutdünken. Hinzu kam die Ungenauigkeit der damaligen mechanischen Tiefenmesser, die bis zu 10m Unterschied in den Messtiefen anzeigten und der Umstand, dass bei Beginn des Tauchgangs zu oft vergessen wurde, den Tauchring auf der Uhr einzustellen, so dass es zu Zeitschätzungen während des Tauchens kam. Beide Ungenauigkeiten, gepaart mit der Unzulänglichkeit der Tauchtabellen, die jeden Taucher zur Improvisation zwang, führten zu vielen Tauchunfällen. DI: Und das wolltest Du verbessern? JH: Ja genau. Als angehender Elektronikingenieur war ich der Überzeugung, dass das von einem Computer, der die Wassertiefe und die Zeit genau misst, und den man sich beim Tauchen an den Arm schnallt, berechnet werden könnte. Denn Intel hatte 1974 den Mikroprozessor erfunden und brachte 1977 den ersten 8-Bit Mikroprozessor, den 8080, auf den Markt. Mit dem kam ich während meines Studiums in Kontakt und entwickelte dafür Programme. Du warst also der Überzeugung, dass Du damit einen Tauchcomputer würdest bauen können? Ja, mein Wunsch nach Verbesserungen auf diesem Gebiet ergänzte sich hervorragend mit meiner Berufswahl, denn an der Universität Zürich wollte es der Zufall, dass Professor Dr. med. A. Bühlmann einen Lehrstuhl für hyperbare Medizin innehatte. Er entwickelte für das Militär der Schweizer Eidgenossenschaft die Bühlmann-Tauchtabelle, mit der wir alle tauchten. Professor Bühlmann beschäftigte sich unter anderem mit der Behandlung von Lungenkranken. Zur Heilung dieser Kranken verwendete er eine hyperbare Sauerstofftherapie und behandelte die Patienten über Wochen in der Druckkammer der Uniklinik. Die daraus gewonnenen Erfahrungen setze er zusammen mit ETH-Mathematikern in ein Rechenmodell um, das im Rechenzentrum der ETH auf einer Grossrechenanlage von IBM aufgesetzt war. Ich machte es mir 1980 zur Diplomarbeit, dieses Rechenmodell in einen der ersten Intel-Mikroprozessoren zu programmieren. DI: Der Dekocomputer wurde also zum Gegenstand Deiner Diplomarbeit? Tau c h ta b e l l e n w u r d e n v o n a l l e n Verbänden und auch Marine-Organ i s at i o n e n a u f g e l e g t. Be s o n d e r s d i e militärischen Tab e l l e n z e i c h n e t e n s i c h d u r c h k n a c k i g e Nu l l z e i t e n in tieferen Bereichen aus 98

6 JH: Korrekt, doch vorerst winkte Professor Bühlmann ab. Er meinte, das sei unmöglich, das hätten schon ganz andere versucht als ich. Das ginge nicht. Er könne ein solches Vorhaben nicht unterstützen. Es seien schon mehrere ETH-Mathematiker daran gescheitert. Ich solle mir eine andere Diplomarbeit suchen. DI: Wie hast Du es dennoch geschafft? JH: Ich liess nicht locker und wandte mich an den Leiter des Druckkammerlaboratoriums der Universität, Herrn Benno Schenk. Er war als Ingenieur mit dem Rechenmodell von Bühlmann bestens vertraut und obendrein von meiner Idee begeistert. Irgendjemand müsse es doch schaffen, meinte er und bediente mich mit den Daten des Bühlmannschen Rechenmodelles ZHL-12, das 12 Gewebetypen berücksichtigte. Im Rahmen meiner Diplomarbeit gelang es mir, das Rechenprogramm zu optimieren und der Leistungsfähigkeit des damals erst angekündigten INTEL-Mikrocomputers 80C48 anzupassen. Der 80C48er war ein Single- Chip-Mikrocomputer und verfügte über 4k ROM Programmspeicherplatz und 128 RAM. In diese wirklich kleine Mini-Computerhardware hatte ich das gesamten ZHL-12 Rechenmodell von Prof. Bühlmann hineinzupacken und mit den wenigen RAM und knapp 1MHz Taktrate zum Laufen zu bringen. Dabei konnte der 80C48 nur eine 8-Bit-Addition und -Subtraktion. DI: Wie konntest Du denn damit das komplizierte ZHL-12 Rechenmodell überhaupt nachbilden? JH: Ich musste die Multiplikation, die Division, die LN- und e-funktion, die Tylor-Reihen usw. als eigene Mathematik-Library für den 80C48 schreiben, um die Differentialgleichungen des ZHL-12 Systems rechnen und numerisch integrieren zu können. Auch die 8-Bit-Rechenbreite des 80C48 musste ich programmtechnisch auf 16 Bit- und 64 Bit-Resultate erhöhen, um genügend Rechengenauigkeit zu erhalten. Als ich all das programmiert hatte, stellte ich fest, dass ich bereits an der 4k ROM Kapazität des 80C48 angelangt war und sich Prof. Bühlmanns Prophezeiung bewahrheiten würde, wenn ich da nicht eine kleine aber bahnbrechende Erfindung gemacht hätte, die noch heute eingesetzt wird um den Adressbereich eines Computers zu erweitern. Ich erfand das Memory- Bank-Switching, mit dem ich den adressierbaren Speicherbereich des 80C48 extern vervielfachen konnte und setzte ein externes 8k-ROM dazu, womit ich den Speicherbereich des 80C48 von 4k auf 12k erweitert hatte. Dieser Platz genügte um den Rest des Programms unterzubringen. INTEL nahm das Memory-Bank-Switching in die eigenen Applikationshandbücher auf, was mich unheimlich motivierte. Rechner- u n d An z e ig e p l at i n e m i t Drucksensor (80C48, Steckplatz für das externe ROM, Drucksensor) DI: Woher nimmst Du Dir die Ideen, woher kommen die bei Dir? JH: Ich denke es hat damit zu tun, wie intensiv man sich mit einem Problem auseinandersetzt. Je mehr man darüber nachdenkt, umso mehr man alle Möglichkeiten abgecheckt hat die nicht funktionieren, umso grösser wird der Überblick, sprich das Wissen über die Problematik. Letztendlich kann man sich nämlich aus dem, was eben nicht funktioniert, was sich als Sackgasse herausgestellt hat, die man bis zum Ende ausgeforscht hat, ausdenken was funktionieren könnte. Schlimmstenfalls befindet man sich wieder in einer Sackgasse -hat aber wieder etwas dazugelernt. Irgendwann kennt man alle Sackgassen und hat den richtigen Weg zur Lösung des Problems gefunden. Mit anderen Worten: Verloren ist nur, was man aufgibt. Ohne Fleiss keinen Preis! DI: Heute haben die Prozessoren mal mehr Leistung. Warum können heutige Tauchcomputer nicht wesentlich mehr als der Deco Brain? JH: Seit Intel 1981 mit dem 8048 auf den Markt kam und ich mein Dekocomputer-Programm auf ihn transferierte und die zugehörige Hardware mit dem Drucksensor, dem Signalverstärker, dem A/DWandler und der Anzeige baute, hat sich am Rechenmodell nicht viel verändert. Denn es gilt die Stickstoffsättigung beim Tauchen zu berechnen und den Taucher sicher an die Oberfläche zurückzuführen. Daran hat sich nichts geändert. Der menschliche Organismus ist derselbe geblieben und der Tauchcomputer ist nichts anderes als ein künstliches Organ. DI: Aber der Deco Brain war wesentlich größer als heutige Tauchcomputer. JH: Natürlich, der INTEL 80C48 Singlechip-Mikrocomputer verfügte zwar über die CPU, das RAM und das ROM, ich musste aber das ROM extern erweitern und mit den programmierbaren In- und Outputlines den Sensorschaltkreis und die Anzeige steuern, die ebenfalls mit eigenen Bauteilen aufzubauen war. Dazu gehörte auch der Akkupack, damit der Deco Brain mindestens 36 Stunden lief und binnen acht Stunden nachgeladen werden konnte. Heute können Singlechip-Mikrocomputer mit integrierten Anzeigentreibern und A/D-Wandler gekauft werden, die über ungeheuerlich viel mehr RAM und ROM verfügen, gleichzeitig aber wesentlich weniger Strom verbrauchen. DI: Wann bist Du das erste mal mit Deinem Tauchcomputer tauchen gegangen und wie schaute der aus? Der e r s t e Pr o t o t y p De c o Br a i n v o n 1980 JH: Nun, ich musste die Elektronik, bestehend aus zwei Platinen (eine Anzeigenplatine und eine Rechnerplatine) und einem Drucksensor, in einem druckfesten Gehäuse unterbringen. Dieses liess ich mir aus einem Alu-Block fräsen, klebte ein Glas ein, und baute noch einen wasserdichten Ein/Auschalter sowie eine Ladebuchse ein. Den Akkupack legte ich unter die Schalt- und Anzeigeplatinen. Fertig war der welterste Tauchcomputer. Ich tauchte mit ihm das erste Mal im Herbst 1980 im Walensee/Ostschweiz. Danach in Portofino / Italien. DI: Was hat Professor Bühlmann gesagt, als du ihm den Tauchcomputer vorgeführt hast? Er war ja so kritisch und befürchtete das Schlimmste für Deine hirnverbrannte Diplomarbeit? JH: Die Freude, dass ich es geschafft hatte, war natürlich riesengross. Professor Bühlmann war begeistert. Von da an war ich quasi seine rechte Hand und programmierte ihm das ZHL-12 System in Basic auf seinem PC im Büro. Das war gleichzeitig ein Spiegel der Optimierungen, die ich für das Mikroprozessorprogramm vorgenommen hatte und ermöglichte ihm alle seine Tabellen und Berechnungen im Büro durchzuführen. Und das ohne an das Rechenzentrum der ETH zu gehen! DI: Wie hast Du Professor Bühlmann den Tauchcomputer vorgeführt und wann war das? JH: Das war Ende Oktober 1980, zusammen mit Benno Schenk, im Druckkammerlaboratorium der Universität Zürich. Schenk und ich stellten den Dekocomputer in eine Wasserschüssel an ein Bullauge innerhalb der Druckkammer und liessen ihn tauchen. Professor Bühlmann gab das Tauchgangprofil vor und Benno Schenk fuhr es ab. Er staunte nicht schlecht, als der kleine Alukasten alles richtig anzeigte. Die Nullzeiten, die einzelnen Dekozeiten und Dekostops, auch die Gesamtaufstiegszeit und natürlich die Tiefe und die Tauchzeit. Auch die Aufstiegsgeschwindigkeitswarnung blinkte ab 10m/min korrekt und wurde immer schneller, bis sie bei 20m/min in ein rotes Dauerlicht überging. DI: Wie ging es dann weiter? JH: Ich gründete im Sommer 1981 die Divetronic 99

7 Der Divetronic I im Hu g y f o t-gehäuse (1981 a n l ä s s l i c h der SPOGA, heute ISPO ausgestellt) AG in Liechtenstein und hatte die ersten sechs Prototypen fertig gestellt. Die Prototypen nahm ich im Herbst 1981 mit auf die SPOGA nach Köln (heute ISPO). Diese erste Kleinserie wurde in einem eigens dafür entwickelten Gehäuse von Hugyfot untergebracht. Auf der SPOGA stellte ich auf dem Stand von TauchTeam aus und wollte das Interesse für eine Kommerzialisierung ausloten. Dies versuchten wir auch mit einem Fragebogen im Tauchmagazin Aquanaut zu erfahren. Die Rückfragen waren ermutigend, und so fand ich in Liechtenstein und Umgebung mehrere Unternehmer, die mir Geld gegen Aktien der Divetronic AG gaben. Mit diesem Geld ging der Tauchcomputer unter der Modellbezeichnung Hans Hass Deco Brain 1982 in Produktion. DI: Wie kam Professor Dr. Hans Hass mit ins Spiel? JH: Professor Dr. Hans Hass spielte eine sehr wichtige Rolle. Erstens drückte er mir nach einer zweistündigen Präsentation einen Scheck über Franken in die Hand und sagte mir: Das wird Ihnen sicher helfen weitere Investoren zu finden. In der Folge schaffte er das nötige Vertrauen und unterstütze mich auch als Mentor und Promotor. Ohne ihn hätte ich die Dievtronic AG und die immensen Geldmittel, die wir benötigten um den Deco Brain in die Produktion zu nehmen, nicht auf die Beine gebracht und die Wirren und Probleme nicht überstanden, die noch folgten, bis wir endlich auch finanziell Erfolg hatten. Wir Der Ha n s Ha s s De c o Br a i n im Kunststoffgehäuse (ü b e r 3000 Stück wurden weltweitverkauft) waren Pioniere und traten gegen Tabelle, Uhr und Tiefenmesser an. DI: Du hast auch den US-Navy Tauchcomputer entwickelt, wie kam es dazu? JH: Ohne mein Wissen arbeitete die US-Navy ungefähr zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls an einem Tauchcomputer, dem das US-Navy-Modell mit neun Gewebetypen zugrunde lag. Auf diesem Modell beruhte auch die US-Navy-Tauchtabelle, die man als Padi-Tabelle kannte. Der US-Navy gelang es nicht, ihre Tauchcomputerentwicklung zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Das war mein Glück, denn im Januar 1982 präsentierte ich den Deco Brain auf der DEMA in Las Vegas. Die US-Navy sah den Computer und ließ ihren Chefentwickler Kirk Jennings aus Hawaii vom dortigen Naval Ocean System Center (NOSC), sowie einen Anwalt aus Washington einfliegen. Kurze Zeit später saß ich im Pentagon und wurde gefragt, ob ich meinen Tauchcomputer für die Zwecke der US-Navy umprogrammieren und bauen könne. Dies bejahte ich und verbrachte dann die nächsten zwei Monate in Hawaii im NOSC und bei der Naval Experimental Diving Unit (NEDU) in Panama City, Florida. Dort hatte Dr. Thalmann das US-Navy Rechenmodell entwickelt und ich strickte dann das Programm der US-Navy zur Programmierung auf den Deco Brain um. DI: Ein toller Erfolg! JH: Ja, das war mein erster Auftrag als frischgebackener Diplomingenieur und Unternehmer. Mit einem Produktionsauftrag in der Tasche machte ich mich auf den Heimweg nach Liechtenstein, wo der Deco Brain schon in Fertigung war. Die US-Navy hatte es ebenfalls eilig und sandte schon bald Offiziere zur Begutachtung nach Liechtenstein. Das waren wohl die aufregendsten Tage: Fürst Hans-Adam, damals noch Erbprinz, besuchte mich in meinem Büro. Es war schier unglaublich, dass die US-Navy kommt um sich in Liechtenstein Tauchcomputer entwickeln und in der Schweiz produzieren zu lassen. Der Deco Brain kam dann in der zivilen Version im Sommer 1982 auf den Markt. Der damalige Ladenpreis: 1200 DM. DI: Hattet Ihr auch Probleme bei der Weiterentwicklung des Tauchcomputers? JH: Es ergab sich bald, dass das reine Bühlmannmodell im Tauchcomputer bei grenzwertigen Tauchgängen zur DCS 1 bzw. zu den dabei charakteristischen Hautrötungen führte. Ich weihte daraufhin Dr. Max Hahn von der Universität Aachen in das Rechenmodell ein und setzte es auf Max Rechner auf, so dass er tüfteln und es verbessern konnte. Zwecks Verbesserungen des Rechenmodells setzten Max, Professor Bühlmann und ich uns in Klausur und berieten. Professor Bühlmann sah zunächst keine Notwendigkeit für Verbesserungen wie z.b. die Übernahme von Sicherheitspuffern und Absetzung von Grenzwerten für tolerierbare Gewebeüberdrücke, weshalb diese in Eigenregie von Dr. Max Hahn ersonnen und in das Bühlmannmodell eingearbeitet wurden. Die Bühlmann/Hahn Tabelle kam so zustande. Der neue Algorithmus wurde dann in die Produktion des Deco Brains übernommen und fand schließlich auch die Zustimmung von Professor Bühlmann. DI: Welche Funktion bekleidete Dr. Max Hahn, VDST ***M und deutscher Taucherpapst bei der Divetronic AG? JH: Max war unser externer Berater. Er reiste zu Symposien und Kongressen in aller Welt, um das Rechenmodell weiter fortzuentwickeln und neueste Forschungsergebnisse aus den USA und Japan auf ihre Brauchbarkeit hin zu untersuchen. Das manifestierte sich in der Weiterentwicklung des Deco Brain Programms, welches dann auch Jür g e n He r m a n n m i t De c o Br a i n in Ha w a i i1982 De c o Br a i n Präsentation a u f d e r DEMA in La s Ve g a s, USA (1982) 100

8 die Bildung von Mikroblasen berücksichtigte. Max mauserte sich aber nicht nur zu meinem wissenschaftlichen Berater. Uns verband eine tiefe Freundschaft -und natürlich das Tauchen. Wir unternahmen zusammen unzählige gemeinsame Testtauchgänge. Wo wir auch hinkamen, wir wurden begeistert empfangen, denn wir brachten immer eine Kiste voll mit Tauchcomputer mit. Diese verteilten wir an die Tauchlehrer und Gäste, um mit ihnen abends die Ergebnisse auszuwerten. Lange Gesichter sahen wir immer erst dann, wenn wir abreisten und die Tauchcomputer wieder einsammelten. Den Basisleitern schenkten wir meist einen oder zwei ja, das waren noch Zeiten DI: Wo wurde der Deco Brain produziert und gab es Produktionsprobleme? JH: Der Deco Brain wurde in der Schweiz bei der Keller Druckmesstechnik in Winterthur produziert, während ich in Kalifornien an neuen Entwicklungen und Chips arbeitete. Als die Produktion des Gehäuses 1985 auf einen preiswerteren Kunststoff umgestellt wurde - der uns empfohlen worden war um Kosten zu sparen - konnte es bei Kontakt zb. mit Seife, Shampoo oder bei starken Temperatursprüngen zu Spannungsrissen kommen. Das war ein Desaster für uns. Wir bekamen ca. 30% aller mit dem neuen Kunststoff produzierten Geräte mit defekten Gehäusen und abgesoffener Elektronik zurück und hatten horrende Ersatz- und Reparaturkosten zu tragen. Vom Imageschaden ganz zu schweigen! Als Folge stellten wir 1986 die Produktion des Deco Brain ein. DI: Wie ging es danach weiter? JH: Zwischenzeitlich hatten ich für Rolex die Super Submariner entwickelt. Diese elektronische Uhr verfügte über einen Nullzeit-Tauchcomputer mit EPROM, was eine Betriebsdauer von über 10 Jahren ohne Batteriewechsel ermöglichte. Schlussendlich nahm Rolex die Tauchcomputeruhr aber nicht in Produktion. Rolex sah sich seinerzeit als Hersteller mechanischer Uhren und der technische Direktor R. Le Coultre, der unsere Entwicklung unterstützte, ging in Pension. Die technologischen Erkenntnisse und die Chipentwicklung für das Rolexprojekt kamen aber der Entwicklung des Micro Brain zugute, den wir Anfang 1987 auf den Markt brachten. DI: Wann kam denn der erste Konkurrent auf den Markt? JH: In den USA kam 1984 der EDGE von Orca in die Läden. Das war ein reiner Nullzeitcomputer. Er zeigte bei Dekopflicht lediglich die SAD (Safe Ascent Depth) oder Ceiling (Tiefe, bis zu der man aufsteigen konnte) an. Der EDGE von Orca war jahrelang die einzige Konkurrenz. Orca ging 1986 in den Konkurs und wurde von Oceanics aufgekauft, die dann 1987 mit ihrem eigenen Tauchcomputer auf den Markt kam, ebenfalls ein Nullzeitrechner. DI: Wann kam Uwatec mit dem Aladin? JH: Ende 1987 kam Uwatec mit dem Aladin- Tauchcomputer auf den Markt. Die erste Version war ebenfalls nur ein Nullzeitcomputer. Richtig ersetzt wurde der Deco Brain erst durch den Micro Brain Pro, den wir 1988 auf den Markt brachten. Er war wieder ein vollwertiger Dekocomputer. Uwatec zog 1989 mit ihrem Aladin Pro nach. Die Rechenmodelle, die ja auch auf dem PC von Professor Bühlmann liefen, der auch Uwatec beriet, machten langsam aber sicher die Runden. Auch die Mikroprozessoren hatten mehr Leistung, mehr RAM und ROM, waren stromsparender und schneller geworden. Die Tauchcomputer Entwicklung wurde mit dem technologischen Fortschritt wesentlich einfacher. DI: Wie kam Suunto zu Tauchcomputern? JH: Zu dieser Zeit erhielten wir Anfragen von Suunto. Suunto kam ebenfalls zu uns nach Winterthur. Sie fragten uns, ob wir nicht bei ihrer Tauchcomputerentwicklung kooperieren könnten. Das entsprach aber nicht unserer Firmenpolitik, wodurch es zur Zusammenarbeit von Uwatec mit Suunto kam. Wir kooperierten mit Dacor und ab 1989 mit Scubapro. Ich entwickelte für Scubapro den DC 11 und den DC 12. Das waren die ersten Tauchcomputer, die die Mikroblasenbildung bei Jo-Jo Tauchen und Wiederholungstauchgängen berücksichtigten. Der dafür notwendige Algorithmus hatte das ZHL-16 Modell von Bühlmann zur Grundlage, wurde aber im wesentlichen von Max Hahn optimiert und von mir programmtechnisch umgesetzt. Das war ein weiterer Meilenstein in der Tauchcomputerentwicklung und erhöhte die Sicherheit nochmals um einen wesentlichen Schritt. DI: Warum bist Du heute nicht mehr bei der Entwicklung neuer Tauchcomputer dabei? JH: 1991 gab es eine Menge Hersteller von Tauchcomputern, aber ich habe nie Lizenzgebühren für die Verwertung der Ergebnisse aus meiner Diplomarbeit bekommen. Ich hatte sorgfältig darauf geachtet, für die Ergebnisse meiner Arbeit weltweite Patente anzumelden und mich auch so zu verhalten, dass ich den Patentschutz nie verliere. Aus diesem Grund verlangte ich 1988 von Uwatec, als sie mit dem Aladin auf den Markt kam, Lizenzgebühren. Darüber kam es zu einem gerichtlichen Verfahren, das für mich in mehrfacher Hinsicht zu einer Enttäuschung führte. Mein Tauchcomputer-Patent wurde vor dem deutschen Patentgericht in München für ungültig erklärt, weil anlässlich der Diplomausstellung die Wahrscheinlichkeit bestanden haben könnte, dass Einblick genommen worden wäre. Jedoch hatten wir weder etwas präsentiert, noch den Erfindungsgegenstand herausgegeben. Mir war natürlich schon vor dem Erstellen der Diplomschrift bekannt, dass Patentansprüche, die vorveröffentlicht werden, ungültig sind. Daher stellten wir die Diplomschrift ja auch nicht aus und gaben sie auch nicht in die Bibliothek. Es nützte nichts. Alle Tauchcomputerhersteller konnten sich über das Urteil freuen. Bild links und mitte: Die Mi c r o Br a i ns a b 1987 im Handel. Mic o r Br a i n (Da c o r ) u n d DC12 (Sc u b a p r o ) 101

9 Mir hingegen blieb nur das Nachsehen. Zwar war die Ertragssituation aus der Produktion und dem Verkauf von Tauchcomputern sehr erfreulich - aber bei mir herrschte eine Grundenttäuschung vor, so dass ich die Divetronic-Produktion und Anlagen 1991 an Scubapro verkaufte und mich mit meiner Familie in die USA zurückzog. DI: Was hast Du danach gemacht? JH: Ich habe mehr als ein Jahr lang Kreativurlaub gemacht, mich um meine Familie gekümmert. In der Folge habe ich in Kooperation mit Scubapro noch den TRAC, den weltersten luftintegrierten Tauchcomputer entwickelt, der auch die RAT (Remaining Air Time) anzeigte. Scubapro brachte den TRAC 1992 auf den Markt. Ich verbrachte die folgenden acht Jahre in Hawaii und im Silicon Valley. Unser Jüngster kam auf Hawaii zur Welt. Er und seine beiden älteren Geschwister sind mit dem Meer so vertraut und verbunden wie ich, denn sie sind in Hawaii am Strand aufgewachsen. Der zweitälteste studiert heute an der Universität von Hawaii, der UHM in Honolulu, Ozeanographie und Meeresbiologie. DI: Und wie ging es beruflich bei Dir weiter? JH: Ich kümmerte mich ab 1993 um neue Entwicklungsprojekte, die die USNavy, das DOD und andere, darunter auch Firmen wie Nike, Seiko, IDT, Swatch Group, Cateye, HIREL etc. an mich herantrugen. Mittlerweile hatte ich als Chip-, Software und Systemdesigner einen hervorragenden Ruf, hatte im Silicon Valley und auf Hawaii Entwicklungslabors gegründet und bin mit Richard Kash und seiner KMOS INC eine Partnerschaft eingegangen. Richard war ein genialer Physiker und Elektroingenieur. Unsere Chips und Computersysteme finden sich in den verschiedensten Produkten. Beispielsweise in GPS-Geräten, Sensoruhren, Fahrradcomputern, Höhenmessern, Temperaturmessern, Kompassen und vielen anderen Sensorsystemen der militärischen, industriellen und medizinischen Anwendungen. Nur ein Beispiel: Die Chips und Systeme sind auch in der TISSOT Touch und der Fun-Scuba eingesetzt. DI: Wann bist Du nach Liechtenstein zurückgekehrt und was machst Du seither? JH: Ich bin 2000 mit meiner Familie nach Liechtenstein zurückgekehrt, damit unsere Kinder das Gymnasium in Deutsch abschliessen konnten. Also eine familiäre Entscheidung. Darauf folgend hatte ich die Idee mein Technologieinvestment in einen Fonds zu kleiden und gründete 2001 in Vaduz eine Investmentfirma, die Hermann- Finance. Was mir daraufhin passierte war der blanke Horror. Ich habe in FL so gut wie mein gesamtes Vermögen verloren. Aktuell läuft eine Klage gegen das Land Liechtenstein und weitere Verantwortliche, darunter auch die Bank Frick AG und ehemalige Verwaltungsräte. Ein laufendes Verfahren, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte. Lieber Jürgen, herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Deiner Klage! Jü r g e n He r m a n n b e i seinem Li e b l i n g s h o b b y Barakuda Tiefenmesser Tiefenmesser von Spiro-Technique SOS Tiefenmesser Princeton-Tek Tiefenmesser US-Divers Tiefenmesser 102 Bildcredits: Historisches Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von B. Verreet und D.Wiedmann

10 Cressi EDY II Neuheiten 2008 Heinrich-Weikamps OSTC Neuheit 2008 Neuheit 2008 Neuheit 2008 Der EDY II ist ein Armbanduhr-Computer mit extrem kleinen Abmessungen, der sowohl für Tauchgänge mit Gerät, als auch für Apnoe-Tauchgänge geeignet ist. Trotz seiner kompakten Ausmaße verfügt dieses Instrument über eine Vielzahl von Funktionen, die man ansonsten nur bei weiter entwickelten Modellen, wie dem großen Bruder Archimede 2 findet. Eine innovative Mischung aus Metall und Technopolymer, die jeweils ihre besten Eigenschaften einbringen. Das Display mit Hintergrundbeleuchtung ist ausreichend groß und gut ablesbar. Der EDY II liefert die notwendigen Daten für sowohl Nullzeit- als auch Dekompressionstauchgänge und warnt mit optischen und akustischen Warnsignalen bei kritischen Situationen. Verwendbar ist das Gerät für Luft und Nitrox-Tauchgänge: die Anzeige der aufgenommenen Stickstoffmenge und aktueller Wert der CNS Toxizität sind selbstverständlich. Der Speicher kann via PC (optionales Interface) ausgelesen werden. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt Armbandcomputer EDY II: 398,- Euro PC Interface: 100,- Euro OSTC seht für Open-Source-Tauchcomputer. Ähnlich wie für Linux-Nutzer ist der OSTC Tauchcomputer für die Benutzer offen. Dadurch fällt die Nachvollziehbarkeit, um eigene Einstellungen vorzunehmen, zusätzliche Module einzubauen oder sogar das gesamte Programm von Grund auf neu zu gestalten einfacher aus und ist zu 100% transparent. Die Software kann über das Internet durch den Benutzer einfach aktualisiert werden. Als Dekompressionsmodell wurde Bühlmann ZH-L 16 integriert. Als Display stehen die neuste OLED Technologie entweder in gelber oder grüner Farbe zur Auswahl. Die Energieversorgung erfolgt beim OSTC durch einen leicht austauschbaren Akku (Lademöglichkeit über USB-Schnittstelle). Der OSTC verfügt optional auch über eine 1- oder 3-O2 Zellenüberwachungen für Kreislaufgeräte sowie integriertes HUD. Es ist kompatibel für Submatix, Inspiration / Evolution, Megalodon und revo. Detaillierte Infos zum OSTC gibt es in DiveInside Nr. 08/08. Lieferbar in zwei Varianten: OSTC (Standard-Fischer-Buchse) + USB Interface: 629,- Euro. OSTC (Gedichtete-Fischer-Buchse für O2 Sensor-Elektronik) + USB Interface: 653,- Euro. UDI von Underwater Technologies Center Das Gerät von Underwater Technologies ist mehr als ein normaler Tauchcomputer. Er wurde für die Unterwasserkommunikation entwickelt. Mit dem UDI kann man bis zu 14 vorgespeicherte Nachrichten zu anderen UDI Computern (Buddys auswählbar) oder zur Empfangseinheit auf dem Boot oder an Land senden. Eine SOS-Funktion ist ebenso vorhanden. Die Peilung zurück zum Boot / Land (Homing Tool) ist mit automatischer Kompassnavigation möglich. Die Empfangseinheit kann bis zu 4 Netzwerke à 14 UDI Tauchcomputer (Total: 56 UDI Tauchcomputer) verwalten. Die Technik basiert auf einer Netzwerkverlinkung. Die Reichweite beträgt bei normalen Bedingungen 500 m (SOS-Signal 1000 m). Der UDI Tauchcomputer ist nitroxfähig bis 99% und hat das RGBM Dekompressionsmodell integriert. Er verfügt über einen neigungsfähigen 3D Kompass. Der Li-Ionen Akku ist wiederaufladbar. Empfohlene Verkaufspreise: Tauchcomputer: 689,- Euro Empfangseinheit für Boot/Land: 1.407,- Euro 103

11 Neuheiten 2008 Mares Puck und Mares Puck Air Bestseller und Neuheit Noch nicht lange am Markt, ist der kleine Puck der Renner im Hause Mares. Das Konzept geht offenbar auf: Ein Maximum an Funktionen bei einfacher Bedienung und kleinen Dimensionen. Und das zu einem guten Preis. Der Name, Sinnbild für das runde Äußere des Armcomputers, wirkt wenig technisch. Die inneren Werte, und auf diese kommt es an, gleichen dies wieder aus. Der Puck ist ein vollwertiger Deko-Rechner, auch die Logbuchfunktion ist im Vergleich mit seinen Konkurrenten mit 38 Stunden Speicherkapazität deutlich höher. Wem der Tauchcomputer in der Konsole lieber ist, vielleicht in Kombination mit einem oder zwei Zusatzinstrumenten wie Kompass und Finimeter greift auf die Versionen Mission Puck 2 oder Mission Puck 3 zurück. Was bei den großen Verwandten des Puck Standard ist, darf beim kleinen Puck nicht fehlen. Die Anpassung an das Tauchmedium: Bergsee, Süß- oder Salzwasser. Mares Puck Air: Deep Stops gehören ebenso dazu wie die Wahl zwischen Luft, Nitrox (21-50%) und Bottom Timer. Per Easy Access können die Funktionen durch eine einzige Drucktaste intuitiv bedient werden. Das Display hat das schon vom PUCK gewohnte kontrastreiche Display mit einem Ablesewinkel von 170 Grad. Einmalig in hier die Verwendung eines Dot-Matrix-Displays, welches natürlich der Darstellungsmöglichkeit eine erhebliche Flexibilität schafft. Ein Displayschutz ist Standard, den PUCK Air gibt es wahlweise solo oder mit Kompass in der Konsole. Der empfohlene Verkaufspreis des Mares Puck (Armbandcomputer): 189,- Euro, als Mission Puck 2 mit Finimeter 249,- Euro und als Mission Puck 3 mit Finimeter und Kompass 289,- Euro. 104

12 Neuheiten, Klassiker und Bestseller Die Firma VR Technology Ltd., ehemals Delta P Ltd. hat Ende Oktober 2008 ihr aktuelles Modell vorgestellt: Der VRx! Der Computer arbeitet mit einem neuen Dekompressionsmodell - dem VGM (Variable Gradient Factor Model). Dieses erlaubt es, den Benutzer das Dekompressionsmodell zu regulieren und anzupassen. Der VRx kann optional farbig (HD Display) und mit Kreislaufoption für 1- oder 3-Zellenüberwachungen bestellt / erweitert werden. Der Akku ist wideraufladbar und kann einfach ersetzt werden. Der VRx hat auch eine eingebaute LED, welche sowohl als Warnlicht (Dekompressionsverpflichtung) als auch als kleine Notlampe verwendet werden kann. Die verfügbaren Modellversionen sind wie beim VR3 (Luft, Nitrox, Trimix, offenes- halbgeschlossenes und geschlossenes System) lieferbar. Lieferbar ist der VRx in vier (Anthrazit, Rot, Gold/Gelb und Blau) verschiedenen Farben (die Deckschalen können durch den Benutzer einfach gewechselt werden). Einführungspreise bis : Level 1: 1.199,- Euro - C4 / Open Circuit & Closed Circuit - Nitrox / Trimix - Single Color - VGM - C9 - Rebreatheranschluss aktiviert VRx von VR Technology Ltd. (ex Delta P Ltd.) Neuheit 2008 Level 2: 1.499,- Euro - C4 / Open Circuit / Closed Circuit - Nitrox / Trimix - Multi Color - VPM - VGM - C9 - Rebreatheranschluss aktiviert Cressi Archimede 2 Klassiker und Bestseller Der Archimede 2 ist sowohl Klassiker UND Bestseller, wenn man den Archimede in der ersten Version mit einbezieht. Drei verschiedene Cover machen den Archimede 2 bunt: schwarz/blau, schwarz/gelb und schwarz/grau. Das Display des Archimede 2 ist Cressi-eigen: Cressi-Sub s User Friendly Display System (UFDS) mit großen, leicht abzulesenden alphanumerischen Anzeigen, dazu eine selbsterklärende, menügeführte Bedienung und große Steuertasten. Das beschreibt den Archimede 2 in Kurzform. Der Cressi-Computer ist für Luft- oder Nitrox-Tauchgänge bis 99 Prozent geeignet. Die Software erlaubt, während des Tauchens auf zwei verschiedene Nitroxgemische zuzugreifen. Neben dem Standardprofil lässt sich auch ein konservatives, sicheres Dekompressionsmodell einstellen. Im Display wird links und rechts über den Balkendiagrammen die Situation für Stickstoff und Sauerstoff dargestellt. Neben akustischen warnt der Archimede 2 auch mit optischen Warnsignalen; zeigt kritische Tauchsituationen auf. Zusätzlich informiert er über den aktuellen Dekompressionsstatus. Der Nitrox-Parameter PO_ kann von 1,0 bar bis 1,6 bar eingestellt werden, die Umstellung von EAN 32 auf Luft erfolgt mit nur einem Tastendruck. Der Archimede 2 archiviert 60 Tauchgänge im Logbuch und 30 Stunden im Profil-Modus und verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung. Ein Feature, das den Archimede 2 für Tauchschulen interessant macht ist die vollständige Reset-Funktion. Für alle Benutzer wichtig ist, dass der Batteriewechsel selbst möglich ist. Die Batteriekapazität wird angezeigt. Der Archimede 2 hat eine Uhr mit Kalenderfunktion integriert. Der Abruf ist auch während des Tauchgangs möglich, falls man beim Tauchen Zeit und Raum vergisst. Der Bergseemodus in vier Stufen von 0 bis 6000 Meter passt sich automatisch an. Ein PC-Interface allerdings optional - ist nun in USB-Version verfügbar und bindet den Tauchcomputer an den Heimcomputer. Den Archimede 2 gibt es als Handgelenks-, als Zweier- oder Dreier- Konsolenmodell. Auf der Rückseite der Dreierkonsole ist der Kompass befestigt. Zum Wechseln der Batterie muss dieser nicht ausgebaut werden. Der Archimede 2 als Handgelenkscomputer hat einen empfohlenen Verkaufspreis von 389,- Euro. Der empfohlene Verkaufspreis der Konsole Archimede 2 (einschließlich Finimeter) liegt bei 500,- Euro, die Konsole Archimede 3 (inklusive Finimeter und Kompass) kostet 560,- Euro im VK. Das optionale PC Interface kostet im Handel: 100,- Euro 105

13 Der Mares Nemo Wide kann mittlerweile als Klassiker gewertet werden. Augenfällig ist das große Display. Es suggeriert nicht nur, dass der Nemo Wide leicht abzulesen ist, der Praxistest beweist dies auch. Dazu kommen ein guter Kontrast der abgebildeten Werte und die intensive Displaybeleuchtung. Bei der Bedienung waren die Techniker kreativ, denn der Computer ist intuitiv zu handhaben. Mit vier Tasten erreicht man die feinste Verästelung des Programms: Plus und Minus erhöht und reduziert die Einstellwerte, mit ESC für Escape gelangt man eine Schritt zurück und Enter richtig, bestätigt die Werte. Um eine optimale Ablesbarkeit unter allen Bedingungen zu erzielen, wurde besonderer Wert auf die Größe und Helligkeit der Ziffern, die Intensität der Displaybeleuchtung und einen maximalen Betrachtungswinkel gelegt. Die Beleuchtung ist schaltbar. Mit dem optional zu kaufenden Interface Mares DRAK wird die Verbindung von PC und Tauchcomputer geschaffen zeitgemäß via USB-Schnittstelle versteht sich. Über dieses Interface ist auch ein Software-Update möglich. Oder eine Erweiterung des Nutzungsumfangs des Nemo Wide, wie das Thema Gaswechsel, das im Sommer 2008 in die Software integriert wurde. Der Nemo Wide arbeitet ebenfalls mit Deepstops. Dies zeigt der Rechner per Symbol und in digitalen Werten an. Die Überwachung der Aufstiegsgeschwindigkeit komplettiert die Sicherheitsaspekte. Der Batteriewechsel ist denkbar einfach und wird vom Benutzer selbst erledigt. Eine Verlängerung des ohnehin langen Armbandes ist möglich. Die Mares-Tauchcomputer arbeiten nach RGBM - dem Modell der reduzierten Gasblasenbildung. Empfohlener Verkaufspreis: 389,- Euro. Mares Nemo Wide Klassiker Klassiker und Bestseller Scubapro DC-11 Trac Klassiker Der Klassiker ist und war die Aladin-Reihe. Besonderes Augenmerk verdient der Scubapro DC-11. Warum der Trac, ein anderer Name für den DC-11, unter Uwatec Erwähnung findet? Scubapro, einst eigenständige US-Marke, splittete sich vor einigen Jahren auf, die Produktsparte Tauchcomputer wechselte vollständig zu Uwatec, die bis dahin auch schon hinter der Scubapro-Technik stand. Und die Fusion ging weiter: Im April 2007 gingen die beiden Marken Scubapro und Uwatec im großen Konzern von Johnson Outdoor auf. Die Abkürzung DC stand schlicht und einfach für Dive Computer, wechselte aber in Taucherkreisen schnell zur zynischen Variante Dusch-Computer. Die Software des DC-11 arbeitete sehr konservativ. Nichts desto Trotz war der DC-11 ein Wegbereiter. In seiner luftintegrierten Variante stand er Anfang der 90er immer noch recht exklusiv in diesem Marktsegment. Die beiden Computer Aladin Sport und Aladin Air-X muss man mit in das Paket der Uwatec Klassiker packen. Der Aladin Sport gehörte eine ganze Weile zu den meistverkauften Rechnern; im Bereich der luftintegrierten Computer war der Aladin Air-X der erste im Hause Uwatec. Letzterer beschwor jedoch nach einiger Zeit den Unmut seiner Besitzer herauf, denn Batterieladungen unter 50% konnten den Totalausfall und die damit verbundene Err -Anzeige erzeugen. Ein Manko, das Uwatec einst wenig kundenfreundlich löste und für den nicht unerheblichen Aufpreis von 350,- Euro ein Tauschgerät bot. Ansonsten zeichneten sich die Aladins durch große Displays an, womit sie sich von der Masse der Tauchcomputer erfreulich abhoben. Der Aladin Sport, der kleine Bruder des Aladin Pro, war ein Nullzeitrechner und Standardequipment vieler Taucher. Wer Wert auf Deko- Tauchgänge legte, musste sich die Pro-Version (oder andere Computer) zulegen. 106

14 Seemann XP 5 Seemann XP 5 - Klassiker und auch Bestseller. Dies wird im Hause Johnson Outdoors künftig auch so bleiben: Ab April kommenden Jahres wird Seemann nur noch mit diesem Tauchcomputer am Markt sein, der Vertrieb der Aeris-Modelle wird eingestellt. Der XP 5 ist ein nitroxfähiger Dekompressionscomputer. Er zeigt Sicherheitsstopp an, das Display lässt sich mit bestimmten Voreinstellungen etwas individueller einstellen, die Darstellung der großen Zahlen ist gut. Der Rechner ist als Arm-, Zweier- oder Dreierkonsolenmodell erhältlich. Durch Wasserkontakt oder Knopfdruck aktiviert zeigt er die wichtigsten Daten auch durch intuitive Balkendiagramme. Das Logbuch speichert bis zu 200 Tauchgänge. Die Seemann-Maschine verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung, die Dauer des Lichteffekts ist einstellbar. Nitroxkompatibilität: 21 bis 50 Prozent. Einfach gestaltet sich auch die Bedienung, sie erfolgt mit zwei Knöpfen für Auswahl und Weiter. Sinnvoll: Die Höhenanpassung. Diese Einstellung nimmt der Computer selbst vor und arbeitet bis 4200 Meter Höhe. Allerdings muss der Modus durch Knopfdruck aktiviert werden. Vorbildlich: Auch beim Seemann XP 5 können die Batterien vom Taucher selbst gewechselt werden. Eine nette US-typische Geste Johnson Outdoors Inc. lässt grüßen - nennt sich 1000 dives for free. Im XP 5-Handbuch sind drei Batteriegutscheine enthalten - ausreichend Power für bis zu 1000 Tauchgänge. Empfohlener Verkaufspreis: 258,- Euro. Klassiker und Bestseller Suunto Gekko Die Marke aus dem Hause Aqua Lung, allen neuesten Gerüchten zum Trotz nicht abgestoßen, ist führend im Bereich der Herstellung von Kompassen. Auch bei Tauchcomputern hat sich Suunto etabliert, mit dem Gekko ist Suunto in Deutschland am besten vertreten. Optisch schloss er mittlerweile auf und reiht sich bei Vytec, Vyper und Co. ein. Der Armbandrechner arbeitet mit Pressluft oder mit Nitrox-Gasgemischen zusammen und kann alternativ auch in der Suunto Combo-Konsole eingebaut werden. Der Suunto Gekko verwendet als Rechenmodell das der reduzierten Gasblasenbildung (RGBM). Er ist ein Nullzeitrechner, zeigt aber an, dass Dekompression erforderlich ist. Die Batterie kann vom Benutzer gewechselt und die Maßeinheiten von metrisch auf imperial umgestellt werden. Die fluoreszierende Anzeige wird beispielsweise mit einer Taschenlampe aktiviert, eine Hintergrundbeleuchtung fehlt. Empfohlener Verkaufspreis: 249,- Euro. Suunto Vyper Klassiker und Bestseller Bestseller Klassiker Die wahren Klassiker des schwedischen Herstellers sind mittlerweile der Suunto D9, im Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Vyper. Der Suunto Vyper verfügt über vollständige Dekompressionsfunktionen. Ob Pressluft, Nitrox oder Gasgemische nach Umstellung des Betriebsmodus rechnet der Vyper entsprechend um. Ein Feature für Tec-Taucher: Er kann zusätzlich als Tiefenmesser und Timer mit Tauchprofilspeicher verwendet werden. Die Tauchdaten werden auch beim Vyper gespeichert und können mit entsprechendem Interface und Software auf den PC ausgelesen werden. Der Vyper ist ein Armbandcomputer und arbeitet wie auch der Gekko nach dem Suunto-RGBM-Modell. Akustischer Alarm, umfangreiche Speicherfunktionen und eine Elektrolumineszente Anzeige komplettieren den Tauchcomputer. Der empfohlene Verkaufspreis: 379,- Euro. 107

15 Suunto D9 Unter und über Wasser ein Schmuckstück, mit über Euro auch preislich sehr attraktiv. Soweit zum ersten Eindruck des D9. Die Funktionalität ist ebenso schmuck, informiert der D9 doch über sehr viel: Tiefe, Tauchzeit, Flaschendruck, Dekompressionsstatus und Kompassrichtung, um nur einiges zu nennen. Der Suunto D9 trägt sich angenehm. Der Suunto D9 war der weltweit erste Tauchcomputer, der über einen digitalen Kompass verfügte. Der Kompass zeigt die Richtung sowohl grafisch als Kompassrose sowie digital als Gradpeilung an. Um Irritationen zu vermeiden: Der Kompass funktioniert übrigens nicht nur unter Wasser. Eine sinnvolle Ergänzung ist der Kauf eines Drucksenders. Schlauchlose Luftintegration informiert über aktuellen Flaschendruck und Luftverbrauch. Am Ende des Tauchgangs kann der Luftverbrauch aus dem Speicher in den PC übernommen werden. Bis zu drei verschiedene Gasgemische mit Sauerstoffanteil von 21 bis 100 Prozent können im D9 vorprogrammiert werden dazu unterstützt der Rechner auch Gaswechsel während des Tauchgangs. Die Dekompressionsberechnungen basieren sich auf das Suunto Deep Stop RGBM Modell. Für Ganz-tief-Taucher reicht die Anzeige bis zu einer maximalen Tiefe von 200 Metern. Dass der D9 über eine vollständige Uhrenfunktionen verfügt, versteht sich bei der Charakteristik des Modells als selbstverständlich. Er wird zudem mit USB-Kabel und Software ausgeliefert. Empfohlener Verkaufspreis: 1.499,- Euro. Klassiker und Bestseller Uwatec Aladin Prime Neueste Abkömmlinge der Aladin-Familie sind der Prime und der TEC 2 G. Dem Minimax-Prinzip folgend bietet der Aladin Prime einen bemerkenswert einfachen Armband-Tauchcomputer für Sporttaucher. Alternativ kann der Prime auch in einer Konsole im Duett mit einem Kompass integriert werden. Zahlreiche Eigenschaften des Aladin TEC, wie beispielsweise Uhrenfunktion oder Programmierung ohne PC. Die Rechenmodelle unterscheiden sich nicht von der Großen, der TC ist Nitrox-fähig bis 50% Sauerstoffanteil und kann über ein optional erhältliches PC-Interface mit dem heimischen PC verbunden werden. Seit 2007 lassen sich in der Software die ppo_-werte zwischen 1,0 und 1,6 bar einstellen. Die Ein-Jahr Finanzierung: Pro Tag maximal ein Euro: Der Prime geht für einen empfohlenen Verkaufspreis von 365,- Euro über den Ladentisch. Uwatec Aladin TEC 2 G Klassiker Bestseller Bestseller Der TEC 2 gehört ebenfalls in die Rubrik der Armbandmodelle. Ausgelegt für Tauchgänge mit zwei Gasgemischen lässt sich der TEC 2 trotzdem einfach bedienen. Als Aladin-Rechner, die Reihe für Sporttaucher, schlägt der TEC 2 die Brücke zum Tec-Bereich mit entsprechenden Funktionen. Tiefenmesser bis 120 Meter, Stoppuhrfunktion, rücksetzbare Durchschnittstiefe, Lesezeichenfunktion für spätere Kommentare im Tauchprofil und einem Höhenbereich bis 4000 Meter, um nur einige der Features aufzuzählen. Erhältlich ist der Computer als Armbandcomputer, kann aber auch in einer Zweier- oder Dreier-Konsole mit Finimeter und Kompass erworben werden. Mit einer prognostizierten Betriebsdauer von fünf Jahren rückt der Batteriewechsel zunächst in weite Ferne. Empfohlener Verkaufspreis: 540,- Euro. 108

16 Uwatec Galileo Sol Bestseller Bestseller ist momentan man kann es bei einem Verkaufspreis von über Euro kaum glauben - der Galileo Sol. Der Sol kann als kleine Revolution am Tauchcomputermarkt verstanden werden. Nicht nur optisch ist er ein neuer, hochmoderner Computer, auch die inneren Werte überzeugen mit neuartigen Funktionen und technischen Innovationen. Wodurch er sich auch deutlich von seinen Mitbewerbern unterscheidet: Das Pulsmess-System von Polar. Ebenso integriert ist ein Digitalkompass mit Peilungsspeicher, dem die Neigung des Displays wenig ausmacht. Das riesige Dot-Matrix-Display kann im ersten Moment eher abschrecken, denn die Informationsvielfalt erdrückt. Der Sol bietet schlauchlose Gasintegration mit Berechnung der reell verbleibenden Grundzeit. Der Galileo Sol ist ein echter Computer, wasserdicht verpackt. Umso wichtiger ist es, die Software mit Updates am Laufenden halten zu können. Für Sporttaucher von untergeordneter Bedeutung und damit eher werbetechnisch relevant ist die Tauchtiefe bis 330 Meter EN-Zertifiziert. Die Batterien kann der Benutzer selbst wechseln, ohne dass die Daten der aktuellen Gewebesättigung verloren gehen. Detaillierte Infos zum Galileo Sol gibt es in DiveInside Nr. 02/07. Bestseller Empfohlener Verkaufspreis: 1.299,- Euro. Der große Tauchcomputer-Report von DiveInside Wer noch mehr Computer sehen und vergleichen möchte, dem sei der Blick in die Produktdatenbank von Taucher.Net empfohlen. Hier finden sich nicht nur weitere Neuheiten und Klassiker, hier kann man die einzelnen Rechner auch nach den verschiedensten Gesichtspunkten von Rechenmodellen bis hin zum Preis miteinander vergleichen: 109

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